Erster Betrieb in China erhält FN-Kennzeichung für fachgerechte Pferdehaltung
Premiere in Peking: Soenke Lauterbach, Sacha Eckjans und Mrs. Jin Zheng von Junwei mit dem ersten Schild FN-Pferdehaltung in China Foto: FN

Erster Betrieb in China erhält FN-Kennzeichung für fachgerechte Pferdehaltung

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Es war viel los dieser Tage in Chinas Hauptstadt Peking. Zum ersten Mal fand dort ein Nationenpreisturnier für Junioren und Junge Reiter in der Disziplin Springen statt. Justine Tebbel (Emsbüren), Vize-Europameisterin der Jungen Reiter, wurde Dritte im Großen Preis. Die 18-Jährige war zum ersten Mal nach China gereist und schwärmte von der tollen Stimmung und der Organisation des Turniers. Wie alle aus dem Ausland angereisten Reiter starteten sie und ihre Teamkollegen Teike Carstensen (Sollwitt) und Henry Delfs (Steinburg) auf Leihpferden, die der Beijing Equestrian Club zur Verfügung stellte.

Doch nicht nur der Spitzensport stand im Mittelpunkt der China-Reise. Zusammen mit FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach besichtigten die drei Nachwuchsreiter die Junwei International Sports Development Co. Ltd in Peking. Der Betrieb beherbergt 30 Schulpferde und -ponys und bietet Unterricht sowohl für Anfänger als auch Turnierreiter jeden Alters an. Eine Reithalle und ein großer Springplatz bieten dafür optimale Voraussetzungen. Bereits vier Reitabzeichen-Lehrgänge fanden bisher in den Junwei Stables statt. Die Prüfungen für die Reitabzeichen zehn bis vier nahmen unter anderem Jörg Jacobs, Leiter der westfälischen Reit- und Fahrschule, sowie der langjährige Leiter der Landes Reit- und Fahrschule Langenfeld (Rheinland), Hanno Vreden, ab. Auch eine Trainerprüfung wurde in dem Betrieb bereits abgenommen. Wopa Xiakejia ist damit der erste Trainer C, der in China seine Prüfung absolviert hat.

Nun überreichte Lauterbach zusammen mit Sacha Eckjans, Geschäftsführer der Equestrian Globe GmbH, das FN-Grundschild Pferdehaltung persönlich an Betriebsleiterin Jin Zheng. Die Kennzeichnung gilt für drei Jahre, dann erfolgt eine erneute Überprüfung. Junwei verpflichtet sich damit auch zukünftig zur fachgerechten Pferdehaltung nach deutschen Standards. Mit der Kennzeichnung wird die Zusammenarbeit der FN und der Chinese Equestrian Association noch weiter intensiviert. Vor Ort knüpft seit einigen Jahren die Equestrian Globe GmbH, offizielle Repräsentantin der deutschen FN in China, Kontakte mit chinesischen Investoren und vermittelt Ansprechpartner für alle Bereiche des Pferdesports. Lauterbach sagte: „Inzwischen sind die Chinesen sehr daran interessiert, das deutsche Ausbildungssystem auch in China bekannt zu machen und zu etablieren. Junwei ist ein tolles Beispiel dafür.“

Während das deutsche Knowhow über Pferdehaltung, -zucht und -ausbildung nach China exportiert und immer mehr verbreitet wird, profitieren viele deutsche Firmen aus der Pferdebranche von den neuen Märkten, die sich im Reich der Mitte eröffnen. Allein in der Bundesrepublik haben mehr als 10.000 Firmen, Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen direkt oder indirekt das Pferd als Haupt-Geschäftsgegenstand. Der Umsatz der deutschen Pferdewirtschaft liegt bei geschätzten 6,7 Milliarden Euro. Darunter fallen 39 Prozent (2,6 Mrd. Euro) der Ausgaben auf den Bereich Pferdehaltung, 61 Prozent (4,1 Mrd. Euro) auf den Bereich Einzelhandel und Dienstleistungen. „Die Globalisierung macht auch vor dem Reitsport nicht Halt und China ist ein hervorragender Partner, um das Ausbildungssystem der Deutschen Reiterlichen Vereinigung international in die Breite zu tragen. Das zunehmend große Interesse der Chinesen an Pferden, Pferdesport und Pferdezucht bietet ideale Voraussetzung. So mancher wird überrascht sein, wie gut sich die Bedingungen hier vor Ort bereits weiterentwickelt haben!“, sagte Eckjans. jbc