Die 7 Tipps der FEI für erfolgreiches Abreiten vor der Prüfung
Wenige Sprünge auf dem Abreiteplatz sind genug - wie hier bei Laura Klaphake mit Tjark Nagel und Bertram Allen Foto: spring-reiter.de

Die 7 Tipps der FEI für erfolgreiches Abreiten vor der Prüfung

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Der Abreiteplatz kann der schwierigste Teil einer Prüfung sein. Er kann oft sogar zum Chaosplatz werden. Andererseits wissen wir alle, dass so manches Turnier auf dem Abreiteplatz gewonnen wird. Die Federation Equestre Internationale, die FEI, hat jetzt ihre sieben wichtigsten Tipps formuliert, wie man sich optimal auf eine Prüfung vorbereitet:

  1. Übe gemeinsames Reiten mit anderen Pferden schon zu Hause

Wenn man das Springen zu Hause immer nur allein auf einem ruhigen Platz ohne Ablenkung trainiert, wird dein Pferd es extrem schwer finden, sich auf einem überfüllten Abreiteplatz zu beherrschen. Sogar Pferde, die schon jahrelang auf Turnieren gestartet sind, können davon profitieren, häufiger in einer Gruppe zu trainieren. Wenn dein Pferd zickig und aufgeregt auf andere Pferde reagiert, lass dich nicht anstecken. Denn es ist ein Zeichen, dass du häufiger so etwas üben musst.

  1. Sei frühzeitig vor Ort

Es gibt nichts Schlimmeres, als zu spät zu einem Turnier zu kommen, dich in den Sattel zu werfen und zum Abreiteplatz zu galoppieren – für eine Fünf-Minuten-Jagd außen herum, ehe es in den Parcours geht. Es bringt dich nicht nur automatisch in eine schlechte mentale Verfassung, sondern bedeutet auch, dass du dir und deinem Pferd nicht die beste mögliche Chance gegeben hast.

  1. Finde heraus, was deinem Pferd gut tut

Einige Pferde brauchen beim Aufwärmen relativ schnell einen munteren Trab mit viel Biegen und Dehnen, um ihre Aufmerksamkeit auf ihren Reiter zu fokussieren und Ablenkungen auszublenden. Andere Pferde wollen erst einmal 15 Minuten Schritt gehen, bevor man von ihnen verlangen kann, einen Gang höher zu schalten, ohne zu frisch zu werden. Einige brauchen noch einen Sprung vor dem Hineinreiten, für andere ist es besser, sie lieber eine Stunde am Rande des Turniers stehen zu lassen, bevor du aufsteigst. All dies muss man ausprobieren, aber du solltest eine klare Vorstellung haben, was funktioniert – indem du die Persönlichkeit deines Pferdes kennst und deine täglichen Aktivitäten mit ihm in Betracht ziehst.

  1. Wärm dein Pferd beim Turnier auf, wie du es auch zu Hause machst

Wenn du normalerweise dein Pferd am langen Zügel anreitest, dann mach es beim Turnier, soweit wie möglich, ebenso, statt sofort die Zügel zu verkürzen und mit den Schenkeln den Trab zu forcieren. Natürlich ist die Situation beim Turnier etwas anders, aber wenn du weißt, was funktioniert, dann mach es auch auf dem Turnier so, mit vielleicht ein paar Modifikationen. Es kann helfen, eine Warm-Up-Routine schon zu Hause zu entwickeln.

  1. Sei rücksichtsvoll

Lern die Bahn-Regeln in deinem Land und deiner Region. In vielen Ländern gilt, mit der linken Seite an der linken Seite des anderen vorbei zu reiten. Wenn das die Regel ist, versuche nicht, irgendjemanden an seiner rechten Seite zu passieren, weil es gerade einfacher zu sein scheint. Wenn einer auf dem Zirkel reitet, dann solltest du natürlich nicht seinen Zirkel kreuzen, um links an links vorbei zu reiten. Wenn du Schritt gehst, solltest du generell auf dem zweiten Hufschlag bleiben, um schnelleren Reitern zu ermöglichen, an dir vorbei zu traben oder zu galoppieren. Und vergiss die rote Schleife im Schweif nicht, wenn dein Pferd leicht ausschlägt. Aber selbst wenn ein Pferd keine Schleife trägt, denk daran: Selbst ein normalerweise freundliches Pferd kann ausschlagen, wenn ein anderes zu dicht aufreitet oder zu nah herankommt. Halte einen Sicherheitsabstand zu anderen Pferden ein.

  1. Verausgabt euch nicht beim Aufwärmen

Zu viele Reiter kommen auf den Abreiteplatz, fangen mit guter Bodenarbeit an und lassen ihr Pferd dann unzählige Male über die Hindernisse in allen möglichen Höhen und Varianten springen. Aber wenn du dein Pferd sicher an den Hilfen hast, es sich wohl fühlt und ausreichend durch Aufwärmen gegen Verletzungen geschützt ist, dann solltest du nicht auf dem Abreiteplatz so hart arbeiten, dass nichts mehr im Tank übrig ist für den Parcours. Für erfahrene Pferde sind fünf oder sechs Sprünge auf dem Abreiteplatz mehr als genug. Denk immer daran: dein Pferd lernt nichts Neues in der kurzen Zeit auf dem Abreiteplatz, bevor ihr startet! Also gibt es keinen Grund, praktisch einen ganzen Parcours dort zu springen oder jeden Sprung fünfmal zu probieren, ehe du einreitest.

  1. Nimm dir ein paar Minuten, dich auf dich selbst zu konzentrieren, ehe du einreitest

Guck dir einfach ein, zwei Runden an und vergewissere dich, dass du den Parcours sicher im Kopf hast. Nimm dir eine Minute zu entspannen, beruhige dich und vergewissere dich deines positiven Gefühls, bevor du mit Spaß einreitest, bereit die Richter und Zuschauer zu beeindrucken!