Vorstand des Holsteiner Verbandes tritt geschlossen zurück
Der Vorstand nach der Wahl 2016 (v. li.): F. Wettberg, C. Dietz, C. Diederich, S. Johannsen, J. Lüneburg, T. Peters, S. Zuba, T. Beuck, Dr. G. Friemel und T. Luther Foto: Holsteiner Verband

Vorstand des Holsteiner Verbandes tritt geschlossen zurück

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Die Wogen der Erregung im Holsteiner Verband gehen hoch. Die Anschuldigungen, die im Raum stehen, reichen vom Vorwurf der verabredeten Provisionszahlungen an ein Vorstandsmitglied und den Auktionator bei  Verbands-Auktionen bis zur Falschaussage gegenüber den Verbands-Mitgliedern. Lange hat die Verbandsspitze versucht, das Feuer durch begrenzte Maßnahmen auszutreten, unter anderem durch einen Wechsel in der Person des Auktionators. Doch offenbar ist die Auseinandersetzung außer Kontrolle geraten. Nachdem schon im Körbezirk Pinneberg per Abstimmung der Anwesenden dem Vorstand des Holsteiner Verbandes das Vertrauen entzogen wurde, hat der Gesamtvorstand nun am Donnerstagabend im Rahmen der Außerordentlichen Delegiertenversammlung des Körbezirks Rendsburg/Eckernförde seinen Rücktritt erklärt.

„Zum Wohle des Verbandes mussten wir diesen Schritt gehen“, sagte der 1. Vorsitzende Thies Beuck. Bis zur außerordentlichen Delegiertenversammlung im Februar wird er mit den übrigen Vorstandsmitgliedern geschäftsführend im Amt bleiben.

In der vom Vorstand selbst vorgelegten Zusammenfassung liest sich der Ablauf der Ereignisse so, der am Ende in diesen Rücktritt des gesamten Vorstandes mündete:

Es geht im Kern um den Vorwurf, dass sich ein Mitglied des Verbandsvorstandes Verkaufsprovisionen mit dem Auktionator des Holsteiner Verbandes angeblich teilen wollte.

Der Reihe nach:

Das Vorstandsmitglied des Holsteiner Verbandes Christian Dietz  fragte ca. 14 Tage vor der Holsteiner Herbst-Auktion 2018  bei Thies Beuck, 1. Vorsitzender des Holsteiner Verbandes, und Timm Peters, 2. Vorsitzender, an, ob er für den Hengst- bzw. Reitpferdeeinkauf für die von ihm akquirierten Kunden aus Südafrika nach den Bedingungen der Holsteiner Vermarktungs- und Auktions GmbH Provision erhalten könne. Vor dem Hintergrund der vorangegangenen Auktionen, bei denen es an ausländischen Kunden mangelte, und nach Prüfung durch die Geschäftsführung der Vermarktungs GmbH, ob es sich um „Neukunden“ handelt sowie nach rechtlicher Prüfung durch den Verbandsjustitiar wurde das vom Verbandsvorsitzenden bejaht. Über die Zusage hat Ronald Schultz, Geschäftsführer der Vermarktungs- und Auktions GmbH, die verantwortlichen Mitarbeiter informiert.

Einer der Kunden, ein in Deutschland lebender Südafrikaner, hatte zwar bereits im Land, u. a. auch beim Verband gekauft, war aber noch nicht auf einer unserer Auktionen als Käufer aufgetreten. Für diesen Kunden meldete Christian Dietz zu Beginn der Auktion einen weiteren Provisionsantrag an, dessen Überprüfung durch die Geschäftsführung der Vermarktungs GmbH des Verbandes allerdings noch ausstand.  Dieser Kunde kaufte zwei Pferde. Weitere vier Pferde wurden an die südafrikanischen Kunden verkauft.

Ein Mitarbeiter der VermarktungsGmbH äußerte anschließend den Verdacht, dass sich Christian Dietz die Provision für die verkauften Pferde mit Dr. Günther Friemel, teilen würde. Nach geltendem Recht ist dieses untersagt. Weiterhin ist festzuhalten, dass Christian Dietz für die von ihm beantragten Provisionen noch keine Rechnung gestellt hat. Um den Verdacht des Missbrauchs auszuräumen, hat Christian Dietz auf die Provision verzichtet.

Am 23. November, 20 Tage nach der Auktion, berief Thies Beuck mit seinem Stellvertreter Timm Peters ein Treffen mit Christian Dietz, Dr. Günther Friemel sowie dem Mitarbeiter der Vermarktungs GmbH, der die internen Informationen öffentlich gemacht hatte, ein. Als neutraler Beobachter nahm der ehemalige Justitiar des Holsteiner Verbandes, Ulrich Dose, teil. In dieser Sitzung bestritten Christian Dietz und Dr. Günther Friemel, dass es eine Aufteilung der Provision zwischen ihnen geben sollte.

Der Mitarbeiter der Vermarktungs GmbH blieb bei seiner Behauptung, dass Christian Dietz die Provision mit Dr. Günther Friemel teilen wollte. Dieses habe ihm Dr. Günther Friemel in einem Gespräch mitgeteilt.

In einer außerordentlichen Vorstandssitzung am 6. 12. wiederholten  Christian Dietz und Dr. Günther Friemel, dass es keine Provisionsabsprachen zwischen ihnen gegeben habe.

Das Arbeitsverhältnis zu dem Mitarbeiter, der ohne Rücksprache mit dem Vorstand wiederholt Interna öffentlich gemacht hatte, wurde u.a. vor diesem Hintergrund nach schriftlichen Abmahnungen fristlos gekündigt.

Am 11.12. wurden die Delegierten des HV auf einer Versammlung in NMS durch Thies Beuck  über den Sachstand informiert. Anschließend verlas der 1. Vorsitzende Thies Beuck eine eidesstaatliche Erklärung des Verbandsmitglieds Reimer D. Hennings. Darin hält Reimer D. Hennings fest,  dass ihm Dr. Günther Friemel in einem Telefonat am Montag nach der Auktion erklärt habe, sich die Provision mit Christian Dietz zu teilen. Christian Dietz und Dr. Günther Friemel wiederholten ihre Erklärungen, die sie im Vorstand abgegeben hatten, nach denen sie nicht die Absicht hatten, sich die Provision zuteilen.