FEI warnt: Auch Orangen können Futter kontaminieren
Bei den Doping-Kontrollen fiel es auf: immer wieder Synephrine im Blut Foto: FEI

FEI warnt: Auch Orangen können Futter kontaminieren

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Es war eine Trefferquote, wie sie die Dopingfahnder sonst nur aus dem Bereich der arabischen Halbinsel bei den Distanzreitern gewohnt sind. Diesmal traf es insbesondere mexikanische Springreiter. Im März und April wurden bei den Turnieren in Balvanera und Mexiko City acht Pferde nach dem Fund von „Banned Substances“ aus dem Turnier-Verkehr gezogen; zuvor waren bereits ein Pferd im mexikanischen Leon und zwei im spanischen Carmona aus gleichem Grund gesperrt worden. Immer war es dieselbe Substanz, die nachgewiesen werden konnte: Synephrine. Hört sich erst einmal harmlos an: ein Alkaloid aus der Bitterorange. Aber: Synephrine ist eng verwandt mit Ephedrin und ein hochwirksames Mittel zur Leistungssteigerung.
Die FEI fand diese Häufung von Synephrine so bemerkenswert, dass sie jetzt eine Extra-Warnung herausgegeben hat. „Obwohl die Untersuchungen zu den Quellen dieser positiven Fälle noch laufen, möchte die FEI vor Quellen von Synephrine warnen, die im Umfeld der Pferde gefunden werden können, oder zu Maßnahmen raten, um den positiven Befund zu verhindern.“ In Kurzform: Die FEI-Experten gehen, auch wegen der örtlichen Häufung der Fälle, offenbar eher von Futter-Kontamination als von bewusstem Doping aus.

Denn Synephrine, so schreibt es der Verband, könne auch aus scheinbar unverdächtigen Quellen stammen wie der Flatterbinse (Juncus usitatus), Zyperngras (Cyperus brevivolus) und Resten von Zitrus-Pflanzen wie Mandarinen, Orangen und Zitronen).