Reiterkreuz in Gold für den Pferdemann Christoph Hess
Der Botschafter der klassischen Reitlehre: Christoph Hess Foto: PM

Reiterkreuz in Gold für den Pferdemann Christoph Hess

eingetragen in: Allgemein | 0

Im Rahmen der Bundeschampionate ist Christoph Hess mit dem Deutschen Reiterkreuz in Gold ausgezeichnet worden. FN-Vizepräsident Theo Leuchten ehrte den ehemaligen Ausbildungschef der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) für seine Verdienste.

„Du bist ein Pferdemann durch und durch. Pferd und Sport stehen bei Dir immer an erster Stelle“, sagte Leuchten. Hess sei ein Botschafter in Sachen richtiger Ausbildung von Mensch und Pferd, der als positiv und authentisch empfunden werde. Über vier Jahrzehnte sei es Hess gelungen, dieser Mission Gesicht und Stimme zu geben.

Christoph Hess begann seine Karriere 1980 als Referent für Ausbildung im FN-Bereich Sport, bis 2016 leitete er die FN-Abteilung Ausbildung. Zusätzlich führte der Diplom-Pädagoge und Berufsreitlehrer von 1986 bis 2004 das Bundesleistungszentrum (BLZ) Reiten in Warendorf und von 1994 bis 2016 den FN-Bereich der Persönlichen Mitglieder (PM). In dieser Zeit gelang es ihm, die Zahl der PM von rund 9.400 auf 59.000 Mitglieder zu steigern.

Der reitenden Öffentlichkeit ist der Hess seit vielen Jahren als der Ausbildungs-Botschafter für die Grundsätze der klassischen Reitausbildung bekannt. Als Moderator oder Referent unzähliger Fortbildungsveranstaltungen rund um das Thema Ausbildung erfüllte der 68-Jährige die Richtlinien mit Leben – ebenso als Richter auf nationalen und internationalen Turnieren und Championaten.

Gerade bei den Bundeschampionaten in Warendorf machte Hess rund 20 Jahre mit seinen Kommentaren am Viereck der fünf- und sechsjährigen Dressurpferde die Dressur für Zuschauer verständlich. Das Gute stets herausstreichend und lobend war Christoph Hess aber auch ein Meister darin, weniger gelungene Ritte zu analysieren und die Ursachen für die Probleme darzustellen. Dabei wusste er diese Kritiken aber auch immer so zu formulieren, dass Reiter, Trainer und Pferdebesitzer damit leben und – was vielleicht noch wichtiger ist – daraus lernen konnten. Gleiches gilt für seine langjährige Tätigkeit als Richter bei nationalen und internationalen Veranstaltungen.

Schon früh erkannte und benannte er Fehlentwicklungen in der Dressur. Damit machte er sich nicht bei allen Beteiligten beliebter gemacht, trug aber dazu bei, dass die Dressur auch auf internationalem Niveau heute wieder deutlich mehr den Prinzipien der klassischen Reitausbildung näher kommt als noch vor einigen Jahren. Als Richter verfügt Hess dabei über eine besonders wichtige Gabe: Erkannte er im Nachhinein, dass er mit seiner Einschätzung oder Benotung am Richtertisch falsch gelegen hat, hat er keine Probleme, dies zuzugeben.

Christoph Hess war es immer wichtig, die Annäherung zwischen der klassischen Reitlehre und anderen Reitweisen zu fördern: Indem er den Anhängern und Vertretern die über Jahrhunderte entwickelten Prinzipien der klassischen Ausbildung von Pferd und Reiter erklärte, könnt er die Gräben zwischen klassischer Reiterei und anderen Reitweisen schließen.  (fn-press)