Berühmte Springreiter

(in alphabetischer Reihenfolge)

Christian Ahlmann

Christian Ahlmann und Cornado II

Schon mit 14 Jahren erritt sich Christian Ahlmann (geboren am 17. Dezember 1974) mit zehn Siegen in der schweren Klasse das Goldene Reitabzeichen und damit den roten Rock. Die Grundausbildung bekam er von Vater Georg, der mit Alwin Schockemöhle und Otto Schulte-Frohlinde nach der eigenen Reiterkarriere Traber züchtete, den Feinschliff bei Paul Schockemöhle. Dreimal war er Mannschafts-Europameister der Jungen Reiter (1990, 1991, 1992), 2003 gewann er Gold auf „Cöster“ bei der Europameisterschaft in Donaueschingen im Einzel und mit der Mannschaft, 2005 in San Patrignano wieder Gold mit der Mannschaft, Platz 4 im Einzel. 2007 gab es bei der Europameisterschaft in Mannheim Silber mit der Mannschaft, ebenso 2013 in Herning. 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen blieb mit der Mannschaft Bronze, genauso wie 2006 bei der Weltmeisterschaft in Aachen.2011 gewann Ahlmann auf „Taloubet Z“ das Weltcupfinale in Leipzig. Eine wahre Siegesserie lieferte Christian Ahlmann 2016: So gewann er u.a. den Großen Preis von Basel (CSI 5*) mit Codex One, den Großen Preis von Braunschweig (CSI 4*) mit Colorit, den Großen Preis von Neumünster (CSI 3*) mit Codex One sowie den Großen Preis von Treffen bei Villach (CSI 5*) mit Epleaser van´t Heike. Auf dem Siegertreppchen ganz oben stand Ahlmann auch im Großen Preis von Dinard (CSI 5*) mit Cornado II sowie im Weltcupspringen von Stuttgart (CSI 5*-W) mit Taloubet Z. Gekrönt wurde das Super-Ahlmann-Jahr bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 mit der Mannschafts-Bronze-Medaille mit Taloubet Z. Von Juli bis November 2016 führte Christian Ahlmann zudem die Weltrangliste an.


Otto Becker

Otto Becker
Foto: spring-reiter.de

Jahrelang galt er als einer der erfolgreichsten Springreiter Deutschlands: Seit 2009 ist Otto Becker, der Mannschafts-Olympiasieger von Sydney 2000, als Bundestrainer der Springreiter für seine ehemaligen Kollegen verantwortlich. Der gelernte Winzer nahm im Verlauf seiner Karriere insgesamt drei Mal an Olympischen Spielen teil, nach dem Erfolg in Sydney auch 2004 in Athen, wo er Team-Bronze gewann. 1992 in Barcelona belegte Otto Becker mit der Mannschaft den elften Platz. Die bedeutendsten Erfolge seiner reiterlichen Laufbahn feierte Becker (geboren am 3. Dezember 1958 in Großostheim) mit dem Schimmelhengst Dobel’s Cento. Mit ihm gewann er neben Olympia-Gold auch den Großen Preis in Aachen (2000) und 2002 das Weltcup-Finale der Springreiter in Leipzig. „Cento ist das beste Pferd, das ich je unter dem Sattel hatte“, betonte Otto Becker oft. Seine Karriere als Springreiter beendete er 2008 in Hannover mit einem Sieg im Großen Preis. 2016 holte Becker als Bundestrainer der Deutschen Springreiter bei den Olympischen Spielen in Rio die Mannschafts-Bronze-Medaille.


Ludger Beerbaum

Ludger BeerbaumEr ist ein Perfektionist und ein Stilist: Ludger Beerbaum ist der erfolgreichste aktive Springreiter der Welt. Die Liste der Erfolge ist dementsprechend lang: Vier Olympische Goldmedaillen (1988, 1992, 1996 und 2000), zwei Goldmedaillen, eine Silbermedaille und eine Bronzemedaille bei den Weltreiterspielen (1994, 1998, 1990 und 2006) sowie sechs Goldmedaillen bei den Europameisterschaften hat Beerbaum gewonnen. Und das ist nur ein Bruchteil einer unglaublichen Erfolgsbilanz. Dabei hatte die Karriere des am 26. August 1963 in Detmold geboren Reiters, der heute eine Reit- und Zuchtanlage in Riesenbeck betreibt, nicht besonders vielversprechend angefangen. Sein Vater hatte den Jungen mit acht Jahren zum Reitunterricht angemeldet, doch schon beim Zuschauen verging dem kleinen Ludger die Lust. Der raue Umgangston des Reitlehrers und die mächtigen Pferde schüchterten den zurückhaltenden Jungen ein. „Ich hatte schlichtweg Angst“ sagt der neunfache Deutsche Meister heute. Dass er dennoch zur Reiterei kam, verdankt er einem Freund, der ihn einfach mit in den Stall genommen hat. Der Grundstein einer einzigartigen Karriere war gelegt. Nach dem Erfolg der Mannschafts-Bronze-Medaille bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 erklärte der „Leitwolf“ seinen Rücktritt als Nationenpreisreiter.


Meredith Michaels Beerbaum

Foto: spring-reiter.de

Wie bei vielen Mädchen begann es bei Meredith (geboren am 26. Dezember 1969) mit Liebe zu Ponys, doch nur bei ihr führte der ehrgeizig gerittene Weg dazu, dass sie 2004 als erste Amazone zur Nummer Eins der Weltrangliste wurde. 1991 kam die Amerikanerin mit ihrem Hengst „Quick Star“ aus Florida zu Paul Schockemöhle nach Mühlen. 1998 heiratete sie Markus Beerbaum, Ludgers jüngeren Bruder, nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an und reihte unter der schwarz-rot-goldenen Fahne Sieg an Sieg: Viermal Deutsche Meisterin, 1999 (Hickstead) und 2005 (San Patrignano) Mannschaftsgold bei den Europameisterschaften, 2007 in Mannheim mit der Mannschaft Silber, aber auf „Shutterfly“ Gold im Einzel. Dreimal war sie bisher schon „Rider of the year“: 2004, 2005 und 2007. Dreimal gewann sie das Weltcupfinale: 2005, 2008, 2009, immer auf „Shutterfly“. Bei der WM in Aachen gewann sie 2006 sowohl mit der Mannschaft als auch im Einzel Bronze, 2010 in Lexington Mannschaftsgold. 2016 gewann Meredith Michaels Beerbaum bei den Olympischen Spielen in Rio mit der deutschen Mannschaft die Bronze-Medaille.

 


Daniel Deußer

Foto: spring-reiter.de

Er gehört derzeit zu den erfolgreichsten Reitern der Welt: Daniel Deusser, am 13. August 1981 in Wiesbaden geboren, stammt aus einer Reiterfamilie. Seine sportliche Karriere begann im Stall seines Onkels, des ehemaligen Hessischen Meisters Helge Deusser. Mit 15 Jahren gewann er erstmals ein Springen der Klasse S. Nach einer Lehre als Pferdewirt im Stall Herröder verdiente sich Deusser seine Sporen unter anderem bei Franke Sloothaak und Jan Tops. Etliche Große Preise hat er seitdem gewonnen. 2013 und 2014 wurde Deußer zudem Deutscher Meister und sicherte sich bei der Europameisterschaft in Dänemark die Silbermedaille mit der Mannschaft. Im April 2014 gewann Daniel Deusser, der seit 2012 bei den Stephex Stables in Belgien als Bereiter arbeitet, das Weltcupfinale. Auch im Jahr 2016 gewann Deusser zahlreiche Große Preise, wie zum Beispiel den Grand Prix in London. Im Dezember 2016 übernahm Deusser zudem die Führung der FEI Weltrangliste.

 


Hans-Dieter Dreher

Foto: spring-reiter.de

Er ist ein absoluter Publikumsliebling: „Hansi“ Drehers Aufstieg an die Spitze des Springsports und in den deutschen Championatskader ist beeindruckend. Der am 10. Februar 1972 in Rheinfelden geborene Dreher ist mit Pferden aufgewachsen, denn sein Vater betrieb einen Reitstall. So saß der Junior früh im Sattel und ritt mit sieben Jahren erste Reiterwettbewerbe. Später wurde er bei den Junioren zweimal Baden-Württembergischer Meister. Auch bei den Jungen Reitern holte sich Hans-Dieter Dreher zwei Landesmeister-Titel, denen 2005 der Erfolg bei den Senioren folgte. Seinen internationalen Durchbruch hatte Dreher 2011: Nachdem bereits mehrere Reiter mit dem Hengst „Magnus Romeo“ nicht richtig zusammenfinden konnten, überzeugte Beat Mändli als bisheriger Reiter den Pferdebesitzer Paul Bücheler, Hans-Dieter Dreher das Pferd zum Beritt zu überlassen. Ihren ersten großen gemeinsamen Erfolg hatten Dreher und „Magnus Romeo“, als sie 2011 in Italien den Großen Preis des CSI3* Pioltello gewannen. 2013 siegte Dreher im Weltcupspringen bei den Stuttgart German Masters. 2014 wurde Hans-Dieter Dreher mit Embassy und der Mannschaft Dritter im Weltcupspringen in Lyon, es folgte ein dritter Platz im Nationenpreis von Rom sowie ein zweiter Platz im Nationenpreis von Hickstead. 2015 kam der Sieg im Weltcupspringen mit Embassy in Leipzig dazu. 2016 stand Dreher u.a. beim Großen Preis der Schweiz in St. Gallen oben auf dem Treppchen.


Marcus Ehning

Marcus Ehning und Plot BlueDer Reiter aus Borken (geboren am 19. April 1974) ist einer der besten Stilisten und Meister der engen Wendungen. Als Pony-Reiter, Junior und Junger Reiter sammelte er schon Titel: sechsmal Mannschaftsgold allein bei Europameisterschaften. Im Jahr 2000 gewann er auf „For Pleasure“ in Sidney mit der Mannschaft Olympiagold, 2006 bei der Weltmeisterschaft in Aachen mit der Mannschaft Bronze, bei der WM 2010 in Lexington Mannschaftsgold. 1999 in Hickstead, 2003 in Donaueschingen und 2005 in San Patrignano errang Ehning im Team die Europameisterschaft, 2007 in Mannheim wurde es Platz 2 mit der Mannschaft. Aber es gibt auch genügend Einzeltitel: 2002 Deutscher Meister, dreimal Sieger im Weltcupfinale (2003 auf „Anka“, 2006 auf „Sandro Boy“ und 2010 auf „Noltes Küchengirl“ und „Plot Blue“), 2010 Sieger der Global Champions Tour – und 2008 Gewinner der Fair-Play-Trophäe der deutschen Sportjournalisten. Denn beim „Best of Champions“ in Aachen hatte Ehning am letzten Hindernis seinen sicheren Sieg verschenkt und war vorbeigeritten, weil sein „For Germany“ während des Pferdewechsels zuvor unter Jos Lansink und Rodrigo Pessoa die Zusammenarbeit verweigert hatte. Auf das möglich gewordene Stechen verzichte Ehning und wurde freiwillig nur Dritter. Pech hatte Ehning auch bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio. Nach einer Verletzung seines Pferdes Cornado NRW musste Ehning vorzeitig abreisen. Danach kehrten Glück und Erfolge zurück: Ehning gewann die Großen Preise in Madrid und Münster mit Pret a Tout, sowie das Nationenpreisfinale in Barcelona. In Wien und Paderborn gewann er mit Comme il faut und holte sich zudem das erste Mal den Titel Rider of the year der DKB-Riders Tour.


Kurt Hasse

Die Anforderungen des Olympischen Parcours 1936 in Berlin waren hoch: 20 Sprünge, mit zwei zweifachen und zwei dreifachen Kombinationen und einer Länge von 1050 Metern galt es vor den 120.000 Zuschauern zu überwinden. Doch keiner der 54 Reiter blieb ohne Fehler, 13 kamen nicht einmal ins Ziel. Bester und damit Olympiasieger im Einzel- und im Mannschaftsspringen wurde am Ende Kurt Hasse mit der Stute „Tora“. Beim Stechen im Finale konnte er den rumänischen Oberleutnant Rang auf „Delfis“, seinen einzigen Konkurrenten um die Goldmedaille, um mehr als 13 Sekunden hinter sich lassen. Hasse (geb. am 7. Feb. 1907 in Mainz, gestorben am 9. Januar 1944 in der Sowjetunion) kam aus einer bekannten Reiterfamilie und war ein Sohn des Generals Ernst Hasse. Sein älterer Bruder Ernst war ebenfalls erfolgreicher Springreiter, der unter anderem 1931 das Hamburger Spring-Derby gewinnen konnte.


Karsten Huck

Die große Leidenschat zum Reitsport packte Karsten Huck bereits im Alter von zehn Jahren. Sein Vater, Hans-Jürgen Huck, war ein aktiver und erfolgreicher Turnierreiter (Sieger im Großen Preis von Berlin 1951) und Reitlehrer. Huck, geboren am 13. November 1945 in Wohltorf (Schleswig-Holstein), hatte Talent und lernte schnell. Zwischen 1972 und 1988 wurde er siebenfacher Meister der Springreiter von Schleswig-Holstein und Hamburg. 1984 holte er sich den Titel Deutscher Meister der Springreiter. Der Diplom-Betriebswirt nahm im Sattel an rund 20 Nationenpreisen teil und gewann 1988 in Seoul die Olympische Bronzemedaille beim Einzelspringen. In den 80er Jahren war er auch als Bundestrainer der Junioren tätig. Heute trainiert der „Reitmeister“, dessen Schwester Melitta die Mutter vom Dressurreiter Matthias Alexander Rath ist, Nachwuchs-Springreiter und betreibt einen Ausbildungsstall in Borstel (Schleswig-Holstein).


Kurt Jarasinski

Sein Aufstieg war kometenhaft, der Fall tief: Der Springreiter Kurt Jarasinski (geboren am 6. November 1938 in Elpersbüttel) war ein international erfolgreicher deutscher Springreiter. Bereits 1960, als 22-Jähriger, gewann „Kulle“, wie Jarasinski genannt wurde, das Hamburger Springderby. Seinen größten Erfolg feierte er bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio mit dem Gewinn der Mannschafts-Goldmedaille. 1961 wurde er Bereiter beim Holsteiner Zuchtverband und damit Nachfolger von Fritz Thiedemann, der ihn für diesen Posten vorschlug und in den ersten Jahren einarbeitete. Auf Vermittlung von Thiedemann trainierte Jarasinski ab 1967 auch japanische Springreiter und bereitete diese auf die Olympischen Spiele 1968 und 1972 vor. Nach dem Rückzug seines Mentors Thiedemann stellte sich heraus, dass Jarasinski nicht alleine professionell arbeiten konnte. Er vernachlässigte seine Aufgaben und galt bald als Alkoholiker. 1971 wurde Kurt Jarasinski vom Holsteiner Verband entlassen. Durch Unterstützung guter Freunde, wie Alwin Schockemöhle, der ihn einige Zeit aufnahm und Teile seiner Schulden beglich, bekam „Kulle“ noch Möglichkeiten, sein Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Doch diese Versuche scheiterten. Jarasinski starb am 27. Oktober 2005.


Ulrich Kirchhoff

Früh übt sich: Ulrich Kirchhoff, saß schon mit drei Jahren das erste Mal im Sattel, mit fünf Jahren bekam er den ersten Reitunterricht und schon ein Jahr später ging es mit dem eigenen Pony aufs Turnier. Unmittelbar nach seinem Schulabschluss begann er eine Ausbildung zum Pferdewirt bei Alwin Schockemöhle. Kirchhoff, geboren am 9. August 1967 in Lohne, feierte seine größten Erfolge bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, als er mit „Jus de Pommes“ sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft Olympiasieger wurde. Im Jahr 2013 wechselte Kirchhoff seine Nationalität: Mit dem Milliardär und Reitsportmäzen Oleksandr Onischenko vereinbarte er, dass er zukünftig für die Ukraine an den Start gehen werde. Im Gegenzug stellt Onischenko Ulrich Kirchhoff Pferde zur Verfügung. Ende Mai 2013 bestritt er seinen ersten Nationenpreis für die Ukraine beim CSIO Rom.


Norbert Koof

Foto: Autogrammkarte

In den 80er und 90er Jahren feierte er beachtliche sportliche Erfolge: der Springreiter Norbert Koof, geboren am 13. September 1955, aus Willich bei Krefeld. Der Höhepunkt seiner Karriere war der Gewinn der Einzelweltmeisterschaft 1982 in Dublin auf dem großrahmigen Fuchswallach „Fire“. Mit damals 26 Jahren war Norbert Koof der jüngste Einzelweltmeister im Springreiten aller Zeiten. Ein Schicksalsschlag beendete allerdings die aktive Reiterkarriere: Bei einem Sturz von einem Pferd in der eigenen Halle im Februar 1994 fiel Koof unglücklich auf die Stangen, stauchte sich einen Rückenwirbel und ist seitdem querschnittsgelähmt. Koof, der heute auf einen Rollstuhl angewiesen ist, orientierte sich beruflich um und baute seine Reitanlage für Reiter und Pferde aus. Auf seinem Hof züchtet, trainiert und verkauft er vor allem Nachwuchspferde.


 

Marco Kutscher

Foto: spring-reiter.de

Entdeckt wurde er vom mehrfachen Olympiasieger Ludger Beerbaum: Marco Kutscher enttäuschte seinen Förderer nicht. Beerbaum holte Kutscher 1999 als Einreiter junger Pferde in seinen Stall nach Riesenbeck. Der am 2. Mai 1975 im niedersächsischen Norden geborene Kutscher startete schnell durch. 2003 konnte er als ersten großen Erfolg die deutsche Meisterschaft in Gera gewinnen. Schon 2004 erritt sich Kutscher die Olympia Bronze-Medaille mit der Mannschaft und im Einzelspringen. Im Jahr 2005 gewann er auch die Europameisterschaften im Einzelspringen sowie mit der Mannschaft. Und es ging weiter auf der Erfolgsspur mit mehreren gewonnenen Weltcup-Springen und Nationenpreisen. 2011 kam bei den Europameisterschaften noch die Mannschafts-Goldmedaille hinzu. 2014 kündigte Marco Kutscher im Stall Beerbaum, um sich mit seiner Lebensgefährtin, der Springreiterin Eva Bitter, selbstständig zu machen. 2015 siegt Marco Kutscher u.a. mit Van Gogh im GP bei den Longines Masters in Los Angeles und 2016 bei den Longines Masters in Hong Kong.


Carl-Friedrich Freiherr von Langen

Er gewann die ersten deutschen olympischen Gold-Medaillen zu Pferde: Der vielseitig begabte Carl-Friedrich Freiherr von Langen ritt nicht nur im Dressur- sondern auch im Spring-Sattel von Erfolg zu Erfolg. Der Rittmeister und Gutsbesitzer (geb. am 25. Juli 1887 in Klein-Belitz nahe Rostock) und sein Pferd „Draufgänger“ sicherten sich 1928 in Amsterdam gleich zwei olympische Goldmedaillen in der Dressur (Einzel und Mannschaft). Im Springen patzten der zweimalige Gewinner des Hamburger Spring-Derbys (1927 und 1928) und sein Pferd „Falkner“ und kamen mit acht Fehlern auf den 28 Platz. Seine reiterlichen Erfahrungen schrieb von Langen, der nach schweren Verletzungen im Ersten Weltkrieg zeitweise kaum laufen konnte, 1931 in einem bis heute aktuellen Lehrbuch zum Springsport „Reiten über Hindernisse“ (Olms Verlag) nieder. Am 2. August 1934 starb von Langen bei einem Vielseitigkeits-Turnier im brandenburgischen Döberitz.


Fritz Ligges

Fritz LiggesAls bester Reiter verhalf er dem deutschen Team zu Olympia-Mannschaftsgold 1972 in München: Fritz Ligges, wegen seines Humors als „lachender Reiter“ bekannt, erritt sich auf nationalem und internationalem Parkett etliche Siege und Platzierungen. 1984 kam bei den Olympischen Spielen in Los Angeles Mannschaftsbronze hinzu. Dabei hatte Fritz Ligges, geboren am 29. Juli 1938 in Asseln (NRW), seine Karriere zuerst in der Militaryreiterei gestartet. So gewann er bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio Einzel- und Mannschaftsbronze bevor er 1965 zum Springsport wechselte. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn 1986 fungierte Fritz Ligges als Bundestrainer und Equipechef der Springreiterjugend. Für seine Schüler war er Lehrer und Freund in einer Person – was den Gewinn von zwölf Gold-, 13 Silber- und neun Bronzemedaillen unter seiner Ägide erklärt. Fritz Ligges, der sich auch als Züchter einen Namen machte, starb am 21. Mai 1996.


Peter Luther

Er stammt aus einer großen Reiter- und Züchterfamilie: Peter Luthers Vater züchtete Holsteiner, sein Großvater Hermann Junge genoss einen guten Ruf als Hengstaufzüchter. Der am 2. Januar 1939 in Aversleht geborene Springreiter feierte seine größten Erfolge mit dem Gewinn des Hamburger Springderbys im Jahr 1980 und einer Bronzemedaille mit der Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles, jeweils mit dem Pferd „Livius“. 1982 in Dublin gewann Luther zusammen mit Paul Schockemöhle, Norbert Koof und Gerd Wiltfang Silber im Mannschaftswettbewerb der Weltmeisterschaft. Bei Europameisterschaften holte Peter Luther insgesamt drei Medaillen mit der Mannschaft: Gold 1981 in München, Silber 1979 in Rotterdam und Bronze 1985 in Dinard. Heute betreibt Luther mit seinem Sohn Thies einen Ausbildungsstall in Wittmold (Plön).


Herbert Meyer

Foto: FN

Er zählt zu den erfolgreichsten Bundestrainern aller Sportarten in Deutschland: Herbert Meyer, ehemaliger Springreiter und langjähriger Bundestrainer der deutschen Spitzenreiter. Kein anderer Nationaltrainer weist neben einer so langen Dienstzeit so viele bedeutende Siege seiner Mannschaften auf. Meyer, der selbst etliche Nationenpreise im Sattel bestritt, wurde 1986 Bundestrainer als Nachfolger des verunglückten Herrmann Schridde. Mit Ausnahme der EM von St. Gallen 1995 gewannen Meyers Reiter seit 1994 alle Mannschaftstitel der internationalen Championate. Unter seiner Regie wurden fünf olympische Goldmedaillen, drei Titel bei Weltmeisterschaften und drei bei Europameisterschaften gewonnen. 1989 wurde Meyer, der im Februar 2014 seinen 75. Geburtstag feierte, der Titel „Reitmeister“ verliehen. Nach den Olympischen Spielen gab Meyer Ende 2000 sein Amt als Leitender Bundestrainer an Kurt Gravemeier ab.


Janne-Friederike Meyer

Foto: spring-reiter.de

Sie gehört zu den besten deutschen Springreiterinnen: Janne-Friederike Meyer ist beim Publikum nicht nur wegen ihrer sympathischen Ausstrahlung, sondern auch wegen ihres enormen Kampfgeistes ausgesprochen beliebt. So ist sie u.a. 4-fache Deutsche Meisterin, Mannschafts-Europameisterin und Mannschafts-Weltmeisterin. 2015 holte sie sich zudem den Titel „Rider of the Year“ der DKB-Riders Tour. Die am 12. Januar 1981 in Hamburg geborene Meyer reitet seit ihrer frühen Kindheit. Im Alter von sechs Jahren bekam sie ihr erstes eigenes Pony, genannt „Mücke“. In den Jahren 1993-1999 gewann sie bei Landesmeisterschaften im Pony-/Juniorenbereich mehrere Medaillen und Titel. Mit zwölf Jahren ritt Janne ihre erste Deutsche Meisterschaft. 2006 holte sie sich den Titel Deutsche Meisterin der Springreiterinnen. Bei der Riders Tour 2008 belegte sie den zweiten Rang. Es folgte Mannschaftsgold bei der Weltmeisterschaft 2010 in Lexington. 2011 wurde sie mit ihrem ständigen Partner „Cellagon Lambrasco“ Mannschaftseuropameisterin in Madrid und gewann den Großen Preis von Aachen. 2015 siegte die Top-Amazone mit Goja im Nationenpreis im polnischen Sopot. 2016 siegte sie mit der Mannschaft beim Nationenpreis in Hickstead sowie im Natioenpreis-Finale in Barcelona. Janne Meyer und ihr Ehemann Christoph Zimmermann betreiben einen Handels- und Ausbildungsstall in Pinneberg.


Carsten Otto Nagel

Foto: spring-reiter.de

Er war „Rider of the year 2013“: Carsten Otto Nagel ist seit Jahren eine feste und verlässliche Größe im deutschen Springsport. Die sportliche Laufbahn des Derbysiegers von 1999 und 2010 hat familiäre Wurzeln. Carsten-Otto Nagel, geboren am 23. September in Marne, stammt aus einer der Pferdezucht und dem Sport verbundenen Familie. Schon als Zwölfjähriger ritt er sein erstes S-Springen und gewann gegen den legendären Hartwig Steenken. Zu seinen größten Erfolgen zählt der Mannschafts-Titel bei den Europameisterschaften in Hickstead 1999. Es folgte die Mannschafts-Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften in Lexington 2010 auf seinem Erfolgspferd „Corradina“. Mit der Schimmelstute gewann Nagel bei den Europameisterschaften 2011 auch die Gold-Medaille der Mannschaft und die Silber Medaille im Einzelspringen.


 

Lars Nieberg

Foto: Großer Preis von Sachsen

Seine Erfolgsbilanz ist beeindruckend: Der aktive Springreiter Lars Nieberg gewann in seiner Reiterkarriere bisher zwei olympische Mannschaftsgoldmedaillen (1996 in Atlanta und 2000 in Sydney), eine Goldmedaille für die gewonnene Weltmeisterschaft mit der Mannschaft 1998 in Rom und eine goldene Medaille bei der Europameisterschaft 1997 in Mannheim, ebenfalls mit der Mannschaft. Nieberg, der am 24.07.1963 in Wittingen geboren wurde, fing mit zehn Jahren auf dem elterlichen Reiterhof mit dem Reiten an. 1980 begann er eine Bereiterlehre bei dem damaligen Bundestrainer der Springreiter, Herbert Meyer. Danach ging er ein Jahr zu Paul Schockemöhle nach Mühlen, bevor er als Bereiter nach Hamburg zu Achaz von Buchwaldt gerufen wurde. Später zog es Nieberg auf das Gestüt Wäldershausen, wo er ab 1994 auch als Gestütsleiter agierte. Anfang 2013 übernahm Nieberg die Nachfolge von Kurt Gravemeier als Leiter von Gut Berl. Auf der Anlage von Hendrik Snoek betreut er Zucht, Aufzucht und Ausbildung der jungen Pferde, daneben trainiert er die Reiter des Gutes.


Irmgard von Opel

Sie drang erfolgreich in eine Männerdomäne ein: Irmgard von Opel bewies, dass auch Frauen es im Springsport weit bringen können: Als erste Frau überhaupt gewann die Enkelin des Industriellen und Gründers der Opel AG, Adam Opel, 1934 auf ihrem Trakehner Schimmelhengst „Nanuk“ das Hamburger Spring-Derby. Von Opel (geboren am 8. April 1907 in Rüsselsheim, gestorben am 20. Mai 1986 in Ingelheim) war in den 1930er Jahren die damals wohl beste Reiterin der Welt im Military- und Springsattel und siegte in vielen Prüfungen im In- und Ausland.


Alwin Schockemöhle

Foto: alwin-schockemoehle.net

Er war einer der erfolgreichsten Springreiter der 1960er und 1970er Jahre: Alwin Schockemöhle (geboren am 29. Mai 1937 in Meppen) ritt von Erfolg zu Erfolg. Der große Bruder von Paul Schockemöhle gewann zwei goldene Olympiamedaillen (1960 Mannschaft, 1976 Einzel), wurde Europameister (1975), viermal Deutscher Meister (1961, 1963, 1967 und 1975), entschied dreimal den Großen Preis von Aachen (1962, 1968, 19969) und dreimal das Hamburger Spring-Derby (1957, 1969, 1971) für sich. Seine Karriere als aktiver Reiter musste Alwin Schockemöhle jedoch 1977 wegen anhaltender Rückenprobleme beenden. Er arbeitete nun als Trainer und Ausbilder. So entdeckte und förderte Schockemöhle u. a. Gerd Wiltfang, Franke Sloothaak, Thomas Frühmann und Ulrich Kirchhoff. Später sattelte der Pferdemann um. Er wurde zu einem der erfolgreichsten Traberzüchter Europas. Seine Pferde gewannen die wertvollsten Prüfungen und zählen zu den erfolgreichsten Vererbern.


Paul Schockemöhle

Foto: spring-reiter.de

Er ist einer der ganz Großen im internationalen Pferde-Business: Paul Schockemöhle zählt mehr als 20 Jahre nach dem Ende seiner aktiven Karriere als Springreiter noch immer zu den wichtigsten Persönlichkeiten des deutschen Reitsports. Der am 22. März 1945 im niedersächsischen Steinfeld geborene Multi-Unternehmer hat die Zügel auch heute noch fest in der Hand: als Trainer, Turnier-Veranstalter, Pferdehändler, Vermarkter und erfolgreicher Züchter. Der dreifache Europameister der Springreiter, der 20 Jahre lang dem deutschen Championats-Kader angehörte und 12 Jahre lang ununterbrochen unter den Top-Ten der Weltrangliste zu finden war, hat außer einer olympischen Goldmedaille fast alles gewonnen, was man gewinnen kann. So wurde er alleine mit seinem Erfolgspferd „Deister“ fünfmal Deutscher Meister. Heute führt er mit dem Gestüt Lewitz eines der größten Zentren der Pferdezucht. 2010 kaufte Schockemöhle den unter Edward Gal erfolgreichen Hengst „Totilas“ zu einem geschätzten Preis von 10 bis 15 Millionen Euro.


Hermann Schridde

Foto: hermannschridde-stiftung.de

„Er war eine Art Beckenbauer des Pferdesports. Wie der Fußball-Kaiser galt er in seiner aktiven Zeit als eleganter Techniker …“, formulierte es der Spiegel zum Tod von Hermann Schridde am 18 Mai 1985. Dass Schridde, wie Kollege Alwin Schockemöhle neidlos eingestand, „einer der stilistisch besten Reiter der Welt“ war, verdankte der Bauernsohn ( geboren am 3. Juli 1937 in Celle) seiner Ausbildung: Er lernte nicht nur das Springen, sondern auch die Dressur bis zur Klasse S. Dies befähigte ihn zu einem ungewöhnlich sicheren Gefühl für Tempo und Distanz zwischen den Hindernissen. Die Erfolgsbilanz des Hermann Schridde war beachtlich: 1960 wurde er als 22-Jähriger Deutscher Meister, 1964 siegte er im Hamburger Spring-Derby und im gleichen Jahr war er bester deutscher Reiter bei den Olympischen Spielen in Tokio, gewann Silber in der Einzelwertung und Gold in der Mannschaft. 1980 wurde er zum Bundestrainer der Springreiter berufen. 1985 kam Schridde beim Absturz mit einem Sportflugzeug bei Winsen/Aller ums Leben.

 


Franke Sloothaak

Foto: Holsteiner Verband

Er gewann Olympische Medaillen und Weltmeisterschaften und bis heute ist der gebürtige Niederländer Franke Sloothaak ein absoluter Publikumsliebling. Seine reiterliche Karriere begann Sloothaak, geboren am 2. Februar 1958 in Heerenveen, auf Ponys. Mit 14 Jahren gewann er mit der niederländischen Equipe bei den Junioren-Europameisterschaften in Irland die Silbermedaille. Vier Jahre später ging Sloothaak bei Alwin Schockemöhle, dem deutschen Olympiasieger von 1976, in die Lehre und wurde deutscher Staatsbürger. 1983 wechselte Franke Sloothaak zum Stall von Paul Schockemöhle. Im Jahr darauf nahm er an den Olympischen Spielen in Los Angeles teil und gewann auf seinem Pferd „Farmer“ mit der deutschen Equipe die Bronzemedaille. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul ritt Sloothaak auf „Walzerkönig“ mit der deutschen Mannschaft zu Gold. Der gleiche Erfolg gelang ihm acht Jahre später in Atlanta, wo er mit „Joli Coeur“ an den Start ging. Seine größten Erfolge waren wohl die Siege bei den Weltreiterspielen 1994 in Den Haag. Sowohl in der Einzelwertung als auch mit der Mannschaft gewann er mit „Weihaiwej“ den Weltmeistertitel. Vier Jahre später wiederholte er den Mannschaftstriumph in Rom.


Hendrik Snoek

Bis Ende der 80er Jahre gehörte er zu den besten deutschen Springreitern: Hendrik Snoek gewann 1968 im Alter von nur 20 Jahren auf seinem Pferd „Dorina“ den Großen Preis beim CHIO in Aachen. 1972 holte Snoek, geboren am 2. April 1948 in Münster, den Titel beim Hickstead Derby auf „Shirokko“, bevor er 1975 in München auf „Rasputin“ Europameister im Teamwettbewerb wurde. Sein schwerstes Hindernis überwand Snoek allerdings nicht im Parcours: Am 3. November 1976 wurde Snoek von zwei Kidnappern aus seiner Wohnung in Münster entführt, die von seinen Eltern ein Lösegeld von fünf Millionen D-Mark forderten. Nach der Geldübergabe versteckten die Entführer den Sohn einer Unternehmerfamilie in einem Hohlraum eines Brückenpfeilers der Ambachtalbrücke bei Herborn. Am 5. November entdeckte ein Mitarbeiter der Stadt auf einer Routinefahrt zufällig Papierzettel, die Snoek aus einer Öffnung warf. Die daraufhin alarmierte Polizei fand das Opfer mit einer Kette um den Hals gefesselt und befreite ihn. Heute betreibt Snoek vor den Toren von Münster die Reitanlage Gut Berl.


Sönke Sönksen

Söhnke Sönksen beim NachwuchstrainingEr ist ein Pferdemann von Kopf bis Fuß: Sönke Sönksen, ehemaliger deutscher Springreiter und Equipechef, ist auch mit Mitte siebzig noch fast jedes Wochenende als Trainer und Richter für den deutschen Springreiter-Nachwuchs unterwegs. Sönksen, der in seiner aktiven Reiterkarriere selbst 25 Nationenpreise geritten ist und der bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal mit der Mannschaft die Silbermedaille gewann, sichtet und trainiert jedes Jahr rund 400 junge Reiter, von denen die Besten nach Warendorf zum Trainingslehrgang eingeladen werden. „Es gibt im deutschen Springsport keinen Nachwuchsreiter, den ich nicht beurteilt habe“, sagt Sönksen, der am 2. März 1938 im Meldorf (Dithmarschen) geboren wurde. Die, die es geschafft haben, begleitet Sönksen als Equipechef auf internationale Turniere, wo sich die Reiter für Deutschland im Nationenpreis beweisen müssen. „Ich kenne alle Turnierplätze Europas und kann so im Vorfeld schon Ratschläge geben, welche Reiter und Pferde dort hinpassen und Chancen haben“, erklärt Sönksen.

 


Hartwig Steenken

Es war eine kometenhafte und tollkühne Karriere, die ihn direkt an die Weltspitze der Springreiter katapultierte: Hartwig Steenken war ein „Wilder“ und besessen vom Erfolg. Er ritt mit kaputten Sehnen und Bändern, mit Nägeln, Platten und Schrauben in den Knochen nach vielen Stürzen. Oft konnte er kaum gehen, aber er ritt. Sein Lieblingsspruch: „Lieber tot als Zweiter.“ So ritt er, so lebte er. Seine größten Erfolge feierte Steenken (geboren am 23. Juli in Twistringen in Niedersachsen) zusammen mit der Stute „Simona“, mit der er u. a. 1972 bei den Olympischen Spielen die Mannschaftsgoldmedaille gewann und mit der er 1974 in Hickstead Weltmeister wurde. Der Europameister im Einzel- (1971) und im Mannschaftsspringen (1975) kam durch Glück an die Stute. Sie hatte zuvor dem späteren Bundestrainer Herbert Meyer gehört, der das Tier an Alwin Schockemöhle verkauft hatte. Doch Schockemöhle gab „Simona“ zurück, weil ein Tierarzt Herzprobleme attestierte. Glück für Steenken, der später auch einen dunkelbraunen Hannoveraner Wallach als Springpferd ausbildete, der nach seinem Tod unter Paul Schockemöhle als „Deister“ eines der erfolgreichsten Springpferde der Welt wurde. Steenken verstarb am 10. Januar 1978, nachdem er seit einem Autounfall im Juli 1977 im Koma gelegen hatte.


Fritz Thiedemann

Er schaffte als Einziger das fast Unmögliche: Der Landwirt und Unternehmer Fritz Thiedemann (geb. am 3. März 1918 in Weddinghusen bei Heide, gestorben am 8. Januar 2000) gewann 1952 in Helsinki nach der Mannschafts-Bronze Medaille in der Dressur auch die Bronze Medaille im Springen. Olympische Medaillen zeitgleich in zwei Disziplinen, das hat außer Thiedemann kein Reiter der Welt erreicht. Vier Jahre später, bei den Reiterspielen 1956 in Stockholm, gewann der Sohn einer Bauernfamilie auch die Goldmedaille mit der deutschen Mannschaft im Springreiten. Diesen Erfolg konnte Thiedemann bei den Spielen in Rom 1960 wiederholen. Zuvor hatte er 1958 auch die Europameisterschaft in Aachen für sich entscheiden können. Fritz Thiedemann, der seine Ausbildung in der Kavallerieschule Hannover und später in der Heeres-Reitschule in Potsdam-Krampnitz absolvierte, siegte zudem fünf Mal beim Hamburger Spring-Derby.


André Thieme

Foto: spring-reiter.de

Gleich dreimal hat er das schwerste Springen der Welt, das Hamburger Derby, gewonnen: André Thieme und „Nacorde“ gehen 2007, 2008 und 2011 als Sieger vom Platz und lehren die Konkurrenz spätestens von da an das Fürchten. Der Sohn des Obersattelmeisters und Dressurtrainers Michael Thieme vom Landgestüt Redefin hat sein Handwerk von der Pike an gelernt. Im Alter von 19 Jahren wurde ihm das Goldene Reitabzeichen für zehn Siege in schweren Dressurprüfungen verliehen. Danach durfte er sich endlich der Springreiterei widmen und erreichte auch hier das Goldene Reitabzeichen. Für Aufsehen sorgte Thieme auch im März 2014: Er gewann mit „Contanga“ den Großen Preis von Ocala (Florida), der erstmals mit einer Million US-$ dotiert war. Nach mehreren Nationenpreis-Einsätzen wurde der Mecklenburger im August 2014 erstmals in den Championatskader (A-Kader) aufgenommen. 2015 gewann Thieme im polnischen Sopot mit der Mannschaft den Nationenpreis und wurde Zweiter beim Hamburger Derby. 2016 beendete er das schwerste Springen der Welt auf Platz drei und wurde Zweiter bei der DKB-Riders Tour.


Gerd Wiltfang

Seine Karriere war außergewöhnlich, sein Leben kurz: Gerd Wiltfang, Mannschafts-Olympiasieger 1972 in München und Weltmeister 1978, gehörte zwei Jahrzehnte lang zur absoluten Weltspitze der Springreiter. Der gelernte Bäcker aus Niedersachsen (geboren am 27. April 1946) ritt 53 Mal im Nationenpreis für Deutschland, gewann bei Europameisterschaften zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze in der Einzel- und in der Mannschaftswertung. Alwin Schockemöhle, selbst erfolgreicher Reiter und Wiltfangs Ausbilder, hielt seinen Schüler für ein „Naturtalent“ und den „besten deutschen Jockey“. Der Sohn eines Bauern selbst sagte über sich: „Ich glaube, ich gebe meinen Pferden unheimlich viel Vertrauen und Sicherheit.“ Wiltfang galt auch als guter Ausbilder, der einen Blick für talentierte Pferde besaß und sie erfolgreich an die Weltspitze heranführte. 1997 erlag Wiltfang mit nur 51 Jahren einem Herzversagen.


Hans Günter Winkler

Er ist eine lebende Legende, ein Mythos und der erfolgreichste Springreiter aller Zeiten: Hans Günter Winklers brachte es im Sattel auf 5 Goldmedaillen (1956 Einzel und Mannschaftsgold, 3 mal Mannschaftsgold 1960, 1964 und 1972), er kämpfte sich im Parcours zum zweifachen Weltmeister (1955 und 1956) und zum Europameister (1957). Sein Siegesritt bei den Olympischen Spielen 1956 in Stockholm ist legendär: Der am 24. Juli 1926 in Barmen (Wuppertal) geborene Sohn eines Reitlehrers hatte sich im ersten Umlauf am letzten Hindernis einen Muskelriss in der Leiste zugezogen. Obwohl Winkler aufgrund der Verletzung kaum reiten, geschweige denn auf seine Stute „Halla“ einwirken konnte und unter starken Schmerzen bei jedem Sprung laut aufschrie, blieben er und seine „Wunderstute“ ohne Fehler. Sie gewannen die Goldmedaille im Einzel und in der Mannschaft. Bis heute setzt sich HGW intensiv für die Nachwuchsförderung ein.


Holger Wulschner

Foto: spring-reiter.de

Er war Rider of the year, der Gewinner der DKB-Riders-Tour 2014: Holger Wulschner begann seine Ausbildung zum Springreiter in Brandenburg, wo er zur Welt kam und die ersten Gehversuche im Reitsport unternahm. Seit den 90er Jahren liefert Wulschner auch international Schlagzeilen, zählte zu etlichen Nationenpreis-Mannschaften und gewann im Jahr 2000 das Deutsche Springderby in Hamburg. Zu seinen größten Erfolgen zählen zudem Siege in den Großen Preisen von Hickstead, Linz, Rotterdam und Nörten-Hardenberg. 2003 machte sich Wulschner in Groß Viegeln vor den Toren Rostocks selbstständig. Auf der Anlage, auf der er u.a. den Großen Wall des Hamburger Springderbys nachgebaut hat, finden seit 2013 die DKB-Pferdewochen Rostock statt. Im Jahr 2015 siegte der Kämpfer Wulschner mit der Mannschaft im Nationenpreis von Sopot. In Leszno gewann er im Welt-Cup-Springen. 2016 konnte Wulschner u.a. den Großen Preis von Mechelen CSI5* für sich entscheiden und wurde dort auch Dritter im Welt-Cup-Springen.


… to be continued …

(Diese Liste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit )