Die verschiedenen Springprüfungen

Fehler/Zeit Springprüfungen:

In diesen Springprüfungen erfolgt die Platzierung nach Fehlerpunkten. Bei gleicher Fehlerpunktanzahl ist die benötigte Zeit ausschlaggebend. Die niedrigere Zeit wird höher platziert.

Fehler/Zeit Springprüfungen mit Stechen:

Die besten Reiter der ersten Runde ermitteln ihren Sieger in einem anschließenden Stechen nach Fehler/Zeit. Sind im Stechen Fehlerpunktanzahl und benötigte Zeit bei mehreren Reitern gleich werden diese auf dem gleichen Rang platziert.

Springprüfung mit Siegerrunde:

Ähnlich wie beim Stechen: Doch bei dieser Prüfungsform können auch Teilnehmer mit geringen Strafpunkten in die Siegerrunde kommen (z.B. alle zu platzierenden Teilnehmer).

Zeitspringprüfung:

Bei einer Zeitspringprüfung geht es um Sekunden. Abwürfe und Verweigerungen werden in Zeitstrafpunkte umgerechnet. So ist es am Ende möglich, dass schnelle Reiter mit Abwürfen vor langsamen Reitern ohne Abwürfe rangieren.

Stilspringen (mit Standardanforderungen):

In einem Stilspringen werden die Leistungen von Pferd und Reiter in einer Wertnote ausgedrückt. Abwürfe, Zeitfehler oder Verweigerungen werden als Strafpunkte von der Wertnote abgezogen. In einem Stilspringen mit Stechen reiten die zu platzierenden Teilnehmer erneut den gleichen oder einen verkürzten Parcours. Bei Stilspringprüfung mitStandardanforderungen sollen vor allem Jugendliche, die am Beginn einer Karriere im Leistungssport stehen, zu stilistisch gutem Reiten motiviert werden. Der Parcours aus dem Aufgabenheft Reiten enthält zum Beispiel vorgeschriebene Distanzen sowie Trabaufgaben und bestimmte Hufschlagfiguren, die zeigen sollen, ob ein Pferd korrekt an den Hilfen steht und durchlässig ist.

Barrierenspringen:

In dieser Prüfung sind entweder einmal sechs, zweimal drei oder einmal zwei und einmal vier Hindernisse in gerader Linie und in etwa 11 Metern Abstand voneinander aufgebaut. Die Hindernisse im ersten Umlauf können mit ansteigenden Höhen gebaut werden, z.B. 1,10m, 1,20m, 1,30m, 1,40m, 1,50m, 1,60, oder die ersten zwei Hindernisse 1,20m, die nächsten zwei Hindernisse 1,30 m etc. Bei strafpunktfreien Ritten werden die Barrieren immer weiter erhöht. Ab dem zweiten Stechen kann die Anzahl der Hindernisse bis auf drei reduziert werden. Gewonnen hat das Pferd-Reiter-Paar, welches zuletzt den Parcours und das höchste Hindernis fehlerfrei überwindet.

FN-Hunterprüfung:

Eine Prüfung für Wiedereinsteiger und die Altersgruppe 22+. Ähnlich wie bei einer Stilspringprüfung werden in der Hunterprüfung Sitz und Einwirkung des Reiters, die Springmanier des Pferdes sowie der Gesamteindruck bewertet. Die Wertung wird in einer Punktzahl zwischen 0 und 100 ausgedrückt. Für Fehler bzw. Ungehorsam werden auch hier je 5 Strafpunkte abgezogen.

Glücksspringen:

Für ein Glücksspringen wird eine Zeit zwischen 60 und 90 Sekunden vorgegeben (in der Halle 45 Sekunden). In dieser Zeit muss der Teilnehmer die Hindernisse (der Parcours darf keine Kombination enthalten) möglichst oft überwinden. Für jedes fehlerfrei überwundene Hindernis gibt es zwei Punkte, bei einem Fehler gibt es nur einen Punkt. Ein Ungehorsam wird durch die Zeit bestraft. Ist die festgelegte Zeit erreicht wird abgeläutet und der Teilnehmer muss noch das nächste Hindernis springen. Für dieses Hindernis werden keine Punkte berechnet. Die Zeit wird bis zum Augenblick gemessen, in dem die Vorderhufe des Pferdes bei der Landung den Boden berühren. Sieger ist der Reiter mit der höchsten Punktzahl und der schnellsten Zeit.

Gruppen-Springprüfung:

Die Gruppen-Springprüfung wird nach einer Fehler/Zeit-Wertung geritten. Alle Reiter werden in gleichgroße Gruppen eingeteilt. Es starten erst alle Teilnehmer der ersten Gruppe, dann alle Teilnehmer der zweiten Gruppe etc. Der jeweils beste Reiter jeder Gruppe qualifiziert sich für eine Siegerrunde, in der alle Teilnehmer wieder mit 0 Strafpunkten beginnen.

Jagd um Punkte KL M** und S:

In dieser Prüfung werden die Hindernisse nach Schwierigkeitsgrad mit Punkten (von 10 bis 100 bzw. 200 für den Joker) sichtbar ausgezeichnet. Innerhalb einer festgesetzten Zeit können alle Hindernisse in beliebiger Reihenfolge und Richtung beliebig oft gesprungen werden. Dabei wird jedes Hindernis maximal zweimal gewertet. Für Abwürfe gibt es keine Punkte, ein Abwurf des Jokers kostet den Reiter allerdings den Abzug von 200 Punkten. Ist die erlaubte Zeit während eines Sprunges erreicht, zählen die Punkte dieses Sprunges nur, wenn die Hinterhufe des Pferdes den Boden bereits verlassen haben. Bei Ungehorsam muss der Reiter dasselbe Hindernis nicht erneut anreiten, Wiederaufbau erfolgt nicht. Sieger ist der Reiter mit höchster Punktzahl. Bei Punktegleichheit entscheidet die Zeit.

Punktespringprüfung:

Bei der Punktespringprüfung gilt das Verfahren wie in einer Fehler/Zeit Springprüfung. Die Prüfung wird über einen Parcours mit entweder 6, 8 oder 10 Hindernissen mit steigendem Schwierigkeitsgrad geritten. Für das Überwinden des ersten Sprungs gibt es einen Punkt, für den zweiten Sprung zwei Punkte, für den dritten Sprung drei Punkte und so weiter. Bei einem Fehler werden für den jeweiligen Sprung keine Punkte vergeben. Als Alternative zum letzten Hindernis kann es einen leicht gebauten und höheren Joker geben, der doppelte Punktzahl bringt. Unterläuft Pferd und Reiter am schwierigeren Joker allerdings ein Fehler, werden diese Punkte vom bisherigen Ergebnis abgezogen. Die Platzierung erfolgt nach Punkten. Bei Punktgleichheit ist die gebrauchte Zeit ausschlaggebend.

Mannschafts-Springprüfung:

Die Mannschafts-Springprüfung funktioniert wie eine Fehler/Zeit Prüfung mit einem oder zwei Umläufen und evtl. einem Stechen. Jede Mannschaft besteht aus drei oder vier Teilnehmern, von denen jeder ein Pferd reiten darf. Die Platzierung erfolgt auf Grundlage der drei besten Teilnehmer einer Mannschaft. Die Strafpunkte und die benötigte Zeit werden zusammenaddiert. Wird die Prüfung mit zwei Umläufen geritten, werden beide Umläufe getrennt bewertet.

Mächtigkeitsspringen KL S*:

Welches Pferd springt am höchsten? Der Parcours besteht im ersten Umlauf aus vier bis sechs Hindernissen. Die Höhe kann bis 1,80 m betragen. Im ersten und zweiten Stechen können die Hindernisse um bis zu 20 cm erhöht und/oder erweitert werden. Ab dem zweiten Stechen besteht der Parcours „nur“ noch aus zwei jeweils erhöhten und erweiterten Hindernissen, von denen das eine ein Steilsprung und das andere ein Hoch-Weit-Sprung sein muss. (siehe auch Rekorde)

Springprüfung mit Idealzeit:

Gewertet wird bei einer Springprüfung nach Fehler/Zeit. Es wird allerdings eine Idealzeit festgelegt. Ist der Reiter mehr als 2 Sekunden von der Idealzeit entfernt, gibt es für jede weitere angefangene Sekunde 0,25 Strafpunkte. Bei Strafpunktgleichheit gewinnt das Pferd-Reiter-Paar, dessen Zeit am nächsten an der Idealzeit liegt.

Stafettenspringen:

Stafetten Springprüfungen werden in Gruppen bestehend aus zwei bis drei Reitern bestritten. Die Wertung erfolgt wie in einer Zeitspringprüfung. Dabei wird die Zeit vom Durchreiten der Startlinie durch den ersten Reiter bis zum Durchreiten der Ziellinie durch den letzten Reiter der Gruppe gemessen. Als Staffelstab dient die Gerte, die jeweils nach dem Überwinden des letzten Hindernisses dem nächsten Reiter übergeben wird. Lässt ein Reiter während seines Parcours oder bei der Übergabe die Gerte fallen, muss er absitzen, die Gerte aufheben, aufsitzen und kann erst dann weiter reiten oder die Gerte übergeben. Der Ausschluss eines Reiters durch Sturz oder dreimaligen Ungehorsam führt zum Ausschluss der gesamten Gruppe.

Wahl-Springprüfung:

Bei der Wahl-Springprüfung, gewertet wird wie bei einer Zeitspringprüfung, dürfen Pferd und Reiter ihren Weg durch den Parcours frei wählen. Sie müssen aber jedes Hindernis einmal überwinden. Alleine die Hoch-Weit-Sprünge dürfen nur in der vorgeschriebenen Richtung überwunden werden.

Zwei-Phasen Springprüfung:

Bei einem Zwei-Phasen Springen geht es in der ersten Phase darum, den Parcours ohne Fehler zu absolvieren. In der zweiten Phase sollte der Reiter auch noch schnell unterwegs sein und natürlich auch hier möglichst ohne Fehler bleiben. Wird die erste Phase eines um ein Viertel verkürzten Normalparcours fehlerfrei überwunden, muss der Teilnehmer sofort mit der zweiten Phase beginnen. Hat der Reiter in der ersten Phase einen Fehler oder Abwurf, wird er nach der ersten Phase abgeläutet. Die zweite Phase sozusagen das Stechen, wird in der Regel als Fehler/Zeitspringprüfung ausgetragen. Die Zeitwertung bezieht sich auf die benötigte Zeit zwischen der Ziellinie der ersten Phase bis zur Ziellinie der zweiten Phase. Platziert wird nach dem Ergebnis der zweiten Phase. Sind nicht genug Reiter in die zweite Phase gekommen, wird auf das Ergebnis der ersten Phase zurückgegriffen.

Zwei-Pferde-Springprüfung:

Die Zwei-Pferde-Springprüfung kann als Fehler/Zeit und als Zeitspringprüfung gewertet werden. Ein Reiter muss unmittelbar nacheinander mit zwei Pferden zweimal einen Parcours gleicher Klasse überwinden. Das Umsitzen im Parcours erfolgt mit Hilfe eines Pferdehalters. Die Zeit wird vom Durchreiten des Starts mit dem ersten Pferd bis zum Durchreiten des Ziels mit dem zweiten Pferd gemessen.

Zweikampf-Springprüfung:

Einer Zweikampf-Springprüfung muss eine Qualifikation in einer Springprüfung der Klasse L oder höher vorrausgehen. Es qualifizieren sich entweder 16 oder 8 Reiter mit je einem Pferd für den Zweikampf. Diese Teilnehmer werden in Paare eingeteilt und starten parallel auf zwei nebeneinander liegenden Parcours. Der Start in dieser Prüfung erfolgt aus dem Stand. Gewonnen hat der Reiter mit den wenigsten Strafpunkten der als erstes die Ziellinie passiert. Aus den jeweiligen Siegern werden neue Paare gebildet. Bis am Ende ein siegreiches Pferd-Reiter-Team übrig bleibt.

Für den Reiternachwuchs:

Springreiter-Wettbewerb (Wettbewerb nach der WBO für angehende Nachwuchsspringreiter)

Sprunghöhe: max. 0,85 m

Nach Weisung der Richter werden in Gruppen bis zu 4 Reitern in Anlehnung an die Anforderungen der Klasse E Hindernisfolgen und oder Parcoursausschnitte, verbunden mit einfachen, die Einwirkung überprüfenden Aufgaben, geritten.

Bewertung: Beurteilt werden der leichte Sitz (Balance, geschmeidiges Vorneigen des Oberkörpers aus der Hüfte heraus), die Einwirkung (Kontrolle über das Pferd, Pony), die harmonische Bewältigung der gestellten Aufgaben (Einhalten von Gangart und Tempo, Anreiten der Hindernisse) und der Gesamteindruck während des Wettbewerbs.

Für den Pferde-Nachwuchs:

Springpferdeprüfungen

Standard-Springpferdeprüfungen Kl. A bis M:

Kl. A für 4 bis 6-jährige Pferde und/oder M- und G-Ponys, 6-jährige mit nicht mehr als einem Erfolg in Spring- bzw. Springpferde-Prüfungen der Kl. A und höher.

Kl. L für 4 bis 7-jährige Pferde und/oder M- und G-Ponys, 7jährige nur mit nicht mehr als einem Erfolg in Spring- bzw. Springpferde-Prüfungen Kl. L und/oder höher.

Kl. M für 5 bis 7-jährige Pferde und/oder M- und G-Ponys, 7-jährige nur mit nicht mehr als einem Erfolg in Spring- bzw. Springpferde-Prüfungen Kl. M und/oder höher.