Belgische Wettbewerbsbehörde verhängt Strafen gegen LGCT, GCL und FEI
Bekam erneut Probleme mit den belgischen Wettbewerbshütern der BCA: Jan Tops Foto: spring-reiter.de

Belgische Wettbewerbsbehörde verhängt Strafen gegen LGCT, GCL und FEI

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Falls Global Champions Tour-Erfinder Jan Tops und die FEI gedacht haben sollten, die Belgische Wettbewerbsbehörde BCA lasse sie endlich in Ruhe ihre Parcours-Runden drehen, dann sind sie gerade unsanft aus diesem Traum geweckt worden. Die BCA, sozusagen die belgische Ausgabe des deutschen Kartellamtes, hat gegen den internationalen Verband FEI, gegen die SPRL Global Champions League und gegen die SPRL Tops Trading Belgium (kurz:GCT/GCL) Strafzahlungen verhängt, weil die Einladungsregeln für Global Champions League und Global Champions Tour immer noch nicht an die allgemeinen FEI-Regeln angeglichen wurden: Bis dies passiert ist, hat die FEI täglich 182 Euro und die Tops-Firmen GCL/GCT haben sogar 466 Euro täglich an Strafgeld zu zahlen. Das heißt, je länger die BCA nicht zufriedengestellt ist, umso teurer wird es.

Nach einer Klage des International Jumping Rider Club (IJRC), zu dessen Wortführern unter anderem Steve Guerdat gehört, hatten die belgischen Wettbewerbshüter bereits im Dezember 2017 entschieden dass die Art der Startplatz-Vergabe bei den Millionen-Touren von Jan Tops das Wettbewerbsrecht gegenüber anderen FEI-Turnieren verletzen. Aber diese Feststellung blieb noch ohne direkte Folgen, weil die Kartellbehörde die Angelegenheit weiter untersuchen und beobachten wollte. Nach den ersten beiden Runden der neuen Saison in Mexiko und Miami hat das Amt jetzt eingegriffen.

Normalerweise gilt bei internationalen Turnieren der FEI die 60-20-20-Regel: 60 Prozent der Startplätze werden an Reiter gemäß der Weltrangliste vergeben, 20 Prozent werden vom gastgebenden nationalen Verband nominiert und 20 Prozent der Startplätze vergibt der Veranstalter selbst – meist gegen ordentliche Bezahlung, um die Finanzierung des Turniers abzusichern.

Die Runden in Mexiko und Miami haben gezeigt: Jan Tops lässt bei Global Champions Tour und Global Champions League, wo Millionen-Summen bewegt werden, nur 30 Prozent der Startplätze über die Weltrangliste vergeben, 10 Prozent über das Gastgeberland und 60 Prozent über den Veranstalter selbst. Über diese 60 Prozent kommen die entscheidenden Summen herein, es geht also um die Grundlage der gesamten Konstruktion.

Dieselbe FEI, die jetzt von der BCA zur Kasse gebeten wird, hatte einst selbst lange versucht, Longines Global Champions Tour und Longines Global Champions League als Bedrohung ihrer eigenen Veranstaltungen, insbesondere der Nationenpreise, zu verhindern. Dagegen war Jan Tops vor die belgische Wettbewerbsbehörde gezogen und hatte dagegen geklagt, weil er diese Behinderung für eine Verletzung des europäischen Wettbewerbsrechts hielt. Im Januar 2017 einigten sich plötzlich FEI und Tops, der seine Klage zurückzog – während die FEI ein paar Monate Longines als neuen Titelsponsor für die Nationenpreise präsentierte.

Der Wortlaut der BCA-Entscheidung hier