Josef Unkelbachs Springpferde-Zucht geht an Elmar Pollmann-Schweckhorst
Josef Unkelbach verabschiedet sich von seinen Pferden. Sie gehen an Elmar Pollmann-Schweckhorst Foto: Pollmann-Schweckhorst

Josef Unkelbachs Springpferde-Zucht geht an Elmar Pollmann-Schweckhorst

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„Züchten heißt: In Generationen denken!“ Damit können durchaus nicht nur Pferde-Generationsintervalle gemeint sein: Josef Unkelbach, 82, übergibt – nach ca. 5 Jahrzehnten züchterischen Wirkens – seine Holsteiner Zucht an Elmar Pollmann-Schweckhorst und Familie. Es handelt sich um 20 Holsteiner – der Essenz seiner Passion, einem exklusiven Genpool an äußerst talentierten, vererbungssicheren Springpferden. Deren Abstammungen lesen sich wie die Top-Ten der weltbesten Springvererber: Kannan, Diamant de Semilly, Baloubet du Rouet, Cornet Obolensky, Casall, Verdi u.v.m. Infolgedessen sind viele Stuten dabei, die für ihre Springanlage 9,5en und 10en im Stutentest erreicht haben. Elmar Pollmann-Schweckhorst: „Unsere Verantwortung ist jetzt, dafür zu sorgen, dass diese Talente in die richtigen Hände kommen, damit man später auch etwas davon hört!“

Diese Übergabe bildet keinen Bruch, sondern fügt sich kontinuierlich in die fruchtbare Verbindung zur Familie Pollmann-Schweckhorst, die ihre Basis auf Gut Bärbroich im Bergischen Land hat. Der Kölner Unkelbach hatte das Reiten Anfang der 60er bei Aloys Pollmann-Schweckhorst sen. gelernt – und ist durch ihn vom Pferde-Virus infiziert worden. In den 80ern half er, die Söhne Elmar und Alois beritten zu machen. Das war eine Win-Win-Situation: Die enge Verbindung zum Sport war der Qualitäts- und Härtetest für seine Zuchtprodukte und bot eine schnelle, unverfälschte Rückinformation. Der Berufsreiter-Champion und Deutsche Vize-Meister Alois Pollmann-Schweckhorst erinnert sich: „Josef hat mit dem Kauf seiner Stammstute Frimella (Zuchtname Ostia) auch das Fundament für meine Profi-Karriere gelegt!“ Seitdem das Gut Bärbroich vor 30 Jahren an Elmar und Christiane übergeben wurde, unterstützte er deren Leidenschaft für das Springpferd und ließ seine Pferde wiederum von ihren Kindern sportlich entwickeln.

Das Konzept: 3- und 4-jährig wurden die talentiertesten Stuten bedeckt, danach wurden sie im Sport herausgebracht. So gingen die wertvollen Gene der Sportstuten der Zucht nicht verloren. Ein positiver Nebeneffekt waren kurze Zuchtintervalle und – dadurch bedingt – ein schnellerer Zuchtfortschritt. Dazu kam Unkelbachs sicheres Auge für das Potenzial eines Hengstes: Ausnahmehengste wie Caretino, Cassini I, Casall, Verdi und Contender noch vor ihrer Sportkarriere erkannt und genutzt.

Josef Unkelbach wusste, dass große Ziele nur im Team zu erreichen sind. Sehr wertvoll war neben der freundschaftlichen Beziehung zur Familie Pollmann-Schweckhorst die Verbindung zum Holsteiner Pferdemann Hobe Bernhard. Er teilte die züchterische Passion für das Holsteiner Springpferd und stand über Jahrzehnte zuverlässig mit Rat und Tat zur Seite. Auch Unkelbachs vor fast einem Jahr verstorbene Frau Elisabeth – geheiratet hatten sie in den 80ern in Bärbroich im Stile einer Reiterhochzeit – war über Jahrzehnte treue und geduldige Unterstützerin seiner Leidenschaft.

3 Stichworte umschreiben, was den Kölner Kaufmann für die Zucht von Leistungspferden so prädestinierte:

Faszination – Vision – Realisation!

Er hatte eine klare Vorstellung von dem, was der Reiter braucht; konnte Rückschläge wegstecken, hatte Mut zur Selektion und kaufmännisches Talent – er war stets ein unaufgeregter, stiller Macher und treuer Freund!

Unkelbachs Name wird verbunden bleiben mit dem Stamm 890 und Caspar (Eurocommerce Berlin), Team-Welt- und Europameister unter Gerco Schröder und aktuell weltweit drittbester Springpferde-Vererber seiner Altersklasse. Doch auch der Verbandshengst Casalito (Chr. Hess) und der momentan unter Gregory Wathelet erfolgreiche Hengstleistungsprüfungs-Sieger Carleyle nehmen Einfluss auf die europäische Springpferdezucht. Aperio (erfolgreichstes Nationenpreis-Pferd Deutschlands 2000 unter A. Pollmann-Schweckhorst), Licapo (L. Diniz), die Hengstmütter Cathleen W (M. Wirths), Formella (K. Collins, USA), waren weitere internationale Springpferde als Produkte seines Wirkens, um nur einige zu nennen.

Josef Unkelbach dachte nicht nur in Generationen, er handelte auch so! Elmar Pollmann-Schweckhorst schätzt seinen Duktus: „Josefs Vertrauen ist uns eine große Ehre – aber auch Ansporn, sein Erbe zu pflegen und es – wenn die Zeit gekommen ist – auf Top-Niveau der nächsten Generation übergeben zu können. Unser Sohn Philip ist ebenfalls züchterisch interessiert und nimmt bereits seit ein paar Jahren mit Erfolg Einfluss.”