{"id":48668,"date":"2022-01-17T14:08:38","date_gmt":"2022-01-17T13:08:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=48668"},"modified":"2022-01-17T14:08:40","modified_gmt":"2022-01-17T13:08:40","slug":"von-136-fei-mitgliedslaendern-haben-32-ueberhaupt-keine-fei-pferde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/en\/index.php\/2022\/01\/17\/von-136-fei-mitgliedslaendern-haben-32-ueberhaupt-keine-fei-pferde\/","title":{"rendered":"&#8220;Von 136 FEI-Mitgliedsl\u00e4ndern haben 32 \u00fcberhaupt keine FEI-Pferde!&#8221;"},"content":{"rendered":"\n<p>Max Ammann war erfolgreicher Schweizer Journalist, aber er war auch immer ein Pferdemann. So wurde er zum Pr\u00e4sidenten der Internationalen Pferdesport Journalisten Vereinigung, traf den damaligen FEI-Pr\u00e4sidenten, den k\u00fcrzlich verstorbenen Prinz Philip von England, und skizzierte ihm seine Idee eines Weltcup. Nach einem Abendessen beim Volvo-Pr\u00e4sidenten in Schweden stand auch die Finanzierung. Aber Max Ammann erfand nicht nur den Weltcup, sondern war von 1978 bis 2003 auch dessen Chef und in diesen 25 Jahren Mitglied des FEI Pr\u00e4sidiums. Er kennt also das Innenleben des Verbandes, weshalb das, was er dar\u00fcber schreibt, umso mehr Gewicht hat:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;2021 registrierte der Schweizer Verband f\u00fcr Pferdesport 2746 Pferde beim Weltreitsportverband FEI, die damit, mit dem FEI-Pferdepass, an FEI-sanktionierten internationalen Turnieren geritten werden durften. Damit ist die Schweiz aufgrund dieses Kriteriums die achtwichtigste Pferdenation der Welt. Den Spitzenplatz h\u00e4lt Frankreich mit 10363 FEI registrierten Pferden, vor Deutschland (8339) sowie Belgien, Grossbritannien, Italien, den Niederlanden und den USA. Unser \u00f6stliches Nachbarland \u00d6sterreich hat 1102 Pferde bei der FEI registriert \u2013 das kleine Liechtenstein immerhin noch 23!<br><strong><br>136 Mitglieder<br><br><\/strong>136 L\u00e4nder sind Mitglied der FEI. 28 von ihnen wurden es vor dem Zweiten Weltkrieg, darunter die oben erw\u00e4hnten Top acht der FEI-Pferdeliste (die Schweiz wurde 1923 Mitglied). Von den 136 FEI-Mitgliedern haben deren 32 \u00fcberhaupt keine Pferde bei der FEI registriert \u2013 ein weiteres Dutzend haben nur ein oder zwei Pferde. Aber trotzdem haben diese L\u00e4nder bei FEI-Abstimmungen eine Stimme, so viel wie die erw\u00e4hnten Grossen des internationalen Pferdesports. Und es waren diese \u00abpferdelosen\u00bb L\u00e4nder, die an der k\u00fcrzlichen FEI-Generalversammlung in Antwerpen in erster Linie dazu beitrugen, dass die FEI die umstrittene Regelung von drei Reitern per Disziplin bei den Olympischen Spielen beibehielt. Dies gegen die von Steve Guerdat vorgetragenen Argumente des Internationalen Springreiterclubs IJRC f\u00fcr vier Reiter und die grosse Mehrheit der L\u00e4nder, die den internationalen Pferdesport nicht nur dominieren, sondern finanziell tragen.<br>Dass die FEI mit diesem Abstimmungsergebnis den Globalisierungstr\u00e4umen des Internationalen Olympischen Komitees entspricht, ist ein zweifellos in FEI-Kreisen willkommenes Beiprodukt. Denn nur drei statt vier Reiter pro Equipe erlaubt mehr L\u00e4ndern eine olympische Teilnahme, so wird globaldenkend argumentiert.<br><strong><br>Je gr\u00f6sser, desto wichtiger<br><br><\/strong>Diese international gesehen \u00abpferdearmen\u00bb oder \u00abpferdelosen\u00bb L\u00e4nder zahlen auch geringere Jahresgeb\u00fchren an die FEI. In den Vor-Corona-Jahren mussten die \u00abGrossen\u00bb pro Jahr 20000 Schweizer Franken entrichten. Am anderen Ende der j\u00e4hrlichen Bezahlungsskala waren es 500 \u00abFr\u00e4nkli\u00bb. Als Folge von COVID-19 ist der Jahresbeitrag von der FEI halbiert worden. Also 250 bis 10000 Franken. Trotzdem haben alle 136 Mitgliederl\u00e4nder der FEI bei Abstimmungen an der GV je eine Stimme. Zwar entsenden viele der \u00abpferdearmen\u00bb L\u00e4nder keine Delegierten an die FEI-Generalversammlung und lassen sich auch nicht vertreten. Der Zweck der FEI-Mitgliedschaft ist ja mit der Mitgliedschaft erf\u00fcllt. Denn je mehr internationale Mitgliedschaften ein nationaler Sportverband oder ein nationales olympisches Komitee vorzeigen kann, desto wichtiger wird man. Des \u00d6fteren ist der Beitrag aus dem staatlichen Subventionstopf von der Zahl der Mitgliedschaft in internationalen Sportverb\u00e4nden wie der FEI abh\u00e4ngig.<br>Es gibt b\u00f6se Stimmen, die argumentieren, dass innerhalb der FEI diese \u00abpferdearmen\u00bb L\u00e4nder willkommen sind. Kommt es zu umstrittenen Abstimmungen, sind deren Delegierten leichter im Sinne der FEI zu beeinflussen als die Vertreter der grossen Pferdesportnationen. Beizuf\u00fcgen ist, dass die Delegierten dieser \u00abpferdearmen\u00bb L\u00e4nder in der Generalversammlung f\u00fcr etwas ihre Stimme abgeben, das sie gar nicht betrifft.<br><strong><br>\u00abEin Land \u2013 eine Stimme\u00bb<br><br><\/strong>Dieses \u00abEin Land \u2013 eine Stimme\u00bb-Prinzip der FEI wurde innerhalb der FEI in Gespr\u00e4chen immer wieder diskutiert, aber nie ernsthaft. Ich kann mich nicht erinnern, dass es je auf der Traktandenliste einer GV oder einer Sitzung des FEI-Bureaus war. Vielleicht ist die Zeit reif daf\u00fcr. Allerdings: Bei einer Abstimmung dar\u00fcber kann man sich nicht vorstellen, dass die L\u00e4nder, die bei der Annahme einer \u00abgewichteten Stimmenzahl\u00bb ihren Einfluss verlieren w\u00fcrden, f\u00fcr diese R\u00fcckstufung stimmen w\u00fcrden! Kriterien f\u00fcr \u00abgewichtete Stimmenzahl\u00bb gibt es mehrere. Erw\u00e4hnt sind die Zahl der registrierten Pferde und die H\u00f6he des Jahresbeitrages. Weitere Kriterien w\u00e4ren die Zahl der registrierten Reiter und Fahrer oder die Zahl der j\u00e4hrlich im Lande durchgef\u00fchrten internationalen Turniere.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>(Die Schweizer PferdeWoche hat freundlicherweise spring-reiter.de den Text zur Ver\u00f6ffentlichung \u00fcberlassen.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Max Ammann war erfolgreicher Schweizer Journalist, aber er war auch immer ein Pferdemann. So wurde er zum Pr\u00e4sidenten der Internationalen Pferdesport Journalisten Vereinigung, traf den damaligen FEI-Pr\u00e4sidenten, den k\u00fcrzlich verstorbenen Prinz Philip von England, und skizzierte ihm seine Idee eines Weltcup. 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