{"id":60065,"date":"2023-01-30T16:36:47","date_gmt":"2023-01-30T15:36:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=60065"},"modified":"2025-01-11T12:13:07","modified_gmt":"2025-01-11T11:13:07","slug":"maurice-tebbel-wir-muessen-alle-zusammen-aufpassen-dass-unser-sport-erhalten-bleibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/en\/index.php\/2023\/01\/30\/maurice-tebbel-wir-muessen-alle-zusammen-aufpassen-dass-unser-sport-erhalten-bleibt\/","title":{"rendered":"Maurice Tebbel: &#8220;Wir m\u00fcssen alle zusammen aufpassen, dass unser Sport erhalten bleibt!&#8221;"},"content":{"rendered":"\n<p>Maurice Tebbel wirkt entspannt und mit sich und der Welt im Reinen. Er hat die Turbulenzen der letzten Zeit hinter sich gelassen, die Trennung von seinem Olympia-Partner Don Diarado hingenommen, das damit verbundene Aus im Championats-Kader akzeptiert. Zusammen mit seiner Frau Friederike hat er den Blick fest nach vorne gerichtet. Gemeinsam haben sie sich neue Ziele gesetzt. spring-reiter.de hat das Paar zum Interview getroffen. Mit den beiden \u00fcber Nachwuchshoffnungen, den Abstecher in die Niederlande, den Verlust von Don Diarado, das angekratzte Image des Pferdesports und \u00fcber neue Ziele gesprochen. <\/p>\n\n\n\n<p>Es war ein Jahr mit vielen Umbr\u00fcchen und Neuanf\u00e4ngen: 2022 musste sich der Nationenpreisreiter Maurice Tebbel komplett neu sortieren. Nach dem Abschied seines einen Top-Pferdes Chacco&#8217;s Son aus dem Sport und dem Ende der gemeinsamen sportlichen Karriere mit seinem Olympia-Partner Don Diarado stand der heute 28-J\u00e4hrige pl\u00f6tzlich ohne Championats-Pferde da. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein harter Schlag f\u00fcr einen erfolgreichen Top-Reiter, der verl\u00e4sslich etliche Nationenpreise f\u00fcr Deutschland mitgewonnen und bestritten hatte. Der Spitzenreiter aus Emsb\u00fcren z\u00e4hlte mit Don Diarado 2021 zudem zum deutschen Olympia-Team in Tokio und gewann mit Don Diarado die Mannschafts-Bronze-Medaille bei den Weltreiterspielen 2018 in Tryon. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Klar war es am Anfang erst einmal ein Schock. Das musste ich auch erst einmal verarbeiten&#8221;, gibt Maurice Tebbel offen zu, den die Trennung von Don Diarado immer noch schmerzt. Deren Besitzer, die Familie M\u00fcter, hatten den Hengst Ende 2021 auf ihre eigene Anlage zur\u00fcckgeholt und Harm Lahde als neuen Reiter installiert. Nach einer OP musste der Hengst allerdings lange pausieren, ist nur noch selten auf gro\u00dfen Turnieren zu sehen. &#8220;Ich habe ihn noch als Hintergrundbild auf meinem Handy. Klar denke ich oft an ihn. Schade, dass man ihn so wenig sieht. Schade um das Pferd&#8221;, schlie\u00dft Maurice Tebbel das Thema ab. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Ich bin dann eben junge Pferde geritten, dann ging ich zu Tops. Ich hatte den Druck nicht mehr, der schon auch da ist, wenn man im Championatskader ist. Da konnte ich auch mal so befreit drauflos reiten und ich hatte nicht irgendwelche Verpflichtungen&#8221;, erz\u00e4hlt Maurice Tebbel.  Klar war die Situation f\u00fcr ihn sehr \u00e4rgerlich: &#8220;Ich reite gerne Nationenpreise und Championate. Das ist auch mein Ziel, wo ich wieder hin will.&#8221; <\/p>\n\n\n\n<p>Anfang 2022 ging Maurice Tebbel mit seiner Frau in die Niederlande und fing als Bereiter im Stall des Global Tour Gr\u00fcnders und Pferdeh\u00e4ndlers Jan Tops an. &#8220;Es war auf jeden Fall erst einmal der richtige Schritt, eine gute Erfahrung. Wir haben mal etwas Neues gesehen, ein anderes System kennengelernt und sicher auch einiges dazugelernt. Gerade f\u00fcr mich war es wichtig und gut, mal etwas anderes zu sehen. Ich war ja bis dahin mit nur einer kleinen Unterbrechung w\u00e4hrend meiner Ausbildung bei Gilbert B\u00f6ckmann immer zu Hause.&#8221;  <\/p>\n\n\n\n<p>Nach weniger als einem halben Jahr war das Gastspiel in Valkenswaard jedoch wieder vorbei: &#8220;Ich hatte leider nicht so viele Pferde zur Verf\u00fcgung, wie es urspr\u00fcnglich angedacht war. Und dann hatten sich auch privat ein paar Dinge ge\u00e4ndert, daher sind wir dann fr\u00fchzeitig wieder zur\u00fcckgekehrt&#8221;, erkl\u00e4rt Maurice. Er konzentriert sich fortan um die Ausbildung der jungen Pferde. Und da hat er durchaus ein paar Nachwuchshoffnungen im Stall. Wie den Sohn seines einstigen Championats-Pferdes Chacco&#8217;s Son, den neunj\u00e4hrigen gek\u00f6rten Oldenburger Hengst Chacco&#8217;s Light (v. Chacco&#8217;s Son x Light On)<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Er ist meine gro\u00dfe Zukunftshoffnung. Den haben wir selber gez\u00fcchtet&#8221;, sagt Maurice nicht ohne Stolz. Es k\u00f6nnte wieder einer sein, einer f\u00fcr Championate. Auch Bundestrainer Otto Becker hat den Hengst bereits im Blick. &#8220;Er hat einen starken Charakter, ist ein K\u00e4mpfer, hat viel Temperament, viel Blut und ist sehr unbeeindruckt von allem, \u00e4hnlich wie sein Vater&#8221;, erz\u00e4hlt Maurice. In Frankfurt konnte er den Braunen bereits \u00fcber 1,55m platzieren. Und auch beim CSI5* Weltcup-Turnier in Leipzig sicherte sich Chacco&#8217;s Light mit seinem Reiter nach Stechen Platz vier im Championat von Leipzig. Nat\u00fcrlich weckte das Nachwuchstalent auch schon Kaufinteresse: &#8220;Bis jetzt haben wir aber standgehalten.&#8221;, grinst Maurice. Und Friederike wirft ein: &#8220;Mit Chacco&#8217;s Light hat man jetzt wieder so eine Perspektive. Der hat einfach eine enorme Qualit\u00e4t, und so sind diese Ziele auch realistisch.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Kenzo ist eine Nachwuchshoffnung. Mit dem siebenj\u00e4hrigen Kannan-Sohn hat Maurice Tebbel in Leipzig gerade die Theurer Trucks 2go Youngster Tour gewonnen. Im M\u00e4rz wollen die Tebbels mit ihren Pferden f\u00fcr drei Wochen nach Spanien. Danach soll es zumindest mit Chacco&#8217;s Light hoffentlich auf 5*-Niveau weitergehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Bis dahin ist die Familie vor allem mit dem Neubau der eigenen Reitanlage besch\u00e4ftigt. &#8220;Wir bauen eine komplett neue Reitanlage mit 80 Boxen und mehreren H\u00e4usern. Das ist ein gro\u00dfes Unterfangen. Und das dauert nat\u00fcrlich auch einfach&#8221;, erz\u00e4hlt Friederike. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Die jetzige Anlage wird komplett abgerissen. Sie ist mitten in der Stadt und daher konnten wir uns auch nicht vergr\u00f6\u00dfern. Die neue Anlage wird rund zwei Kilometer etwas au\u00dferhalb entstehen. Wir haben noch einen Zuchthof f\u00fcr die Jungpferde, und direkt daneben entsteht die neue Anlage&#8221;, erkl\u00e4rt Maurice. Bis die gesamte Familie Tebbel ins neue Domizil einziehen kann, wird es allerdings noch eine Weile dauern.  Corona und der Ukraine-Krieg haben das Bau-Vorhaben ausgebremst, Preise mussten neu verhandelt werden. &#8220;Wir hoffen, dass es jetzt Mitte des Jahres mit dem Bau endlich los geht&#8221;, sagt Maurice.  <\/p>\n\n\n\n<p>Das hofft auch seine Frau, Dressurreiterin Friederike: Sie hat drei eigene Pferde auf dem Hof, reitet bei Tebbels noch andere Dressur-Pferde mit. In den Sattel von Maurices Pferden steigt sie allerdings nicht. &#8220;Ich k\u00f6nnte Friederike keinen Dressur-Unterricht geben und sie mir keinen Springunterricht. Da haben wir als Paar schon mal ein Problem weniger, wo man vielleicht aneckt&#8221;, bringt es Maurice auf den Punkt. <\/p>\n\n\n\n<p>Friederike findet Maurice oft objektiver als jemanden, der direkt im Dressur-Training involviert ist. &#8220;Manchmal hat er dann so einen anderen Blick auf die Dinge und das finde ich eigentlich ganz gut und interessant.&#8221; Auch sie hat gro\u00dfe Ziele: &#8220;Ich m\u00f6chte k\u00fcnftig schon gerne wieder Grand Prix reiten. Meine gute Stute, die F\u00fcrstin, ist ja leider nun in der Zucht. Dadurch habe ich so ein kleines Loch gehabt. Meine beiden Grand Prix Pferde sind halt schon in Rente. Jetzt habe ich wieder j\u00fcngere Pferde, ich haben einen guten Siebenj\u00e4hrigen mit dem ich so Richtung N\u00fcrnberger gehen m\u00f6chte, und die anderen m\u00fcssen da hinterher oder reinwachsen. Das dauert nat\u00fcrlich einfach.&#8221; <\/p>\n\n\n\n<p>Maurice begleitet Friederike gerne auf die Dressur-Turniere, wenn es passt. &#8220;Am Anfang war das f\u00fcr mich nat\u00fcrlich totales Neuland. Ich habe vielleicht mal in Aachen Totilas geguckt, aber sonst war man eher selten mal im Dressur-Lager. Mittlerweile wei\u00df ich auch, was Piaffe und Passage ist&#8221;, lacht Maurice, der bereits im Pony-Sattel zwei Deutsche Meisterschaften gewonnen hat. Toll w\u00e4re es, so Friederike, wenn es noch mehr sch\u00f6ne Turniere geben w\u00fcrde, wo Springen und Dressur zusammen angeboten werden, so dass sie beide starten k\u00f6nnten, wie z.B in Hagen und Frankfurt. <\/p>\n\n\n\n<p>Den Spa\u00df mit den Pferden, die t\u00e4gliche Arbeit und das Training versuchen Friederike und Maurice auch regelm\u00e4\u00dfig auf ihren Social Media Kan\u00e4len mit ihren Fans zu teilen. &#8220;Wir zeigen auch mal so einen Stallalltag, versuchen Transparenz in unsere Arbeit zu bringen&#8221;, erkl\u00e4rt Friederike. Aber auch sie haben schon die negativen Ausw\u00fcchse und Beschimpfungen auf den Social Media Kan\u00e4len zu sp\u00fcren bekommen: &#8220;Wir hatten bei uns auf der Seite ein Video von einem Grand Prix Pferd von Justine, das war mit meinem beiden Shettys auf der Wiese. Das Pferd trug eine harmlose Fliegenm\u00fctze. Da bekamen wir b\u00f6se Kommentare, was wir f\u00fcr Tierqu\u00e4ler seien, dass das Pferd nicht mehr gucken kann&#8221;, erz\u00e4hlt Friederike kopfsch\u00fcttelnd. Sie musste am Ende viel Erkl\u00e4rungsarbeit leisten, um die Gem\u00fcter zu bes\u00e4nftigen. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Die 20 Prozent, die gegen den Reitsport sind, sind auch stark&#8221;, wei\u00df Maurice. Deshalb wollen die beiden auf jeden Fall mit gutem Beispiel voran gehen. &#8220;Wir sitzen am Ende alle im gleichen Boot, wir m\u00fcssen alle zusammen aufpassen, dass unser Sport erhalten bleibt.&#8221; Ein Pferd auf einem Turnier \u00fcberm\u00e4\u00dfig mit der Gerte zu strafen, solche Bilder sollten unbedingt vermieden werden. &#8220;Das kann sich niemand mehr erlauben. Wenn es nicht wie geplant funktioniert, sollte man seinen \u00c4rger lieber runterschlucken und raus reiten&#8221; findet Maurice. Man kann es nie allen Recht machen, aber man muss den Reitsport-Gegnern ja auch keine Steilvorlage bieten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maurice Tebbel wirkt entspannt und mit sich und der Welt im Reinen. Er hat die Turbulenzen der letzten Zeit hinter sich gelassen, die Trennung von seinem Olympia-Partner Don Diarado hingenommen, das damit verbundene Aus im Championats-Kader akzeptiert. 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