{"id":61999,"date":"2023-04-13T19:46:15","date_gmt":"2023-04-13T17:46:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=61999"},"modified":"2023-04-13T19:46:19","modified_gmt":"2023-04-13T17:46:19","slug":"zurueck-in-der-heimat-enno-glantz-laedt-ein-zum-csi4-in-hohen-wieschendorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/en\/index.php\/2023\/04\/13\/zurueck-in-der-heimat-enno-glantz-laedt-ein-zum-csi4-in-hohen-wieschendorf\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcck in der Heimat: Enno Glantz l\u00e4dt ein zum CSI4* in Hohen Wieschendorf"},"content":{"rendered":"\n<p>Noch wird geputzt, gepflanzt, ger\u00fcckt \u2013 und aus der Ferne blinkt die Ostsee: Die nagelneue Reitanlage im mecklenburgischen Hohen Wieschendorf bereitet sich auf ihre Generalprobe vor, das Late Entry am 18. und 19. April, ehe es vom 10. bis 14. Mai richtig ernst wird mit der DKB Pferdewoche, einem CSI4*, dem einzigen weit und breit.<\/p>\n\n\n\n<p>Sozusagen aus dem Stand von Null auf CSI4*-Niveau, dazu geh\u00f6ren Mut und Selbstvertrauen. Aber seitdem das CSI4* von Hausherr Enno Glantz im Terminkalender auftauchte, gingen, so sagt er, in Warendorf \u201edie Nennungen durch die Decke\u201c. Nationenpreisreiter Holger Wulschner, der bis zum vergangenen Jahr die DKB-Pferdewochen etwa 80 Kilometer entfernt auf seiner Anlage in Gro\u00df Viegeln ausrichtete, ist der sportliche Leiter. Zu denen, die nach Hohen Wieschendorf kommen wollen, geh\u00f6ren sein Nationenpreis-Kollege Marcus Ehning, sein Mecklenburger Landsmann, Europameister Andr\u00e9 Thieme, Janne Friederike Meyer-Zimmermann, die Tebbels und und und.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was sollte den Mann, der hinter diesem ambitionierten Projekt steht, auch schrecken? Er hat in seinem Leben schon so viele Felsbrocken nach oben gewuchtet, ohne dass sie ihm wie einst bei Sisyphus wieder herunterrollten:<\/p>\n\n\n\n<p>Enno Glantz steckt voller Tatendrang. In Delingsdorf, vor den Toren Hamburgs, wurde er zum Erdbeerk\u00f6nig, hier, in Hohen Wieschendorf, zwischen Wismar und Boltenhagen, ist er zur\u00fcck auf heimischer Scholle. Die Augen blitzen, wenn er erz\u00e4hlt und den Blick schweifen l\u00e4sst \u00fcber seine 400 Hektar Land direkt an der Ostsee. \u201eIch hatte nie geglaubt, dass ich in meinem Leben hier wieder eine Chance h\u00e4tte, das erschien v\u00f6llig unrealistisch, und ich war deshalb 1990 wie elektrisiert, wieder herzukommen.\u201c Denn die Geschichte der Familie Glantz ist ein St\u00fcck typisch deutsche Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor 111 Jahren kaufte der Gro\u00dfvater Paul Glantz das Gut in Hohen Wieschendorf und baute es auf. Der \u00e4lteste Sohn sollte als Erbe die Tradition fortf\u00fchren \u2013 aber dazwischen kamen der Zweite Weltkrieg und die deutsche Teilung. Die Familiengeschichte der Familie Glantz an der Wismarer Bucht wurde f\u00fcr 45 Jahre unterbrochen. \u201e1945 wurden alle Gro\u00dfgrundbesitzer enteignet, wer nicht weglief, kam nach Sibirien oder wurde erschossen\u201c, blickt Enno Glantz zur\u00fcck auf dieses dunkle Kapitel. Seine Familie floh im November 1945 nach Westen mit den f\u00fcnf Kindern. Vater G\u00fcnther wurde Verwalter von zwei Hamburger Stadtg\u00fctern, Sohn Enno wuchs mit seinen vier Geschwistern in Hamburg auf. In Delingsdorf machte sich der Vater, als die Stadtg\u00fcter geschlossen und anschlie\u00dfend mit Wohnungen bebaut wurden, auf gepachtetem Land selbstst\u00e4ndig. \u201eEr wurde zum Pionier\u201c im Feldanbau von Erdbeeren. Pflanzenz\u00fcchter Professor Reinhold von Sengbusch, Leiter der Max-Planck-Gesellschaft in Hamburg-Volksdorf, hatte ihn f\u00fcr einen Testanbau der Erdbeersorte Senga Segana begeistern k\u00f6nnen. Das Experiment mit dem gro\u00dffl\u00e4chigen Anbau auf Feldern funktionierte mit dieser Erdbeersorte und wuchs zum Erdbeerhof Glantz heran. Sohn Enno \u00fcbernahm 1972 zusammen mit seiner Frau Lisa das Zepter im Familienbetrieb, das Unternehmen wuchs. Direktvermarktung der s\u00fc\u00dfen roten Frucht war das Zauberwort, rund 250 Erdbeerh\u00e4uschen im Gro\u00dfraum Hamburg sind jedes Jahr zur Erntezeit im Einsatz. Alles in Handarbeit gepflanzt und geerntet, weshalb das Thema Mindestlohn ein existenzielles ist: &#8220;Es geht um unsere Konkurrenzf\u00e4higkeit&#8221;, sagt der Chef. Denn mit aktuell 12 Euro pro Stunde muss man sich unter anderem mit der polnischen Konkurrenz auseinandersetzen, wo der Mindestlohn bei 4,87 Euro liegt.<\/p>\n\n\n\n<p>S\u00fc\u00dfes hat in der Familie Tradition, fr\u00fcher waren es noch nicht die Erdbeeren, sondern die Zuckerr\u00fcben, die in gro\u00dfem Stil angebaut wurden. \u201eMein Gro\u00dfvater war Mitbegr\u00fcnder der Wismarer Zuckerfabrik.&#8221; Er stellt klar, &#8220;ohne Erdbeeren kann ich nicht leben&#8221;, aber trotzdem sind sie f\u00fcr Enno Glantz nicht alles im Leben. Die zweite Passion sind die Pferde. In jungen Jahren selbst als Amateurreiter bis zur schweren Klasse im Springsattel unterwegs, begann er mit der Pferdezucht. Sie wurde f\u00fcr ihn zu n\u00e4chsten Erfolgsgeschichte: Zucht, Ausbildung der Springtalente und sp\u00e4terer Verkauf der erfolgreichen Youngster \u2013 es funktionierte. Folgerichtig entstand auf der gro\u00dfen Anlage in Delingsdorf auch ein Hoffest-Wochenende mit dem \u201eGlantz Erdbeercup\u201c als H\u00f6hepunkt, einem S***-Springen und einem S*** Grand Prix de Dressage.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber so gut sich alles entwickelte und f\u00fcgte, da gab es zuhause an der Wand ja auch noch die Bilder vom alten Familiensitz in Hohen Wieschendorf, die immer wieder ans verlorene Paradies erinnerten. Dank Willy Brandts Ostpolitik durfte die Familie im Jahr 1970 zum ersten Mal wieder die alte Heimat besuchen. Nach der Wende 1989\/90 konnte dann der alte Traum realisiert werden. Zwar verhinderte ein Gesetz der Regierung Kohl, dass die sowjetischen Enteignungen zwischen 1945 und 1949 in der ehemaligen DDR r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht wurden, was Enno Glantz mit dem knappen Kommentar \u201eunmoralisch\u201c versieht, aber es ging zur\u00fcck auf die heimische Scholle: Die Kern-Gutsanlage konnte gekauft werden, der Rest wurde erst einmal gepachtet. Bis 2004 dauerte es, ehe der Familienbesitz wirklich wieder der Familie geh\u00f6rte \u2013 au\u00dfer dem St\u00fcck Gel\u00e4nde, das ein Investor f\u00fcr den Golfplatz gekauft hatte. Zumindest die Anf\u00e4nge der Heimkehr hatte Vater G\u00fcnther noch miterleben k\u00f6nnen, ehe er 1994 starb.<\/p>\n\n\n\n<p>Es entstand der zweite Erdbeerhof Glantz neben dem in Delingsdorf. In den vergangenen zwei Jahren konnte sich Enno Glantz dann auch noch seinen zweiten Traum erf\u00fcllen, den Bau der Reitanlage in Hohen Wieschendorf. Sie wurde zu einem ganz besonderen Schmuckst\u00fcck: Rechts und links vom Mittelbau wachsen in jeweils 21 gro\u00dfen Boxen die selbst gez\u00fcchteten Pferde auf, Au\u00dfenpaddocks auf Sand und Gras bieten ihnen paradiesische Verh\u00e4ltnisse. Hinter den Stalltrakten zweigen vom Mittelbau zwei Reithallen \u2013 30 x 70 m und 25 x 50 m mit Ebbe-Flut-B\u00f6den ab. Davor liegen die beiden Ebbe-Flut-Au\u00dfenpl\u00e4tze: 50 x 90 m der Turnierplatz und auf 40 x 80 m daneben der Vorbereitungsplatz. F\u00fcr die Ausbildung der eigenen Pferde ist der Mecklenburger Christoph Lanske an Bord, soll \u201edas Gesicht\u201c dieser Unternehmung f\u00fcr Enno Glantz werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem extra angelegten Wall hinter der L\u00e4ngsseite des Turnierplatzes wird beim Turnier das VIP-Zelt stehen, gegen\u00fcber, an der Hallenr\u00fcckwand, prangt dann eine Trib\u00fcne f\u00fcr 700 Zuschauer. Drumherum viele Stehpl\u00e4tze und neben dem Vorbereitungsplatz werden die Zelte f\u00fcrs \u201eVolksfest\u201c \u00e0 la Delingsdorf aufgebaut zum Bummeln, Essen und Trinken sowie f\u00fcr die Kinder zum Spielen. Und nat\u00fcrlich f\u00fcr ganz viele Erdbeerst\u00e4nde. Man ist ja schlie\u00dflich bei Glantz.<\/p>\n\n\n\n<p>Eintritt?<\/p>\n\n\n\n<p>Enno Glantz ist fast beleidigt bei dieser Frage: \u201eDie Leute sind meine G\u00e4ste, da kann ich doch von Ihnen kein Geld nehmen!\u201c Dementsprechend ist nat\u00fcrlich auch das Parken frei.<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher waren \u201edie Jahre 1990 bis 1994 die sch\u00f6nsten Jahre meines Lebens\u201c, strahlt der Hausherr. Es war die Zeit der Heimkehr auf die vor 111 Jahren erworbene heimische Scholle. Aber wer wei\u00df, ob nicht diese Jahre, in denen er gerade seine Pferde-Liebe verwirklicht, damit demn\u00e4chst konkurrieren k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch wird geputzt, gepflanzt, ger\u00fcckt \u2013 und aus der Ferne blinkt die Ostsee: Die nagelneue Reitanlage im mecklenburgischen Hohen Wieschendorf bereitet sich auf ihre Generalprobe vor, das Late Entry am 18. und 19. April, ehe es vom 10. bis 14. 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