{"id":71862,"date":"2024-04-29T18:18:13","date_gmt":"2024-04-29T16:18:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=71862"},"modified":"2024-04-29T18:18:15","modified_gmt":"2024-04-29T16:18:15","slug":"fast-1-million-e-verlust-fn-stellt-geschaeftsfuehrer-frei-und-verordnet-sich-sparkurs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/en\/index.php\/2024\/04\/29\/fast-1-million-e-verlust-fn-stellt-geschaeftsfuehrer-frei-und-verordnet-sich-sparkurs\/","title":{"rendered":"Fast 1 Million \u20ac Verlust: FN stellt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer frei und verordnet sich Sparkurs"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Jahresabschluss 2023 der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ist deutlich schlechter ausgefallen als geplant. Einige der Gr\u00fcnde f\u00fcr das schlechtere Ergebnis schlagen auch auf das aktuelle Gesch\u00e4ftsjahr durch. Die Planung f\u00fcr 2024 wurde daher kurzfristig angepasst und gleichzeitig ein drastischer Sparkurs eingeschlagen. Der f\u00fcr die Finanzen zust\u00e4ndige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer wurde freigestellt. Zu den Details \u00e4u\u00dfert sich FN-Pr\u00e4sident Hans-Joachim Erbel im Interview:<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Was sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr das deutlich schlechtere Ergebnis f\u00fcr 2023?<\/strong><\/em><br><strong>Hans-Joachim Erbel: \u201e<\/strong>Wir hatten im Mai 2023 die Planung f\u00fcr das Jahr 2023 wie \u00fcblich im Verbandsrat verabschiedet. Umsatztechnisch haben wir mit 23,2 Millionen Euro bis zum Jahresende auch fast eine Punktlandung hinbekommen (-0,8 Prozent Abweichung vom Plan). Bei den Kosten gab es leider in zwei Positionen relevante Planungsfehler, die uns durchgegangen sind, so dass die Kosten zu niedrig angesetzt wurden. In einigen anderen Positionen gab es auch Abweichungen nach oben oder unten. Das ist nicht ungew\u00f6hnlich, summierte sich aber am Ende des Tages zu einer Gesamtabweichung in den Kosten gegen\u00fcber der Planung auf 1,5 Prozent auf. Addiert man beide Entwicklungen, kommt man auf eine Abweichung von gut 2,3 Prozent. Das h\u00f6rt sich erstmal nicht so schlimm an, aber 2,3 Prozent bedeuten bei unserem Gesamthaushalt eine halbe Million Euro. Das hei\u00dft, statt eines geplanten Minus von 450.000 Euro schlie\u00dfen wir mit einem Defizit von 976.000 Euro ab.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Warum sind diese Entwicklungen nicht schon viel fr\u00fcher aufgefallen?<\/em><\/strong><br><strong>Erbel:<\/strong> Diese Frage treibt uns alle seit vorletzter Woche um. Die Antwort ist unbefriedigend, denn es h\u00e4tte bei verantwortungsvollem Umgang sowie rechtzeitiger und richtiger Information durch den zust\u00e4ndigen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer viel Schaden verhindert werden k\u00f6nnen. Ich m\u00f6chte an dieser Stelle jedoch betonen, dass es keinen Verdacht auf Veruntreuung oder \u00c4hnliches gibt. Letztlich waren es Unstimmigkeiten bei der Planung, aber insbesondere die Verletzung der Informationspflicht, die zu dem erheblichen Vertrauensverlust und damit zur Freistellung gef\u00fchrt haben. Aber auch wenn die Verantwortung des zust\u00e4ndigen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers au\u00dfer Frage steht, m\u00fcssen wir uns nat\u00fcrlich auch selbstkritisch fragen, wo wir selbst nicht hundertprozentig richtig geurteilt beziehungsweise kontrolliert haben. Dies hat viel mit Vertrauen zu tun und einem bis zu diesem Zeitpunkt untadeligen Verhalten unseres Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wird die FN 2024 wieder mit einem Verlust abschlie\u00dfen?<\/em><\/strong><br><strong>Erbel:<\/strong> \u201eIn der mittelfristigen Planung f\u00fcr 2024, die wir ebenfalls im Mai des letzten Jahres bei den FN-Tagungen verabschiedet haben, sind wir von einem positiven Ergebnis in H\u00f6he von 205.000 Euro in 2024 ausgegangen. Nach Bekanntwerden der Abweichungen im Jahresergebnis 2023 haben wir auch die Planung f\u00fcr 2024 noch einmal gr\u00fcndlich \u00fcberpr\u00fcft und festgestellt, dass sie fehlerhaft war. Deshalb musste die Planung noch einmal komplett \u00fcberarbeitet werden und wir mussten uns f\u00fcr das laufende Jahr 2024 einen drastischen Sparkurs verpassen. Auf Gesch\u00e4ftsf\u00fchrungsebene haben wir Einsparungen beschlossen, die zwar weh tun, aber im Sinne unseres satzungsgem\u00e4\u00dfen Auftrags vertretbar sind. Neben einem Einstellungsstopp und der Streichung von Bonuszahlungen haben wir auch Dinge wie beispielsweise den Championatsball und andere Projekte und Veranstaltungen gestrichen. In einer konzertierten Aktion, in der alle Abteilungen und Projektverantwortlichen an einem Strang gezogen haben, wurden zus\u00e4tzliche Kosteneinsparungen in allen Bereichen ausfindig gemacht. Dies f\u00fchrt dazu, dass wir f\u00fcr das Jahr 2024 nun mit einem positiven Ergebnis in H\u00f6he von 255.000 Euro planen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was macht Sie denn so sicher, dass Sie diese Planung nun einhalten k\u00f6nnen und nicht wieder am Ende des Jahres mit leeren Kassen dastehen?<\/strong><br><strong>Erbel:<\/strong> \u201eDie gro\u00dfe Unbekannte in jeder Planung sind die Ums\u00e4tze. Wir sind in gro\u00dfem Ma\u00dfe von unseren Ums\u00e4tzen im Turniersport abh\u00e4ngig. Geht es dem Turniersport gut, geht es uns gut \u2013 aber auch unseren Mitgliedsverb\u00e4nden, insbesondere den Landespferdesportverb\u00e4nden. Genau diese Abh\u00e4ngigkeit hat ja in den zur\u00fcckliegenden Corona-Jahren zu den Verlusten bei der FN gef\u00fchrt. Inzwischen hat sich der Turniersport, auch wenn er keine Wachstumsraten aufweist, umsatztechnisch auf Vor-Corona-Niveau stabilisiert. Die ersten vier Monate des Jahres 2024 best\u00e4tigen diesen Trend. Daher k\u00f6nnen wir in dieser Position unserer Planung einigerma\u00dfen sicher sein, auf Zielkurs zu liegen. Bleibt unser Problemkind, also die Kostenseite. Deren Einhaltung werden wir durch intensivere Kontrollen sowohl durch Haupt- als auch Ehrenamt sicherstellen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie geht es weiter und wie gehen Sie mit der zu erwartenden Kritik um?<\/strong><br><strong>Erbel:<\/strong> F\u00fcr mich steht an erster Stelle, das Vertrauen unserer Mitglieder und Stakeholder zu erhalten oder zur\u00fcckzugewinnen. Hierzu m\u00fcssen wir die finanzielle Situation erst einmal stabilisieren, das hei\u00dft, wir brauchen so schnell wie m\u00f6glich eine Nachfolge f\u00fcr den Gesch\u00e4ftsbereich Finanzen, um den derzeitigen Krisenmodus verlassen zu k\u00f6nnen. Als N\u00e4chstes brauchen wir ein besseres Instrumentarium, mit dem wir unseren Kontroll- und Planungsaufgaben besser gerecht werden k\u00f6nnen. Das eingeschlagene Programm zur Kostensenkung muss fortgesetzt werden. Zusammen mit den Sport- und Zuchtverb\u00e4nden werden wir alle Projekte und Bereiche in Frage stellen und alles streichen m\u00fcssen, was nicht gen\u00fcgend auf unsere Verbandsziele einzahlt. Nur so k\u00f6nnen wir langfristig die Finanzierung des Verbandes sicherstellen. Zum Thema Kritik: Jede konstruktive Kritik ist erw\u00fcnscht und wird uns helfen die Zukunft zu meistern. Nat\u00fcrlich erleben wir gerade auch, dass sich manche einfach nur \u00fcber Fehler des Verbandes freuen. Das hilft in der Sache nicht weiter, aber das m\u00fcssen und werden wir aushalten. <em>(fn-press)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Jahresabschluss 2023 der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ist deutlich schlechter ausgefallen als geplant. Einige der Gr\u00fcnde f\u00fcr das schlechtere Ergebnis schlagen auch auf das aktuelle Gesch\u00e4ftsjahr durch. Die Planung f\u00fcr 2024 wurde daher kurzfristig angepasst und gleichzeitig ein drastischer Sparkurs eingeschlagen. 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