{"id":91842,"date":"2025-10-04T18:12:19","date_gmt":"2025-10-04T16:12:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=91842"},"modified":"2025-10-04T18:26:37","modified_gmt":"2025-10-04T16:26:37","slug":"man-gewinnt-nicht-mit-zweifeln-christian-kukuk-ueber-seine-rolle-im-nationenpreis-team-und-klare-ziele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/en\/index.php\/2025\/10\/04\/man-gewinnt-nicht-mit-zweifeln-christian-kukuk-ueber-seine-rolle-im-nationenpreis-team-und-klare-ziele\/","title":{"rendered":"\u201eMan gewinnt nicht mit Zweifeln\u201c \u2013 Christian Kukuk \u00fcber seine Rolle im Nationenpreis-Team und klare Ziele"},"content":{"rendered":"\n<p>Beim Nationenpreis-Finale in Barcelona geht Christian Kukuk als Startreiter f\u00fcr das deutsche Team in den Parcours. Mit Just Be Gentle geh\u00f6rte er bereits zum deutschen Bronze-Team bei den Europameisterschaften in A Coru\u00f1a. Im Interview spricht er \u00fcber seine Rolle im Team, die Besonderheiten seiner Stute \u2013 und \u00fcber seine n\u00e4chsten gro\u00dfen Ziele im Spitzensport.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Christian, du bist beim Nationenpreis-Finale in Barcelona abermals der erste Starter im deutschen Team. Wie kommt\u2019s?<\/strong><br>Wir haben einfach gute Erfahrungen gemacht, wenn ich als Erster starte. Nat\u00fcrlich ist das spannend, weil man den Parcours weniger gut einsch\u00e4tzen kann, als wenn man schon viele Ritte gesehen hat. Aber f\u00fcr mich funktioniert das gut \u2013 ich kann mich in Ruhe vorbereiten und plane mir die Zeit so, dass es passt. Ich f\u00fchle mich tats\u00e4chlich wohl, wenn ich am Anfang dran bin.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was bedeutet diese Rolle im Team f\u00fcr dich?<\/strong><br>Als Erster bin ich der Crashtest-Dummy (lacht). Ich bin derjenige, der den Parcours als Erster reitet. Dann wei\u00df ich, wie welche Linien wirklich zu reiten sind. So kann ich den anderen Tipps geben. Das ist Teil der Teamarbeit, und die funktioniert bei uns super.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mit Just Be Gentle warst du auch bei der Europameisterschaft. Wie sah eure Zeit danach aus?<\/strong><br>Nach der EM hat sie eine kleine Pause bekommen. Dann habe ich sie \u00fcber ein kleineres Turnier wieder aufgebaut, um dann in Br\u00fcssel und Riesenbeck zu reiten. Ich habe mit ihr ein gutes Gef\u00fchl, das mich optimistisch f\u00fcr Barcelona stimmt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie gilt als charakterstark \u2013 wie gehst du im Training damit um?<\/strong><br>Sie ist sehr meinungsstark und von ihrer Meinung auch \u00fcberzeugt. (lacht) Ihr ist recht egal, was die anderen Pferde machen. Im Umgang ist sie kein schwieriger Charakter. Vielmehr ist sie in der Dressurarbeit nicht einfach, weil sie gerne mit hoher Nase geht. Das ist im Parcours ein Vorteil, aber in der Dressurarbeit muss ich sie \u00fcber den R\u00fccken gymnastizieren k\u00f6nnen \u2013 das ist wichtig f\u00fcr ihre Gesundheit und Elastizit\u00e4t. Wir sind beide aber kompromissbereit.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei hat sie ihre Eigenheiten: Hier in Barcelona ist der Weg vom Stall zum Abreiteplatz relativ lang. Es ist wie eine Schleuse \u2013 mit vielen Ecken und Ger\u00e4uschen. Da ist sie jedes Mal hellwach und ich habe manchmal das Gef\u00fchl auf einem vierj\u00e4hrigen Pferd zu sitzen, weil sie alles wahrnimmt und sich erschrecken kann. Ich bleibe ruhig, ich kenne sie und so ist es auch kein Problem. Im Parcours k\u00e4mpft sie dann wie ein L\u00f6we f\u00fcr mich. Dann ist sie voll fokussiert. Das macht sie aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum ist es dir wichtig, sie dressurm\u00e4\u00dfig gut zu arbeiten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es geht um ihre Gesundheit, um ihre Elastizit\u00e4t und sie braucht die R\u00fcckenarbeit zudem am Sprung. Nur wenn der R\u00fccken gut mitarbeitet, kann sie die entsprechende Bascule zeigen. Es geht nur durch die dressurm\u00e4\u00dfige Arbeit. Nur so k\u00f6nnen wir den K\u00f6rper des Pferdes auf die Aufgaben vorbereiten, die wir dem Pferd stellen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie sehr unterscheidet sich f\u00fcr dich ein Nationenpreis von anderen Turnieren?<\/strong><br>Ich versuche, keine gro\u00dfen Unterschiede zu machen \u2013 die Vorbereitung bleibt gleich. Ich habe meine Routine, die sich bew\u00e4hrt hat und gut klappt. Es ist dennoch eine besondere Vorfreude. Wir d\u00fcrfen f\u00fcr Deutschland im Nationenpreis-Finale an den Start gehen. Das bleibt besonders. Wir haben das Finale in den letzten beiden Jahren gewonnen, und das will man nat\u00fcrlich wiederholen. Das neue Format mit nur drei Reitern im zweiten Umlauf macht es besonders spannend \u2013 jeder kleine Fehler z\u00e4hlt. Ich finde das super f\u00fcr den Sport. Vor zwei Wochen habe ich die Station in Saint Tropez verfolgt und derma\u00dfen mitgefiebert. Es war wahnsinnig spannend und es ist ein tolles Format. Alle Nationen sind sehr motiviert und wollen Nullfehlerritte liefern. So auch wir.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie ist das Gef\u00fchl, wieder im roten Jackett f\u00fcr Deutschland zu reiten?<\/strong><br>Das ist immer speziell. Ich wei\u00df noch genau, wann ich es das erste Mal getragen habe \u2013 das war in Sopot, bei meinem ersten Nationenpreis auf Drei-Sterne-Niveau. Nat\u00fcrlich ist die Aufregung heute anders, aber das Gef\u00fchl bleibt: Man reitet nicht f\u00fcr sich selbst, sondern f\u00fcrs eigene Land \u2013 und gemeinsam mit Teamkollegen. Das macht es besonders.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Du bist im Stall von Ludger Beerbaum in den internationalen Spitzensport hineingewachsen, bist Olympiasieger geworden. Nun ist klar: Du machst dich selbstst\u00e4ndig. Wie kam es zu dieser Entscheidung?<\/strong><br>Das war ein Prozess, der sich in den letzten ein bis zwei Jahren entwickelt hat. Es war nie ein spontaner Entschluss, sondern das Ergebnis vieler Faktoren \u2013 Erfahrung, Alter, Familie, Perspektive. Ich f\u00fchle mich nun bereit daf\u00fcr. Es war immer schon mein Ziel, irgendwann selbstst\u00e4ndig zu sein. Aber ich hatte keinen zeitlichen Plan, um mich auch nicht unter Druck zu setzen. Nun f\u00fchlt es sich genau richtig an. Ich hatte 13 unglaubliche Jahre bei Ludger Beerbaum. Zu ihm zu gehen, war die beste Entscheidung meines Lebens. Es war und ist eine tolle Zeit. Aber jetzt ist der richtige Moment, um den Schritt in die Selbstst\u00e4ndigkeit zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie sieht deine Zukunft konkret aus?<\/strong><br>Im Winter werden wir \u2013 wie schon im vergangenen Jahr \u2013 mit der Familie und den Pferden in Wellington (USA) sein, von Januar bis April. Danach geht\u2019s zur\u00fcck nach Deutschland f\u00fcr die Sommersaison. Ich werde voraussichtlich im kommenden Jahr zun\u00e4chst eine Stallgasse pachten. Ich plane etwa zw\u00f6lf Boxen \u2013 davon sechs bis acht f\u00fcr meine eigenen Pferde. Der Fokus bleibt klar auf dem Spitzensport. So wie es auch in den vergangenen Jahren war. Das ist mein klares Ziel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was treibt dich im Spitzensport an?<\/strong><br>Es ist einfach meine Leidenschaft. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht, vereinfacht gesagt. Ich habe die gr\u00f6\u00dfte Passion f\u00fcr den Springsport. Da m\u00f6chte ich bestm\u00f6glich performen. Der Spitzensport war immer mein Wunsch. Die Leidenschaft spornt mich jeden Tag an. Mich motiviert dabei weniger der einzelne Sieg, sondern die langfristige Entwicklung. Mir geht es nicht darum, jedes Springen zu gewinnen. Es geht um das Gef\u00fchl, mit meinen Pferden auf dem richtigen Weg zu sein. Kurzfristiger Erfolg hat mich nie angespornt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie konkret planst du Championate wie Aachen 2026 oder Olympia 2028?<\/strong><br>Ich plane langfristig, aber realistisch. Die Weltmeisterschaft in Aachen kursiert immer weiter vorne in meinem Kopf. F\u00fcr Los Angeles 2028 schaue ich auch schon jetzt, welche Pferde daf\u00fcr in Frage kommen. Ohne eine langfristige Entwicklungsphase ist es nicht m\u00f6glich bei einem Championat um eine Medaille mitzureiten. Ein Pferd muss man mindestens zwei Jahre lang sehr gut kennen, um bei den Olympischen Spielen erfolgreich sein zu k\u00f6nnen. Dort wird in einer Woche alles abgefragt, was wir in unserem Sport an Anforderungen haben \u2013 bei den Abmessungen, bei der Linienf\u00fchrung, bei der erlaubten Zeit. Man muss sein Pferd in- und auswendig kennen. Vertrauen und Sicherheit sind daf\u00fcr die Basis \u2013 man gewinnt nicht mit Zweifeln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wer ist derzeit dein Favorit f\u00fcr Aachen 2026?<\/strong><br>Klar, Checker steht an erster Stelle \u2013 er hat sich mit seinem Olympiasieg und seiner Konstanz bewiesen. Just Be Gentle hat ebenfalls Championatserfahrung und viel Potenzial. Dahinter kommen junge Pferde wie Cepano Baloubet und Chageorge, die ich langfristig aufbauen m\u00f6chte. Beide haben viel Potenzial, aber noch nicht die Erfahrung wie die anderen beiden. Ich versteife mich nicht auf ein Pferd, sondern mache genauso weiter wie im vergangenen Jahr. Jedes Pferd hat seinen Plan und sein Management. Es kristallisiert sich im kommenden Jahr, wer wirklich in Frage kommt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Interview.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fakten zum Nationenpreis-Finale in Barcelona&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Finale der League of Nations entscheidet sich am 5. Oktober 2025. Das deutsche Team hat den siebten Startplatz zugelost bekommen. Insgesamt gehen neun Teams an den Start. Die acht besten Nationen der Nationenpreis-Serie sowie Spanien als Gastgeber. Christian Kukuk und Just be Gentle sind das erste deutsche Paar. Als zweites gehen f\u00fcr Deutschland Sophie Hinners und Iron Dames Singclair an den Start, darauf folgen Marcus Ehning und Coolio. Richard Vogel und United Touch S sind, wie schon bei den Europameisterschaften in A Coruna, die Schlussreiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Entschieden wird das Finale in zwei Uml\u00e4ufen. Im ersten gehen vier Paare pro Nation an den Start. Im zweiten nur noch drei. Dann z\u00e4hlt jedes Ergebnis. Deutschland konnte in den vergangenen beiden Jahren gewinnen.&nbsp;<em>fn-press\/sag<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Nationenpreis-Finale in Barcelona geht Christian Kukuk als Startreiter f\u00fcr das deutsche Team in den Parcours. Mit Just Be Gentle geh\u00f6rte er bereits zum deutschen Bronze-Team bei den Europameisterschaften in A Coru\u00f1a. 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