{"id":98701,"date":"2026-05-29T10:42:32","date_gmt":"2026-05-29T08:42:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=98701"},"modified":"2026-05-29T10:51:50","modified_gmt":"2026-05-29T08:51:50","slug":"wo-sich-steve-guerdat-wohl-fuehlt-ich-komme-bestimmt-wieder-nach-hohen-wieschendorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/en\/index.php\/2026\/05\/29\/wo-sich-steve-guerdat-wohl-fuehlt-ich-komme-bestimmt-wieder-nach-hohen-wieschendorf\/","title":{"rendered":"Wo sich Steve Guerdat wohl f\u00fchlt: &#8220;Ich komme bestimmt wieder nach Hohen Wieschendorf.&#8221;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Steve Guerdat ist mir vier Pferden zur DKB Pferdewoche in Hohen Wieschendorf angereist, darunter seine WM-Hoffnungen f\u00fcr Aachen Nummer eins und zwei. Es ist die Premiere des Olympiasiegers bei dem Vier-Sterne-Event mit Ostsee-Charme. Welche Pferde hat er dabei? Was genie\u00dft er besonders? Wie blickt er auf die Turnierzukunft? Am Rande der DKB Pferdewoche hat spring-reiter.de mit dem Schweizer Spitzenreiter und Olympia-Sieger Steve Guerdat \u00fcber Willkommens-Kultur, Fake-Erlebnisse auf Turnieren und die schwierige Entwicklung in der Turnierlandschaft gesprochen.<br>\u00a0<br><strong>Steve, Sie sind zum ersten Mal bei der DKB Pferdewoche in Hohen Wieschendorf \u2013 wie ist Ihr erster Eindruck.<\/strong><br><em>Steve Guerdat<\/em>: Ich bin am Mittwoch hier angekommen und habe drei Pferde geritten \u2013 das war so angenehm. Ich genie\u00dfe richtig das Klima, die frische Luft hier. Und die Bedingungen sind super: die Stallungen, die Ausschreibung, der Abreiteplatz. Oft sind die Abreitepl\u00e4tze nicht so gro\u00df, aber hier ist unheimlich viel Platz, au\u00dferdem hat man \u00fcberall Platz, mit den Pferden zum Grasen zu gehen. Es ist wirklich alles tiptop.<br>\u00a0<br><strong>Ihre Wahl Nummer eins f\u00fcr die Weltmeisterschaft, wenn sie sich weiter so entwickelt wie geplant, ist Dynamix de Belheme. Mit ihr sind Sie 2023 Europameister geworden, jetzt war die Stute ein paar Monate verletzt, aber sie haben Sie mit nach Hohen Wieschendorf gebracht.<\/strong><br><em>Steve Guerdat<\/em>: Ja, genau. Es war nichts Schlimmes, aber man nimmt sich mit so einem Pferd immer ein bisschen extra Zeit. Ich habe sie hier zum Training mit, um dann langsam wieder mit Turnieren anzufangen und Richtung Weltmeisterschaft zu denken. Mit Iashin Sitte und Venard de Cerisy habe ich zwei weitere Pferde, die Championatserfahrung haben und f\u00fcr die Weltmeisterschaft in Frage kommen, aber ich wei\u00df, wenn ich auf dem Podium stehen m\u00f6chte \u2013 dann mit Dynamix. Iashin ist auch dabei, f\u00fcr ihn ist Hohen Wieschendorf das erste Turnier seit dem Weltcup-Finale in Texas, wo wir Sechste geworden sind. Seitdem hatte er Pause und soll hier mit zwei 1,40-Meter-Springen wieder anfangen, in Vorbereitung auf den Nationenpreis in St. Gallen.<br>\u00a0<br><strong>F\u00fcr die Vier-Sterne-Tour haben Sie zwei weitere Pferde mitgebracht\u2026<\/strong><br><em>Steve Guerdat<\/em>: Das sind Lancelotta und Hadj de Bliniere. Lancelotta hat schon viel gewonnen, auch schwere Springen, man kann sie unheimlich vielf\u00e4ltig einsetzen. Sie ist mit Blick auf den Gro\u00dfen Preis hier in Hohen Wieschendorf meine Nummer eins. Und Hadj ist ein Neunj\u00e4hriger, den ich Anfang des Jahres in Frankreich vom Video gekauft habe. Er ist ein ganz wildes Pferd, aber ich glaube, er hat Potenzial. Mit ihm starte ich am Samstag im Championat, das wird seine bisher gr\u00f6\u00dfte Aufgabe, sein erstes 1,55-Meter-Springen.<br>\u00a0<br><strong>Sie sind mehr als 900 Kilometer nach Hohen Wieschendorf angereist \u2013 warum?<\/strong><br><em>Steve Guerdat<\/em>: Es gab kein f\u00fcr mich interessantes Turnier, das n\u00e4her war. Ich wollte nicht nach Rom und alle anderen waren h\u00f6chstens 200 Kilometer weniger weit entfernt. Ich hatte aber schon so viel Gutes \u00fcber dieses Turnier hier geh\u00f6rt und ich reite sehr gerne neue Turniere. Man sieht neue Pl\u00e4tze, andere Leute, auch andere Pferde \u2013 das finde ich interessant. Und ich habe den Organisator kennengelernt, der ist supernett und es ist sch\u00f6n, Teil dieses Turniers zu sein. Ich kann jetzt schon sagen: Ich komme bestimmt wieder.<br>\u00a0<br><strong>Sie waren schon auf nahezu allen Turnierpl\u00e4tzen rund um die Welt. Wie w\u00fcrden Sie den Turnierstandort Hohen Wieschendorf einordnen?<\/strong><br><em>Steve Guerdat<\/em>: Es ist selten, dass ein Turnier wirklich das ausstrahlt, was es ist. Wenn ich auf ein Turnier der Global Tour gehe, f\u00fchle ich mich nicht wohl. Da ist eigentlich alles Fake \u2013 die Leute, die Atmosph\u00e4re, die Stimmung. Alles ist irgendwie gespielt und nicht echt. So empfinde ich das. Wenn man hier ankommt, ist es gem\u00fctlich. Man ist willkommen und die Pferde sind auch willkommen, die Atmosph\u00e4re ist famili\u00e4r. Die Leute sind gerne da und das strahlen sie auch aus.<br>\u00a0<br><strong>Lassen Sie uns einen Blick in die Zukunft werfen. Haben Turniere wie Hohen Wieschendorf langfristig eine Chance gegen die von Ihnen beschriebenen Turniere mit viel \u201aFake\u2018, aber h\u00e4ufig auch enormem Preisgeld?<\/strong><br><em>Steve Guerdat<\/em>: Es ist ganz sicher schwierig. Dank dieser hochdotierten Touren gibt es mehr Geld in unserem Sport, das stimmt. Wenn die anderen Turniere mithalten wollen, m\u00fcssen sie auch diese Menge Geld auszahlen. Und es wird immer schwieriger, Sponsoren zu finden. Das ist ein Problem. Ich verstehe auch nicht, warum wir immer mehr neue und teilweise gesichtslose Touren erfinden m\u00fcssen. Es w\u00e4re doch viel interessanter, das Geld in die Traditions-Turniere oder den Weltcup zu investieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Steve Guerdat f\u00fcrchtet, dass die Rechnung f\u00fcr einen Sponsor in Zukunft vielleicht nicht mehr aufgeht:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Steve Guerdat:<\/em> Eigentlich machen es nur noch Leute, die Pferde einfach gern haben und die diesen Sport lieben, emotional verbunden sind. Ich habe gerade gelesen, dass der Hauptsponsor von Stuttgart ausgestiegen ist. Das ist doch sinnlos. Das kann ich nicht nachvollziehen. Das Turnier ist ja sowas von geil und Stimmung da. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wird Geld im Springsport \u00fcberbewertet?<\/strong><br><em>Steve Guerdat<\/em>: Ich bin manchmal schon \u00fcberrascht, wenn manche Kollegen von \u201anur\u2018 200.000 Euro Preisgeld im Gro\u00dfen Preis sprechen. Das ist wahnsinnig viel Geld. Also, wir Reiter leben schon ein bisschen fern der Realit\u00e4t, auch wenn wir nat\u00fcrlich hohe Kosten haben, das ist so. Aber wenn es zum Beispiel um Preise von Pferden geht, das ist total au\u00dfer Kontrolle geraten. Da werden teilweise Millionen f\u00fcr ein Pferd bezahlt, Summen, die \u00fcber Gewinn-Gelder nur in den seltensten F\u00e4llen wieder zur\u00fcck flie\u00dfen. Und ich finde, das ist ein bisschen weit weg von der Realit\u00e4t.<br><strong>&nbsp;<br>Eine Frage darf auf dem Erdbeerhof Glantz nat\u00fcrlich nicht fehlen: Essen Sie gerne Erdbeeren?<\/strong><br><em>Steve Guerdat<\/em>: Nicht so gerne wie meine Tochter (schmunzelt), aber ich esse gerne Erdbeeren, eigentlich fast alle Fr\u00fcchte. Und noch viel lieber esse ich Spargel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steve Guerdat ist mir vier Pferden zur DKB Pferdewoche in Hohen Wieschendorf angereist, darunter seine WM-Hoffnungen f\u00fcr Aachen Nummer eins und zwei. Es ist die Premiere des Olympiasiegers bei dem Vier-Sterne-Event mit Ostsee-Charme. Welche Pferde hat er dabei? Was genie\u00dft er besonders? Wie blickt er auf die Turnierzukunft? 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