{"id":103303,"date":"2026-09-30T17:50:04","date_gmt":"2026-09-30T15:50:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=103303"},"modified":"2026-09-30T17:50:05","modified_gmt":"2026-09-30T15:50:05","slug":"holsteiner-verband-wehrt-sich-gegen-frontalen-angriff-sie-verkaufen-was-ihnen-nicht-gehoert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/en\/holsteiner-verband-wehrt-sich-gegen-frontalen-angriff-sie-verkaufen-was-ihnen-nicht-gehoert\/","title":{"rendered":"Holsteiner Verband wehrt sich gegen frontalen Angriff: &#8222;Sie verkaufen, was Ihnen nicht geh\u00f6rt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit knapp zwei Jahren schien Ruhe eingekehrt zu sein in den Holsteiner Verband, nachdem als Krisenmanager an der Spitze des Verbandes der Fehmaraner Hinrich K\u00f6hlbrandt die finanzielle Schieflage beseitigt und die Weichen neu gestellt hatte. Aber jetzt sorgt das fr\u00fchere Vorstands-Mitglied Dr. Maximilian Slawinski f\u00fcr neue Unruhe, indem er grunds\u00e4tzliche Fragen zur Ausrichtung des Verbandes stellt: Zuerst mit einem ersten \u201eOffenen Brief\u201c, der vor allem auf die Hengsthaltung des Verbandes zielt und auf den der Verband mit einer Stellungnahme reagierte, ohne Slawinski auch nur zu erw\u00e4hnen. Das f\u00fchrte umgehend zum zweiten \u201eOffenen Brief\u201c, in dem noch einmal nachgelegt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er ist, wie er selbst sagt, seit 25 Jahren \u201eleidenschaftlicher Holsteiner Z\u00fcchter\u201c, weil er davon \u00fcberzeugt ist, dass \u201eHolsteiner immer noch die besten Springpferde der Welt sind\u201c: Dr. Maximilian Slawinski, ist hauptberuflich als \u201eDeep-Tech Exekutiv\u201c im Technologie-Bereich t\u00e4tig, aber vom Pferde-Virus infiziert, seit er als Kind auf dem Gest\u00fct von Peter Nagel-Tornau aufwuchs. Und jetzt sorgt er wieder einmal f\u00fcr Unruhe im Holsteiner Verband. Zum mindestens zweiten Mal: Von 2021 bis 2024 war er 2. Vorsitzender des Verbandes \u2013 und wurde dann mit Zweidrittel-Mehrheit von den Delegierten abgew\u00e4hlt, nachdem neun von 13 K\u00f6rbezirken den entsprechenden Antrag gestellt haben. Die Diskussion auf der Delegiertenversammlung war damals nicht nur kritisch, sondern, wie er selbst es empfand, teilweise pers\u00f6nlich verletzend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eSie verkaufen, was Ihnen nicht geh\u00f6rt\u201c, mit diesem massiven Angriff auf Vorstand und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des Verbandes gibt der erste \u201eOffene Brief\u201c schon in der \u00dcberschrift den Ton vor. \u201eIch schreibe Ihnen, weil Sie gerade dabei sind, in wenigen Monaten zu zerst\u00f6ren, was Generationen von Holsteiner Z\u00fcchtern in \u00fcber einem halben Jahrhundert aufgebaut haben \u2013 und weil Sie es tun, ohne diejenigen zu fragen, denen dieser Verband geh\u00f6rt. Der Holsteiner Verband ist keine Firma, die Sie nach Belieben abwickeln k\u00f6nnen. Er ist das gemeinsame Werk von Bauern, Z\u00fcchtern und Pferdeleuten, die aus einem Arbeitspferd das beste Springpferd der Welt gemacht haben. Sie verwalten dieses Erbe. Sie besitzen es nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2019 habe der Ausverkauf unz\u00e4hliger verbandseigener Pferde begonnen, \u201eim Schnellverfahren versteigert, nach meiner Kenntnis unter Buchwert\u201c. Nur eines \u201ehatte damals noch niemand anger\u00fchrt: die Verbandshengste. Sie sind das Einzige, was den Holsteiner Verband noch von jedem anderen Zuchtverband unterscheidet. Sie geh\u00f6ren allen Mitgliedern gemeinsam.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann kommen Slawinskis konkrete Fragen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Z\u00fcchter haben ein Recht auf Antworten \u2013 jetzt, nicht nach vollendeten Tatsachen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Soll Keaton verkauft werden?<\/li>\n\n\n\n<li>Wird United Way bereits von Kaufinteressenten ausprobiert?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Hengste stehen noch auf Ihrer Liste?<\/li>\n\n\n\n<li>Geh\u00f6rt beispielsweise Conchezz dem Verband \u2013 oder vermarkten private Eigent\u00fcmer ihren Hengst auf der Plattform der Holsteiner Z\u00fcchter?<\/li>\n\n\n\n<li>Gibt es weitere Hengste die dem Verband teilweise oder gar nicht geh\u00f6ren (Eigentum)?<\/li>\n\n\n\n<li>Wer hat diese Verk\u00e4ufe beschlossen, und auf welcher Grundlage in der Satzung?<\/li>\n\n\n\n<li>Wohin flie\u00dft das Geld aus dem Verkauf unseres Verm\u00f6gens?\u201c<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antwort zu United Way wusste er wahrscheinlich vorher schon, sp\u00e4testens seitdem dessen Bereiter Lucas Wenz seinen Abschied als Verbandsreiter bekanntgegeben hatte: Der Hengst wird aktuell von Maximilian Weishaupt geritten, der schon im vergangenen Jahr Zuccero HV aus dem Holsteiner Verbandshengststall \u00fcbernommen hatte. Es gehe darum \u201ezu sehen, wie und ob der Hengst und Max gut zusammenpassen und man sich auch finanziell einig wird. Sollte, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer, das \u00dcbereinkommen nicht zustande kommen, nehmen wir ihn gerne wieder nach Elmshorn\u201c erkl\u00e4rte dazu Hengsthaltungs-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Felix Flinzer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Stellungnahme des Holsteiner Verbands auf den ersten \u201eOffenen Brief\u201c wird das Prinzip, das dahintersteht, ausf\u00fchrlich erkl\u00e4rt, n\u00e4mlich \u201eausgew\u00e4hlte Hengste gezielt in den internationalen Spitzensport zu bringen, ihre Sportrechte zu vermarkten und sie nach einer erfolgreichen Karriere m\u00f6glichst wieder der Holsteiner Zucht zur Verf\u00fcgung zu stellen. Die Vorsitzenden der K\u00f6rbezirke tragen die Strategie geschlossen und vollumf\u00e4nglich mit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Kern geht es um die Trennung von Sport- und Zuchtrechten. \u201eWerden ausschlie\u00dflich die Sportrechte ver\u00e4u\u00dfert, kann die Hengsthaltungs GmbH an der z\u00fcchterischen Nutzung beteiligt bleiben und gleichzeitig die wirtschaftlichen Voraussetzungen f\u00fcr attraktive Mitgliedskonditionen sichern. Das Modell soll zudem finanziellen Spielraum schaffen. Denn die Pferdezucht steht weltweit vor der Herausforderung r\u00fcckl\u00e4ufiger Bedeckungszahlen. F\u00fcr die Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH geht es deshalb um mehr als die Vermarktung einzelner Hengste: Es geht um die langfristige Sicherung der eigenen wirtschaftlichen und z\u00fcchterischen Handlungsf\u00e4higkeit.\u201c &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Richtung hei\u00dft: \u201eSporterfolg soll zum Motor f\u00fcr die langfristige z\u00fcchterische Nutzung und Sicherung der Holsteiner Genetik werden. Daf\u00fcr werden Kooperationen mit international erfolgreichen Springreitern aufgebaut und ausgebaut. Die Hengste sollen unter bestm\u00f6glichen sportlichen Bedingungen entwickelt werden \u2013 mit dem Ziel, sie im Idealfall bis zu Championaten und in die Global Champions Tour zu f\u00fchren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Internationale Erfolge sollen nicht nur den Wert und die Bekanntheit einzelner Hengste steigern, \u201esie sollen zugleich die Leistungsf\u00e4higkeit der Holsteiner Zucht international sichtbar machen und das Vertrauen von Z\u00fcchtern und Kunden in die Holsteiner Genetik st\u00e4rken. Au\u00dferdem hat sich gezeigt, dass Sporterfolge der V\u00e4ter die Begehrlichkeiten ihrer Nachkommen auf dem Markt h\u00e4ufig gesteigert haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Dr. Slawinski dieses Konzept nicht \u00fcberzeugt, war klar. Im zweiten \u201eOffenen Brief\u201c schreibt er: \u201eIhr Konzept lebt von Absichten. Die Hengste sollen nach ihrer Sportkarriere ,m\u00f6glichst&#8216; wieder der Holsteiner Zucht zur Verf\u00fcgung stehen. Sie ,k\u00f6nnen&#8216; nach Elmshorn zur\u00fcckkehren. Die Erl\u00f6se ,sollen&#8216; wieder in die Zucht investiert werden. Nichts davon ist eine Zusage. Die Z\u00fcchter geben ihre besten Hengste ab und erhalten daf\u00fcr Hoffnungen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das, was gerade in Schleswig-Holstein so nachdr\u00fccklich \u00f6ffentlich zur Diskussion gestellt wird, ist eine Frage, die die Zukunft eigentlich aller deutschen Traditionsverb\u00e4nde betrifft: Wohin soll angesichts der Marktentwicklung und r\u00fcckl\u00e4ufiger Bedeckungszahlen ihre Reise gehen? Dabei m\u00fcssen Antworten gefunden werden zu<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Alleinstellungsmerkmale einer Marke\/Exklusivit\u00e4t<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Weiterentwicklung und Pflege von Ausbildung, Know-how&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Sicherung der z\u00fcchterischen Qualit\u00e4t&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; und aktives Verbandsleben (nicht nur in der Krise und auf Insta) sowie offensive Diskussionskultur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht auch darum, wie \u00fcberfl\u00fcssige B\u00fcrokratie beseitigt wird \u2013 also alles in allem sind es Probleme, deren L\u00f6sung in der ganzen Gesellschaft anstehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit knapp zwei Jahren schien Ruhe eingekehrt zu sein in den Holsteiner Verband, nachdem als Krisenmanager an der Spitze des Verbandes der Fehmaraner Hinrich K\u00f6hlbrandt die finanzielle Schieflage beseitigt und die Weichen neu gestellt hatte. 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