Kläsener schnappt seinem Chef den Sieg weg
Siegreich in Groß Viegeln: Christopher Kläsener auf Colincor. Foto: Thomas Hellmann

Kläsener schnappt seinem Chef den Sieg weg

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Die Youngster-Tour in Groß Viegeln ist einzigartig – das Stechen um den Finalsieg war es auch. Fünf Tage vor seinem 24. Geburtstag hat Christopher Kläsener seinen Chef Marco Kutscher auf Platz zwei verwiesen. Kläsener und der achtjährige Captain Fire-Sohn Colincor flitzten in 41,65 Sekunden durch den Stechparcours beim Youngster-Finale der DKB-Pferdewochen, Kutscher und der siebenjährige KWPN-Fuchs Mr. Fuchs benötigten 42,18 Sekunden. Oha, dem Chef den Sieg vor der Nase weggeschnappt – ein Problem? Kutscher lacht in bester Laune: „Überhaupt nicht, jetzt feiern wir einfach doppelt!“ Platz drei ging an den achtjährigen Con Spirit-Sohn Cuba Libre unter dem Sattel von Max Kühner. Ihre Zeit im Stechen: 48,10 Sekunden. Elf der 57 Paare hatten den Sprung ins Stechen geschafft. Erstmals war die Youngster-Tour statt für Sechs- und Siebenjährige für Sieben- und Achtjährige ausgeschrieben. Die Qualifikationen fanden am Donnerstag und Freitag statt, das Finale am Sonntag. „Mir war wichtig, dass die jungen Pferde einen Tag Pause dazwischen haben“, erklärte Hausherr Holger Wulschner. Und erstmals gab es 25.000 Euro Preisgeld im Youngster-Finale – das gibt es sonst nie. Die Preisgelder in der Youngster-Tour liegen üblicherweise bei 5.000 bis 7.000 Euro. „Wir wollten zusammen mit Holger Wulschner ein Zeichen setzen“, betonte Josef-Jonas Sprehe, Juniorchef bei der Sprehe Geflügel- u. Tiefkühlfeinkost Handels GmbH & Co. KG, die die gesamte Youngster-Tour in Groß Viegeln finanziert. „Wir züchten viele Pferde selbst, bilden sie aus und bringen sie in den Sport. Wir wissen, wie unheimlich wichtig diese Youngster-Springen sind.“ Die Firma Sprehe gehört von Anfang an zu den Partnern der DKB-Pferdewochen Rostock – eine Partnerschaft für den Pferdesport.

Die besondere Tour

Die etwas andere, besondere Tour – das sind die Prüfungen für die Amateure. Der Andrang war in diesem Jahr enorm groß in Groß Viegeln. Hausherr Holger Wulschner musste einigen Interessierten absagen, weil er einfach nicht so viele Startplätze hatte. Nur, wer Amateurstatus hat, darf in dieser Tour an den Start gehen und internationale Bedingungen und internationales Umfeld genießen. Die Amateurreiter sind eine urige Mischung. In Groß Viegeln beispielsweise ging die Tochter von Stefan Aust, Herausgeber der Tageszeitung Die Welt, ebenso an den Start wie beispielsweise Paul Rickert. Paul war mit seinen 13 Jahren der jüngste Starter in diesen Tagen in Groß Viegeln und er saß auf dem einzigen Pony im Starterfeld, auf Sweet Don. Paul und sein Pony werden von Hausherr Wulschner trainiert. Die beiden trafen in Parcours auf Geschäftsmänner und Mütter, auf Studenten und Unternehmerinnen. In drei Touren gingen die Amateure an den Start – Small, Medium und Large, in Kürze SML. In der Small Tour stehen Hindernisse bis zu 1,15 Meter Höhe, in der Mittleren Tour bis 1,30 Meter und in der Großen Tour bis 1,40 Meter.

Die Sieger der jeweiligen Finalprüfungen waren Sherlyn Wroblewski auf Skyliner, die Schwedin Klara Bostam Edin auf Chabou und der Sieg in der Großen Tour, die komplett gesponsert wurde von Familie Frank Auer aus Mülheim an der Ruhr, ging am Finaltag an Holger Hecht auf Ari.

Fohlenauktion als Riesenerfolg

Zehn ausgewählte Spitzenfohlen, verkauft zu einem Durchschnittspreis von 14.350 Euro, mit einem Spitzenfohlen zugeschlagen bei 35.000 Euro – die dritte Fohlenauktion anlässlich der DKB-Pferdewochen Rostock war ein Riesenerfolg. Hausherr Holger Wulschner und Carsten Lenz vom Westfälischen Pferdestammbuch haben die Fohlen ausgesucht: moderne Spitzenfohlen mit besten Springgenen. „Das war das beste Lot, dass wir bisher hatten“, war Wulschner schon nach den Präsentationen der Youngster begeistert. „Wir sind hoch zufrieden“, resümierte Lenz nach der Auktion am Samstagabend. „Wir haben ein durchweg positives Feedback von Reitern, Züchtern und Sponsoren vor Ort bekommen, die Erwartungen an das Lot wurden voll erfüllt.“

Der Durchschnittspreis lag fast zwei Tausend Euro über dem des vergangenen Jahres, der Gesamtumsatz mit 143.500 hatte war nahezu um 50 Prozent gestiegen. Spitzenfohlen wurde der hochnoble Copa d’Oro v. Comme il Faut x Achill-Libero H, den sich der internationale Profireiter Max Kühner sicherte. Eins steht schon jetzt fest: Auch 2019 wird es wieder eine Fohlenauktion im Rahmen der DKB-Pferdewochen geben. „Holger und wir werden weiter die Philosophie verfolgen, hier in Groß Viegeln eine Plattform für allerbeste Fohlen zu bieten.“

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf www.wulschner.de

Alle Prüfungen werden LIVE! von Clipmyhorse.tv übertragen und sind später in der Mediathek einzusehen.