Young Riders Academy: „Talent kann auch ein Handicap sein“
Die Supervisor bei der Arbeit in Mannheim: Talent alleine reicht nicht Foto: A Young Riders Academy

Young Riders Academy: „Talent kann auch ein Handicap sein“

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Beim Mannheimer Maimarkt haben sich am Wochenende 22 nominierte Nachwuchshoffnungen in der zweiten Runde dem Finale des Auswahlverfahrens für die Young Riders Academy gestellt. Nach den Turnieren in Arezzo (26. – 31. März) und in Mannheim entscheidet sich bis Ende Mai, wer endgültig zu den Glücklichen des Jahrgangs 2019 der Young Riders Academy gehört. Die drei Kandidaten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sind ein Amazonen-Terzett, das ins Rennen der vielversprechenden Nachwuchsreiter im Alter zwischen 18 und 23 Jahren gestartet ist: Finja Bormann, Sophie Hinners und Justine Tebbel. Und so halb kann man auch noch eine Reiterin hinzuzählen, die in Mannheim beider Springen gewonnen deutlich hat: Alexa Stais startet zwar für ihre südafrikanische Heimat, aber lebt schon lange in Deutschland.

Insbesondere drei Reitsport-Legenden haben jetzt die Qual der Wahl: Emile Hendrix, Franke Sloothaak und Sven Holmberg treffen in den nächsten Tagen die letzte Entscheidung. Dabei zählt eben nicht nur die Ergebnis in den Wertungsprüfungen, sondern auch das Auftreten, gelebtes Horsemanship, generell der Umgang mit den Pferde-Partnern.

Am Rande des Maimarkt-Turniers haben Emile Hendrix und Franke Sloothaak deshalb noch einmal unterstrichen, worum es ihnen geht. Der Kernsatz lautet: „Talent kann auch ein Handicap sein, wenn der Ehrgeiz, der Wille, nicht stark genug ist – wenn das Talent die Leute träge macht.“

Emile Hendrix ergänzte: „Wir können neue Sterne aufleuchten sehen, und das Niveau der Bewerber steigt Jahr um Jahr. Die Konsequenz ist, dass gut sein allein nicht genug ist. Wir achten deshalb auf die Qualitäten, die den Unterschied ausmachen. Selbstverständlich geht es Talent und Ziele, aber auch Ehrgeiz, Begeisterung und Management sind heute Schlüsselqualitäten.“

Franke Sloothaak fügte an: „Meine Fokus-Punkte sind: Haltung, Verbindung mit dem Pferd, Bewegungsgefühl, in der Balance sein, Einfluss auf die Bewegung des Pferdes. Denn am Ende der Reise machen die Pferde die Reiter.“

In Kooperation mit dem International Jumping Riders Club und mit großzügiger Unterstützung von Rolex ist diese Young Riders Academy von der Non-Profit-Organisation Athenaeum vor ein paar Jahren ins Leben gerufen worden. Institutionelle Partner sind die Franklin Universität in der Schweiz und die Universität im schwedischen Uppsala. Im Rahmen dieser Förderung sollen die vielversprechenden Nachwuchsreiter in allen Bereichen optimal gecoacht werden, die für ihr späteres Leben wichtig sind. Die Bandbreite reicht von mentalem Coaching bis zu Team Building, von juristischen Grundlagen bis zur Tiermedizin, von Management-Training bis zur reiterlichen Förderung. Dazu gehört längerfristige Aufenthalt mit gezielter Förderung in den Ställen von Markus Beerbaum, Jos Lansink, der Brüder Ben, Wim und Gerco Schröder, Henk Nooren, Marco Kutscher, Franke Sloothaak und Rodrigo Pessoa.