Thorsten Wittenberg: Bereit für spannenden Job im Pferdesport
Immer erfolgreich im Parcours unterwegs: Thorsten Wittenberg, hier mit Ce Vier. Foto: spring-reiter.de

Thorsten Wittenberg: Bereit für spannenden Job im Pferdesport

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Er macht Ernst: Drei seiner Top-Pferde sind schon zurück beim Besitzer Paul Schockemöhle, der große LKW steht zum Verkauf. Thorsten Wittenbeg, Springreiter, Ausbilder und Trainer aus Leidenschaft zieht sich aus dem aktiven Springsport zurück. Persönliche Nackenschläge, explodierende Kosten und ein immer elitärer werdender Sport zwingen den 52jährigen Spitzenreiter aus Hamburg zum Umdenken und zur Aufgabe.

„Ich habe die Reiterei immer aus Leidenschaft betrieben, aber zuletzt hat es einfach keinen Spaß mehr gemacht“, erzählt Wittenberg gegenüber spring-reiter.de. In den letzten Jahren war der gelernte Bankkaufmann und studierte BWLer, der sein Hobby mit Anfang 30 zum Beruf machte, mit 13 Pferden auf der Anlage der Familie Greve in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause. Und tourte mit seinen Erfolgspferden zu den Turnieren durch die Republik. „Es wird immer schwieriger, gute junge Pferde zu finden und sie hinterher aufzubauen“, so der Springreiter. „Kaum ein Züchter überlässt Dir heute noch ein gutes Pferd zu einem fairen Preis, der Reitsport wird immer elitärer und teurer“, erzählt Wittenberg.  Da hofft heute jeder auf den einen Kracher, den er teuer an einen Scheich oder in die USA verkaufen kann.

Dabei stand Wittenberg selbst häufig auf dem Siegertreppchen. Doch die Preisgelder wiegen die Kosten bei weitem nicht mehr auf. „Selbst wenn ich drei Springen am Tag gewinne, fahre ich nicht kostendeckend nach Hause. Wenn ich für eine Box bei Hamburg beispielsweise 500 Euro zahle, noch Kosten für den Schmied, Sprit und die Pflegerin dazu kommen, kostet ein Pferd schnell 1000 Euro im Monat. Das muss erst mal erwirtschaftet werden.“ Zudem ist Wittenberg noch seine langjährige treue Sponsorin abhanden gekommen, sie hat sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Reitsport zurück gezogen. „Und ob man dann zum Beispiel selber etliche Euro für den Start bei der Sunhine Tour ausgibt, muss man sich schon gut überlegen.“ Und auch seine Zukunftshoffnung im Parcours, eine zehnjährige S** platzierte Stute, hat sich verletzt und kann nur noch als Zuchtstute eingesetzt werden.

Hinterher reiten will der erfolgreiche Springreiter Wittenberg auch nicht. Da heißt es jetzt, das Leben neu zu ordnen. Möglicherweise will er sich jetzt in der Wirtschaft umsehen, eine stille Teilhabe in eine aktiive umwandeln. Doch so ganz mag er noch nicht mit dem Pferdesport abschließen. Noch lässt er sich ein Hintertürchen offen. „Wenn es einen interessanten Trainerjob gäbe oder eine andere spannende Tätigkeit im Pferdesport, wäre ich natürllich bereit“, lacht Wittenberg. spring-reiter.de wünscht Thorsten Wittenberg alles Gute! Und, dass er dem Springsport doch irgendwie erhalten bleibt.