China lockt sie alle, da startet die Weltelite auch auf geliehenen Pferden
Schon zum zweiten Mal dabei: Daniel Deusser erklärt das Besondere in Peking Foto: Beijing Masters

China lockt sie alle, da startet die Weltelite auch auf geliehenen Pferden

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Der zukunftsträchtige Riesenmarkt China lockt nicht nur deutsche Industrie-Unternehmen an, sondern auch deutsche Reiter und Turnier-Veranstalter. Zu denen, die im Pendel-Verkehr über den Wolken zwischen Deutschland und China richtig Meilen sammeln, gehört vor allem auch Ludger Beerbaum.

An diesem Wochenende rückt die Hauptstadt Beijing als Veranstaltungsort zum ersten Mal wieder in den Fokus – und aus Deutschland mischt Engarde-Marketing mit. Nach den Etappen in Tianjin im April und Chengdu im Mai findet vom 4. – 7. Oktober das Finale der Longines FEI Jumping World Cup™ – China League im Chaoyang Park, im Zentrum Pekings statt. Mit 1,5-facher Wertung der regulären Punktevergabe kann das „Goldene Ticket“ für das  FEI World Cup™ Jumping Finale in Las Vegas auch an Reiter gehen, die bisher nicht ganz oben im Ranking stehen.

Durch den Sieg in Chengdu übernahm Kenneth Cheng aus Hong Kong  mit seiner 14-jährigen belgischen Warmblutstute Fanyface vorerst die Führung in der China League. Mit 27 Punkten konnte er sich von den hinteren Plätzen direkt auf Platz eins vorarbeiten. Quanwei Meng steht nach wie vor weiter oben im Ranking und ist mittlerweile knapp vor Galatu Jiri  (24 Punkte) Zweiter. Wer sich für das große Finale in den USA qualifiziert, steht damit noch lange nicht fest. Denn durch die spezielle Punktewertung in Peking haben auch Reiter wie Rui Zhang, Patrick Lam oder Jirigala Erdeng (Platz 4-6) noch Chancen auf die Teilnahme in Las Vegas.

Das Reitsportevent im Chaoyong Park hält weiterhin den Erfolgskurs. Durch das Konzept neben der Weltelite auch Amateure starten zu lassen, ist das Turnier bereits ab Freitag gut besucht. Am Sonntagnachmittag findet dann die Qualifikation für das CSI 3*-World-Cup-Springen statt, das am Montag entschieden wird. Das 3-Sterne-Event mit dem Preisgeld von insgesamt 1,42 Million RMB lockt auch europäische Reiter an. Rolf Göran Bengtsson, Gerrit Nieberg, Ferenz Szentirmai und Bronislav Chudyba reisen in diesem Jahr an und versuchen, das Preisgeld mit nach Hause zu nehmen.

Noch spektakulärer wird es vom 11. bis 14. Oktober. Dann geht es ins Olympiastadion von Peking, ins legendäre Bird’s Nest. Dann ziehen Ludger Beerbaum, der auch selbst startet, und die Aachener CHIO-Spezialisten Frank Kempermann und Michael Mronz mit an den Strippen. Bei den Longines Equestrian Beijing Masters gehen neun ausländische Stars mit an den Start: Daniel Deusser, Martin Fuchs, Malin Baryard-Johnsson, Penelope Leprevost, Jane Richard Philips, Henrik von Eckermann, Gregory Wathelet, Jos Verlooy – und eben Ludger Beerbaum selbst.

Daniel Deusser hat noch einmal das Besondere dieser Beijing Masters herausgestrichen: „Meine Kollegen und ich starten auf geliehenen Pferden. Wegen der Quarantäne-Bestimmungen dürfen wir nicht unsere eigenen Pferde mit nach China bringen. So treten wir mit Pferden an, die wir nicht kennen. Das macht es wirklich ganz besonders, denn die Chinesen starten natürlich auf ihren eigenen Pferden.“

Insgesamt 300 Reiter-Pferd-Kombinationen nehmen die Hindernisse im Vogelnest in Angriff. Höhepunkt und krönender Abschluss wird am Sonntag der Longines Grand Prix sein: über 1,50 m und mit Stechen.