BGH muss entscheiden: Wer ist Züchter beim Embryo-Transfer?
Natürlich Gold: Weihegold in Stuttgart. Foto: German Masters

BGH muss entscheiden: Wer ist Züchter beim Embryo-Transfer?

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Zwei Instanzen hat die Klägerin schon erfolglos hinter sich, jetzt muss der Bundesgerichtshof die Frage entscheiden: Wer ist der Züchter eines Fohlens nach Embryo-Transfer – der Eigentümer der „Spenderstute“ oder der Eigentümer der „Austragungsstute“? Und dabei geht es nicht nur um die Ehre, sondern auch um viel Geld.

In diesem grundsätzlichen Fall geht es um Weihegold, mit Isabell Werth seit Jahren erfolgreich im Dressurviereck: Olympiasieg, Europameisterschaft, Weltcup. Deshalb hat ihre Sponsorin Madeleine Winter-Schulze auch die Sportrechte bis zu den Olympischen Spielen 2020 für die weltbeste Dressurreiterin gesichert.

Aber die 14jährige Stute ist auch seit Jahren als Embryo-Spenderin erfolgreich. Nach der erfolgreichen Befruchtung werden – manchmal mit mehrfachem Erfolg pro Jahr – dafür jeweils die Embryonen in andere Stuten transferiert, die sie austragen haben. In den Pedigrees der Fohlen finden sich in diesem Fall illustre Hengste als Väter, von Fürst Romacier bis Totilas. Je erfolgreicher Weihegold wurde, desto teurer wurden die Nachkommen. 2016 wurde Viva Gold, Sohn von Vivaldi und Enkel von Weihegold, in Vechta für 140.000 Euro verkauft.

Aber wer ist der Züchter des potenziellen Goldstücks, wenn Weihegold und die Empfängerstute nicht dieselbe Besitzerin haben? Darüber brach der Streit aus, wurde erst vor dem Landgericht in Münster, dann vor dem Oberlandesgericht Hamm verhandelt und jeweils gegen die Weihegolds-Besitzerin entschieden.

Sie hatte ihre Stute im Jahr 2011 auf den Hof ihres jetzigen Prozess-Gegners gebracht, damit er Weihegold bis zur Grand-Prix-Reife ausbildet. Vereinbart wurde, dass die Weihegold-Besitzerin keine Kosten für Pflege, Unterbringung und Beritt bezahlen musste, sondern der Ausbilder stattdessen alle ein bis zwei Jahre ein Embryo von Weihegold entnehmen durfte.

Gesagt, getan, im Jahr 2012 wurde es ein Fohlen vom Hengst Apache. Und der Streit begann.

Denn im Equidenpass und in der Eigentumsurkunde steht als Züchter nicht die Eigentümerin von Weihegold, sondern Weihegolds Ausbilder, dem die Austragungsstute gehörte.

Am 20. Februar ist Termin vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe.