Kanadas Olympia-Ticket hängt an einer Kokain-Probe
Da schien die Welt noch in Ordnung: Nicole Walker und Falco Van Spieveld Foto: Facebook

Kanadas Olympia-Ticket hängt an einer Kokain-Probe

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Es passiert sehr selten, dass die Doping-Fahnder der FEI nicht ein Pferd, sondern einen Reiter suspendieren – und dann mit solchen Folgen, falls kein Gegenbeweis gelingt:

Nicole Walker soll am 7. August, dem Finaltag der Pan-American Games in Lima, Benzoylecgonine im Körper gehabt haben, ein Abbauprodukt von Kokain.  Das ist jedenfalls das Ergebnis der Tests, und deshalb hat die FEI die kanadische Reiterin jetzt erst einmal vorläufig gesperrt. Nicole Walker kann jetzt das FEI Tribunal anrufen.

Die erste Reaktion war die Beteuerung: „Ich habe keine verbotenen Drogen genommen, niemals“, beteuerte die 26-Jährige Enkelin des österreichisch-kanadischen Milliardärs Frank Stronach in einem Statement. „Ich war geschockt und am Boden zerstört, als ich von diesen Ergebnissen hörte.“

Aber sie kämpft jetzt nicht nur für ihre persönliche Rehabilitation, sondern auch um das Olympia-Ticket für das kanadische Springreiterteam. Denn Nicole Walker hatte im Finale von Lima auf Falco Van Spieveld (Toulon x Lys De Darmen) Platz vier belegt und damit den vierten Platz für das kanadische Team abgesichert, was die Qualifikation für Olympia 2020 in Tokio bedeutete. Hätte ihre Disqualifikation Bestand, wäre auch das Olympia-Ticket für die gesamte Mannschaft weg.

Vor einem Jahr gab es einen ähnlichen Fall: Im Körper eines Jungen Reiters aus Deutschland soll bei den Deutschen Meisterschaften in Balve ebenfalls das Kokain-Abbauprodukt in Verbindung mit Amphetaminen gefunden worden sein. Er ist seitdem gesperrt. Aber das Verfahren bei der FEI ist immer noch nicht abgeschlossen.