Landstallmeister gesucht, er muss nicht Müller heißen
Blick aufs Paradies: Hier soll ab 2021 der neue Landstallmeister dirigieren Foto: Neustädter Gestüte

Landstallmeister gesucht, er muss nicht Müller heißen

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Das Paradies ist 410 Hektar groß, rund 230 Jahre alt und sucht sein neues Oberhaupt. Oder, um es etwas prosaischer auszudrücken: Die Stiftung Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse) hat die Stelle des Landstallmeisters zum 01. 01. 2021 ausgeschrieben. In dieser Ausschreibung ist dann endgültig kein Platz mehr für Vergleiche mit dem Paradies: „In den Neustädter Gestüten werden jährlich rd. 400 Hengste, Stuten, Jungpferde, Schulpferde und Pensionspferde von 47 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewirtschaftet. Die für das Gestütswesen sowie Forschung und Bildung bestellte Person führt die Bezeichnung Landstallmeisterin/ Landstallmeister.“

„Zum Besten des Landes“ hatte der preußische König Friedrich Wilhelm I. die beiden Anlagen, das Hauptgestüt für die Stuten und das Landgestüt für die Hengste gegründet – beide durch eine wunderschöne, einen Kilometer lange Allee miteinander verbunden. Carl Heinrich August Graf von Lindenau wollte und sollte hier die Pferde für die Kavallerie und die Hofhaltung der Preußen heranziehen.

Dieses auch architektonische Schmuckstück ist eins der ältesten Gestüte Deutschlands und eins der größten Europas. Und war zu DDR-Zeiten auch für Pilzzucht sowie Rinder- und Schweinezucht im Einsatz.

Seit 2001 ist das Gestüt eine Stiftung öffentlichen Rechts. Viele EU-Millionen sind in den vergangenen Jahren in die Anlage geflossen, damit sie wirklich paradiesisch wieder hergestellt werden konnte. Und auch die Zucht nahm nach der Wende wieder richtig Fahrt auf, mit Blutzufuhr aus dem Westen.

Dr. Jürgen Müller hieß seit 1980 (mit drei Jahren Unterbrechung) der Landstallmeister, seit 2015 amtiert sein Nachfolger Uwe Müller. Dass auch der nächste Landstallmeister, Frau oder Mann, Müller heißen muss, steht jedenfalls nicht in der Stellenausschreibung.