Turnierveranstalter Ameeuw: Globale Krise zeigt uns, wie zerbrechlich wir sind
Das Coronavirus stellt für alles in Frage: Christophe Ameeuw Foto: Jean-Louis Carli/Aleapur-EEM

Turnierveranstalter Ameeuw: Globale Krise zeigt uns, wie zerbrechlich wir sind

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Er war das erste Opfer im internationalen Springsport: Christophe Ameeuw, Turnierveranstalter der Longines Masters Serie (Hongkong, Lausanne, Paris und New York), zwang das Coronavirus schon im Februar zur Absage der Longines Masters sowie der Asia Horse Week in Hongkong (13. -16. Februar). Und nun kam auch die Absage für sein 5*-Event in Lausanne.

„Anfang Januar habe ich aus meinem Büro in Asien die Mitteilung erhalten, dass in der chinesischen Provinz Wuhan 50 Menschen an einem neuen Virus ernsthaft erkrankt waren. Nur ein paar Wochen später hat das Virus uns in eine weltweite, chaotische Kriese nie dagewesenen Ausmaßes katapultiert. Eine Krise, aus der die Welt nur mit großen Veränderungen heraus kommen kann. Eine Krise, die uns zwingt, uns zu hinterfragen“, bringt der Chef des Springsport-Imperiums EEM, Christophe Ameeuw, seine Gedanke zu Corona auf den Punkt.

Der belgische Unternehmer sieht Krisen auch immer als Herausforderungen an: „Die erste Lektion, die ich gelernt habe, ist, wie zerbrechlich unser internationales Event-Model im Springreiten ist. Wir, die Organisatoren von 5*-Turnieren, haben doch alle gedacht, uns kann nichts und niemand stoppen“, gibt Ameeuw offen zu. Ein Irrtum, wie er heute weiß. „Nicht ist sicher. Und am Ende müssen wir uns eingestehen, dass dieses Event-System und auch die globalisierte Welt, die wir bis zum Exzess ausgenutzt haben, sehr zerbrechlich ist.“

Ihm ringt die derzeitige Situation vor allem Demut ab. „Covid-19 hat uns alle auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Es ist auch eine Warnung. Die Welt wird sich verändern und die alten Modelle haben ausgedient“, so der internationale agierende Turnierveranstalter und Züchter.

Er sieht in der Krise vor allem eine Chance: „Wir müssen uns jetzt fragen, ob wir in dieser künstlichen Blase weiterleben wollen oder ob wir die Krise zu unserem Vorteil nutzen und uns selber neu erfinden, uns umstrukturieren. Für eine solide, sichere Welt.“

Für Ameeuw gibt es auch im Pferdesport keine Alternative zu neuen Wegen: „Es ist unumgänglich. Die Pferdewelt fuhr. ebenso auf der Überholspur mit den endlosen Events, den Reisen rund um den Globus. Wir müssen uns in der Zukunft auf das Wesentliche konzentrieren. Events, die nicht nötig sind, auch mal weglassen.“