Eiken Sato: Vom buddhistischen Tempel zur Weltcup-Arena
Eiken Sato mit Campai in Göteborg. Foto: Kim C Lundin

Eiken Sato: Vom buddhistischen Tempel zur Weltcup-Arena

Er ist in einem buddhistischen Tempel aufgewachsen und stammt aus einem Land, das nicht unbedingt mit Springreiten in Verbindung gebracht wird. Eiken Sato ist ein aufstrebender Star im Springsport und kämpft derzeit um wichtige Punkte für das Weltcup-Finale. Was ihn antreibt, hat er im Gespräch in Göteborg verraten.

Seit sieben Monaten reitet der Japaner Eiken Sato in einem knallgelben Jackett – eine Farbe, die das Reitsportpublikum mit einem anderen Weltstar, dem Brasilianer Yuri Mansur, in Verbindung bringt.
„Wir arbeiten zusammen, worüber ich sehr glücklich bin. Yuri ist ein guter Reiter, Mensch und Trainer, daher glaube ich, dass meine Ergebnisse zum großen Teil sein Verdienst sind“, sagt Eiken Sato, der im Dezember 2025 als erfolgreichster Springreiter beim Internationalen Festhallen Reitturnier in Frankfurt ausgezeichnet wurde.

Als die Gothenburg Horse Show 2026 stattfindet, ist Eiken mit Platz 198 der bestplatzierte japanische Reiter in der FEI-Weltrangliste. Mit seiner Platzierung im 1,50-Meter-Springen am Donnerstag erreichte er 2026 seinen vierten internationalen Podiumsplatz.
„Ich bin zum ersten Mal hier in Göteborg. Ich bin schon jetzt beeindruckt von der Arena und dem Publikum“, sagt Eiken.

Japan ist ein Land, das man nicht unbedingt mit Reitsport in Verbindung bringt. Im japanischen Buddhismus ist es Tradition, dass der älteste Sohn Mönch wird – allerdings leben die meisten ein normales Familienleben und haben normale Jobs. Eikens Vater ist Mönch, ebenso wie sein älterer Bruder.
„Ich bin mit dieser Kultur aufgewachsen, praktiziere sie heute aber überhaupt nicht mehr“, sagt Eiken.

Seine Eltern betrieben eine Reitschule, daher waren Pferde und Reiten ein natürlicher Teil von Eikens Leben. Er wusste schon früh, dass er nach Europa kommen wollte, um mehr vom Turniersport zu sehen, und als 18-Jähriger, ohne ein Wort Englisch zu sprechen, verließ er die Insel im Pazifik.
„Jos Verlooy war Nationaltrainer in Japan und verhalf mir zu einer Anstellung bei Axel Verlooy, wo ich unter anderem mit Harrie Smolders zusammenarbeitete. Ich begleitete sie zu Turnieren und lernte, mit Europäern zu kommunizieren und mich in Europa zurechtzufinden. Das ist ein großer Unterschied zu Japan“, erzählt Eiken.

Schließlich landete Eiken bei der Legende Paul Schockemöhle, wo er mehrere Jahre lang arbeitete. Eine seiner Kolleginnen war die schwedische Reiterin Helena Torstensson, die von dem Talent des Japaners beeindruckt ist.
„Er hat ein fantastisches Gespür für Pferde, Hindernisse und Parcours. Es spielt keine Rolle, ob es sich um ein Pferd handelt, das gerade erst mit dem Springen angefangen hat, oder um ein Olympia-Pferd – er bringt es dazu, fantastisch zu springen“, sagt Helena Torstensson.

„Ich versuche immer mein Bestes zu geben, das gehört zu meinem Job dazu. Bei Schockemöhle durfte ich alle Arten von Pferden reiten und habe versucht, von jedem etwas zu lernen“, sagt Eiken.

Eiken Sato hat drei Pferde mit nach Göteborg gebracht: Campai 3, Chadellano JRA und Milva RB. Er liegt auf Platz 25 der westeuropäischen Liga.
„Ich würde am Sonntag wirklich gerne ein paar Punkte sammeln. Dann hätte ich in Helsinki weniger Druck. Am liebsten würde ich unter die ersten drei kommen“, bringt es Eiken auf den Punkt. Derzeit ist er die Nummer 26 in der Wertung, braucht also noch dringend Punkte, da sich nur die besten 18 für das Finale qualifizieren.

Er macht keinen Hehl daraus, dass es die großen Siege sind, die ihn antreiben.
„Ich liebe Pferde und es ist mir wichtig, dass es ihnen gut geht, genauso wie ein Team zu haben, das funktioniert und sich bestmöglich um sie kümmern kann. Die Wettkämpfe und Erfolge sind das Ziel – das ist natürlich für alle so“, sagt Eiken Sato.

Ergänzte PM Gothenburg Horse Show