{"id":238,"date":"2016-08-24T14:05:03","date_gmt":"2016-08-24T12:05:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spring-reiter.de\/?page_id=238"},"modified":"2017-04-05T12:18:18","modified_gmt":"2017-04-05T10:18:18","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/index.php\/geschichte\/","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie alles begann<\/strong><\/p>\n<p>H\u00f6her, schneller weiter: Springreiten hat Tradition. Seit rund 150 Jahren &#8222;fliegen&#8220; Pferd und Reiter \u00fcber Oxer, Steilspr\u00fcnge, Mauern und Wassergr\u00e4ben. Der erste mit einem heutigen Springturnier vergleichbare Wettbewerb fand im Jahr 1864 in Dublin statt. Zur\u00fcck gehen die ersten Springturniere auf die damals beim Publikum sehr angesagten Reitjagden. Doch weil die Zuschauer die Reiter immer nur kurz vorbeigaloppieren sahen und schnell aus dem Blick verloren, verlegte man die Wettbewerbe mehr und mehr auf kleinere, \u00fcbersichtliche und k\u00fcnstlich angelegte Pl\u00e4tze.<\/p>\n<p><strong>Springreiten und Olympia<\/strong><\/p>\n<p>Bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen gingen allerdings noch keine Pferdsportler an den Start. Erst vier Jahre sp\u00e4ter, bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris, wurde auch das erste Springturnier ausgetragen. 24 Reiter aus vier Nationen k\u00e4mpften um die Medaillen. Der Parcours hatte damals eine L\u00e4nge von 850 Metern mit 21 Hindernissen, die zwischen 1,00 Meter und 1,20 Meter hoch waren. Zus\u00e4tzlich gab es einen Wassergraben von 4,00 Metern Breite. Gold und Silber gingen an die Belgier Aim\u00e9 Haegeman auf Benton II und Georges van de Poele auf Windsor Squire vor dem franz\u00f6sischen Bronze-Gewinner Louis de Champsavin auf Terpsichore. Neben dem Springreiten gab es aber auch noch eine Pr\u00fcfung im Weitsprung \u00fcber einen 4.50 breiten Wassergraben. Auch hier gewann ein Belgier, Constant van Langhendonck, mit Extra Dry. Dieses Reiter-Pferd Team sprang sagenhafte 6,10 Meter weit.<\/p>\n<p><strong>Rittmeister Caprilli setzte den leichten Sitz durch<\/strong><\/p>\n<p>Den modernen und heute noch praktizierten Springsitz setzte Federico Caprilli (geb. 1868 in Livorno, gestorben 1907 in Pinerolo) durch. Er war Rittmeister der italienischen Armee und Ausbilder an italienischen Kavallerie-Schulen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war im Springreiten noch ein Sitz \u00fcblich, bei dem der Reiter weit zur\u00fcckgelehnt im Sattel sa\u00df und die F\u00fc\u00dfe nach vorn streckte, um sich bei der Landung besser abst\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Um die Vorteile des leichten Sitzes zu beweisen, stellte Caprilli 1902 in Turin mit 2,08 m einen Hochsprungrekord auf. Der Rittmeister starb 1907 bei einem harmlos wirkenden Sturz.<\/p>\n<p><strong>Auslandsstartverbot f\u00fcr deutsche Reiter!<\/strong><\/p>\n<p>Wenig erfolgreich lief es f\u00fcr 15 deutsche Offiziere beim ersten gro\u00dfen Milit\u00e4r-Reitturnier 1902 in Turin. Nach zehn Wettkampf-Tagen kamen sie mit nur einer Platzierung nach Hause. Kaiser Wilhelm II., entt\u00e4uscht \u00fcber die entw\u00fcrdigende Niederlage, verh\u00e4ngte kurzerhand ein jahrelanges Auslandsstartverbot. Erst Ende 1910 durften die deutschen Offiziere wieder international an den Start gehen.<\/p>\n<p><strong>Deutsche Reiter erfolgreich bei Olympia 1912 in Stockholm<\/strong><\/p>\n<p>Besser lief es f\u00fcr die deutschen Spring-Reiter bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm. Dabei hatte es der Parcours mit einem vorgegebenen Tempo von 400 Metern pro Minute \u00fcber 19 Hindernisse, die bei bis 1,40 Meter H\u00f6he teilweise zwei- und dreimal gesprungen werden mussten und so am Ende 29 Spr\u00fcnge ergaben, durchaus in sich. Die deutsche Mannschaft um Sigismund Freyer auf Ultimus, Willi von Hohenau auf Pretty Girl, Ernst Deloch auf Hubertus und Friedrich Karl von Preu\u00dfen auf Gibson Boy gewannen die Mannschafts-Bronze-Medaille. In der Einzelwertung ging die Silber-Medaille an Rabot W. von Kr\u00f6cher auf Dohna.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr einheitliche Regeln: 1921 kommt der Weltverband FEI<\/strong><\/p>\n<p>Bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm und 1920 in Antwerpen wurden die Reiterwettbewerbe noch nach den nationalen Regeln der Gastgeber ausgetragen. Dies sorgte bei den ausl\u00e4ndischen Startern nat\u00fcrlich f\u00fcr Verwirrung. Abhilfe schuf der P\u00e4dagoge, Historiker und Sportfunktion\u00e4r Pierre de Coubertin (geb. 1863 in Paris, gestorben 1937 in Genf). Coubertin, der sich f\u00fcr die Wiederbelebung der Olympischen Spiele einsetzte und 1894 das Internationale Olympische Komitee gr\u00fcndete, schmiedete mit den f\u00fchrenden acht Reiternationen (Belgien, D\u00e4nemark, Frankreich, Italien, Norwegen, Schweden, Japan und die USA) 1921 den Weltverband FEI und erarbeitete ein internationales Regelwerk. Deutschland wurde, als Folge des Ersten Weltkriegs, erst 1927 in die FEI aufgenommen.<\/p>\n<p><strong>Erste Weltmeisterschaft 1953<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahre 1953 wurde in Paris die erste Weltmeisterschaft im Springreiten ausgetragen. Die vier besten Reiter ermittelten ihren Meister im Finale mit spannendem Pferdewechsel. Ein Modus, der sich bis heute nicht ver\u00e4ndert hat. Erster Weltmeister durfte sich der Spanier Francisco Goyoaga nennen, Vizemeister wurde der deutsche Springreiter Fritz Thiedemann auf dem damals erst siebenj\u00e4hrigen &#8222;Diamant&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie alles begann H\u00f6her, schneller weiter: Springreiten hat Tradition. Seit rund 150 Jahren &#8222;fliegen&#8220; Pferd und Reiter \u00fcber Oxer, Steilspr\u00fcnge, Mauern und Wassergr\u00e4ben. Der erste mit einem heutigen Springturnier vergleichbare Wettbewerb fand im Jahr 1864 in Dublin statt. 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