{"id":247,"date":"2016-08-24T14:07:09","date_gmt":"2016-08-24T12:07:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spring-reiter.de\/?page_id=247"},"modified":"2017-04-05T13:04:47","modified_gmt":"2017-04-05T11:04:47","slug":"springausbildung-reiter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/index.php\/springausbildung-reiter\/","title":{"rendered":"Springausbildung Reiter"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;Wirf Dein Herz \u00fcber das Hindernis und springe ihm nach!&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Das alte Sprichwort bringt es auf den Punkt: Wenn Beine zu Fl\u00fcgeln werden, ist Courage von Reiter und Pferd gefordert. Denn nur wer ein Hindernis entschlossen anreitet und ohne wenn und aber auf die andere Seite will, wird diese Sicherheit auch auf sein Pferd ausstrahlen. Pferde sind sensibel, die Gef\u00fchle des Reiters teilen sich dem Pferd durch seine Einwirkungen, durch ihren Nachdruck ihre Sicherheit oder Unsicherheit mit. Das Pferd f\u00fchlt ganz genau, ob sein Reiter zum Sprung entschlossen ist oder unentschlossen und \u00e4ngstlich oder z\u00f6gerlich gegen ein Hindernis reitet. Ist letzteres der Fall, wird auch das Pferd verunsichert und wird schlie\u00dflich stehen bleiben oder seitlich ausbrechen. Grundvoraussetzung ist gegenseitiges Vertrauen, auch beim Springreiten.<\/p>\n<p><strong>Ohne Dressurgrundlagen geht es nicht<\/strong><\/p>\n<p>Bevor der Reiter mit dem Springen beginnt, sollte er schon einigerma\u00dfen sattelfest sein. Eine gute Dressurausbildung ist auch beim Springen eine wichtige Grundlage. Denn der angehende Springreiter muss sein Pferd in jeder Gangart sicher an den Hilfen haben und ausbalanciert sitzen. Er sollte ein Gef\u00fchl f\u00fcr einen gleichm\u00e4\u00dfigen Galopprhythmus haben, im Galopp zulegen und zur\u00fcckreiten k\u00f6nnen. Und nat\u00fcrlich auch in der Lage sein, das Pferd jederzeit durchzuparieren.<\/p>\n<p><strong>Ein Tipp:<\/strong> Am Anfang empfiehlt es sich, den unerfahrenen Spring-Reiter auf ein routiniertes Spring-Pferd zu setzten, welches auch mal einen Reiterfehler verzeiht. Ein &#8222;Greenhorn&#8220; lernt selten von einem anderen &#8222;Greenhorn&#8220;, wobei es nat\u00fcrlich auch hier Ausnahmen gibt, wenn Pferd und Reiter gen\u00fcgend Talent, Ehrgeiz und jede Menge Geduld mitbringen.<\/p>\n<p><strong>Der leichte Sitz (Springsitz)<\/strong><\/p>\n<p>Gesprungen wird im leichten Sitz. Damit der Reiter die Beine etwas mehr anwinkeln kann, m\u00fcssen die B\u00fcgel daf\u00fcr zwei Loch k\u00fcrzer geschnallt werden. Im leichten Sitz kann sich der Reiter schneller den Bewegungen des Pferdes anpassen als im gestreckten Grundsitz. Das ist wichtig, damit man, \u00fcber und nach dem Sprung, stets in der Bewegung des Pferdes bleibt, sprich es nicht im Gleichgewicht st\u00f6rt. Dadurch, dass der Reiter nicht mehr schwer im Sattel einsitzt, macht er es dem Pferd leichter, seinen R\u00fccken \u00fcber dem Sprung aufzuw\u00f6lben. Der Reiter steht leicht im Sattel, so dass zwischen dem Ges\u00e4\u00df und dem Sattel ein &#8222;Luftkissen&#8220; ist. Das Ges\u00e4\u00df kommt etwas weiter nach hinten, den Oberk\u00f6rper neigt der Reiter aus der H\u00fcfte heraus leicht vor. Das Reitergewicht wird vermehrt von Oberschenkel, Knie und Absatz getragen. Der R\u00fccken muss dabei gerade bleiben. Die Hand geht gef\u00fchlvoll in Richtung Pferdemaul vor. Der Blick ist geradeaus gerichtet. Grundlage dabei ist eine gedachte senkrechte Linie, die sich durch Schulter, Knie, Wade und Fu\u00df des Reiters zieht. Alle Bewegungen werden \u00fcber das Knie- und Fu\u00dfgelenk abgefedert, \u00e4hnlich wie beim Skifahren auf der Buckelpiste. Der feste Knieschluss gibt dem Reiter die n\u00f6tige Sicherheit. Soll das Pferd nach dem Sprung wieder zur\u00fcck kommen, sprich langsamer werden und sich wieder vermehrt auf die Hinterhand setzen, richtet sich der Reiter wieder auf. Dabei kann das Ges\u00e4\u00df auch im Sattel bleiben. Dann spricht man vom<strong>&#8222;Entlastungssitz&#8220;<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Erste \u00dcbungen<\/strong><\/p>\n<p>Sind die Grundlagen geschaffen und ist das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter da, kann es mit den ersten Spr\u00fcngen auf gerader Linie \u00fcber ein tief gestelltes Cavaletti los gehen. Das Pferd wird \u00fcber dem niedrigen Cavaletti h\u00f6chstens einen vergr\u00f6\u00dferten Galoppsprung machen, so dass sich der Reiter an den leichten Sitz gew\u00f6hnen kann. Durch das gleichm\u00e4\u00df\u00dfige Galoppieren bekommt er zudem ein Gef\u00fchl f\u00fcr die L\u00e4nge des Galoppsprungs seines Pferdes. Wichtig ist, dass der Reiter das Cavaletti schon am Anfang von beiden Seiten immer mittig anreitet und auch nach dem Sprung erst einmal weiter geradeaus reitet und dann zum Trab und Schritt durchpariert. Handwechsel sind wichtig, um die Arbeit f\u00fcr das Pferd nicht langweilig werden zu lassen. Klappt die \u00fcbung, kann das Cavaletti auf die h\u00f6chste Stufe gedreht und alles wiederholt werden.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste &#8222;H\u00fcrde&#8220; bilden zwei niedrige aufgestellte Cavalettis auf gerader Linie in rund 19-20 Meter Entfernung. Wenn man davon ausgeht, dass ein durchschnittlicher Galoppsprung rund 3,50 Meter gro\u00df ist und man f\u00fcr Absprung und Landephase einen Galoppsprung dazu rechnet, ergibt sich eine normale Distanz, die auf 5 Galoppspr\u00fcnge zu reiten ist. Um sich in den gleichm\u00e4\u00dfigen Rhythmus des Pferdes einzuf\u00fchlen, ist es schon am Anfang gut, die Galoppspr\u00fcnge zwischen den Cavalettis zu z\u00e4hlen. Bleiben Pferd und Reiter auch hier im guten Rhythmus, kann das Cavaletti auf die h\u00f6chste Stufe gestellt und die \u00dcbung wiederholt werden. Denn Pferd und Reiter lernen am besten durch Abwechslung und Wiederholungen, so wird der Bewegungsablauf trainiert und automatisiert.<\/p>\n<p><strong>Ein Tipp:<\/strong> Die \u00dcbung der zwei auf gerader Linie aufgestellten Cavalettis in 19 bis 20 Meter Entfernung eignet sich auch sehr gut f\u00fcr fortgeschrittene Reiter, die ein Gef\u00fchl f\u00fcr den Galoppsprung ihres Pferdes entwickeln wollen. Sie k\u00f6nnen zudem ausprobieren, welches Grundtempo sie ben\u00f6tigen, um dieselbe Distanz auf 4 oder 6 Galoppspr\u00fcnge zu reiten, das hei\u00dft, die Galoppspr\u00fcnge zu vergr\u00f6\u00dfern oder zu verk\u00fcrzen.<\/p>\n<p><strong>Der Weg zum Erfolg: \u00dcben, \u00fcben, \u00fcben!<\/strong><\/p>\n<p>Die wichtigsten Dinge, auf die der Reiter achten sollte, sind Sitz, Rhythmus, ein frisches, gleichm\u00e4\u00dfiges Grundtempo und ein vorausschauender Blick. Der Reiter muss beim Springen lernen, den optimalen Anreiteweg, sprich die optimale Linienf\u00fchrung zum Hindernis zu w\u00e4hlen. Hat er erst einmal ein Gef\u00fchl f\u00fcr die L\u00e4nge der Galoppspr\u00fcnge seines Pferdes entwickelt, kann er \u00fcber das fl\u00fcssige Grundtempo lernen, die passende Absprungdistanz einzusch\u00e4tzen. Sieht der Reiter, ob die Distanz bis zum Absprung zu gro\u00df oder zu dicht wird, kann er reagieren und durch entsprechendes Verk\u00fcrzen oder Verl\u00e4ngern der Galoppspr\u00fcnge die optimale Absprungstelle finden.<\/p>\n<p><strong>Braucht man ein gutes Auge und gro\u00dfes Talent als Springreiter? Dazu schrieb Freiherr v. Langen in seinem Buch &#8222;Reiten \u00fcber Hindernisse&#8220; aus dem Jahre 1931:<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>&#8222;Je begabter und gl\u00fccklicher veranlagt der Reiter von Natur aus ist, desto unmerklicher wird er durch Zulegen oder Verk\u00fcrzen des Tempos die Galoppspr\u00fcnge so einteilen, das die Vorderbeine des Pferdes beim Absprung an der g\u00fcnstigsten Stelle vor dem Hindernis stehen. Dies ist aber die Folge einer k\u00fcnstlerischen Begabung einzelner und darf daher nicht zur Verallgemeinerung f\u00fcr alle Springreiter f\u00fchren. Das oberste Gesetz f\u00fcr alle, die nicht das Gl\u00fcck solcher K\u00fcnstlerschaft besitzen, muss sein: Das Pferd machen lassen und h\u00f6chstens durch Zulegen im Tempo d.h. durch Verl\u00e4ngerung der letzten Galoppspr\u00fcnge einen fr\u00fcheren Absprung erzielen wollen, der immer besser ist als ein zu nahes Heranlaufen.&#8220;<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Springreiter einmaleins:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Immer gerade auf die Mitte des Hindernisses zu reiten<\/li>\n<li>Blick nach vorne richten<\/li>\n<li>Nicht an den Z\u00fcgeln festhalten<\/li>\n<li>Beine vor dem Sprung zu machen<\/li>\n<li>Z\u00fcgel \u00fcber dem Sprung nachgeben, damit sich das Pferd strecken kann<\/li>\n<li>Sich von den Bewegungen des Pferdes mitnehmen lassen, nicht hinter der Bewegung bleiben und mit der Hand zur\u00fcck wirken.<\/li>\n<li>Fr\u00fchzeitig dorthin schauen, wo man als n\u00e4chstes hinreiten will<\/li>\n<li>F\u00fcr einen gleichm\u00e4\u00dfigen Rhythmus Galoppspr\u00fcnge z\u00e4hlen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Lese-Tipp:<\/strong> &#8222;Cavaletti Dressur und Springen &#8211; Erfolgreich trainieren mit Olympiareiterin Ingrid Klimke&#8220;, von Ingrid und Reiner Klimke, erschienen im Kosmos Verlag<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wirf Dein Herz \u00fcber das Hindernis und springe ihm nach!&#8220; Das alte Sprichwort bringt es auf den Punkt: Wenn Beine zu Fl\u00fcgeln werden, ist Courage von Reiter und Pferd gefordert. 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