{"id":101453,"date":"2026-08-21T23:50:04","date_gmt":"2026-08-21T21:50:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=101453"},"modified":"2026-08-22T00:38:51","modified_gmt":"2026-08-21T22:38:51","slug":"gold-gold-gold-gold-eine-super-runde-nach-der-anderen-deutschlands-springreiter-holen-sich-mit-grossem-abstand-in-aachen-den-titel-des-team-weltmeisters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/index.php\/2026\/08\/21\/gold-gold-gold-gold-eine-super-runde-nach-der-anderen-deutschlands-springreiter-holen-sich-mit-grossem-abstand-in-aachen-den-titel-des-team-weltmeisters\/","title":{"rendered":"Gold!  Gold! Gold! Gold! Eine Super-Runde nach der anderen: Deutschlands Springreiter holen sich mit gro\u00dfem Abstand in Aachen den Titel des Team-Weltmeisters"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Woche nach den Dressurreitern haben auch die deutschen Springreiter in Aachen Team-Gold bei der Weltmeisterschaft gewonnen, zum ersten Mal wieder nach dem Titel 2010 in Lexington. Und wie! Null Fehler von Er\u00f6ffnungsreiter Marcus Ehning mit Coolio, 1 Zeitfehler f\u00fcr Sophie Hinners mit Iron Dames Singclair, null Fehler f\u00fcr Daniel Deusser mit Otello de Guldenboom und 2 Zeitfehler f\u00fcr Richard Vogel mit United Touch S in der finale Runde unter Flutlicht sorgten f\u00fcr einen sehr deutlichen Sieg von Bundestrainer Otto Beckers Team Deutschland mit 4,48 Punkten vor den Belgiern und ihrem deutschen Teamchef Peter Weinberg mit 11,69 Punkten, deren Erfolg ein fehlerfreier Ritt von Schlussreiter Abdel Said auf Wathnan Quaker Brimbelles Z abgesichert hatte. Bronze ging an das britische Team mit 12,98 Punkten. F\u00fcr die urspr\u00fcnglichen Zweiten, die USA, blieb trotz einer Nullrunde von Schlussreiter McLain Ward auf High Star Hero nur der undankbare vierte Platz mit 16,85 Punkten, denn vor ihm hatte auch Lillie Keenan mit Fasther gepatzt und acht Fehlerpunkte der US-Bilanz hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor der offiziellen Siegerehrung war dann nur noch Singen und Tanzen auf den Trib\u00fcnen angesagt, ein Ohrwurm nach dem anderen wurde gesungen und geschunkelt, bis der Jubel keine Grenzen mehr kannte, als die vier Mannschaftsweltmeister als drittes der Podiums-Teams einritten, in roten Jacken mit den breiten Sch\u00e4rpen der Titeltr\u00e4ger. Das Klatschen wollte gar nicht mehr aufh\u00f6ren. Und dass inzwischen der Regen nur so str\u00f6mte &#8211; wen konnte das in diesem Moment st\u00f6ren. Vielleicht au\u00dfer den Fotografen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bundestrainer Otto Becker f\u00fchlte sich hinterher, &#8222;als ob ich ein paar Zentimeter gewachsen w\u00e4re, so gut, wie die geritten haben. Ich bin \u00fcberw\u00e4ltigt, mir fehlen die Worte, was das Team geleistet hat. Es ist ein richtiges Team, die Vier, wie die sich hier pr\u00e4sentiert haben. Jeder hat seine Runden dazu beigesteuert. Ich bin total stolz auf das Team und dass ich mit dabei bin.&#8220;  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Einzelwertung sind jetzt drei deutsche Titelaspiranten unter den besten F\u00fcnf. Es f\u00fchren nach diesem Abend punktgleich mit 0,86 Punkten Daniel Deusser und Steve Guerdat das Ranking an, vor Ben Maher mit 1,01 Punkten und Marcus Ehning mit 1,78 Punkten auf Rang vier. F\u00fcnfte ist jetzt Sophie Hinners mit 1,84 Punkten, 14. Richard Vogel mit 5,38 Punkten. Der am Nachmittag noch F\u00fchrende, Scott Brash, hatte mit seinem Hello Mango an diesem Tag gleich an Sprung eins einen Abwurf und fiel mit 4,80 Punkten auf Rang 10 zur\u00fcck. Es bleibt also spannend auf dem weiteren Weg zum Einzeltitel. Nach einem Tag Erholungspause f\u00fcr die Pferde starten am Sonntag um 14 Uhr 20 die beiden finalen Wertungsrunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 20 Uhr 15 war an diesem Freitag die Startglocke f\u00fcr den Umlauf der zweiten Runde in der Entscheidung um die Mannschafts-Medaillen ert\u00f6nt, die zugleich die dritte von f\u00fcnf Runden im Kampf um die Einzelmedaillen war. Die zehn besten Teams waren noch dabei und f\u00fcr die Neunten, die D\u00e4nen, startete Zascha Nygaard auf COM&#8217;on Drako de Maugre (v. Kannan) das Finale, weil die zehnplatzierten Iren nur noch zu Dritt waren und erst in der n\u00e4chsten Runde antraten. Das Wetter hielt erst einmal trotz gelegentlicher Blitze und Donnergrollens, das Flutlicht strahlte, der gro\u00dfe Rasen machte auch am dritten Tag einen guten Eindruck und die 40.000 Pl\u00e4tze im gro\u00dfen Rund hatten sich gef\u00fcllt. Weltmeisterschafts-Stimmung machte sich breit im Wimbledon des Reitens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war nicht der Tag von Zascha Nygaard, nach Sprung zehn und Fehlern zuvor beendete sie ihre Runde vorzeitig. Aber nach ihr zeigte gleich Steve Guerdat auf Dynamix de Belheme (v. Snaike de Blondel), wie es geht, blieb elegant fehlerfrei und half damit nicht nur seinem Team Schweiz, sondern sorgte au\u00dferdem daf\u00fcr, dass seine 0,86 Punkte in der Einzelwertung Bestand hatten. Auch der erste britische Team-Reiter Ben Maher blieb anschlie\u00dfend mit Point Break (v. Action-Breaker) fehlerfrei und in der Einzelwertung bei 1,01 Punkten. Um 20 Uhr 37 f\u00fcllte erstmals an diesem Abend das rhythmische Klatschen f\u00fcr die Heimmannschaft das Stadion. Marcus Ehning ritt auf Coolio (v. Casalito) ein und das Publikum war dann \u00fcber jedem Sprung un\u00fcberh\u00f6rbar mit &#8222;uuhhh&#8220; und &#8222;oohhh&#8220; dabei. Nach 86,76 Sekunden waren Reiter, Pferd und das Publikum erl\u00f6st, das sich mit ungeheurem Jubel f\u00fcr eine Nullrunde bedankte. Der Maestro lie\u00df am langen Z\u00fcgel erst einmal die Anspannung abfallen, eher er zu den R\u00e4ngen hoch gr\u00fc\u00dfte. Am Ausritt empfing ihn und Coolio dessen Pflegerin Mel. &#8222;Hab ich es spannend gemacht?&#8220;, grinste Deutschlands Startreiter, ehe er sich dann mit Team-Kollegen Daniel Deusser abklatschte: &#8222;Ist doch eigentlich schei\u00dfegal, wieviele Galoppspr\u00fcnge man macht.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Etwas ausf\u00fchrlicher folgte sp\u00e4ter gegen\u00fcber spring-reiter.de: &#8222;Ich hatte eigentlich sechs Galoppspr\u00fcnge zum Wassergraben geplant, aber die kamen dann nicht sofort. Aber das Sch\u00f6ne bei Coolio ist mittlerweile, er h\u00f6rt unwahrscheinlich auf mich, hat unheimlich gewartet. Am Ende bin ich dann trotzdem mit dem passenden Abstand hingekommen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 21 Uhr 06 das n\u00e4chste rhythmische Klatschen, Sophie Hinners galoppierte mit Iron Dames Singclair (v. Singular LS La Silla) herein. Um 21 Uhr 09 der laute Schrei: &#8222;Jaaaa&#8220; von den Trib\u00fcnen, gefolgt von nicht enden wollendem Beifall. Denn die n\u00e4chste Runde ohne Stangenber\u00fchrung f\u00fcr Team Deutschland war abgeliefert &#8211; mit einem Zeitfehler, eingebaut f\u00fcr die Sicherheit. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sophie Hinners lobte hinterher nat\u00fcrlich ihren Partner: &#8222;Ich w\u00fcrde sagen, er sprang noch besser als gestern. Ich bin total stolz, wie er das wieder gemacht hat.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So langsam wuchs im Stadion der Glauben an die M\u00f6glichkeit, dass eine Woche nach den Dressurreitern auch die deutschen Springreiter in Aachen Mannschaftsgold gewinnen k\u00f6nnten. Denn die \u00e4rgsten Verfolger hatten ungewollt f\u00fcr ein bisschen mehr Abstand gesorgt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Team Deutschland f\u00fchrte nach den ersten zwei Reitern mit erst einmal 3,48 Punkten vor den USA, f\u00fcr die vier Punkte von Startreiterin Laura Kraut mit Baloutinue auf jeden Fall zu einem Zwischenergebnis von 8,85 Punkten hinzu addiert werden mussten. Denn die zweite Amerikanerin, Katherine A. Dinan, hatte nach einem Fehler in der Dreifachen das folgende Wasser gar nicht mehr in Angriff genommen, sondern ihren Ritt abgebrochen. Auf Platz drei hatten sich zu diesem Zeitpunkt die Briten mit 8,98 Punkten vorgearbeitet, denn nach der Null von Startreiter Ben Maher schaffte auch Harry Charles mit LT Holst Freda die Null. Als Vierte standen jetzt die Schweizer mit 10,49 Punkten in den Starl\u00f6chern, weil nach der Null von Steve Guerdat auch bei ihnen die vier Punkte des zweiten Reiters, Martin Fuchs mit Conner Jei, erst einmal Streichergebnis blieben. Die vorherigen Dritten aus Belgien waren mit 11,69 Punkten auf Platz f\u00fcnf gerutscht nach zwei Abw\u00fcrfen durch Nicola Philippaerts und Katanga v\/h Dingeshof sowie vier Punkten f\u00fcr Pieter Devos und Casual DV Z. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 21 Uhr 48 war es wieder so weit: Intensives rhythmisches Klatschen, das immer mehr anschwoll. Daniel Deusser war mit Otello de Guldenboom im Parcours. Ab 21 Uhr 49 totale Stille, h\u00f6chstens von einem &#8222;pssst&#8220; unerbrochen. Aber dann der Aufschrei, standing Ovations f\u00fcr den, der mit seinem Pferd Deutschland vorzeitig den Weltmeistertitel gesichert hatte. Denn von nun an ging es nur noch um die Pl\u00e4tze dahinter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber nat\u00fcrlich lieferte auch Deutschlands Schlussreiter Richard Vogel das, was zu diesem Ausnahme-Team passte und was er sich vorgenommen hatte: eine fehlerfreie Runde mit United Touch S. Rhythmisches Klatschen empfing ihn um 22 Uhr 19, und Blasmusik aus den Lautsprechern dr\u00f6hnte \u00fcber den Platz, als er die standing Ovations als Vierter des Weltmeister-Teams entgegennahm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor es an diesem Freitagabend in Aachen losgegangen war, hatte erst einmal Ludger Beerbaum dem Publikum die Wege, Haken und \u00d6sen des 580 Meter langen Parcours erkl\u00e4rt, den Frank Rothenberger mit 14 Hindernissen und 17 Spr\u00fcngen \u00fcber bis zu 1,65m H\u00f6he arrangiert hatte. Als Erste waren 28 Einzelreiter dran, die gut genug waren, um weiter um Einzel-Platzierungen mitzuspringen, deren Teams aber schon ausgeschieden waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mexikaner Carlos Hank Guerreiro auf H5 Shaq Attack (v. Cornet Obolensky) er\u00f6ffnete und setzte Ludger Beerbaums Theorie in die Praxis um. Begleitet von einem ersten Donnergrollen klappte alles und er war fehlerfrei innerhalb der erlaubten Zeit im Ziel. Als 13. Starter \u00fcbernahm sp\u00e4ter der 23-j\u00e4hrige Omar Abdul Aziz Al Marzooqi aus den als Team ausgeschiedenen Vereinigten Arabischen Emiraten mit Enjoy de la Mure (v. Vigo Cece) vor\u00fcbergehend die F\u00fchrung. Nachdem er eine blitzsaubere Nullrunde absolviert hatte, lie\u00df er sich mit hochgerecktem Arm vom Publikum auf einer improvisierten halben Ehrenrunde feiern. 5,01 Punkte behielt er auf seinem Score als Zwischenergebnis. Die F\u00fchrung hielt auch, als der noch amtierende Vize-Weltmeister (von 2022 in Herning), Harrie Smolders als einer der \u00dcberlebenden der ausgeschiedenen niederl\u00e4ndischen Mannschaft das Ziel erreicht hatte: Zwei Abw\u00fcrfe unterwegs mit Mr. Tac (v. Non Stop) warfen ihn auf 12,68 Punkte zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der n\u00e4chste Versprengte aus einer ausgeschiedenen Mannschaft schaffte es, sich die vor\u00fcbergehende neue F\u00fchrung mit einer Nullrunde zu sichern: der Spanier Armando Trapote auf Tornado VS (v. Toulon) blieb bei seinen 4,57 Punkten. Das reichte, bis der Kolumbianer Roberto Teran Tafur mit dem 18-j\u00e4hrigen Dez&#8216; Ooktoff (v. Colandro) fehlerfrei im Ziel war und mit 3,58 Punkten erst einmal auf den ersten Platz sprang, bis die ersten zehn Teams mit ihren Reitern die Sache in die Hand nahmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wegen doppelten Pechs war einer an diesem Abend nicht dabei, den man im Vorfeld ganz sicher erwartet hatte: Der f\u00fcr \u00d6sterreich startende Bayer Max K\u00fchner hatte mit seinem EIC Cooley Jump The Q (v. Pacino) in beiden ersten Runden der WM jeweils zwei Abw\u00fcrfe kassiert und schied damit sowohl in der Einzelwertung aus wie auch mit seinem Team \u00d6sterreich, das auf Rang 24 lag. Denn nur noch die besten zehn Teams hatten ein Ticket f\u00fcr das Finale am Freitag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das komplette Einzel-Zwischenergebnis <a href=\"https:\/\/www.longinestiming.com\/equestrian\/2026\/fei-world-championships-aachen-aachen\/resultlist_SI.html\">hier<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das komplette Team-Ergebnis <a href=\"https:\/\/results.hippodata.de\/2026\/2696\/docs\/wc26_resultlist_team_championship.pdf\">hier<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Woche nach den Dressurreitern haben auch die deutschen Springreiter in Aachen Team-Gold bei der Weltmeisterschaft gewonnen, zum ersten Mal wieder nach dem Titel 2010 in Lexington. Und wie! 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