{"id":57689,"date":"2022-11-06T16:28:21","date_gmt":"2022-11-06T15:28:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=57689"},"modified":"2022-11-06T16:28:28","modified_gmt":"2022-11-06T15:28:28","slug":"trauer-um-fn-ehrenpraesident-breido-graf-zu-rantzau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/index.php\/2022\/11\/06\/trauer-um-fn-ehrenpraesident-breido-graf-zu-rantzau\/","title":{"rendered":"Trauer um FN-Ehrenpr\u00e4sident Breido Graf zu Rantzau"},"content":{"rendered":"\n<p>Pferdesport und Pferdezucht trauern um Breido Graf zu Rantzau. Der Ehrenpr\u00e4sident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) starb am 6. November 2022 an den Folgen seiner Krebserkrankung. Er wurde 73 Jahre alt. \u201eDie Nachricht von seinen Tod hat uns alle sehr ersch\u00fcttert. Mit Breido Graf zu Rantzau verlieren wir eine herausragende Pers\u00f6nlichkeit, die in den letzten Jahrzehnten Pferdesport und Pferdezucht gepr\u00e4gt hat. Unser Mitgef\u00fchl gilt seiner Familie und Angeh\u00f6rigen\u201c, sagte FN-Pr\u00e4sident Hans-Joachim Erbel.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Graf zu Rantzau war der dritte Pr\u00e4sident der FN seit deren Re-Organisation im Jahr 1968. Im Jahr 2001 wurde er zun\u00e4chst zum Vizepr\u00e4sidenten Sport gew\u00e4hlt und trat vier Jahre sp\u00e4ter die Nachfolge von Dieter Graf Landsberg-Velen und J\u00fcrgen Thumann an. \u201eGraf zu Rantzau hat sein Leben und Wirken immer in den Dienst anderer gestellt, sei es bei uns in Pferdesport und Zucht, sei es in der Kirche oder in Gemeindearbeit. Mit ihm verlieren wir ein Vorbild, einen Freund und einen einzigartigen Menschen\u201c, sagte FN-Generalsekret\u00e4r Soenke Lauterbach.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner Person vereinigte Breido Graf zu Rantzau viele der Facetten, die Pferdesport und Pferdezucht ausmachen. Als Reiter war er bis zu seinem 60. Lebensjahr hoch erfolgreich. Bereits 1965 wurde er Dritter bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren. Und zwar nicht im Springen, wie man aufgrund seiner sp\u00e4teren Sportkarriere vermuten k\u00f6nnte, sondern in der Dressur. Der geborene Holsteiner wechselte allerdings rasch in den Springsattel und gewann 1967 die Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren und im selben Jahr auch noch Gold bei den Europameisterschaften. Auch nach seiner Jugendzeit blieb Graf zu Rantzau dem Springsport treu und feierte 1985 einen ganz besonderen Erfolg: Er wurde F\u00fcnfter im Deutschen Springderby in Hamburg Klein-Flottbeck, gemeinhin bekannt als die schwerste Springpr\u00fcfung der Welt. 1986 folgten dann noch eine Goldmedaille bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften Springen sowie zahlreiche Erfolge in internationalen Springen sowie drei Eins\u00e4tze bei Nationenpreisen.<br><br>Nicht minder erfolgreich bet\u00e4tigte sich Breido Graf zu Rantzau z\u00fcchterisch. Aus seiner Zucht gingen mehr als 60 eingetragene Turnierpferde mit teilweise internationalen Erfolgen hervor. Auch ehrenamtlich engagierte er sich stark in der Pferdezucht. Von 1986 bis 2007 war er erster Vorsitzender des Holsteiner Zuchtverbandes und von 1999 bis 2005 Vizepr\u00e4sident der WBFSH, dem Weltverband der Reitpferde-Zuchtorganisationen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Als der diplomierte Betriebswirt Breido Graf zu Rantzau 2005 zum Pr\u00e4sidenten der FN gew\u00e4hlt wurde, \u00fcbernahm er dieses Amt in einer keineswegs leichten Situation f\u00fcr den Verband, da es zu dieser Zeit diverse und nicht unerhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Dachverband und den Mitgliedsverb\u00e4nden auf Landesebene gab. Dabei legte er gro\u00dfes Engagement zutage, um f\u00fcr alle Beteiligten konsensf\u00e4hige L\u00f6sungen zu finden und bewies die F\u00e4higkeit, auch kontroverse Themen auf Augenh\u00f6he zu diskutieren.\u00a0<br><br>Seine Amtszeit war ereignisreich und von Wandel gepr\u00e4gt. Zu den H\u00f6hepunkten z\u00e4hlen sicherlich die Weltreiterspiele in Aachen im Jahr 2006 und die Olympischen und Paralympischen Spiele in Hongkong 2008, in deren Folge der Sport jedoch aufgrund der Doping- und Medikationsf\u00e4lle national wie international in heftige Turbulenzen geriet. Eine neutrale Untersuchungskommission wurde eingerichtet, bis zur Aufarbeitung der Vorg\u00e4nge wurden s\u00e4mtliche Bundeskader aufgel\u00f6st und ein Anti-Doping-Ma\u00dfnahmenpaket wurde geschn\u00fcrt. Auf internationaler Ebene war es seiner Intervention bei der Mitgliederversammlung 2009 zu verdanken, dass die FEI eine zun\u00e4chst geplante Verw\u00e4sserung und Abschw\u00e4chung der im Pferdesport sehr strengen Doping- und Medikationsregeln wieder zur\u00fccknahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch mehr als seine Vorg\u00e4nger musste sich Graf zu Rantzau als FN-Pr\u00e4sident Fragen nach der k\u00fcnftigen Entwicklung von Sport und Zucht, aber auch gesellschaftlichen und politischen Themen stellen. So war er einer der Gr\u00fcnderv\u00e4ter der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport im Jahr 2013, f\u00fcr die er auch aktiv Stifter und F\u00f6rderer gewinnen konnte. Von Beginn an setzte sich Graf zu Rantzau f\u00fcr den Breitensport ein, machte sich gegen die Einf\u00fchrung einer Pferdesteuer stark und warnte als einer der Ersten vor den Folgen einer unkontrollierten Ausbreitung des Wolfes in Deutschland, musste sich aber auch mit Themen wie der Pr\u00e4vention sexualisierter Gewalt und Alkoholexzessen auseinandersetzen. In seiner Amtszeit wurde die Kampagne \u201eVorreiter Deutschland\u201c initiiert, die die Zukunft der Vereine und Verb\u00e4nde im Blick hatte, ebenso wie der erste Parlamentarische Abend in Berlin. Unter seiner F\u00fchrung wurde ein FN-Hauptstadtb\u00fcro in Berlin eingerichtet, um wichtige politische Entscheidungen rechtzeitig zu erkennen und entsprechend handeln zu k\u00f6nnen. Der gute Kontakt zur Politik zahlte sich sp\u00e4testens zu Beginn der Corona-Krise aus, als es in Windeseile gelang, eine Sonderregelung f\u00fcr den Pferdesport zu erwirken. Auch wenn die Notbewegung der Pferde sicherlich nur eine Notl\u00f6sung war, erging es den Reitern und Fahrern doch besser als Millionen anderer Sportler in Deutschland, die monatelang g\u00e4nzlich auf ihren Sport verzichten mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>2020 erkrankte Breido Graf zu Rantzau so schwer, dass er sich 2021 nicht mehr zur Wiederwahl stellte. Jedoch war es ihm sehr wichtig, sein Amt in gute H\u00e4nde zu legen. Bereits Ende 2020 pr\u00e4sentierte er den Gremien des Verbandes Hans-Joachim Erbel als Wunsch-Kandidaten, ein halbes Jahr sp\u00e4ter wurde dieser bei den FN-Tagungen in Fulda zu seinem Nachfolger gew\u00e4hlt.\u00a0<br><br>F\u00fcr seine Verdienste wurde Graf zu Rantzau vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis der Stadt Aachen (2013), mit dem Friedensreiterpreis des Westf\u00e4lischen Reitervereins von 1835 (2013) sowie dem Meteor-Preis (2017). Bei FN-Tagungen in Fulda dankte ihm der Verband im Rahmen eines feierlichen Festabends f\u00fcr seine 16-j\u00e4hrige Amtszeit und seine Verdienste f\u00fcr Sport und Zucht mit der h\u00f6chsten Auszeichnung, die er zu vergeben hat: das Deutsche Reiterkreuz in Gold mit Brillanten. Im selben Zusammenhang verlieh ihm der damalige DOSB-Pr\u00e4sident Alfons H\u00f6rmann die DOSB-Ehrennadel in Gold, au\u00dferdem wurde er zum Ehrenmitglied der World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH) sowie zum Ehrenpr\u00e4sidenten der FN ernannt. <em>Hb<\/em>\/<em>fn-press<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pferdesport und Pferdezucht trauern um Breido Graf zu Rantzau. Der Ehrenpr\u00e4sident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) starb am 6. November 2022 an den Folgen seiner Krebserkrankung. Er wurde 73 Jahre alt. \u201eDie Nachricht von seinen Tod hat uns alle sehr ersch\u00fcttert. 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