{"id":67126,"date":"2023-10-11T13:45:54","date_gmt":"2023-10-11T11:45:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=67126"},"modified":"2023-10-11T13:45:59","modified_gmt":"2023-10-11T11:45:59","slug":"das-sind-die-wichtigsten-neuerungen-in-der-lpo-die-ab-1-januar-gilt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/index.php\/2023\/10\/11\/das-sind-die-wichtigsten-neuerungen-in-der-lpo-die-ab-1-januar-gilt\/","title":{"rendered":"Das sind die wichtigsten Neuerungen in der LPO, die ab 1. Januar gilt"},"content":{"rendered":"\n<p>In zweieinhalb Monaten tritt die neue Leistungspr\u00fcfungsordnung (LPO) in Kraft. In \u00fcber zweij\u00e4hriger Arbeit hat die Abteilung Turniersport der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zusammen mit Vertretern der Landespferdesportverb\u00e4nde und der Deutschen Richtervereinigung, den Disziplin-Aussch\u00fcssen des Deutschen Olympiade-Komitees f\u00fcr Reiterei (DOKR) sowie weiteren Experten das Regelwerk auf Herz und Nieren \u00fcberpr\u00fcft, korrigiert und angepasst. Und das sind die wichtigsten Neuerungen:<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der neuen LPO 2024 wird es eine klare Trennlinie zwischen der LPO und der Wettbewerbsordnung (WBO) geben, der Einsteigerbereich &#8211; <strong>Klasse E<\/strong> &#8211; ist dann ausschlie\u00dflich in der\u00a0LPO geregelt (Ausnahme Fahren). Au\u00dferdem geh\u00f6ren \u201eoffene\u201c und \u201egeschlossene\u201c Pr\u00fcfungen der Vergangenheit an. Ab 2024 wird das Kind beim Namen genannt: Pr\u00fcfungen, die sich ausschlie\u00dflich an Amateurreiterinnen und -reiter wenden (ehemals Option A), hei\u00dfen dann <strong>Amateur-Pr\u00fcfungen<\/strong>. Diese sollen weiterhin einen Anteil von mindestens 20 Prozent an den Gesamtpr\u00fcfungen eines Turnieres ausmachen. Amateure d\u00fcrfen sich zuk\u00fcnftig auch in der Klasse S*** probieren: Der Start in dieser Klasse f\u00fchrt nicht zur Aberkennung des Amateurstatus im Folgejahr. Aber wer mehr als eine Platzierung vorweisen kann, gilt nicht mehr als Amateur.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den Aspekt <strong>Tierwohl<\/strong> f\u00e4llt die n\u00e4here Definition der Pferdekontrollen, aber auch des <strong>unsportlichen Verhaltens<\/strong>, das zwar seit vielen Jahren in den Regelwerken verankert ist, aber in der neuen LPO genauer beschrieben wird: Als unsportliches Verhalten ist insbesondere die unangemessene, grobe und\/oder aggressive Einwirkung eines Reiters oder einer Reiterin auf ein Pferd zu sehen, zum Beispiel beim Einsatz von Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nden oder Hilfsmitteln wie Gerte, Sporen oder Z\u00fcgel, insbesondere auch bei Abwehrverhalten beziehungsweise nach Ungehorsam des Pferdes. Dies gilt entsprechend auch im Fahren und Voltigieren f\u00fcr den Einsatz von Peitschen, Longen oder Leinen. Bleibt ein Pferd im Springen vor einem Hindernis stehen oder l\u00e4uft vorbei, spricht die LPO ab 2024 von <strong>Unterbrechung, Stehenbleiben oder Ausweichen<\/strong>. Die Begriffe Ungehorsam, Verweigerung oder Widersetzlichkeit wurden dagegen gestrichen, da die Ursachen hierf\u00fcr nicht nur auf das Pferd zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Im Springen f\u00fchrt ab 2024 bereits die zweite Unterbrechung im Verlauf eines Parcours zum Ausschluss. Im Einvernehmen mit den Richtern und dem Veranstalter kann der Reiter jedoch in aller Ruhe eine <strong>Korrekturrunde<\/strong> au\u00dferhalb der Wertung vornehmen, um das Turnier mit einem positiven Gef\u00fchl abzuschlie\u00dfen und Sicherheit und Vertrauen wiederherzustellen. Korrekturrunden, also die Wiederholung einzelner Spr\u00fcnge, des gesamten Parcours oder von Parcoursteilen, sind aber auch unabh\u00e4ngig von einem Ausschluss m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr Tierwohl hat auch die Neuregelung im Sinn, die <strong>tragenden Stuten<\/strong>&nbsp;nach dem vierten Tr\u00e4chtigkeitsmonat oder mit Fohlen bei Fu\u00df die Teilnahme am Turnier untersagt. Explizit verboten wird auch der Einsatz von sogenanntem \u201e<strong>Fakeschaum<\/strong>\u201c, der eine gute Kaut\u00e4tigkeit des Pferdemaules vorspiegeln soll, ebenso von <strong>Sporen mit Zacken<\/strong> im Springen. Generell d\u00fcrfen Sporen im Springen k\u00fcnftig nicht mehr als vier Zentimeter lang sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die LPO 2024 schr\u00e4nkt au\u00dferdem den <strong>Einsatz von jungen Pferden<\/strong> auf Turnieren weiter ein. Dreij\u00e4hrige Pferde d\u00fcrfen weiterhin fr\u00fchestens ab 1. Mai auf Turnieren vorgestellt werden, jedoch w\u00e4hrend des gesamten Jahres an maximal f\u00fcnf Turnieren teilnehmen. Dressurpferdepr\u00fcfungen der Klasse L sind f\u00fcr vierj\u00e4hrige Pferde nicht mehr zugelassen. Hier d\u00fcrfen ab 2024 nur noch f\u00fcnf- bis siebenj\u00e4hrige Pferde teilnehmen. Letztere allerdings nur, sofern sie nicht mehr als einen Erfolg zu verzeichnen hatten. Bei Spring- und Gel\u00e4ndepferden wurden diese Einschr\u00e4nkungen bez\u00fcglich Vorerfolgen gestrichen. Vierj\u00e4hrige Spring- und Gel\u00e4ndepferde d\u00fcrfen zudem zuk\u00fcnftig erst ab 1. M\u00e4rz in der Klasse A starten und ein Start in Springpferdepr\u00fcfungen in der Klasse L ist f\u00fcr Vierj\u00e4hrige erst ab dem 1. Juli zugelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neuerungen gibt es auch beim Thema <strong>Siegerehrung<\/strong>. Wie aus einer Umfrage Ende 2021 in Zusammenarbeit mit dem HorseFuturePanel hervorging, ist die Teilnahme daran eine Ehre und den Turnierreitern sehr wichtig. Die Teilnahme bleibt daher f\u00fcr die ersten sechs Platzierten weiterhin Pflicht. Wie bisher k\u00f6nnen Veranstalter jedoch den Ablauf der Siegerehrung selbst bestimmen. Neu ist, dass der Veranstalter den Ablauf der Siegerehrungen auch w\u00e4hrend des laufenden Turniers \u00e4ndern kann. Je nach Wetterlage kann beispielsweise kurzfristig entschieden werden, ob sie mit oder ohne Pferd stattfinden soll. Soll ein einzelnes Pferd aus sicherheitsrelevanten Gr\u00fcnden nicht an der Siegerehrung teilnehmen, muss der Teilnehmer bei der zust\u00e4ndigen Richtergruppe daf\u00fcr einen Dispens einholen, andernfalls droht auch k\u00fcnftig die Aberkennung der Platzierung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Springen: Nachbarl\u00e4nder als Vorbild<\/strong><br>Unter der \u00dcberschrift \u201e<strong>mehr Flexibilit\u00e4t\u201c<\/strong> stehen die meisten Neuerungen im Springen. Mit Blick auf die beliebten Turnierveranstaltungen in den Niederlanden und \u00d6sterreich sollen auch in Deutschland k\u00fcnftig die bereits beschriebenen Korrekturrunden, aber auch das <strong>Starten au\u00dfer Konkurrenz<\/strong> leichter und unkomplizierter m\u00f6glich sein. Starts au\u00dfer Konkurrenz sind dann grunds\u00e4tzlich f\u00fcr alle Reiter mit aktueller Jahresturnierlizenz m\u00f6glich. Ob und in welchem Umfang solche Starts und Korrekturrunden durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen und wieviel sie kosten, entscheidet die Meldestelle im Auftrag des Veranstalters \u2013 eine Vorabnennung ist nicht mehr erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Um noch weniger erfahrenen Reitern und Pferden den Einstieg in den Sport oder die Akklimatisierung auf dem Pr\u00fcfungsplatz zu erleichtern, gibt es die <strong>gef\u00fchrte Parcoursbegehung<\/strong> durch den Parcourschef oder einen erfahrenen Reiter oder Trainer. Sie kann auch f\u00fcr Gel\u00e4ndepr\u00fcfungen angeboten werden. Eine weitere Hilfestellung f\u00fcr den Turniereinstieg junger Pferde bietet eine <strong>Gew\u00f6hnungsspringpr\u00fcfung<\/strong> f\u00fcr vier- bis sechsj\u00e4hrige Pferde. Sie bietet Reitern aller Leistungsklassen die Chance, ihre Nachwuchspferde \u00fcber Hindernisse geringer Abmessung (80 cm, keine Kombinationen) an die Turnieratmosph\u00e4re zu gew\u00f6hnen. Die Bewertung nach dem \u201eClear-Round-Modus\u201c tr\u00e4gt dazu bei, den Druck gering zu halten: Jedes Pferd, das die Aufgabe fehlerfrei gemeistert hat, landet automatisch auf Platz eins. Die Teilnahme an der Gew\u00f6hungsspringpr\u00fcfung ist f\u00fcr vierj\u00e4hrige Pferde ab Anfang des Jahres m\u00f6glich.\u00a0 \u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Clear-Round-Modus gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr spezielle <strong>Clear-Round-Springen<\/strong>, die von Klasse E bis M* in die LPO aufgenommen wurden. Ein alternatives Bewertungsverfahren kann f\u00fcr die Springpferdepr\u00fcfungen gew\u00e4hlt werden. Hier gibt es zun\u00e4chst Wertnoten f\u00fcr alle fehlerfreien Ritte, nach denen das beste Viertel rangiert wird. Auf dem n\u00e4chsten Platz dahinter landen gleichzeitig alle Pferde, nach Strafpunkten rangiert. Dies k\u00f6nnen Pferde sein, die den Parcours zwar fehlerfrei absolviert haben, jedoch stilistisch nicht gut genug f\u00fcr das beste Viertel waren, oder Pferde mit Zeit- bzw. Hindernisfehlern. Ebenfalls neu ist die <strong>Springpr\u00fcfung analog Springpferdepr\u00fcfung<\/strong>, eine Springpr\u00fcfung f\u00fcr \u00e4ltere Pferde ab sieben Jahren, die jedoch wie eine Springpferdepr\u00fcfung gewertet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die LPO 2024 wurde aber auch entschlackt. So sind selten ausgeschriebene Spezialspringpr\u00fcfungen wie die Jagd um Punkte, das Zwei-Pferde-Springen oder das M\u00e4chtigkeitsspringen in der \u00fcberarbeiteten Fassung nicht mehr zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Und noch eine Neuerung gibt es in der LPO 2024, die viele Reiter und Reiterinnen freuen wird: In der Bezeichnung der Springen wird \u2013 wie im internationalen Sport \u2013 <strong>die H\u00f6he in Zentimetern<\/strong> angegeben. Damit wird den Teilnehmern noch deutlicher, was sie erwartet: ein A*-Springen mit einer Hindernish\u00f6he von 90 oder 95 Zentimetern oder ein M*-Springen mit 120 oder 125 Zentimeter hohen Spr\u00fcngen. Die H\u00f6henstufen werden dabei in F\u00fcnferschritten angegeben. Abweichungen von der H\u00f6he sind bis zu plus\/minus drei Zentimeter zul\u00e4ssig. Insgesamt m\u00fcssen im Parcours 75 Prozent aller Spr\u00fcnge die erforderlichen Ma\u00dfe hinsichtlich H\u00f6he und Weite der entsprechenden Klasse aufweisen. <em>(fn-press)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In zweieinhalb Monaten tritt die neue Leistungspr\u00fcfungsordnung (LPO) in Kraft. In \u00fcber zweij\u00e4hriger Arbeit hat die Abteilung Turniersport der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zusammen mit Vertretern der Landespferdesportverb\u00e4nde und der Deutschen Richtervereinigung, den Disziplin-Aussch\u00fcssen des Deutschen Olympiade-Komitees f\u00fcr Reiterei (DOKR) sowie weiteren Experten das Regelwerk auf Herz und Nieren \u00fcberpr\u00fcft, &hellip; <a class=\"kt-excerpt-readmore\" href=\"https:\/\/www.spring-reiter.de\/index.php\/2023\/10\/11\/das-sind-die-wichtigsten-neuerungen-in-der-lpo-die-ab-1-januar-gilt\/\" aria-label=\"Das sind die wichtigsten Neuerungen in der LPO, die ab 1. 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