{"id":72236,"date":"2024-05-14T15:26:12","date_gmt":"2024-05-14T13:26:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=72236"},"modified":"2025-01-11T11:52:06","modified_gmt":"2025-01-11T10:52:06","slug":"meine-erste-prioritaet-ist-dass-meine-pferde-zufrieden-sind-interview-mit-senkrechtstarterin-kendra-claricia-brinkop","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/index.php\/2024\/05\/14\/meine-erste-prioritaet-ist-dass-meine-pferde-zufrieden-sind-interview-mit-senkrechtstarterin-kendra-claricia-brinkop\/","title":{"rendered":"&#8222;Meine erste Priorit\u00e4t ist, dass meine Pferde zufrieden sind!&#8220; Interview mit Senkrechtstarterin Kendra Claricia Brinkop"},"content":{"rendered":"\n<p>Sie hat in den vergangenen Monaten einen riesigen Satz nach vorne in der FEI Weltrangliste der Springreiter gemacht \u2013 von Rang 109 im Dezember 2023 auf den aktuellen Rang 64!  Kendra Claricia Brinkop reitet in der Erfolgsspur. Auch in Hamburg spielte die Norddeutsche am Wochenende immer vorne mit, gewann die Youngster-Tour, war F\u00fcnfte im Championat von Hamburg, Dritte im 5-Sterne-Springen am Freitag und platzierte sich im Gro\u00dfen Preis am Samstag. Aber nat\u00fcrlich kam der Erfolg auch bei Kendra nicht \u00fcber Nacht, hat sie sich die Chancen hart erarbeitet und sie dann im richtigen Moment genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben mit der 29-J\u00e4hrigen \u00fcber ihre Top-Pferde, ihre Priorit\u00e4ten, die langfristigen Ziele, den internen Konkurrenzkampf und eine R\u00fcckkehr in die alte Heimat gesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kendra Claricia Brinkop ist eigentlich in Neum\u00fcnster zu Hause, stammt aus einer Holsteiner Pferdez\u00fcchterfamilie, war einige Zeit im Stall von Marcus Ehning angestellt und reitet seit 2019 f\u00fcr die Stephex Stables in Belgien. Dort hat sie eigentlich mal als 2- und 3-Sterne-Reiterin angefangen und sich mit konstant guten Leistungen und Flei\u00df kontinuierlich nach oben gearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs ging jetzt schon rapide in der Weltrangliste nach oben\u201c, lacht Kendra Claricia Brinkop nicht ohne Stolz. Daran ist auch ihr Chef, der Stephex-Boss Stephan Conter, ma\u00dfgeblich beteiligt. Im Fr\u00fchjahr schickte er Kendra Claricia Brinkop das erste Mal nach Wellington: \u201eEr hat angerufen und gesagt, ich habe eine super Idee. Wir fahren nach Amerika. Dann haben wir in sieben Tagen alles erledigt, alle n\u00f6tigen Papiere besorgt, alle Gesundheitstest gemacht. Bei so einem Trip in die USA muss ja viel \u00fcberlegt werden. Zwar hat mein Chef in Wellington eine eigene Anlage, aber ich war noch nie da\u201c, erz\u00e4hlt Kendra.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre drei besten Pferde hat sie mit \u00fcber \u201eden gro\u00dfen Teich\u201c genommen: In Time (v. Biscayo), Tabasco de Toxandria (v. Cento) und Do it easy (v.Vigo Cece).<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe mir gar nicht zu viel vorgenommen, aber nat\u00fcrlich wollte ich auch schon so ein bisschen was erreichen. Ich habe hohe Anspr\u00fcche an mich selbst, aber ich wei\u00df nat\u00fcrlich auch, die Konkurrenz dort wie Kent Farrington oder Laura Kraut, das ist noch mal ein anderer Sport. Dann lief es in der ersten Woche f\u00fcr mich grandios Da habe ich gleich die erste Quali gewonnen und war im Gro\u00dfen Preis platziert. Es h\u00e4tte nicht besser laufen k\u00f6nnen und so ging es dann auch weiter\u201c, erinnert sich die Spitzenreiterin.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach zwei Wochen in Florida flog sie f\u00fcr einen kurzen Abstecher zum Saut Hermes nach Paris. \u201eDa wurde ich Vierte im Gro\u00dfen Preis. Das war super gut und dann ging es auch schon wieder zur\u00fcck nach Amerika. Ich habe das Gl\u00fcck, dass ich derzeit so eine gro\u00dfe Auswahl an sehr guten Pferden habe, so dass ich auf zwei Kontinenten gleichzeitig starten kann. Dadurch habe ich auch so einen gro\u00dfen Schritt in der Weltrangliste gemacht. Weil ich so viele gro\u00dfe Turniere geritten bin\u201c, res\u00fcmiert Kendra.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das bringt ihr nun viele Vorteile \u2013 denn ein gutes Ranking in der Weltrangliste \u00f6ffnet die Tore und sichert Startpl\u00e4tze bei den gro\u00dfen internationalen Turnieren.&nbsp; \u201eDas Ranking ist nat\u00fcrlich irre wichtig f\u00fcr die Startpl\u00e4tze, aber ich z\u00e4hle, im Gegensatz zu manchem anderen, nicht die Weltranglistenpunkte. Ich wei\u00df nie, wie viele Punkte es bei welchem Springen gibt. Aber nat\u00fcrlich ist ein gutes Ranking auch ein Ansporn und eine Best\u00e4tigung f\u00fcr gute Leistung\u201c, findet Kendra.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ehrgeizige Springreiterin stellt allerdings klar: \u201eDie Rangliste und Weltranglistenpunkte sind nicht meine erste Priorit\u00e4t. Meine erste Priorit\u00e4t ist, dass meine Pferde zufrieden sind. Dass ich daran Spa\u00df habe, was ich mache. Ich habe auch Spa\u00df, junge Pferde auszubilden. Ich bin nicht nur hinter dem Preisgeld und Punkten hinterher.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn sie zugibt: \u201eIst nat\u00fcrlich sch\u00f6n, wenn man das erste Mal etwas bewegt hat in den Rankings. Ich habe mir mal so ein Ziel dieses Jahr gesetzt und w\u00fcrde mich freuen, wenn ich es in die Top 50 schaffe. Best\u00e4ndig in den Top 50, das w\u00e4re schon toll.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Setzt sie mit ihren Erfolgen und dem Aufstieg in der Weltrangliste auch die eigentliche Nummer eins im Stall Stephex, Daniel Deusser, unter Druck? \u201eDas merkt er auch\u201c, lacht Kendra. \u201eDas ist nat\u00fcrlich nur Spa\u00df. Wir haben ein gutes Miteinander. Das ist ein guter Konkurrenzkampf zwischen Daniel und mir. Mal reite ich ein Pferd von ihm, mal reitet er ein Pferd von mir. Es gibt wohl wenige St\u00e4lle, wo man das so flexibel handhaben kann. Klar motiviert es mich auch, wenn der Deusser in F\u00fchrung ist, und ich w\u00fcrde nicht sagen, ich versuche nicht, ihn zu schlagen. Da kann man in dem Moment auch auf den Kollegen keine R\u00fccksicht nehmen.&nbsp; Jeder hat den Ansporn, jeden zu schlagen. Trotzdem sind wir gute Kollegen, und wenn es bei mir nicht so gut l\u00e4uft, dann bin ich trotzdem da und unterst\u00fctze ihn, soweit ich kann. Genauso ist es auch bei den T\u00f6chtern von meinem Chef. Die wachsen derzeit in den 5-Sterne-Bereich rein und ich versuche, ihnen auch meine Erfahrung zu geben. Ich coache die \u00e4ltere Tochter Zoe. Wenn sie gewinnen w\u00fcrde und ich w\u00e4re Zweite, dann w\u00e4re ich genauso gl\u00fccklich. Wir sind ein Stall und am Ende freut sich jeder f\u00fcr den anderen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr absolutes Top-Pferd im Stall ist derzeit die KWPN-Stute In Time. Die 11-J\u00e4hrige wurde zeitweise auch schon von ihrem Stallkollegen Daniel Deusser geritten. \u201eF\u00fcr mich ist In Time eine zweite Killer Queen\u201c, munkelt Kendra Brinkop. \u201eAber zwischen Daniel und der Stute hat es nicht so gefunkt, deswegen reite ich sie wieder.\u201c Im Championat von Hamburg haben die beiden schon gut aufgetrumpft und sind in dem erstklassigen internationalen Starterfeld F\u00fcnfte geworden. \u201eIch hatte im Stechen einen Fehler, aber damit kann ich gut leben\u201c, schmunzelt die Holsteinerin. \u201eIch bin eher so, dass ich im Stechen mehr riskiere und am Ende vielleicht einen Fehler habe, als dass ich auf Sicherheit reite.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr zweites Top-Pferd, Tabasco de Toxandria Z (v. Thunder van de Zuuthoeve), ist erst neun Jahre alt. Aber seine Reiterin ist sich sicher: \u201eEr hat das Zeug f\u00fcr ein Championatspferd.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Vor zwei Jahren kam er in ihren Stall: \u201eWir hatten den zusammen mit Cian O\u2019Connor gekauft. Letztes Jahr hat er den einmal geritten. Dann hat er das Pferd einen halben Sommer lang gehabt, aber das lief nicht so wie gehofft. Dann habe ich den wieder zur\u00fcckgenommen.\u201c &nbsp;Im Grand Prix of Hamburg am Samstag zogen die beiden auch ins Stechen ein, gingen mit einer schnellen Runde zum Angriff \u00fcber \u2013 bekamen einen Fehler und wurden Neunte. \u201eEs war erst sein dritter Gro\u00dfer Preis auf F\u00fcnf-Sterne-Niveau, er ist wirklich noch unerfahren, aber ich bin absolut \u00fcberzeugt von ihm. Ich habe noch nie so ein Pferd gehabt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ob sie sich irgendwann vorstellen kann, Belgien zu verlassen und nach Hause zur\u00fcck zu kommen?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Frage ist gut\u201c, lacht Kendra. Aber ihre Antwort ist eindeutig: \u201eGanz ehrlich, ich glaube nicht. Ich f\u00fchle mich sehr, sehr wohl da, wo ich bin. Es ist f\u00fcr mich ein Traum, da diesen Sport auszu\u00fcben zu d\u00fcrfen. Das ist schon alles sehr attraktiv bei uns mit der zentralen Lage, den zahlreichen Pl\u00e4tzen und dem Ausreitgel\u00e4nde. Wenn du Leute sehen willst, kannst du das, aber wenn du mal alleine sein willst, weil die Stimmung nicht so gut ist, dann geht das auch. Das ist der richtige Ort, um diesen Sport auszu\u00fcben. Ich habe da alle M\u00f6glichkeiten. In meiner Heimat Neum\u00fcnster ist einfach alles viel weiter weg. Vielleicht sehe ich das in zehn Jahren anders. Das kann sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt geht es f\u00fcr Kendra Claricia Brinkop erst einmal zum 4-Sterne-Turnier nach Bourg en Bresse in Frankreich. Und dann steht ein Nationenpreis in Rom auf ihrer Agenda. Auf dem Weg in die Top 50.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie hat in den vergangenen Monaten einen riesigen Satz nach vorne in der FEI Weltrangliste der Springreiter gemacht \u2013 von Rang 109 im Dezember 2023 auf den aktuellen Rang 64! Kendra Claricia Brinkop reitet in der Erfolgsspur. 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