{"id":74508,"date":"2024-08-06T13:11:40","date_gmt":"2024-08-06T11:11:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=74508"},"modified":"2024-08-06T21:36:53","modified_gmt":"2024-08-06T19:36:53","slug":"christian-kukuk-und-checker-gewinnen-olympia-goldmedaille-in-paris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/index.php\/2024\/08\/06\/christian-kukuk-und-checker-gewinnen-olympia-goldmedaille-in-paris\/","title":{"rendered":"Christian Kukuk und Checker gewinnen Olympia-Goldmedaille in Paris!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wahnsinn! <\/strong>Christian Kukuk geht als erster Starter ins Stechen um die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen im Schlosspark von Versailles, legt mit Checker (v. Comme il faut) fehlerfreie 38,34 Sekunden vor &#8211; und gewinnt das erste deutsche Spring-Gold seit 1996, die 100. deutsche Pferdesport-Olympiamedaille! Ganz leise sang er bei der Siegerehrung die Deutsche Nationalhymne mit. <strong>&#8222;Das ist ein unglaublich emotionaler Moment f\u00fcr mich. Ich bin \u00fcbergl\u00fccklich&#8220;<\/strong>, versuchte der Olympia-Sieger seine Meisterleistung in Worte zu fassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Parcoursbauer <\/strong>hatten eine Punktlandung geschafft: 15 Hindernisse mit 19 Spr\u00fcngen hatten sie f\u00fcr die 30 Besten aufgebaut, die sich f\u00fcr das Finale qualifiziert hatten, eine extreme Herausforderung f\u00fcr Reiter und Pferde &#8211; und am Ende kamen genau drei Fehlerfreie ins Stechen um die drei Medaillen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich h\u00e4tte Philipp Weishaupt mit Zineday (v. Zinedine) als 30. aus der Qualifikation den Umlauf er\u00f6ffnen sollen. Aber weil Harry Charles&#8216; Partner Romeo nicht fit war, verzichtete der britische Mannschafts-Olympiasieger auf den Start im Finale und Nummer 31, Mario Deslauriers, r\u00fcckte mit Emerson nach, kam mit zwei Abw\u00fcrfen ins Ziel.<\/p>\n\n\n\n<p>Also Philipp Weishaupt als Zweiter im Parcours. Alles l\u00e4uft super, bis die obere Stange in der Zweifachen Kombination, Sprung 5b, f\u00e4llt. Am Ende addiert sich f\u00fcr ihn mit Zineday noch ein Zeitfehler hinzu, was Rang 12 im Ergebnis bedeuten wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Als achter Starter reitet Christian Kukuk voll konzentriert mit Checker ein. Der 34-J\u00e4hrige zaubert mit dem Schimmel die erste Null in den Sand &#8211; und qualifiziert sich f\u00fcrs Stechen! Nach dem Ausritt sagte er: <strong>&#8222;Der Parcoursaufbauer hat selbst vorher gesagt, er hat noch nie so einen Parcours aufgebaut. Ich habe noch nie so einen Parcours gesehen, mit 15 Nummern und 19 Hindernissen am Ende. Das ist wirklich irre und ich bin nur unfassbar gl\u00fccklich und einfach nur stolz auf Checker, wie einfach er sich das auch gemacht hat. Es hat sich am Ende gar nicht so schwer angef\u00fchlt, wie es tats\u00e4chlich ist. Das zeichnet ihn aus, das macht er seit einem Jahr einfach schon, jedes Wochenende gef\u00fchlt, und ich bin unglaublich stolz, dass er es heute auf den Punkt gebracht hat. Das Gef\u00fchl jetzt werde ich auf jeden Fall mitnehmen und nicht vergessen \u2013 was auch immer dabei herumkommt.\u201c <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da wusste er schlie\u00dflich nicht, dass Gold dabei herauskommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p> Von Mannschafts-Olympiasieger Ben Maher und Laura Kraut bis Max K\u00fchner hatten vor ihm schon st\u00e4rkste Konkurrenten nicht fehlerfrei die Runde absolvieren k\u00f6nnen, wobei es bei Laura Kraut und Max K\u00fchner jeweils das letzte Hindernis war, das fiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei nach Christian Kukuk kam der Niederl\u00e4nder Maikel van der Vleuten auf Beauville Z (v. Bustique) als Zweiter fehlerfrei \u00fcber alle Klippen. Damit stand fest, dass es ein Stechen um Gold geben wird. Aber es sollte dann doch nur noch einen dritten Starter f\u00fcr das Finale geben, und auf den musste man lange warten. Denn weder US-Reiter Karl Cook noch der junge Belgier Gilles Thomas schafften die Null, genauso wenig wie Rodrigo Pessoa bei seinen achten Olympischen Spielen, der nach seinem zweiten Fehler an Sprung 5b mit Major Tom vorzeitig das Rennen beendete. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine Schrecksekunde <\/strong>gab es beim Ritt des gr\u00f6\u00dften Favoriten: <strong>Henrik von Eckermann<\/strong> war ungew\u00f6hnlich intensiv am Z\u00fcgel seines King Edward nach dem Wasser t\u00e4tig, kam irgendwie anschlie\u00dfend noch fehlerfrei \u00fcber die Spr\u00fcnge sieben und acht &#8211; und dann war die Kontrolle dahin. King Edward rannte auf die Bande zu und setzte seinen Reiter ab. Beide verlie\u00dfen unverletzt den Parcours zu Fu\u00df nebeneinander. Der Reiter erkl\u00e4rte es hinterher so: <strong>&#8222;Er ist auf der ersten Linie bis zur Kombination fantastisch gesprungen. Vielleicht war es ein bisschen eng auf dem Wasser, so dass ich nicht die sechs Galoppspr\u00fcnge bis zum Paris-Hindernis geschafft habe, die ich wollte. Dort kam ich aus dem Rhythmus. Ich hatte so viel Schwung nach vorne, dass ich ihm bei der Landung nach rechts folgen wollte, um in die Kurve zu kommen. Nur f\u00fcr eine Millisekunde macht er etwas nach links, und weil ich mit meinem Gleichgewicht nach rechts bin, was ich nicht sein darf, verliere ich mein Gleichgewicht nach rechts, und vermutlich bringt ihn das aus der Fassung. Er geht noch mehr nach links, ich versuche, ihn zur\u00fcckzubekommen, aber dann sind diese F\u00e4nger f\u00fcr die Startlinie im Weg.&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Erst Europameister <strong>Steve Guerdat<\/strong>, der mit Dynamix de Belheme unmittelbar nach Henrik von Eckermann einritt, schaffte in gewohnt souver\u00e4ner Manier die dritte Nullrunde und machte die Besetzung f\u00fcrs Stechen komplett. In der Mannschafts-Qualifikation am Donnerstag hatten die Beiden noch v\u00f6llig un\u00fcbliche zwei Abw\u00fcrfe eingesammelt und dazu beigetragen, dass Team Schweiz sich nicht f\u00fcrs Mannschaftsfinale qualifizieren konnte. Steve Guerdat ist dann in der Zwangspause bis Samstag mit seiner Dynamix de Belheme dann erst einmal viel drau\u00dfen entspannt geritten, um sie wieder aufzubauen &#8211; mit Erfolg.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>310 Meter lang war der verk\u00fcrzte Stechparcours,<\/strong> sieben Hindernisse mit acht Spr\u00fcngen und herausfordernden Wendungen warteten auf die Drei. Christian Kukuk musste anfangen und er tat es, aber wie: Enge Wendungen, viel Galopp &#8211; und nach 38,34 Sekunden war er mit Checker fehlerfrei im Ziel! Das setzte die Konkurrenten unter Druck. Als N\u00e4chster folgte Maikel van der Vleuten. Sein Beauville Z lie\u00df am Aussprung der jetzt Zweifachen Kombination, die von der Dreifachen \u00fcbrig geblieben war, eine Stange aus der Auflage rollen, kam nach 39,12 Sekunden ins Ziel und f\u00fcgte damit seiner Bronzemedaille von Tokio 2021 die n\u00e4chste Bronzemedaille hinzu. Aber es folgte ja noch der Olympiasieger von 2012. Steve Guerdat nahm die Herausforderung an, zirkelte \u00e4hnlich eng wie Christian Kukuk durch die Wendungen, doch am vorletzten Hindernis fiel auch bei ihm eine Stange. 38,38 Sekunden zeigte die Uhr im Ziel, also auch ohne Abwurf w\u00e4re es Silber f\u00fcr ihn geworden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Philipp Weishaupt <\/strong>hatte nach seinem Final-Ritt res\u00fcmiert: <strong>&#8222;Den olympischen Auftritt in Paris haben wir uns ein bisschen anders vorgestellt. Wir sind super in das Turnier gestartet. Und dann hab ich leider ein bisschen abgebaut. Gestern mit dem Fehler, das war halb so schlimm, das kann mal passieren. Heute kann ich mir auch keinen Vorwurf machen, ich bin gut hingeritten. Einfach ein bl\u00f6der Fehler, allerdings ist man dann nat\u00fcrlich weg, dann wird das mit der Medaille nichts. Sehr sehr bitter f\u00fcr mich die Woche, ich hatte mir absolut mehr ausgerechnet, aber so ist der Sport.&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der strahlende Sieger freute sich: <strong>&#8222;Checker ist der einzige, der zweimal mit Null eingecheckt hat, deshalb ist das, glaube ich, mehr als verdient. Das ist ein sehr emotionaler Moment. Ich muss das auch erstmal noch realisieren und sacken lassen. Das ist unfassbar. Paris ist ein spezieller Ort f\u00fcr mich. Ich habe hier besondere Erinnerungen mit meiner Mutter, die heute von oben zuguckt. Alle Menschen, die mir nahestehen, sind hier, die ganze Familie im engsten Kreis, meine Schwester, meine Freundin, mein bester Freund, Tanten, Onkel, Cousinen, Cousins. Es sind wirklich alle da und k\u00f6nnen das mit mir teilen. Ich bin \u00fcbergl\u00fccklich, das mit ihnen heute auch teilen zu d\u00fcrfen und ihnen f\u00fcr die ganze Unterst\u00fctzung, die sie mir entgegenbringen und das ganze Verst\u00e4ndnis, das sie aufbringen, wenn ich mal keine Zeit habe, dass ich da heute auch mal ein Teil davon zur\u00fcckgeben kann.&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die deutschen Reiter ingesamt jedenfalls k\u00f6nnen f\u00fcr die Olympischen Spiele in Paris eine Bilanz wie schon seit vielen Jahren nicht mehr ziehen: <strong>In allen drei Disziplinen Einzelgold <\/strong>&#8211; f\u00fcr Christian Kukuk im Springen, f\u00fcr Jessica von Bredow-Werndl in der Dressur und f\u00fcr Michael Jung in der Vielseitigkeit &#8211; dazu Einzelsilber f\u00fcr Isabell Werth und Mannschaftsgold f\u00fcr die Dressurreiter. Chapeau!<\/p>\n\n\n\n<p>Das komplette Ergebnis im Springreiten <a href=\"https:\/\/olympics.com\/en\/paris-2024\/results\/equestrian\/jumping-individual\/fnl-000100--\">hier<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wahnsinn! Christian Kukuk geht als erster Starter ins Stechen um die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen im Schlosspark von Versailles, legt mit Checker (v. Comme il faut) fehlerfreie 38,34 Sekunden vor &#8211; und gewinnt das erste deutsche Spring-Gold seit 1996, die 100. deutsche Pferdesport-Olympiamedaille! 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