{"id":80813,"date":"2024-11-24T18:06:43","date_gmt":"2024-11-24T17:06:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=80813"},"modified":"2025-01-11T12:14:51","modified_gmt":"2025-01-11T11:14:51","slug":"es-ist-mir-wichtig-dass-die-pferde-gerne-zeit-mit-mir-verbringen-und-nicht-denken-was-will-die-denn-jetzt-schon-wieder-interview-mit-sandra-auffarth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/index.php\/2024\/11\/24\/es-ist-mir-wichtig-dass-die-pferde-gerne-zeit-mit-mir-verbringen-und-nicht-denken-was-will-die-denn-jetzt-schon-wieder-interview-mit-sandra-auffarth\/","title":{"rendered":"\u201eEs ist mir wichtig, dass die Pferde gerne Zeit mit mir verbringen und nicht denken, was will die denn jetzt schon wieder!\u201c Interview mit Sandra Auffarth\u00a0"},"content":{"rendered":"\n<p>Sandra Auffarth hat die Welt um sich herum ausgeblendet. Gerade noch ritt sie ihr Top-Springpferd Quirici H auf dem vollen Abreiteplatz, umgeben von etlichen galoppierenden Springreiterkollegen, ganz fein dressurm\u00e4\u00dfig und in voller Harmonie. Nun steigt sie mitten auf dem Abreiteplatz ab und lobt ihr Pferd, streichelt und krault es minutenlang und ganz in Ruhe. Der sonst eher quirlige Fuchs genie\u00dft die Zuwendung, schnaubt ab und gibt sich tiefenentspannt. Es ist eine Szene beim Weltcup-Turnier in Stuttgart.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Harmonie mit dem Partner Pferd \u2013 Sandra Auffarth lebt das jeden Tag. Es kommt nicht von ungef\u00e4hr, dass die Mannschafts-Olympiasiegerin und Doppel-Weltmeisterin der Vielseitigkeit beim Hamburger Springderby schon dreimal hintereinander mit dem Stil- und Fairness-Preis ausgezeichnet wurde und den \u201eschwersten Parcours der Welt\u201c jedes Mal wie ein Stilspringen aussehen lie\u00df.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>spring-reiter.de hat die 37-j\u00e4hrige gelernte Pferdewirtin und Sport- und Fitnesskauffrau, die in diesem Jahr vermehrt auch im Springsattel unterwegs ist und u.a. den CSI5* Gro\u00dfen Preis vom Falsterbo im Sommer gewinnen konnte, zum Interview getroffen.&nbsp; Uns hat Sandra Auffarth verraten, wie sie das Vertrauen der Pferde gewinnt, worauf sie bei der Ausbildung besonders viel Wert legt, welcher Typ ihr liegt und wie wir alle das Image des Reitsports verbessern k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eDu hast in der Vielseitigkeit beinahe alles gewonnen, was man gewinnen kann. In diesem Jahr warst Du h\u00e4ufiger im Springreiter-Lager unterwegs, wechselst Du die Disziplin?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eN\u00f6, das kann man so gar nicht sagen, ich reite auch immer noch Vielseitigkeit. Aber ich hatte ja schon immer einen gro\u00dfen Bezug zum Springreiten. Jetzt hatte ich einfach das gro\u00dfe Gl\u00fcck, ganz tolle Pferdebesitzer zu bekommen, die auch im Springen ein bisschen ambitionierter sind und Lust hatten, ein paar gute Springpferde l\u00e4ngerfristig zu halten. Mit La Vista hatte ich ja schon einmal das Gl\u00fcck, dass die Besitzerin gesagt hat, \u201edie soll dir bleiben\u201c, und mit ihr bin ich dann ja auch sehr erfolgreich das Hamburger Derby geritten. Jetzt habe ich nochmal tolle Besitzer, die sich an Quirici H und an Comcador OLD beteiligt haben, und dann habe ich gedacht, jetzt muss ich die Chance auch nutzen und freue mich auf die neue Herausforderungen\u201c, lacht Sandra Auffarth, die mit dem&nbsp;selbstgezogenen Comcador OLD in diesem Jahr Dritte&nbsp;bei den Deutschen Meisterschaften der Springreiterinnen in Balve wurde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eBeim Hamburger Derby hast Du in den letzten Jahren immer vorne mitgemischt und auch in Falsterbo hat es mit Platz zwei im Nationenpreis und dem Sieg im Grand Prix ja richtig gut geklappt\u2026\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eGenau. Also f\u00fcr mich ist es einfach spannend, etwas Neues auszuprobieren. Das Derby war f\u00fcr mich sehr spannend und es reizt mich einfach, jetzt mal in ein paar h\u00f6heren Springpr\u00fcfungen zu starten.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>spring-reiter.de: \u201eWie bekommst Du die beiden Disziplinen unter einen Hut?\u201c&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eDieses Jahr war es tats\u00e4chlich mit den Vorbereitungen zu den Olympischen Spielen der Vielseitigkeit in Paris, mit der Ausbildung meiner jungen Pferde und mit den Turnierstarts der \u00e4lteren Springpferde wirklich sehr umfangreich. Da habe ich dann auch gemerkt, dass ich ein bisschen an meine Grenzen kam, und deshalb sind die j\u00fcngeren Pferde dieses Jahr teilweise ein bisschen k\u00fcrzer gekommen, weil ich nicht mehr so viel Zeit hatte f\u00fcr Springpferdepr\u00fcfungen.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nur zwei Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Paris erwies sich Sandra Auffarths Vielseitigkeits-Star Viamant du Matz&nbsp;im Trainingslager in Frankreich als nicht hundertprozentig fit. Das Paar musste vorzeitig die Heimreise antreten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eKommt Dir im Parcours Deine vielseitige Ausbildung zu gute?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eAuf jeden Fall. Reiten im Gel\u00e4nde aus dem h\u00f6heren Tempo, das kommt mir nat\u00fcrlich im Parcours auch zu gute. F\u00fcr mich ist es jetzt einfach total spannend, wieder zu sehen, wie alles vernetzt ist, was man aus welchen Bereichen mitnehmen und dazu lernen kann. Ich habe dieses Jahr einfach wieder unfassbar viel dazugelernt, dadurch dass ich im Springen jetzt nochmal h\u00f6her gekommen bin. Mit der Reiterei ist man ja nie am Ende, sondern es geht immer weiter. Man lernt nie aus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eDu bildest Deine Pferde gerne selber aus. Warum ist Dir das so wichtig?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eJa, das ist mein Ding. Dadurch, dass wir immer noch z\u00fcchten und aus jedem Jahrgang einige Springpferde haben, bilde ich super gerne junge Pferde aus. Das ist nat\u00fcrlich auch sehr zeitintensiv, aber es macht mir auch einfach Spa\u00df und umso sch\u00f6ner ist es dann, wenn man mit einem selbstgezogenen Pferd, wie jetzt Comcador, wirklich bis ganz oben durchreiten kann. Mit La Vista war das ja auch schon total spannend, die ist ja auch selbstgezogen, mit der dann Derby zu reiten, das war schon besonders.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eWelche Vorteile bietet Deine eigene langfristige Ausbildung?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eJeder hat ja so seine Art zu reiten und es kommen ja auch viele mit unterschiedlichen Wegen ans Ziel. Ich glaube, wenn man die Pferde von klein auf in seiner Art und Weise reitet, dann ist man einfach auch ein eingespieltes Team und die Pferde verstehen einen einfach besser.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eWorauf legst Du  bei der Ausbildung von jungen Pferden besonders viel Wert?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eDie Pferde m\u00fcssen mit ganz viel Vertrauen an die gr\u00f6\u00dferen Aufgaben herangef\u00fchrt werden. Ich mag es nicht, wenn man keine Zeit und irgendwie das Gef\u00fchl hat, man muss jetzt einen Schritt vor dem anderen machen. Ich finde es richtig sch\u00f6n, wenn man viel trainieren kann. Ich muss jetzt auch nicht nur immer aufs Turnier, sondern ich trainiere die Pferde unheimlich gern zuhause oder fahr auch mal zu anderen Pl\u00e4tzen. Dann kriegt man einen Eindruck, wie das Gef\u00fchl ist, man wei\u00df, was geht und was vielleicht noch nicht geht. Gerade, wenn man die Pferde ausbildet und von jung an hat, dann kennt man nat\u00fcrlich auch genau die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen und das hilft dann sp\u00e4ter f\u00fcr die gr\u00f6\u00dferen Aufgaben. Das hei\u00dft ja nicht, dass, wenn ein Pferd eine Schw\u00e4che hat, man dann nicht oben ankommen kann, sondern wenn man zum Beispiel ein Pferd hat, das guckig am Wassergraben ist, dann muss ich das vor einem gro\u00dfen Turnier vielleicht nochmal mehr \u00fcben als mit einem anderen Pferd. Wenn das dann abgespeichert ist, dann wei\u00df man, dass es losgehen kann. Und das ist am Ende so wichtig, dass die Pferde es klein lernen und dann selbstbewusst auf dem Turnier sind.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eWelche Eigenschaften sind Dir bei Pferden wichtig? Hast Du da einen speziellen Typ, der Dir besonders liegt?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eAlso ich mag schon gern mutige Pferde. Ob sie am Ende \u00fcber 1,60m gehen, wei\u00df ich, wenn sie noch sehr jung sind, auch nicht, aber ob ein Pferd mutig ist, stellt man schnell fest. Wenn man z.B. einfach mal guckigere Spr\u00fcnge anreitet oder die Pferde mit gewissen Situationen konfrontiert, zeigt sich schnell, ob sie eher ein bisschen \u00e4ngstlicher und sch\u00fcchterner sind oder ob sie mutig sind. Wenn die Pferde in Hamburg auf den gro\u00dfen Platz kommen und klein werden, dann sind sie erstmal sehr sch\u00fcchtern, aber es gibt eben auch junge Pferde, die kommen ganz selbstbewusst in die Arena. Ich hatte in diesem Jahr eine in der Youngster Tour, die kam auf den Rasen und machte sich gro\u00df, sie f\u00fchlte sich wohl und dachte sich wahrscheinlich \u201ewie cool ist das denn hier?\u201c. Und das macht mir Spa\u00df, wenn man das merkt, dass die Pferde einfach richtig drauf warten auf einen gro\u00dfen Platz und einem gro\u00dfen Parcours. So wie mit La Vista auch im Derby, da hatte ich das Gef\u00fchl sie sagt so: Endlich mal ein richtiger Parcours! Und das ist schon sch\u00f6n.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eMan sp\u00fcrt und sieht, dass Du eine sehr enge Bindung zu Deinen Pferden hast\u2026\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eJa, das ist echt total sch\u00f6n, da kann ich dann alles um mich herum ausblenden. Ich finde es auch gerade auf dem Turnier total wichtig, eine enge Bindung zu haben. Am Ende ist man ein Team. Was geben denn die Pferde alles f\u00fcr einen und das machen die ja auch nicht nur f\u00fcr sich, man merkt ja schon, welche Pferde man auf seiner Seite hat und welche Pferde vielleicht auch eher distanzierter sind. So wie mein Vielseitigkeitspferd Viamant du Matz, das ist einfach ein total skeptisches Pferd von Natur aus. Und an den wirklich ranzukommen, hat wirklich Jahre gedauert, bis der richtig zutraulich wurde.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eWie gewinnst Du das Vertrauen Deiner Pferde?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth lacht: \u201eIch verw\u00f6hne sie, gebe ihnen Leckerlis, gehe abends nochmal in die Box, einfach nur so zum Streicheln, ohne etwas zu verlangen. Es ist mir wichtig, dass die Pferde auch einfach gerne Zeit mit mir verbringen. Ich m\u00f6chte, dass, wenn ich die Boxent\u00fcr aufmache, die Pferde gerne zu mir kommen und nicht denken: Was will sie denn jetzt schon wieder? Das w\u00e4re ja total doof und das macht dann ja auch nicht so viel Spa\u00df. Gerade das ist ja auch das, was einem als Reiter am meisten Freude bereitet.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eSteve Guerdat hat in Hamburg von Dir als Reiterin geschw\u00e4rmt und gesagt, an Sandra Auffarths Reiterei sollten wir uns alle ein Beispiel nehmen\u2026 Was macht so ein Kompliment mit Dir?\u201c&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eDas ist nat\u00fcrlich ein sehr gro\u00dfes Lob gewesen, zumal Steve Guerdat zu meinen Vorbildern geh\u00f6rt.\u00a0Das macht dann nat\u00fcrlich Spa\u00df, sowas zu h\u00f6ren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eDu hast 2014 die Leitung auf dem elterlichen Zucht und Ausbildungs-Hof in Ganderkesee \u00fcbernommen. Wie sieht ein Tag im Leben der Sandra Auffarth zu Hause aus?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eAlso wir fangen als Team um 7 Uhr morgens an. Wir, das sind meine Pflegerin, die mich zu den Turnieren begleitet, eine Bereiterin, die auch die jungen Pferde mit anreitet, und dann habe ich eine Auszubildende und ein paar, Leute die mit dem Drumherum helfen. Wir haben einen Betrieb von ca. 70 Pferden mit Pensionspferden, davon ca. 25 eigene Pferde. Morgens steige ich direkt aufs Pferd und reite bis mittags 13 Uhr durch. Nachmittags ist dann eher gemischtes Programm, entweder muss ich noch ein bisschen reiten, B\u00fcro machen oder Unterricht geben.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eUnterricht gibst Du auch noch? Wie viel Spa\u00df macht Dir das?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eDas ist genauso wie mit den Pferden. Es macht Spa\u00df, wenn man Reiter hat, die motiviert sind, die an sich arbeiten, die weiterkommen wollen, die ein gewisses Talent mitbringen, aber wichtiger ist mir die Einstellung, wie beim Pferd auch. Also mir macht es auch keinen Spa\u00df, ein Pferd zu reiten, bei dem ich eigentlich das Gef\u00fchl habe, dass es gar nicht will. Dass es keinen Bock hat, sich auch ein bisschen zu qu\u00e4len, ein bisschen Sport zu betreiben, sondern eigentlich m\u00f6chte es lieber Schritt gehen oder durch den Wald d\u00f6deln. Das sind dann am Ende auch sch\u00f6ne Freizeitpferde, aber eben keine Sportler und Athleten, das kennt man ja auch aus dem humanen Bereich. Einer l\u00e4uft gerne einen Marathon, weil er Bock drauf hat und weil der sich in gewisser Weise qu\u00e4len will, und dann gibt es Menschen, die liegen einfach lieber auf dem Sofa. Die dann zu einem Marathon zu bewegen &#8211;&nbsp;&nbsp;puh, das ist schwierig. So vergleiche ich das immer, man muss f\u00fcr jedes Pferd den richtigen Bereich finden und dann macht es auch Spa\u00df. Deswegen habe ich ja auch so gerne die, die mehr Power haben. Da ist dann der Weg manchmal etwas l\u00e4nger, aber die haben dann richtig Freude am Sport. Am Ende m\u00fcssen die Pferde Talent, Freude und Spa\u00df mitbringen \u2013 egal in welcher Disziplin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eWie wichtig ist Dir Geduld bei der Ausbildung junger Pferde?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eGeduld ist ein gro\u00dfer Faktor beim Reiten. Vor allem bei der Ausbildung muss man schon sehr viel Geduld haben. Manchmal hat man ein richtig talentiertes junges Pferd, da will man ja am liebsten gleich direkt mit los d\u00fcsen. Aber dann muss man sich ja im Sinne der Pferde sagen, hey, das Pferd ist jetzt erst 4 oder 5, der hat alles, was er in diesem Jahr lernen muss, gelernt und der bekommt jetzt eine Pause oder geht einfach mal nur 3 Wochen ins Gel\u00e4nde.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eZeit ist Geld \u2013 auch im Reitsport \u2013 wie findest Du die richtige Balance?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eAuch ich muss mein Geld damit verdienen, ich mache das ja jetzt auch nicht nur zum Spa\u00df, denn auch wenn man Pferde z\u00fcchtet, muss man Pferde vermarkten. Ich glaube aber schon, dass ich eine gute Balance gefunden habe, den Pferden trotzdem gen\u00fcgend Zeit zu geben. Wenn ich am Ende merke, dass das Pferd nicht den letzten Ehrgeiz, das letzte Verm\u00f6gen oder was auch immer mitbringt f\u00fcr den gro\u00dfen Sport, habe ich auch viele andere Ideen f\u00fcr das Pferd. Sodass ich am Ende auch sagen kann \u201eJetzt geht der in die und die H\u00e4nde und hat da ein gutes Leben.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>spring-reiter.de: \u201eDu bist eine Vorzeigesportlerin und Botschafterin f\u00fcr den Reitsport &#8211; trotzdem gibt es genug Menschen, die den Pferdesport abschaffen m\u00f6chten?&nbsp;&nbsp;Wie k\u00f6nnen wir alle zusammen diesen Kritikern begegnen?<\/strong>\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eAm Ende gibt es in jedem Bereich Kritiker, egal in welchem Berufszweig, egal in welcher Sportart. Wir haben nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Verantwortung, weil wir mit einem Tier zusammenarbeiten und sind dadurch noch mehr angreifbar. Man selber kann ja nur seinen Job machen, aber am Ende ist es wichtig, dass alle auch im Hinterkopf haben, das nach au\u00dfen hin zu pr\u00e4sentieren. Ich glaube, wir haben verdammt viele gute Reiter und Ausbilder, das k\u00f6nnte man viel positiver darstellen und viele tolle Geschichten erz\u00e4hlen. Derzeit wird vieles sehr negativ dargestellt, das ist nicht nur im Reitsport so. Wir sollten als Gesellschaft alles ein bisschen positiver angehen, das ist zumindest meine Empfindung. Und das gilt auch f\u00fcr den Reitsport. Am Ende m\u00fcssen wir auf den Turnieren von den Richtern, \u00fcber Stewards bis zu den Reitern und Pflegern \u2013 alle, die beteiligt sind, mit einem gesunden Menschenverstand an die Sache herangehen, Situationen erkennen k\u00f6nnen, was geht nicht, was geht. Manches geht nicht, entspricht aber der Regel. Manches ist total gut, entspricht aber nicht der Regel, dann muss es auch mal okay sein. Diesen Grad zu finden, davon h\u00e4ngt viel ab. Wir haben einen tollen Sport und das m\u00fcssen wir auch gut demonstrieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eDu hattest ein sehr erfolgreiches Jahr &#8211; wie sieht Deine weitere Turnierplanung aus?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sandra Auffarth: \u201eDas Hamburger Derby werde ich im n\u00e4chsten Jahr wohl nicht mitreiten k\u00f6nnen, weil meine Derby-Stute La Vista tragend ist von Ermitage Kalone. Dar\u00fcber freue ich mich nat\u00fcrlich. Und dann habe ich dieses Jahr schon mehr erlebt, als ich eigentlich vorhatte. Ich glaube, ich bin jetzt erstmal ganz zufrieden, ich muss das erstmal ein bisschen sacken lassen und freue mich auf tolle junge Pferde im Stall und mit denen auch wieder ein bisschen zu wachsen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Text und Interview: Corinna Philipps&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sandra Auffarth hat die Welt um sich herum ausgeblendet. 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