{"id":81656,"date":"2025-01-04T08:22:55","date_gmt":"2025-01-04T07:22:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=81656"},"modified":"2025-01-11T11:29:11","modified_gmt":"2025-01-11T10:29:11","slug":"ich-hatte-frueher-immer-coole-pferde-aber-es-gab-nie-ein-mega-budget-man-musste-sich-mit-dem-zurechtfummeln-was-da-war-das-hat-mir-unheimlich-viel-beigebracht-interview-mit-richard-vogel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/index.php\/2025\/01\/04\/ich-hatte-frueher-immer-coole-pferde-aber-es-gab-nie-ein-mega-budget-man-musste-sich-mit-dem-zurechtfummeln-was-da-war-das-hat-mir-unheimlich-viel-beigebracht-interview-mit-richard-vogel\/","title":{"rendered":"&#8222;Ich hatte fr\u00fcher immer coole Pferde, aber es gab nie ein Mega-Budget. Man musste sich mit dem zurechtfummeln, was da war. Das hat mir unheimlich viel beigebracht!&#8220; Interview mit Richard Vogel"},"content":{"rendered":"\n<p>Es sind die kleinen Dinge, die oft den gro\u00dfen Unterschied machen: Richard Vogel ist derzeit der beste deutsche Reiter auf Platz sechs der Weltrangliste. Fakt. Er ist hoch talentiert. Keine Frage. Mit einem feinen Gef\u00fchl f\u00fcr die Pferde. Zweifellos. Doch er ist eben auch extrem ehrgeizig, \u00fcber die Ma\u00dfen flei\u00dfig, bis in die Haarspitzen motiviert und \u00e4u\u00dferst wissbegierig. Der Erfolg kam nicht \u00fcber Nacht und wurde ihm auch nicht auf dem Silbertablett serviert. Der 27-J\u00e4hrige musste sich alles hart erarbeiten und hat gelernt, aus einer vermeintlich schlechteren Startposition eindrucksvoll die Pole-Position zu belegen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>spring-reiter.de hat mit Richard Vogel \u00fcber wichtige Lehrjahre, seine Konsequenzen aus Paris, \u00fcber seine Zusammenarbeit mit McLain Ward, seinen j\u00e4hrlichen Ausflug nach Wellington und \u00fcber \u00fcberfl\u00fcssige FEI-Regeln gesprochen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wie wichtig sind Niederlagen f\u00fcr den ganz gro\u00dfen Erfolg?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard<\/strong>: \u201eEs braucht sicher Niederlagen, um am Ende zu den ganz gro\u00dfen Erfolgen zu kommen. Ich bin in meiner Kindheit und Jugend nicht durch die einfachste Zeit gegangen, wenn es darum ging, einen guten Beritt zu haben. Ich hatte fr\u00fcher immer coole Pferde, aber es gab nie ein Mega-Budget  oder ein Sponsor oder einen M\u00e4zen. Man musste sich mit dem zurechtfummeln, was da war. Das hat mir nat\u00fcrlich unheimlich viel beigebracht und mich auch gelehrt, dass man \u2013 im \u00fcbertragenen Sinne \u2013 auch mit einem Auto ins Rennen gehen kann, das 50 oder 100 PS weniger hat. Man muss dann vielleicht das eine oder andere etwas besser machen, aber man ist trotzdem noch konkurrenzf\u00e4hig, man kann hier und da eine Kurve enger nehmen und den Gegner \u00fcberholen, auch wenn dieser mehr PS hat. Nur durch solche Situationen wird man auch hungrig und ehrgeizig und macht sich Gedanken, wie kann ich was verbessern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man immer in der komfortablen Situation ist, auf welchem Level auch immer sehr passende, sehr gute Pferde zu haben, die auf einen zugeschnitten sind, dann kommt man ja gar nicht in die Situation, dass man sich Pferden anpassen muss. Man kann das auch immer wieder sogar auf 5-Sterne Turnieren beobachten, wenn es zu Problemen im Parcours kommt, Pferde zum Beispiel mal vor einer guckigen Mauer verweigern. Dann kann man gut sehen, welcher Reiter seinem Pferd Vertrauen gibt, es gut einrahmt, damit das Pferd dann im Idealfall entspannt den Parcours weiterspringt. Oder man sieht die Reiter, die hektisch werden, das Pferd alleine lassen und dies dann gar nicht wei\u00df, was es tun soll und ob es jetzt die Situation alleine ausbaden soll.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wie denkst Du heute mit etwas Abstand \u00fcber die Olympischen Spiele in Paris?&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard<\/strong>: \u201eIch bin davon \u00fcberzeugt, dass schwierige Situationen einen nur weiterbringen und einen st\u00e4rker machen. So ist es dann nat\u00fcrlich auch f\u00fcr mich mit den Erfahrungen von Olympia in Paris. Es ist da kein Trauma \u00fcbriggeblieben und es war auch kein Drama. Aber man kann unseren Auftritt in Versailles auch nicht als Erfolg verbuchen. Es war schon tendenziell eher ein Misserfolg. Die Erwartungen waren deutlich h\u00f6her, die haben wir nicht erf\u00fcllt, und daraus m\u00fcssen wir lernen und auch st\u00e4rker werden. Nat\u00fcrlich w\u00fcrde ich l\u00fcgen, wenn ich behaupten w\u00fcrde, nach so einer Runde in Paris bin ich super gelaunt und denke, oh ja, das gibt mir jetzt Motivation. Da ist die Laune nat\u00fcrlich erst einmal im Keller. Aber nach ein paar Tagen sickert es dann durch und man hat das verarbeitet und dann bekomme ich durch so etwas deutlich mehr Motivation als durch Siege.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Richard Vogel nennt Beispiele<\/em><\/strong>: \u201eIch war etwa nach dem CHIO Aachen ein paar Tage unheimlich schlecht gelaunt. Und das lag jetzt nicht am Fehler am letzten Sprung, oder dass ich Dritter im Gro\u00dfen Preis wurde und nicht gewonnen habe. Dabei hatte ich eigentlich die Woche meines Lebens mit den zahlreichen Siegen (4 Siege und 10 x unter den ersten 3 &#8211; Anm. der Redaktion). Manchmal, nach sehr guten Wochen, ich kann es gar nicht selber so verstehen, bin ich fast schlechter gelaunt, als wenn es schlecht lief. Denn nach Erfolgen h\u00e4ngt die Latte dann auch immer gleich wieder etwas h\u00f6her und ich denke, da musst du erst mal wieder rankommen. Dieses Gef\u00fchl tr\u00fcbt dann die Freude \u00fcber Siege.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Was macht Dir Hoffnung?&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard:<\/strong>&nbsp;\u201eHoffnung macht mir nat\u00fcrlich, dass wir ja beide noch recht jung sind und hoffentlich noch ein oder zwei Chancen kriegen. Olympische Spiele sind nat\u00fcrlich etwas ganz Besonderes, da wei\u00df man nie, ob man da noch mal wieder hinkommt. Aber ansonsten kann man nat\u00fcrlich immer die Hoffnung haben, hoffentlich d\u00fcrfen wir es noch mal erleben. Wenn United gesund bleibt und wir einen guten Job mit ihm machen, dann kann er das ja hoffentlich noch ein paar Jahre l\u00e4nger machen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Was lief Deiner Meinung nach schief in Paris?&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard:<\/strong> \u201eBei den Olympischen Spielen muss nat\u00fcrlich alles auf den Punkt passen. Und das hat es bei uns nicht. Ich h\u00e4tte schon im Vorfeld alles etwas besser managen m\u00fcssen, ich war fast ein bisschen \u00fcbereifrig, dachte, je mehr ich United reite, je mehr Konditionsarbeit ich mache, desto besser, desto mehr Kraft und Power und Kondition hat er dann auch. Wir haben dann zwei Wochen vorher alles etwas zur\u00fcckgefahren und ihm etwas Zeit gegeben. Damit dann der Energielevel wieder hoch geht und er richtig Saft hat, so war der Plan. Dieser Peak kam nur leider ein bisschen sp\u00e4ter als geplant. Das habe wir auf jeden Fall daraus gelernt. Bei anderen Pferden h\u00e4tte es genau so vielleicht hingehauen, aber so ist eben jedes Pferd auch individuell.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist das eine und dann kommen wir dazu, was in Paris selber h\u00e4tten besser laufen k\u00f6nnen. Es kam zu dem einen Fehler, was schon nicht h\u00e4tte sein m\u00fcssen, h\u00e4tte ich nicht zu sehr die Zeit im Kopf gehabt. Ich wusste, dass ich die letzte Linie ansetzen kann, wenn ich das zehnmal mache, geht es neunmal gut, weil United so viel Galopp hat. Nur war das dann alles etwas aus der Hektik heraus entstanden. Wenn ich z.B. ein Stechen reite, dann fange ich ja oft schon mit richtig viel Galopp an. Ein Zwei-Phasen-Springen w\u00e4re jetzt zum Beispiel nicht seins, weil United sich da \u00fcberfallen f\u00fchlen w\u00fcrde. Wenn man von einem normalen Tempo pl\u00f6tzlich den Schalter umlegt und sagt, jetzt los. Dann geht er zwar los, aber verliert auch etwas die \u00dcbersicht dabei. Das war da das Problem. Der Plan in den letzten beiden Distanzen jeweils einen weniger zu machen und die waren ja schon auf vorw\u00e4rts angelegt, ich wusste, dass ist umsetzbar und realisierbar, aber es war alles zu hektisch und panisch nach vorne angelegt. Da hat die n\u00f6tige Ruhe gefehlt und so kam es zu den Abw\u00fcrfen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Du bist derzeit rund um den Globus unterwegs, hast Du noch Zeit junge Pferde auszubilden?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard<\/strong>: \u201eJa, ich habe auch wieder Pferde eingeritten, ich wei\u00df jetzt gerade nicht, wie viele, aber das mache ich sehr gerne, das ist mein Herzblut. Wenn Leute nach meinem Hobby fragen, dann erw\u00e4hne ich das immer gerne. Wenn ich Montags, Dienstags und oft auch Mittwochs zu Hause bin, dann sind es meist mehr als zehn Pferde, die ich reite, davon sind zwei Drittel junge Pferde, weil mir das schon sehr wichtig ist. Das ist nat\u00fcrlich sehr zeitintensiv. Aber am Ende ist alles eine Frage der Priorit\u00e4ten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit McLain Ward und wie kam es dazu?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard:<\/strong>&nbsp;\u201eIch habe immer davon profitiert, dass ich sehr gute Lehrmeister an meiner Seite hatte. Die allererste war meine Mutter, dann hat mein Onkel weiter gemacht, der immer an meiner Seite blieb, dann habe ich bei Herberts die Lehre gemacht, bei denen konnte ich viel, gerade was die Jungpferde-Ausbildung angeht, lernen. Dann war ich ja zweieinhalb Jahre bei Ludger, f\u00fcr so ein Idol zu reiten ist nat\u00fcrlich ein Privileg. Dann habe ich mich selbstst\u00e4ndig gemacht und hatte u.a. Pferde von Hugo Simon. Das war auch noch mal eine ganz andere Herangehensweise. In meinem ersten Jahr in Wellington dachte ich mir dann, es w\u00e4re eigentlich cool, wenn man hier jemanden h\u00e4tte, der einem die amerikanische Reitweise nahebringen kann. Zum einen nat\u00fcrlich, um die Reitweise zu lernen, und zum anderen nat\u00fcrlich auch, um in Kontakt mit potentiellen Kunden zu kommen, um das ganze System auch etwas besser zu verstehen. Ich bin dann auf einem Turnier einfach mal zu McLain Ward hingegangen und habe gefragt, ob er zwei Minuten hat. Ich kannte ihn damals noch \u00fcberhaupt nicht. Ich habe dann gefragt, ob ich mal zum Training kommen k\u00f6nnte. Damals bin ich auch noch nicht auf dem Level von heute geritten, das war mein erstes Mal in Wellington, ich war noch U25. Er war dann ganz aufgeschlossen und hat gesagt, ruf mich einfach Anfang der Woche mal an. Danach habe ich herausgefunden, dass das Training bei ihm normalerweise rund 1 Million Dollar im Jahr kostet. Dann habe ich ihn Anfang der Woche angerufen und ihm gesagt, ich sei sehr, sehr interessiert und hoffe, ich kann mich auch irgendwann mal auf irgendeine Art revanchieren. Aber mit bezahlen wird es schwierig. Er hatte wohl auch versucht, etwas \u00fcber mich heraus zu finden, er wusste, dass ich ehrgeizig bin, aber er hat schon gemerkt, dass ich jetzt nicht sein n\u00e4chster Top-Kunde bin.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>McLain Ward sagt allerdings auch, je mehr ich mich mit jungen Leuten umgebe, desto j\u00fcnger bleibe ich auch. Ich gehe lieber mit der Zeit, als wenn ich nur mit den Leuten meiner Generation abh\u00e4nge und wir alles so machen wie vor 30 Jahren und vielleicht auch den Anschluss verlieren. Was so etwas angeht, macht sich McLain Ward sehr viele Gedanken und er ist sehr schlau. Schon in dieser Hinsicht konnte ich sehr viel von ihm lernen. So hat es im ersten Jahr ganz locker angefangen, dass ich ein paarmal bei ihm war. Ich fand es immer sehr lehrreich. Ich bin dann immer mit einem Pferd zu ihm auf den Platz gefahren. Er hat sich ganz unkompliziert 20 Minuten Zeit genommen, wir haben ein paar Spr\u00fcnge gemacht, sind einen Parcours geritten, und das war sehr lehrreich, auch weil er oft ganz andere Ans\u00e4tze hat als wir Europ\u00e4er.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Welche anderen Ans\u00e4tze sind das zum Beispiel?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard<\/strong>: \u201eDie Art und Weise, auf dem Pferd zu sitzen, ist leichter. Dazu tendieren wir ja jetzt in Europa auch. Aber wenn man \u00fcberlegt, wie die deutsche klassische Weise zu reiten ist, dann ist das glaube ich nicht so, wie ich auf dem Pferd sitze. Ich bin da schon von der amerikanischen Reitweise beeinflusst und habe z.B. die Z\u00fcgel eher kurz. Es gibt auch Reiter in Europa, die das machen, siehe Henrik von Eckermann. Aber die Amerikaner haben das immer schon so gemacht, das leichte Sitzen oder sogar raus aus dem Sattel, immer mit der Bewegung, nie hinter der Bewegung.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Parcours-Abgehen ist anders. Ich bin fr\u00fcher z.B. nie das Stechen abgegangen. Das ist etwas, was ich wirklich bei ihm gelernt habe und was mir bei einem Pferd wie United Touch unheimlich viel hilft, weil man damit einfach besser planen kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was auch noch ein riesiger Unterschied ist, die Amerikaner sind personaltechnisch immer sehr gut aufgestellt. Pro Pfleger haben die relativ wenig Pferde. Ich habe fr\u00fcher gedacht, das ist ja fast schon Verschwendung. Aber man kann sich so auch noch \u00fcber viel mehr Details Gedanken machen, wenn man die n\u00f6tige Zeit daf\u00fcr hat. Anders als wenn man mit sechs oder sieben Pferden und nur einem Pfleger zum Turnier f\u00e4hrt und man nur am Laufen ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Du startest dein sportliches Jahr 2025 auch wieder in Wellington?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard:<\/strong>&nbsp;Ja, man muss das auch als Investition sehen. Nat\u00fcrlich muss sich das auch in dem Jahr, in dem wir das machen, halbwegs rechnen. Dennoch ist es eine n\u00f6tige Investition, um einfach auch die Kontakte herzustellen. Oft entstehen daraus auch Folgegesch\u00e4fte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Du engagierst Dich auch als Mitglied des Vorstandes im International Jumping Riders Club. Warum ist das f\u00fcr Dich so wichtig? Welche Probleme siehst Du?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard<\/strong>: \u201eEs w\u00e4re w\u00fcnschenswert, wenn wir Reiter das Gef\u00fchl bekommen w\u00fcrden, die FEI steht hinter den Reitern und will ihnen dabei helfen, etwas Gutes f\u00fcr den Sport tun. Stattdessen hat man leider oft den Eindruck, die FEI will f\u00fcr alle Aktiven, alle Turnierveranstalter, alle Stewards, f\u00fcr alle, die involviert und aktiv im Sport sind, alles noch komplizierter machen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich will man die Festigkeit des Nasenriemens nicht mehr wie bisher mit zwei Fingern \u00fcberpr\u00fcfen, weil wir ja alle unterschiedlich dicke Finger haben, so das Argument. Aber es wird ja auch niemand Steward, der keine Ahnung von Pferden hat. Da m\u00fcsste man also wohl etwas Common Sense voraussetzen. Nun will die FEI also dieses Plastik-Tool einf\u00fchren, wenn es zwischen Riemen und Pferd passt, ist es gut, wenn nicht, dann passt es nicht. Das ist ja sch\u00f6n und gut. Allerdings ist es schon oft ein Akt, die Gamaschen abzumachen, wenn man aus dem Parcours rauskommt, weil die Pferde unter Strom und voller Adrenalin sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir Reiter haben mit der FEI diskutiert, ob das nun wirklich n\u00f6tig ist. Bei der FEI sagten sie, sie h\u00e4tten einen Test gemacht mit 600 Pferden. Davon war der Nasenriemen bei 3 Pferden zu stramm und musste korrigiert werden. Jetzt w\u00fcrde ich sagen, wenn der Schnitt 600 zu 3 ist, sehe ich das nicht als wirklich gro\u00dfes Problem. Die drei betroffenen Reiter haben den Riemen lockerer gemacht und dann war es erledigt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir Reiter haben manchmal das Gef\u00fchl, dass die von der FEI vergessen, woher kommt denn der Nasenriemen, woher kommt das Reithalfter, das haben wir ja nicht erfunden, das gibt es seit eh und je. Zu 99.9 Prozent hat es jedes Pferd. Ist ja nicht jeder doof, der ein Reithalfter drauf macht. Alles hat seinen Grund und mit einem ordentlich sitzenden Reithalfter hat man eine gute Verbindung. Es gibt ja mittlerweile Dinge, die sich \u00e4ndern, viele Leute die vieles hinterfragen, wie zum Beispiel die Geschichte mit dem Eisen. Weil man sich immer fragt, wie f\u00fchlt sich mein Pferd wohler, wie wird die Rittigkeit besser. Es geht ja nicht darum, dass die Pferde 20 cm h\u00f6her springen oder 2 Sekunden schneller sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Da w\u00fcrde man sich als Reiter bei der FEI etwas mehr Sachverstand w\u00fcnschen. Manchmal hat man das Gef\u00fchl, dass die FEI meint, die Reiter wollten etwas Schlechtes f\u00fcr das Pferd oder h\u00e4tten etwas Negatives im Sinn, und dann wollten sie Regeln daf\u00fcr einf\u00fchren, dass das unterbunden wird.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Ihr &#8211; David, Sophie und Du habt eine eigene Reit-Anlage gekauft?&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard<\/strong>: \u201eJa, aber das ist noch nicht richtig spruchreif. Es ist eine bestehende Anlage im Raum Frankfurt, in die wir aber noch viel Zeit und Arbeit hineinstecken m\u00fcssen. Ziel ist, dass man irgendwann dort alles haben kann und nicht mehr pendeln muss. Ein Umzug ist aber noch in weiter Ferne und das kann auch noch Jahre dauern. Wir werden sicher noch einige Zeit in Pfungstadt sein. Denn ein Teil muss abgerissen werden, es wird neu gebaut und renoviert. F\u00fcr uns war es immer ein Traum, eine eigene Anlage zu haben, auch wenn es nat\u00fcrlich erst mal eine finanzielle Herausforderung ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>INTERVIEW: Corinna Philipps <\/p>\n\n\n\n<p>COPYRIGHT:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vervielf\u00e4ltigung unserer Artikel ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung nicht gestattet. Alle Rechte sind&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.spring-reiter.de\/\">www.spring-reiter.de<\/a>&nbsp;vorbehalten. Bei Urheberrechtsverletzungen behalten wir uns rechtliche Schritte vor.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>No reproduction of any articles will be accepted without a permission, all rights reserved&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.spring-reiter.de\/\">www.spring-reiter.de<\/a>&nbsp;If copyright violations occur, a penalty fee will apply.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sind die kleinen Dinge, die oft den gro\u00dfen Unterschied machen: Richard Vogel ist derzeit der beste deutsche Reiter auf Platz sechs der Weltrangliste. Fakt. 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