{"id":89764,"date":"2025-07-16T11:57:54","date_gmt":"2025-07-16T09:57:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=89764"},"modified":"2025-07-16T11:57:57","modified_gmt":"2025-07-16T09:57:57","slug":"hinfallen-ist-keine-schande-nur-liegen-bleiben-interview-mit-richard-vogel-vor-dem-em-start","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/index.php\/2025\/07\/16\/hinfallen-ist-keine-schande-nur-liegen-bleiben-interview-mit-richard-vogel-vor-dem-em-start\/","title":{"rendered":"\u201eHinfallen ist keine Schande \u2013 nur liegen bleiben.\u201c Interview mit Richard Vogel vor dem EM Start"},"content":{"rendered":"\n<p>Bei den Europameisterschaften der Springreiter in A Coru\u00f1a startet Richard Vogel mit United Touch S im Team. Im Interview spricht der 28-J\u00e4hrige \u00fcber seine ersten Eindr\u00fccke in Galizien, die besondere Beziehung zu seinem Pferd und warum Reiten f\u00fcr ihn alles andere als ein Einzelsport ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard, wie sind deine ersten Eindr\u00fccke von der EM-Anlage in A Coru\u00f1a?<\/strong><br>Sehr, sehr gut! Die Pferde f\u00fchlen sich hier extrem wohl. Wir haben feste Stallungen, die hervorragend isoliert sind \u2013 das macht gerade bei warmem Wetter einen riesigen Unterschied. Dazu kommt das Klima: angenehme Temperaturen, frische Atlantikluft. Die Bedingungen k\u00f6nnten kaum besser sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie wichtig ist das f\u00fcr die Pferde \u2013 auch in Bezug auf ihr Wohlbefinden?<\/strong><br>Sehr wichtig. Man merkt richtig, wie positiv sich das Setup auf die Pferde auswirkt. Als sie am ersten Tag aus den Stallungen kamen, haben sie tief durchgeatmet \u2013 fast so, als w\u00fcrden sie sp\u00fcren: Hier ist ein besonderer Ort. Auch die Trainingsm\u00f6glichkeiten sind top: Wir haben zwei gro\u00dfe Abreitepl\u00e4tze, eine super Arena und eine Galoppbahn mit leichtem Anstieg \u2013 ideal, um die Pferde locker zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und wie war dein pers\u00f6nlicher Start in die EM-Woche?<\/strong><br>Sehr entspannt! Die Stimmung im Team ist super. Auch die Pfleger sind ein eingespieltes Team \u2013 das ist Gold wert. Wir haben da eine tolle Truppe zusammen. Alle freuen sich, dass es losgeht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Reiten gilt in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung als Einzelsport \u2013 du siehst das offenbar anders?<\/strong><br>Absolut. Ich halte die Bezeichnung \u201eEinzelsportart\u201c im Reitsport f\u00fcr falsch. Selbst bei einem Turnier, bei dem man nur f\u00fcr sich startet, braucht man ein ganzes Team: Pfleger, Tierarzt, Schmied, Bereiter. Und sp\u00e4testens, wenn man ein Championat f\u00fcr Deutschland reitet, merkt man, wie viel Teamarbeit in diesem Sport steckt. Auch mit dem Pferd selbst muss man ein echtes Team bilden \u2013 das ist die Basis von allem.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was macht dein Pferd United Touch S f\u00fcr dich besonders?<\/strong><br>Er hat herausragende Anlagen \u2013 viel Galopp, enorme Sprungkraft, riesiges Verm\u00f6gen. Aber was ihn wirklich besonders macht, ist sein Interieur. Er hat eine fantastische Arbeitseinstellung. Auch wenn sein Galopp nicht von Natur aus ganz einfach zu reiten war, haben wir gemeinsam daran gearbeitet \u2013 und er macht das mit. Er will sich verbessern. Genau deshalb sind wir so weit gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gab es einen besonderen Parcours, der dir in Erinnerung geblieben ist?<\/strong><br>Da gab es einige. Unser gr\u00f6\u00dfter Erfolg war sicher der Sieg im Gro\u00dfen Preis in Genf \u2013 aber der beste Parcours ist nicht immer der mit dem gr\u00f6\u00dften Preisgeld. Es gibt Runden, in denen man sich mit dem Pferd als Einheit f\u00fchlt, in denen alles flie\u00dft \u2013 auch wenn vielleicht ein Fehler passiert. Das sind die Runden, die besonders viel Freude machen. Das ist das, worauf wir hinarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was motiviert dich pers\u00f6nlich im Sport?<\/strong><br>Das h\u00e4ngt vom Pferd ab. Mit den \u00e4lteren Pferden geht es darum, kleine Stellschrauben zu justieren, sich immer wieder zu verbessern. Stillstand ist R\u00fcckschritt. Aber besonders viel Spa\u00df macht uns \u2013 also Sophie (Hinners), David (Will) und mir \u2013 auch die Arbeit mit jungen Pferden. Da sieht man von Tag zu Tag Fortschritte. Das ist extrem motivierend. Gerade bei den Vier- bis Sechsj\u00e4hrigen sieht man Entwicklung auf allen Ebenen. Das treibt uns an und motiviert uns, unseren Stall genauso zu f\u00fchren, wie wir es tun.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist dein Ziel f\u00fcr die Europameisterschaft?<\/strong><br>Klar ist: Im Vordergrund steht die Mannschaftswertung. Wenn man f\u00fcr Deutschland antritt, ist das Ziel immer, mit einer Medaille nach Hause zu kommen. Das gilt auch f\u00fcr diese Woche. Und nat\u00fcrlich hoffen wir, dass im Einzel am Ende auch noch etwas geht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gibt es einen Ratschlag, der dich im Sport besonders gepr\u00e4gt hat?<\/strong><br>Ja \u2013 und der begleitet mich bis heute: \u201eHinfallen ist keine Schande \u2013 nur liegen bleiben.\u201c<br>Im Reitsport erlebt man mehr R\u00fcckschl\u00e4ge als Erfolge, das geh\u00f6rt dazu. Wichtig ist, dass man aus Fehlern lernt, Emotionen auch mal beiseiteschiebt, sachlich analysiert und es beim n\u00e4chsten Mal besser macht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wann hast du realisiert, dass du in der Weltspitze angekommen bist?<\/strong><br>Ich glaube, das ist vor allem vom Pferd abh\u00e4ngig. Ich habe das gro\u00dfe Gl\u00fcck, ein Pferd wie United Touch reiten zu d\u00fcrfen \u2013 und auch sehr, sehr gute weitere Pferde zu haben. Ein Pferd allein reicht nicht aus. Ohne die weiteren Pferde w\u00e4re ich nicht da, wo ich jetzt bin. Sollte sich das irgendwann \u00e4ndern, ist man auch schnell wieder auf einem anderen Level unterwegs. Das ist Teil unseres Sports \u2013 und man w\u00e4chst wieder von unten heran.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Du reitest auch selbst junge Pferde an. Warum?<\/strong><br>Weil es mir unglaublich viel Spa\u00df macht \u2013 auch wenn es wirtschaftlich vermutlich nicht die cleverste Entscheidung ist (lacht). Ich finde, man lernt gerade beim Anreiten sehr viel \u00fcber das Interieur eines Pferdes. F\u00fcr mich ist die mentale Einstellung eines Pferdes entscheidend. Ein Pferd mit dem richtigen Geist kann sich enorm entwickeln \u2013 auch wenn es anfangs nicht spektakul\u00e4r aussieht. Das habe ich \u00fcber die Jahre gelernt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In Aachen war David Will mit vor Ort \u2013 wird er auch in A Coru\u00f1a unterst\u00fctzen?<\/strong><br>Er reist so an, dass er beim ersten Zeitspringen vor Ort ist. Das ist wichtig f\u00fcr uns. Er kennt sowohl My Prins, den Sophie reitet, als auch United Touch sehr gut. David ist ein unglaublich wertvoller Ansprechpartner, weil er nicht nur die Pferde, sondern auch uns Reiter sehr gut kennt. Er wei\u00df genau, wann er uns etwas sagen sollte \u2013 und wann er uns einfach machen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und wie ist der Austausch mit deiner Partnerin Sophie \u2013 als sportliches Duo?<\/strong><br>Wir geben uns gegenseitig R\u00fcckhalt, wir arbeiten stets eng zusammen, tauschen uns aus, geben uns Ratschl\u00e4ge. Das bedeutet mir viel. Es ist wichtig, auch mental jemanden hinter sich zu haben. Glauben versetzt Berge. Wenn man unsicher in Parcours reinreitet, dann geht der Plan meistens nicht so auf, wie man es sich w\u00fcnscht. Gerade im Zeitspringen, wenn man einen Plan hat, der sich vielleicht im Laufe der Pr\u00fcfung wackelig anf\u00fchlt, ist es wichtig, dass jemand sagt: \u201eGlaub daran, das funktioniert.\u201c\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <em>fn-press\/sag<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei den Europameisterschaften der Springreiter in A Coru\u00f1a startet Richard Vogel mit United Touch S im Team. 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