{"id":92667,"date":"2025-11-07T10:20:47","date_gmt":"2025-11-07T09:20:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=92667"},"modified":"2025-11-07T10:26:51","modified_gmt":"2025-11-07T09:26:51","slug":"fei-weicht-blutregel-auf-richenhagen-kritisiert-blut-hat-im-pferdesport-nichts-zu-suchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/index.php\/2025\/11\/07\/fei-weicht-blutregel-auf-richenhagen-kritisiert-blut-hat-im-pferdesport-nichts-zu-suchen\/","title":{"rendered":"FEI weicht &#8222;Blutregel&#8220; auf. Richenhagen kritisiert: \u201eBlut hat im Pferdesport nichts zu suchen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Die FEI-Generalversammlung hat mit 96 % Zustimmung die neu strukturierten FEI-Springregeln genehmigt, die am 1. Januar 2026 in Kraft treten werden. Der vorgeschlagene Artikel 259 \u00fcber aufgezeichnete Verwarnungen beim Springen wurde ebenfalls genehmigt. Das hei\u00dft: K\u00fcnftig d\u00fcrfen Pferde auch dann weiter im Wettbewerb bleiben, wenn bei ihnen Blut sichtbar ist \u2013 sofern sie nach einer tier\u00e4rztlichen Kontrolle als \u201efit to compete\u201c gelten. Das sind die ab 1. Januar 2026 geltenden Grunds\u00e4tze:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Neue obligatorische \u00dcberpr\u00fcfung der Wettkampftauglichkeit durch die Bodenjury in Absprache mit dem Veterin\u00e4rbeauftragten in allen F\u00e4llen, in denen Blut festgestellt wurde.<\/li>\n\n\n\n<li>Pferde d\u00fcrfen nur dann weiter am Wettkampf teilnehmen, wenn sie nach der oben genannten tier\u00e4rztlichen Untersuchung f\u00fcr wettkampftauglich befunden wurden.<\/li>\n\n\n\n<li>Klarere Regeln f\u00fcr FEI-Funktion\u00e4re, wodurch die Unterscheidung zwischen \u201egeringf\u00fcgigen\u201d Verst\u00f6\u00dfen entf\u00e4llt und eine gr\u00f6\u00dfere Einheitlichkeit und Objektivit\u00e4t gew\u00e4hrleistet wird.<\/li>\n\n\n\n<li>Erh\u00f6hte Transparenz und Rechenschaftspflicht f\u00fcr Athleten, da alle aufgezeichneten Verwarnungen im Springreiten von der FEI ver\u00f6ffentlicht werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Automatische Benachrichtigung der nationalen Verb\u00e4nde \u00fcber alle aufgezeichneten Verwarnungen im Springreiten, die ihre Athleten betreffen, damit sie die F\u00e4lle besser \u00fcberwachen und entscheiden k\u00f6nnen, ob zus\u00e4tzliche Tierschutzkontrollen oder -ma\u00dfnahmen erforderlich sind.<br>Die folgenden Regeln bleiben unver\u00e4ndert in Kraft:<\/li>\n\n\n\n<li>Obligatorische Disqualifikation bei \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Einsatz von Sporen;<\/li>\n\n\n\n<li>Bestimmungen zum Missbrauch von Pferden; und<\/li>\n\n\n\n<li>die M\u00f6glichkeit, separate Disziplinarverfahren einzuleiten, um zus\u00e4tzliche Sanktionen zu verh\u00e4ngen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-code\"><code>\n\n\u201eTrotz unterschiedlicher Meinungen konnten wir ein klareres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Positionen der anderen gewinnen und auch einige Missverst\u00e4ndnisse und Fehlvorstellungen ausr\u00e4umen\", sagte FEI-Generalsekret\u00e4rin Sabrina Ibanez. \"Wir erkennen an, dass die Zustimmung nicht einstimmig war, und haben die Forderung mehrerer nationaler Verb\u00e4nde nach einem harmonischeren Ansatz f\u00fcr dieses Thema \u00fcber alle Disziplinen hinweg zur Kenntnis genommen. Wir werden uns intensiv damit befassen und verpflichten uns, es sorgf\u00e4ltig zu pr\u00fcfen, um die Bedenken besser zu verstehen und sie im weiteren Verlauf zu ber\u00fccksichtigen.\u201c<\/code><\/pre>\n\n\n\n<p>FEI-Sprungdirektor Todd Hinde stellte den Hintergrund des Prozesses vor, der darauf abzielt, dass die Regeln robust, benutzerfreundlich, einfach und konsistent sind. Als Einleitung zu den Diskussionen \u00fcber Artikel 259 zu aufgezeichneten Verwarnungen im Springreiten stellte Hinde Statistiken aus diesem Jahr vor und wies darauf hin, dass es 340.000 Starts gab, mit 101 disqualifizierenden Blutverunreinigungen, von denen die meisten auf Blut an den Flanken zur\u00fcckzuf\u00fchren waren, was 0,029 Prozent aller Starts entspricht. Von diesen wurden nur vier Athleten in diesem Zeitraum zweimal disqualifiziert. Er betonte, dass diese deutlich geringere Anzahl von F\u00e4llen die Auswirkungen der in der Vergangenheit eingef\u00fchrten Regeln zu Sporen widerspiegele, die klarer definierten, was erlaubt ist und was nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Pferde mit frischem Blut werden in Deutschland weiter disqualifiziert&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>20 Nationen haben gegen die \u00c4nderung der Blood-Rule gestimmt, 56 daf\u00fcr. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) spricht sich weiterhin dagegen aus. FN-Pr\u00e4sident Martin Richenhagen erkl\u00e4rt, warum die FN an klaren Regeln festh\u00e4lt, weshalb das Thema \u00fcber den\u00a0 Einzelfall hinausgeht und welche Verantwortung der Pferdesport gegen\u00fcber Gesellschaft und Tierwohl tr\u00e4gt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herr Richenhagen, die FEI hat nun beschlossen, die sogenannte \u201eBlutregel\u201c im Springreiten zu lockern. Was halten Sie davon?<\/strong><br>Ich halte das f\u00fcr einen klaren Fehler. Blut hat im Pferdesport nichts zu suchen. Auch wenn die Zahl der F\u00e4lle weltweit sehr gering ist \u2013 zuletzt bei jedem 3.366 Start, wobei es zu mehr als 99 Prozent ganz geringf\u00fcgige Kratzer sind \u2013 das Thema steht sinnbildlich f\u00fcr unseren Umgang mit dem Pferd. Wenn ein Pferd durch den Reiter verursacht blutet, kann es nicht weiter am Wettbewerb teilnehmen. Das ist eine Frage des Respekts und der Verantwortung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die FEI argumentierte im Vorfeld, dass es auch harmlose Ursachen geben kann \u2013 etwa, wenn das Pferd einen leichten Kratzer im Einwirkungsbereich des Schenkels hat.<\/strong><br>Es gibt solche F\u00e4lle. Aber die Regel zu lockern, halte ich nicht f\u00fcr richtig. Wir brauchen in dieser Frage keine Grauzonen. Jede sichtbare Verletzung ist ein Signal, das wir ernst nehmen m\u00fcssen \u2013 und kein Anlass, die Messlatte niedriger zu legen. Wenn wir anfangen, Blut zu relativieren, verlieren wir die Achtung vor dem Lebewesen Pferd und das Vertrauen der Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Also eine klare Nulltoleranz-Haltung?<\/strong><br>Ja, unbedingt. Wir m\u00fcssen uns bewusst sein: Wir stehen unter Beobachtung. Menschen, die den Pferdesport nicht kennen, sehen Bilder von Pferden mit Blut \u2013 und das l\u00f6st Emp\u00f6rung aus. Und das zu Recht. Wir wollen Pferdesport mit gesunden, gl\u00fccklichen Pferden zeigen \u2013 nicht mit Pferden, die offensichtlich verletzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kritiker bef\u00fcrchten, dass die Regel zu streng ist und Reiter f\u00fcr minimale Verletzungen bestraft.<\/strong><br>Ich verstehe diesen Einwand, aber das Ziel ist ja nicht, jemanden zu bestrafen \u2013 sondern daf\u00fcr zu sorgen, dass so etwas gar nicht passiert. Wer verantwortungsvoll mit seinem Pferd umgeht, wird in der Regel kein Problem haben. Eine klare Regel schafft Bewusstsein und Achtsamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Viele Nationen sehen das \u00e4hnlich wie Deutschland. Ist das ein Signal an die FEI?<\/strong><br>Ja, absolut. Wir sind nicht allein mit dieser Haltung. 20 Nationen haben gegen die Regel\u00e4nderung gestimmt. Wir werden weiterhin an dem Thema bleiben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was erwarten Sie konkret von der FEI?<\/strong><br>Die Regel\u00e4nderung ist nun beschlossen. Sie tritt zum 1. Januar 2026 in Kraft. Nun werden wir im kommenden Jahr sehen, wie viele Verwarnungen ausgeprochen werden. So oder so bleiben wir dabei: Das Wohl des Pferdes steht \u00fcber allem. Wir handeln aus Liebe zum Pferd und im Dienste der Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie steht die FN zu m\u00f6glichen nationalen L\u00f6sungen?<\/strong><br>Unser Anspruch ist, im Pferdesport Vorbild zu sein. Das bedeutet: h\u00f6chste Standards im Umgang mit unseren Pferden. Pferde mit frischem Blut im Einwirkungsbereich oder einer Verletzung werden hierzulande disqualifiziert und so soll es auch bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was w\u00fcrden Sie denjenigen sagen, die meinen, der Pferdesport m\u00fcsse pragmatischer werden?<\/strong><br>Pragmatismus h\u00f6rt dort auf, wo es um Tierwohl geht. Wir m\u00fcssen zeigen, dass sportlicher Erfolg und pferdegerechtes Handeln zusammenpassen. Das ist unsere Verantwortung \u2013 gegen\u00fcber den Pferden, aber auch gegen\u00fcber der Gesellschaft. <em>f(npress\/sag)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die FEI-Generalversammlung hat mit 96 % Zustimmung die neu strukturierten FEI-Springregeln genehmigt, die am 1. Januar 2026 in Kraft treten werden. Der vorgeschlagene Artikel 259 \u00fcber aufgezeichnete Verwarnungen beim Springen wurde ebenfalls genehmigt. 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