{"id":93141,"date":"2025-11-28T14:15:02","date_gmt":"2025-11-28T13:15:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=93141"},"modified":"2025-12-03T12:09:07","modified_gmt":"2025-12-03T11:09:07","slug":"wer-als-reiter-erfolgreich-sein-will-sollte-frueh-lernen-sich-auf-die-psyche-seiner-pferde-einzustellen-besuch-bei-zuechter-legende-harm-thormaehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/index.php\/2025\/11\/28\/wer-als-reiter-erfolgreich-sein-will-sollte-frueh-lernen-sich-auf-die-psyche-seiner-pferde-einzustellen-besuch-bei-zuechter-legende-harm-thormaehlen\/","title":{"rendered":"&#8222;Wer als Reiter erfolgreich sein will, sollte fr\u00fch lernen, sich auf die Psyche seiner Pferde einzustellen.&#8220; Besuch bei Z\u00fcchter-Legende Harm Thorm\u00e4hlen"},"content":{"rendered":"\n<p>Schon aus der Ferne ist der riesige Bronze-Schimmelhengst zu sehen, der wei\u00df \u00fcber das flache Land leuchtet, auch wenn der Himmel \u00fcber ihm grau ist. Capitol I, der Holsteiner Stempelhengst, der nie selbst auf Turnieren gestartet ist, aber der jahrelang das WBFSH-Ranking der weltbesten Vererber anf\u00fchrte und dessen Nachkommen Olympische Spiele dominierten und mehr als f\u00fcnf Millionen Euro Gewinnsumme ersprangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich auf die Suche nach einer der Wiegen der weltber\u00fchmten Holsteiner Springpferde-Zucht macht, wird hier, im Geburtsstall von Capitol I, auf einem fast 500 Jahre alten Hof, umgeben von 60 Hektar fruchtbarem Marschland, willkommen gehei\u00dfen. 1.625 Einwohner z\u00e4hlt das Dorf Kollmar zwischen Gl\u00fcckstadt und Elmshorn und der Ber\u00fchmteste von ihnen ist Harm Thorm\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Giebel des Haupthauses aus rotem Backstein prangen in Wei\u00df die Worte: \u201eNA DEM SWEDISCHEN KRiGE. DEN VOL GOT VORTRUT DEN HEFT VOL GEBUWET.ANNO 1647\u201c Und darunter geht es sozusagen umgehend in die Herzkammer, in den Abfohl-Stall, wo uns Harm Thorm\u00e4hlen gleich das erste Prinzip seiner Zucht erkl\u00e4rt: Schon am ersten Tag nach der Geburt werden hier die Fohlen zum ersten Mal \u00fcber den harten Pflasterboden gef\u00fchrt: &#8222;Harter Boden ist wichtig f\u00fcr die Huf- und Sehnengesundheit.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur das knisternde Kaminfeuer im Wohnzimmer, wo wie in allen R\u00e4umen und Fluren des Hauses unz\u00e4hlige Bilder an den W\u00e4nden von der Pferde-Erfolgsgeschichte seiner Bewohner erz\u00e4hlen, strahlt W\u00e4rme aus. In diesen Tagen erscheint ein Buch \u00fcber sein Lebenswerk mit dem Titel \u201eHarm Thorm\u00e4hlen \u2013 Ein Leben f\u00fcr die Springpferdezucht\u201c. Die Autorin Adriana van Tilburg erz\u00e4hlt darin mit vielen historischen Fotografien von dem Leben der Z\u00fcchter-Legende (Asmussen Verlag, \u20ac 35,&#8211;).<\/p>\n\n\n\n<p>Voller Gottvertrauen, wie wir \u00fcber dem Eingang gelesen haben, wurde bei der Familie Thorm\u00e4hlen ein Jahr vor Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges der Grundstein f\u00fcr eine Pferdezucht gelegt mit Erfolgen, die die Welt eroberten. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>&#8222;Die Kosten sind immens h\u00f6her geworden&#8220;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Aber bringt es immer noch Spa\u00df, Pferde zu z\u00fcchten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Harm Thorm\u00e4hlen, inzwischen 80 Jahre alt, ist da ganz deutlich: \u201eEs ist schon problematisch, weil die Kosten immens h\u00f6her geworden sind und die Kunden immer spezieller. Eine Kleinigkeit beim T\u00dcV oder beim R\u00f6ntgen \u2013 die Kunden sind so sensibel. In unserem Bereich ist es ein ganz schweres Gesch\u00e4ft geworden. Nur im oberen Bereich, da ist gut und hat eine Zukunft. Die Pferde werden immer teurer.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Also das Familienpferd, das man fr\u00fcher auch hier z\u00fcchtete und verkaufte, gibt es kaum noch?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Harm Thorm\u00e4hlen: \u201eDas ist kaum noch zu machen, so f\u00fcr 10.000 Euro. Das muss ja schon gut geritten sein. Da hat man schon 10.000 bis 20.000 investiert. Deshalb h\u00f6ren auch immer mehr Z\u00fcchter auf. In den f\u00fcnfziger und sechziger Jahren waren die Iren die Besten. Dann haben sie ihre besten Stuten verkauft, und dann waren sie hintendran. Inzwischen haben sie es begriffen und lassen auch au\u00dferhalb Irlands decken, w\u00e4hrend sie fr\u00fcher mit ihren Stuten nicht au\u00dferhalb Irlands decken durften. Und so kommen sie jetzt wieder richtig nach oben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die durchgez\u00fcchteten Stutenst\u00e4mme, sie sind in Holstein und auch bei der Familie Thorm\u00e4hlen das Tafelsilber. Hier in Kollmar sind es drei Stutenst\u00e4mme, die gehegt und gepflegt werden und f\u00fcr den Erfolg stehen: die Holsteiner Leistungsst\u00e4mme 104 a, 173 und 3615. Ihnen entsprangen Capitol I und das beste Pferd der Spring-WM 2002 in Jerez\/ESP, Fein Cera, die in \u00d6l gemalt am Kopfende der Reithalle prangt. \u201eDer \u00e4ltesten privaten Reithalle in Schleswig-Holstein  &#8211; Baujahr 1964&#8243;, wie der Hausherr anmerkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Er wei\u00df nicht, wie viele Pferde bei ihm das Licht der Welt erblickten, seit er 1973 von Vater Rheder den Hof \u00fcbernahm. Aber \u201eso alle zwei, drei Jahre\u201c war es ein Fohlen, das dann sp\u00e4ter im Millionen-Bereich ankam. \u201eDie sind vor dem Verkauf schon Turniere gegangen auf 2*-3* Niveau im Richtung 5*. Die guten Kunden, die sie gekauft haben, haben dann an ihnen auch noch Millionen verdient. Das ist dann schon immer auch die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Aber deshalb verkaufen wir auch keine Fohlen, denn unsere Kosten rundherum sind hoch. Bevor ich den Hof 2022 an meinen Neffen Philipp Baumgart und Familie \u00fcbergab, hatte ich Fix-Kosten von eineinhalb Tausend Euro pro Tag.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz genau hat er das mal in jungen Jahren errechnet, bevor er den Hof \u00fcbernahm. Er machte damals zusammen mit dem sp\u00e4teren Erdbeerk\u00f6nig und Gastgeber des wundersch\u00f6nen CSI4* Turniers in Hohen Wieschendorf, Enno Glantz, eine Landwirtschaftslehre. F\u00fcr seine Meisterpr\u00fcfung legte er eine Vollkostenrechnung vor f\u00fcr die Kosten eines Fohlens. \u201eMeine Berechnung belief sich auf 10.000 DM f\u00fcr ein Fohlen. Da war dann nur die Frage, ob ich damit durch die Pr\u00fcfung falle oder ob die Pr\u00fcfer begeistert sind. Ich habe die Note 1 bekommen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Damit die talentiertesten Nachwuchspferde optimal gef\u00f6rdert werden, gibt er sie Profis in den Beritt. \u201eGerade gestern haben wir wieder einen Deal festgemacht mit Peder Fredricson.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Come On war das Herzenspferd<\/h2>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher, im Alter von 18 bis 48 Jahren, war er selbst erfolgreich als Reiter in der schweren Klasse unterwegs. Sein \u201eHerzenspferd\u201c, da strahlen die Augen noch immer, \u201edas war Come On. Den habe ich nicht selbst gez\u00fcchtet, sondern gekauft. Ich hatte vorher beim Holsteiner Verband Kritik ge\u00fcbt, weil wir dort die Pferde nur im Schritt und Trab auf der Stra\u00dfe f\u00fchrten und dann f\u00fcr die K\u00f6rung in Neum\u00fcnster sortierten. Ich habe gesagt, das ist doch das Hinterletzte. Unsere wichtigste Gangart bei den Springpferden \u2013 und wir haben nun mal 80 Prozent Springpferde in Holstein \u2013 ist doch die Galoppade. Wir m\u00fcssen die im Galopp sehen. Am n\u00e4chsten Tag haben sie gesagt, wir wollen die Pferde auch im Galopp sehen. Und da habe ich gesehen, wie Come On galoppierte. Anschlie\u00dfend bin ich zu seinem Z\u00fcchter und habe ihm gesagt: Der ist zu dick, zu gro\u00df, der kommt nicht mit. Aber ich kauf ihn Dir trotzdem ab. Die Antwort war: Nee, der kommt mit zur K\u00f6rung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aber der Kenner aus Kollmar behielt Recht, Come On wurde nicht gek\u00f6rt. Sp\u00e4ter kam es allerdings doch noch zu einem Deal und der Hengst wechselte auf den Hof Thorm\u00e4hlen. &#8222;Come On ist immer gegangen, auch mit einem Amateur, hat sp\u00e4ter mit Prinzessin Haya die Olympia-Qualifikation geschafft. Solche Pferde kosten nat\u00fcrlich richtig Geld. Aber wenn man so einen hat und das Reitgef\u00fchl&#8230; als h\u00e4tte er keine Knochen, das war alles wie Gummi. So ein Feingef\u00fchl.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>So einen wie Come On h\u00e4tte er auch heute gerne noch in seinem Stall. Aber dann steht er auf, geht zur Anrichte und holt ein kleines Foto in Silberrahmen: \u201eImmer, wenn ich schlechte Laune habe, dann hole ich mir ein kleines Gl\u00e4schen Wein und gucke mir dieses Foto an. Das sind zwei Pferde, das ist 60 Jahre her, das sind Ringo und Gera. Mein R\u00fccken war kaputt vom Schiet-Treckerfahren. Da sehe ich den Ringo auf einem kleinen Turnier in Brokdorf. Ich hatte gerade in der kleinen 20 x 20m Halle ein Sb gewonnen. Aus jeder Lage sprang der Ringo 20 bis 30 Zentimeter h\u00f6her, weil der so viel Gummi hatte. Der ist dann zu Winkler gekommen und der sagte, der hat kein Verm\u00f6gen. Ich habe sofort zu meinem Vater gesagt, den holen wir zur\u00fcck. Was wir nicht wussten, dass Winkler auch kein Pferdemann war. Der hatte seit seinem Leistenbruch, mit dem er auf Halla in Stockholm Gold gewann, seinen Status. Und dann bin ich mit Ringo zwei Gro\u00dfe Preise geritten. Auf dem Dobrock sind wir im Gro\u00dfen Preis Zweite geworden hinter Hermann Schridde, der gerade Europameister geworden war und zwei Sekunden schneller war nach Stechen im 1,70 Parcours. Und dann hat ihn das japanische Olympia-Komitee gleich gekauft. Er ging dann bei Olympia in Mexiko. Die deutsche Mannschaft holte dort mit 30 Fehlern Bronze. So brutal schwer war das, das geht heute auch nicht mehr.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schlaue Pferde sind auch immer nicht ganz einfach<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Harm Thorm\u00e4hlen ist unver\u00e4ndert das A und O bei der Zucht \u201edie Psyche der Pferde&#8220;. Rund 20 bis 30 Fohlen erblicken auf dem Hof Thorm\u00e4hlen jedes Jahr das Licht der Welt und werden hier auch schonend binnen sechs Wochen angeritten. &#8222;Ob sie sensibel und schlau sind, merkt man schon bei den Fohlen. Sensible, schlaue Pferde sind auch immer nicht ganz einfach. Unsere Fohlen werden daher schon gleich am ersten Tag angefasst. Wir lassen uns die Hufe geben und f\u00fchren sie am Halfter, in diesem Alter ist es noch ungef\u00e4hrlich und dann kennen sie das schon alles.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Um Herauszufinden, wie clever seine Nachwuchs-Pferde sind, arbeitet Harm Thorm\u00e4hlen mit einem Trick: <\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Bei der Grundausbildung der jungen Pferde, wird ja in der Regel immer linksherum das Freispringen gemacht. Aber ich lass sie schon ganz fr\u00fch auch Kehrtwendung rechts herum machen, dann ohne Einsprung. Und dann sieht man schon, wer ist schlau und wer nicht. Die Schlauen machen vielleicht beim ersten Mal dann einen Fehler, aber die machen den Fehler nicht zum zweiten Mal. Die Mutigen springen dann schon mal gro\u00df ab \u2013 und die Feiglinge bleiben hinten in der Ecke stehen. Die haben dann meistens keine Chance. Wir machen uns immer Notizen, und die bekommen dann schon ein Fragezeichen. Die m\u00fcssen wir dann weiter beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aber man kann sich ja auch mal irren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa, man kann sich auch mal irren. Was ich auch schon hatte. Wenn die dann hoch rittig sind und Vertrauen zum Reiter haben, dann gewinnen sie auch schnell Vertrauen. Ich hatte mal einen, das ist schon 30 Jahre her, der hatte in der Ecke gestanden und gezittert. Ein Wallach, der hatte Angst gehabt. Aber er war hoch rittig und hat dann \u00fcbers Reiten das Vertrauen bekommen, ging f\u00fcnfj\u00e4hrig schon S, ein paar Mal auch international.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Besser ist es, wenn Reiter fr\u00fch lernen, sich auf die Psyche ihrer Pferde einzustellen<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist diese Erfahrung als Z\u00fcchter und Reiter, aus der Harm Thorm\u00e4hlen sch\u00f6pfen und die er als Rat weitergeben kann:  &#8222;Wer als Reiter erfolgreich sein will, sollte fr\u00fch lernen, sich auf die Psyche seiner Pferde einzustellen. Mein Vater war, was ich damals gar nicht wusste, einer der gr\u00f6\u00dften Pferdeh\u00e4ndler in Europa. Das hat mir irgendwann ganz nebenbei Alwin Schockem\u00f6hle mal gesagt. Alle zwei Wochen ging hier ein Eisenbahnwaggon mit sechs Pferden nach Bayern, Schweiz, Norditalien. Dann nahm mein Vater auch mal ein Pferd in Zahlung. Als ich 18 Jahre alt war, war darunter ein gro\u00dfer schwarzer Trakehner und der wollte gar nichts. Der war gesund, war schon achtj\u00e4hrig, lief frei, aber beim Reiten wollte er nicht traben, nicht galoppieren. Da habe ich ihn angehalten, ihn gestreichelt, liebevoll mit ihm gesprochen. Ich habe ihm gesagt: Du hast doch offenbar ein Schei\u00dfleben gehabt. Erz\u00e4hl mal von Deinem schlechten Leben, dann helfe ich Dir und dann machen wir gemeinsam was.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann bin ich weg mit ihm von unserem Sandplatz und ins Gel\u00e4nde gegangen. Ich habe ihm von unseren K\u00e4lbern Futter gegeben, Milchpulver, und dann hat er Spa\u00df gehabt und ich ihn zum Galoppieren bekommen. Vier Wochen sp\u00e4ter habe ich mit ihm schon einen kleinen L\/M-Parcours gewonnen. Im Herbst folgten die ersten S-Springen. Ich war da ein bisschen nerv\u00f6s, mein Bruder hat mir vorher noch einen Schnaps gegeben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz anders war das bei Fein Cera. \u201eFein Cera war beim Freispringen immer das beste Pferd. Immer locker. Sie war hochrossig, sollte am n\u00e4chsten Tag gedeckt werden. Da habe ich sie noch mal ein bisschen h\u00f6her springen lassen, 1,75m einen Karre-Oxer. Und was machte sie: Sie sprang den 1,75m Oxer einen halben Meter h\u00f6her und landete wie eine Feder. Da habe ich mit meiner Frau Ingela ein Glas Champagner getrunken und gesagt: Die wird versteckt. Die wird weiter gut gearbeitet, aber die kriegt keiner zu sehen. Die wird nicht verkauft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eine besondere Beziehung entwickelte sich: Harm Thorm\u00e4hlen hatte einen Bereiter aus Ungarn. \u201eDer ist auch Europameisterschaft geritten, aber einfach nicht fein genug. Dem habe ich dann Fein Cera in einer Woche weggenommen und bin sie selbst geritten. Eines Tages war sie richtig fest, gar nicht locker, und ich wusste nicht warum. Sie war ja gesund. Und dann fiel mir ein, dass ich ein Schei\u00dftelefonat vorher hatte: Ein anderes Pferd war nicht durch den T\u00dcV gekommen. Also ich hatte ein Malheur \u2013 und das hat sich beim Fertigmachen, beim Satteln auf das Pferd \u00fcbertragen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Verkauft wurde Fein Cera erst sp\u00e4ter, als der Preis stimmte, erst an die Springreiterin Alison Firestone und danach an den US-Amerikaner Peter Wylde und war das beste Pferd im Finale der Weltreiterspiele in Jerez de la Frontera. F\u00fcr das Paar gab es Einzelbronze. 2004 gewannen die Beiden Teamgold bei den Olympischen Spielen in Athen. Fein Cera war nicht nur selbst erfolgreich, sondern gab ihr Potenzial auch weiter. Ihre Enkeltochter Zera gewann 2017 unter Pato Muente das Hamburger Springderby \u2013 es war der erste S-Sieg der Stute.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein eigener Derbywall als Spielplatz f\u00fcr die Fohlen<\/h2>\n\n\n\n<p>Apropos Derby: Vor dem Haus hat Harm Thorm\u00e4hlen seinen eigenen Derbywall, auf dem die Fohlen toben und so sp\u00e4ter nie Probleme in Hamburg hatten, wenn es dort hinauf- und hinunterging. \u201eDer entstand eher zuf\u00e4llig. Immer wenn wir einen neuen Hallenboden bekamen, dann wollte ich nicht so weit fahren mit dem alten Sand. Dann habe ich den da abgekippt und ein bisschen Erde obendrauf, damit das Gras auch w\u00e4chst. Dadurch haben wir jetzt hinten zwei kleinere und vorne einen gr\u00f6\u00dferen Wall. Da spielen die Fohlen gerne drauf. Da k\u00f6nnen sie weit gucken, der ist drei Meter hoch. Die Fohlen lernen so.\u201c &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine, die \u00fcber Jahrzehnte so wichtig und unverzichtbar f\u00fcr den Erfolg war, konnte aus Krankheitsgr\u00fcnden leider nicht an unserem Gespr\u00e4ch mit Harm Thorm\u00e4hlen teilnehmen: Seine Frau Ingela. Aber&nbsp;sie ist in allen Erz\u00e4hlungen pr\u00e4sent, denn \u201esie hat so viel geholfen, sie hat dem Hof Glanz gegeben\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Interview und Text: spring-reiter.de <\/strong> Die Vervielf\u00e4ltigung unserer Artikel ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung nicht gestattet. Alle Rechte sind&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.spring-reiter.de\/\">www.spring-reiter.de<\/a>&nbsp;vorbehalten. Bei Urheberrechtsverletzungen behalten wir uns rechtliche Schritte vor.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch: <strong>Harm Thorm\u00e4hlen &#8211; Ein Leben f\u00fcr die Springpferdezucht<\/strong> von Adriana van Tilburg, mit einem Vorwort von Dr. Thomas Nissen und einem Nachwort von Stefan Aust ist im Asmussen Verlag erschienen und kostet 35 Euro. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon aus der Ferne ist der riesige Bronze-Schimmelhengst zu sehen, der wei\u00df \u00fcber das flache Land leuchtet, auch wenn der Himmel \u00fcber ihm grau ist. 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