{"id":98518,"date":"2026-05-25T13:07:04","date_gmt":"2026-05-25T11:07:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/?p=98518"},"modified":"2026-05-25T13:08:21","modified_gmt":"2026-05-25T11:08:21","slug":"zum-glueck-habe-ich-ziemlich-starke-nerven-interview-mit-den-aachen-siegern-richard-vogel-und-martin-fuchs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spring-reiter.de\/index.php\/2026\/05\/25\/zum-glueck-habe-ich-ziemlich-starke-nerven-interview-mit-den-aachen-siegern-richard-vogel-und-martin-fuchs\/","title":{"rendered":"&#8222;Zum Gl\u00fcck habe ich ziemlich starke Nerven!&#8220; Interview mit den Aachen Siegern Richard Vogel und Martin Fuchs"},"content":{"rendered":"\n<p>Sie haben sich beide auf der legend\u00e4ren Tafel des Chio Aachen verewigt: Richard Vogel schrieb am Sonntag mit United Touch S Geschichte und hat mit zwei Major-Siegen hintereinander nun die Hand am Rolex Grand Slam. Martin Fuchs triumphierte 2025 mit Leone Jei im Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen. spring-reiter.de hatte im Rahmen eines <strong>Rolex Round Table Interviews<\/strong> die M\u00f6glichkeit, mit den beiden Springsport-Stars \u00fcber gro\u00dfen Druck, die Entwicklung des Springsports und die Vor- und Nachteile von Social Media zu sprechen und sie haben verraten, wie sie sich mental auf einen gro\u00dfen Rolex Grand Prix vorbereiten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was macht es so Besonders, beim CHIO Aachen zu siegen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard Vogel:<\/strong>  F\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist es das beste Turnier der Welt. Es ist definitiv mein Lieblingsturnier des ganzen Jahres. Ich erinnere mich noch daran, wie ich das Turnier als kleines Kind im Wohnzimmer meines Gro\u00dfvaters im Fernsehen verfolgt und davon getr\u00e4umt habe, dass es eines Tages etwas Unglaubliches w\u00e4re, in Aachen anzutreten. Jetzt hier zu sein und<br>mit United Touch S zu gewinnen, ist ein wahr gewordener Traum. Sobald man in das Hauptstadion reitet und<br>diese Atmosph\u00e4re erlebt und die Stimmung, die das Publikum erzeugt, ist das etwas ganz Besonderes. Man bekommt G\u00e4nsehaut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin Fuchs:<\/strong><br>Ich stimme Richi zu. Aachen ist das Mekka unseres Sports \u2013 der gro\u00dfartigste Austragungsort, das beste Publikum und eines der<br>sch\u00f6nsten Turniere, mit dem anspruchsvollsten Grand Prix, dem Rolex Grand Prix. Ich liebe es, hier anzutreten. Als ich mit Leone Jei hier am Freitag wieder in den Parcours einritt, hatte ich wirklich G\u00e4nsehaut am ganzen K\u00f6rper. Solche Emotionen erlebt man nirgendwo sonst.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>An einem so stimmungsvollen und technisch anspruchsvollen Austragungsort wie Aachen \u2013 wie wichtig ist das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter, und wie beginnt man, diese Beziehung auf h\u00f6chstem sportlichem Niveau aufzubauen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard Vogel:<\/strong><br>Ich halte das f\u00fcr entscheidend. Jedes Jahr, wenn wir nach Aachen zur\u00fcckkehren, machen wir Erfahrungen mit Pferden, die vielleicht noch nicht lange zu unserem Team geh\u00f6ren. Hier in Aachen kann es ziemlich hart sein, in diesem Stadion und bei dieser Atmosph\u00e4re. Das erlebte ich in der Woche mit meinem sehr vielversprechendem Pferd f\u00fcr die Zukunft, Cardentos. In der ersten Pr\u00fcfung lief es furchtbar \u2013 es h\u00e4tte kaum schlechter laufen k\u00f6nnen. Wir kamen mit den besten Gef\u00fchl hierher und dachten, es w\u00fcrde eine sehr gute Woche werden. Er war f\u00fcr die kleineren Pr\u00fcfungen der F\u00fcnf-Sterne-Tour hier, aber nach der ersten Runde habe ich ihn nicht mehr an den Start gebracht. Wir sind einfach noch nicht lange genug zusammen. Ich habe ihn seit vier oder f\u00fcnf Monaten und offensichtlich ist die Beziehung noch nicht stark genug, um in einer Atmosph\u00e4re wie in Aachen gut abzuschneiden. Das zeigt einem als Reiter immer mehr, wie wichtig diese Verbindung und dieses Vertrauen zwischen Pferd und Reiter sind \u2013 einander zu vertrauen und in den schwersten Pr\u00fcfungen Bestleistungen zu erbringen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin Fuchs:<\/strong><br>Hier in Aachen ist es f\u00fcr Pferd und Reiter definitiv ganz anders als bei jedem anderen Turnier. Normalerweise versuche ich, erfahrenere Pferde nach Aachen mitzubringen, denn man wei\u00df wirklich nie, wie sie hier reagieren werden. Jeden Tag, wenn ich auf ein Pferd steige, versuche ich, ein paar kleine Dinge zu verbessern und an bestimmten Punkten zu arbeiten. Mit diesen kleinen Schritten hat man hoffentlich eines Tages ein weiteres Pferd, das hier im Rolex Grand Prix gewinnen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie bereitet ihr euch mental auf den Rolex Grand Prix vor? Schaut ihr am Tag oder am Abend davor alte Videos z.B. aus dem Stechen im Rolex Grand Prix an? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard Vogel:<\/strong><br>Was ich an Orten wie Aachen gerne mache, ist, mir einige Runden des Rolex Grand Prix aus den vergangenen Jahren anzusehen. Ich finde, dass Parcoursbauer immer ein wenig dem gleichen Muster folgen. Es ist wie bei uns Reitern \u2013 wir haben unseren Stil, und sie haben ihren Stil. Sie haben die Erfahrung, was in den vergangenen Jahren funktioniert hat und was nicht so gut lief. Die Linienf\u00fchrung mag anders sein, weil sie nat\u00fcrlich einen anderen Parcours entwerfen, aber es gibt oft \u00e4hnliche Muster und technische Herausforderungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich orientiere mich an Pferden, die ebenfalls einen gro\u00dfen Galopp haben, wie United Touch S, und schaue mir an, wie sie diese Herausforderungen gemeistert haben. Das hat mir schon oft sehr geholfen. Bei meinem ersten Rolex-Major-Sieg in Genf zum Beispiel erinnere ich mich noch sehr gut daran, dass ich mir am Samstagabend vor dem Schlafengehen das Stechen aus dem Vorjahr angesehen habe. Es war ein so spannendes Stechen. Schon beim vierten Reiter dachte man: Das war\u2019s \u2013 schneller geht\u2019s nicht. Dann war Daniel Deusser, der zu diesem Zeitpunkt der Favorit war, noch schneller. Man dachte: Okay, jetzt ist es aus, und ich glaube, am Ende wurde er Vierter oder sogar F\u00fcnfter, und McLain Ward gewann in jenem Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr darauf blieb ich in der ersten Runde fehlerfrei, war aber in der Startreihenfolge f\u00fcr das Stechen ganz vorne. Wenn man bei einem Rolex Major im Stechen als Erster an den Start geht, denkt man normalerweise vielleicht, man sollte es etwas ruhiger angehen. Aber nachdem ich mir das Stechen des Vorjahres am Abend zuvor angesehen hatte, wusste ich, dass man, wenn man als Erster dran ist, wirklich alles geben muss. Gl\u00fccklicherweise zeigte United Touch S an diesem Nachmittag im Stechen eine unglaubliche Leistung, und es war f\u00fcr die anderen sehr schwer, das zu schlagen. Aber h\u00e4tte ich mir am Vorabend nicht das Stechen des Vorjahres angesehen und daraus Inspiration und Motivation gesch\u00f6pft, h\u00e4tte ich wohl nicht so viel riskiert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin Fuchs:<\/strong><br>Letztes Jahr habe ich mir mit Leone Jei am Samstagabend meine Durchg\u00e4nge noch einmal angesehen und \u00fcberlegt, was verbessert werden k\u00f6nnte. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richi, Du arbeitest mit dem Z\u00fcchter von United Touch S, Julius Peter Sinnack, zusammen, der nach wie vor sein Besitzer ist. Welchen zus\u00e4tzlichen Nutzen bietet dir diese Partnerschaft?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard Vogel:<\/strong><br>Ich denke, es ist eine Verpflichtung sich daf\u00fcr zu interessieren, woher unsere Pferde kommen. Wir haben nicht alle die M\u00f6glichkeit, selbst einen gro\u00dfen Zuchtbetrieb zu f\u00fchren, aber zumindest m\u00fcssen wir uns f\u00fcr die Z\u00fcchter interessieren und daf\u00fcr, wie wir ihnen als Reiter helfen k\u00f6nnen, denn wir sind ja auf sie angewiesen. Ohne Pferdez\u00fcchter gibt es keine Pferde, und ohne Pferde gibt es keine Springreiter. Julius Peter Sinnack macht sich immer ein bisschen \u00fcber mich lustig, weil er sagt: \u201eDu reitest; ich k\u00fcmmere mich um die Zucht. Das ist nicht wirklich dein Fachgebiet.\u201c Aber man wird kl\u00fcger, wenn man jemandem wie Julius zuh\u00f6rt und versucht, von ihm zu lernen. Wir haben viele andere Pferde von ihm, die ich reite, und einige, die uns gemeinsam geh\u00f6ren. Es ist sehr sch\u00f6n zu wissen, wo die Pferde geboren wurden, wo sie aufwachsen sind. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richi, wie w\u00fcrdest Du United Touch S heute und mit seiner Form bei den Europameisterschaften vergleichen? Hat er sich in irgendeiner Weise weiterentwickelt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard Vogel:<\/strong><br>Sicherlich reift er mit der Zeit. Bei den EM war er bereits auf dem absoluten H\u00f6hepunkt, und auch wenn es nie perfekt ist, war es doch sehr nah an der Perfektion. Bei der H\u00f6chstform geht es immer ein bisschen auf und ab. Er ist ein fantastisches Pferd, aber man kann nur so oft einen H\u00f6hepunkt erreichen. Das ist unsere Aufgabe als Reiter, zusammen mit Felicia, diese Dinge zu managen und ihn im richtigen Moment in bestm\u00f6glicher Verfassung zu haben. Wir nehmen ihn gar nicht so oft auf die Turniere mit. Aachen ist, glaube ich, erst sein drittes Turnier in diesem Jahr, also verbringt er die meiste Zeit zu Hause. Er liebt es, im Wald zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir ihn zu oft mitnehmen w\u00fcrden, w\u00fcrde er vielleicht ein wenig von dieser Motivation verlieren. Er braucht sicherlich mehr Energie, um \u00fcber drei Runden zu springen, als ein leichteres Pferd, das mit mehr Technik springt, aber vielleicht nicht so viel Schwung und Kraft beim Absprung hat. Er springt mit viel Kraft, und das ist bei mehreren Spr\u00fcngen auf diesem Niveau und in dieser H\u00f6he auch anstrengender. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin Fuchs:<\/strong><br>Ich habe Leone Jei tats\u00e4chlich als Siebenj\u00e4hrigen nach Aachen zur Youngster-Tour gebracht. Als ich in die Arena ritt, wuchs er \u00fcber sich hinaus. Er kam hierher, sprang vier fehlerfreie Runden, und ich erinnere mich, wie ich aus dem Youngster-Finale kam und meinen Besitzern sagte: \u201eWir werden in zwei Jahren f\u00fcr den Grand Prix hierher zur\u00fcckkehren, und er wird fantastisch sein.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter platzierte er sich im Grand Prix, und seitdem hat er hier den Rolex Grand Prix gewonnen. Es erfordert viel Gef\u00fchl, zu sp\u00fcren, was gut f\u00fcr dein Pferd ist, wie es seine beste Leistung zeigt und was ihm am meisten Spa\u00df macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich reite auch nicht so viele Turniere mit Leone Jei. Bei jedem Turnier konzentriere ich mich normalerweise nur auf den Grand Prix. Ich springe nicht den Nationenpreis und den Grand Prix. Ich w\u00fcrde mich f\u00fcr einen von beiden entscheiden. Jetzt, da er so viel Erfahrung hat, geht es wirklich darum, ihn motiviert und frisch zu halten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie gro\u00df ist der Druck vor so einem Rolex Grand Prix in Aachen? Kommt er von Euch selbst oder durch die Erwartungen der Menschen um Euch herum? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard Vogel:<\/strong><br>Es ist definitiv viel Druck da. Zum Gl\u00fcck habe ich ziemlich starke Nerven. Normalerweise bringe ich in Situationen, in denen Druck herrscht, in denen Spannung in der Luft liegt und man wei\u00df: Jetzt muss man zu 100 % da sein, bessere Leistungen. Das f\u00e4llt mir leichter als Situationen, in denen es nicht ganz so viel z\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich meinen ersten Rolex Major in Genf gewann, kam ich dort eher als Au\u00dfenseiter an. Niemand hatte mich wirklich auf der Liste der Favoriten f\u00fcr den Sieg beim Rolex Grand Prix. Eine solche Leistung zu zeigen und dort den Rolex Grand Prix zu gewinnen, bei einem solchen Stechen, war ein unglaubliches Gef\u00fchl und etwas, das wir nie vergessen werden, denn es kam ziemlich unerwartet \u2013 f\u00fcr alle anderen und sogar ein bisschen f\u00fcr uns, obwohl wir wussten, dass wir in guter Form waren und die St\u00e4rken unseres Pferdes kannten. Wir hatten es einfach noch nicht wirklich unter Beweis gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt sind wir immer mehr in der Rolle der Favoriten. Man muss gro\u00dfe Erwartungen erf\u00fcllen. Wenn es mal nicht so nach Plan l\u00e4uft und man den Erwartungen, die die Leute an einen haben, nicht wirklich gerecht wird, hat man schon mal das Gef\u00fchl, sie ein bisschen im Stich zu lassen. Das ist kein tolles Gef\u00fchl und etwas, womit ich lernen musste, umzugehen. Es ist sehr wichtig, den Fokus zu behalten, ruhig zu bleiben, wenn alle anderen wenig in Panik geraten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin Fuchs:<\/strong><br>Komischerweise setze ich mich selbst weniger unter Druck, seit ich den Rolex Grand Prix in Aachen gewonnen habe, denn nat\u00fcrlich war es ein riesiges Ziel, meinen Namen auf dieser Tafel zu verewigen. Ich f\u00fchle mich sehr geehrt, dort oben unter den Gr\u00f6\u00dften unseres Sports zu stehen.<br>Wenn Freunde zu Turnieren kommen, die nicht aus dem Springsport kommen \u2013 Freunde aus der Schule zum Beispiel<br>\u2013 glauben sie immer, dass ich gewinnen werde. Es f\u00e4llt ihnen schwer zu verstehen, dass wir die meiste Zeit nicht gewinnen. Ich w\u00fcrde sogar sagen, ich verliere in 95 % der F\u00e4lle. Ich bin nicht Erster und ich bin nicht Zweiter. Ich glaube, das ist etwas, das unseren Sport von anderen Sportarten unterscheidet. Man kann zu den Top 10 der Welt geh\u00f6ren, zu einem Turnier fahren und in keiner der zehn Pr\u00fcfungen, die man reitet, unter den Top 10 sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber genau das macht es auch so besonders. Ich glaube, deshalb lieben es die Leute, deshalb lieben wir es und deshalb liebt es das ganze Team um uns herum. Die gro\u00dfen Emotionen, die Pferdebesitzer, Pferdepfleger, Fans, Familie und Reiter gemeinsam im Springreiten erleben k\u00f6nnen, sind sehr selten. Die Verbundenheit, die alle mit einem besonderen Austragungsort oder einem besonderen Pferd teilen, schwei\u00dft wirklich viele Menschen zusammen. Ich glaube, das ist der Grund, warum unser Sport so gro\u00dfartig ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Glaubt ihr, dass moderne Reiter heute anders denken als beispielsweise vor f\u00fcnf oder zehn Jahren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard Vogel:<\/strong><br>Unser Sport ver\u00e4ndert und entwickelt sich st\u00e4ndig weiter. Vor 10 oder 15 Jahren hatten wir wahrscheinlich nur halb so viele F\u00fcnf-Sterne-Turniere wie heute. Ich glaube, dieses Jahr war das erste Jahr, in dem wir sogar mehr als 100 F\u00fcnf-Sterne-Turniere hatten, was unglaublich ist. Das bringt uns aber auch in eine Situation, in der wir wirklich einen guten Plan f\u00fcr unsere Pferde machen m\u00fcssen. Die Reiter auf der ganzen Welt werden immer besser. Das Wettbewerbsniveau gleicht sich immer mehr an. Es gibt so viele Reiter, die am Sonntag den Rolex Grand Prix gewinnen k\u00f6nnen. Ich glaube, vor 25 Jahren gab es vielleicht f\u00fcnf Namen , die gewinnen konnten, und die anderen waren zwar am Start, geh\u00f6rten aber wahrscheinlich nicht zu den Favoriten.<\/p>\n\n\n\n<p>All diese guten Reiter brauchen gute Pferde. Aber das ist auch das Problem &#8211; richtig gute Pferde sind heute fast schon ein bisschen selten geworden. Nachdem man ein Pferd wie Leone Jei oder United Touch S hatte, ist es sehr schwer, den n\u00e4chsten Superstar zu finden, weil jeder nach ihnen sucht. Die Reiter beginnen, immer fr\u00fcher nach den besten Pferden zu suchen. Fr\u00fcher sah man nicht so viele F\u00fcnf-Sterne-Reiter, die zu Hause so viele junge Pferde in ihrem Stall hatten. Aber das geh\u00f6rt heute zur Entwicklung dazu. Reiter versuchen, sich ihre Superstars so fr\u00fch wie m\u00f6glich zu sichern, denn wenn man zu sp\u00e4t kommt, sind die guten Pferde einfach nicht mehr auf dem Markt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin Fuchs:<\/strong><br>Was sich meiner Meinung nach am meisten ver\u00e4ndert hat und sich immer noch ver\u00e4ndert, ist der Aspekt des Pferdewohls und das Bewusstsein, das wir schaffen wollen, um die Pferde besser zu verstehen. Nat\u00fcrlich w\u00fcnschte ich mir, es g\u00e4be nicht so viele negative Stimmen, die sich gegen das Springreiten aussprechen, aber gleichzeitig finde ich es gut, dass es manchmal ein wenig Druck gibt. Das bringt uns Reiter dazu, sich zu fragen, was gut ist und was der richtige Weg ist. Von dort aus k\u00f6nnen wir Wege finden, das System zu verbessern, unsere Reitweise zu optimieren und besser zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Manchmal machen wir Fehler. Manchmal reagieren wir in einem Moment des Drucks auf eine bestimmte Art und Weise, wenn Entscheidungen in Bruchteilen von Sekunden getroffen werden m\u00fcssen.&#8220; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jeder von uns Reitern wacht morgens auf, liebt seine Pferde und m\u00f6chte das Beste f\u00fcr sie tun. Ich habe in meiner Reitkarriere einige Momente erlebt, auf die ich nicht stolz bin. Aber ich glaube fest daran, dass ich mich in den letzten Jahren Schritt f\u00fcr Schritt verbessern konnte und solche Situationen heute besser meistern kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sagen oft, dass soziale Medien viel Schlechtes mit sich bringen, aber gleichzeitig bringen sie auch etwas Gutes: Der Druck auf uns, in die richtige Richtung zu arbeiten, ist gr\u00f6\u00dfer. Und das ist gut so. Was auch immer wir vor 10, 20 oder 30 Jahren getan haben, wir wollten immer das Beste f\u00fcr unsere Pferde und wollten gemeinsam antreten und gemeinsam erfolgreich sein. Keiner von uns hegt b\u00f6se Gedanken gegen\u00fcber dem Pferd.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal machen wir Fehler. Manchmal reagieren wir in einem Moment des Drucks auf eine bestimmte Art und Weise, wenn Entscheidungen in Bruchteilen von Sekunden getroffen werden m\u00fcssen. Ich genie\u00dfe diesen Teil definitiv auch: dar\u00fcber zu sprechen, Dinge zu ver\u00e4ndern, mir bewusst zu machen, wie ich mich und mein Umfeld verbessern kann, und zu versuchen, mit gutem Beispiel voranzugehen. Wenn man etwas falsch gemacht hat, kann man zur\u00fcckkommen, an sich arbeiten, sich der Situation stellen und besser werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie haben sich beide auf der legend\u00e4ren Tafel des Chio Aachen verewigt: Richard Vogel schrieb am Sonntag mit United Touch S Geschichte und hat mit zwei Major-Siegen hintereinander nun die Hand am Rolex Grand Slam. 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