Es war ein Springsport-Krimi: Im CSIO5* Nationenpreis im schwedischen Falsterbo kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten. Am Ende musste der Sieg in dem mit 200.000 Euro dotierten Nationenpreis in einem Stechen zwischen der Schweiz und Belgien entschieden werden. Mit dem deutlichen glücklicheren Ende für die Schweizer Springreiter. Bitter: Team Deutschland konnte dem Showdown in Runde zwei nur noch vom Rand aus zusehen.
Dabei hatte es für Team Germany eigentlich sehr gut angefangen, eigentlich…: Im CSIO5* Nationenpreis in Falsterbo legten André Thieme und sein Derby-Sieger Paule S (v. Perigueux) für die deutschen Mannschaft von Bundestrainer Otto Becker gleich mal eine souveräne Null-Runde vor. Und auch Sophie Hinners und ihr EM-Partner Iron Dames My Prins (v. Zilverstar T) blieben bis zum letzten Sprung ohne Fehler – vier Fehlerpunkte waren es im Endergebnis. Alles noch im grünen Bereich.
Es folgten Philipp Weishaupt und sein Kilmister (v. Diarado). Das Paar hatte im letzten Jahr die LGCT-Etappe von Wien für sich entscheiden können. In seinem ersten 5*-Nationenpreis zeigte sich der schwedische Wallach allerdings noch etwas beeindruckt, nach 12 Fehlerpunkten entschied sich Weishaupt, den Parcours vorzeitig zu beenden. Gar nicht nach Plan lief es für Richard Vogel und seinen Holsteiner Cloudio (v. Casall). Am zweiten Hindernis, einem Rolex-Oxer, zog der Schimmel vorbei, im zweiten Anlauf klappte es dann, doch am letzten Sprung fiel eine Stange – 13 Fehlerpunkte inklusive Zeitüberschreitung schlugen für Vogel und Cloudio zu Buche. Am Ende hatte Team Deutschland 17 zählende Fehler auf dem Konto und durfte auf Rang neun nicht mehr in die zweite Runde einziehen. “Die können jetzt an den Strand gehen”, fasste es Gast-Kommentator Nayel Nassar trocken zusammen. Das war bitter.
“Auch wenn hier zehn starke Teams am Start waren, weil viele Nationen hier noch für die WM sichten, haben wir uns das natürlich komplett anders vorgestellt. Wir sind mit dem neunten Platz sehr enttäuscht. André fing sehr gut an mit einer Null-Runde mit Paule. Auch Sophie hatte nach der langen Pause von Iron Dames My Prins nur einen Flüchtigkeitsfehler am letzten Sprung. Philipp hat bei Kilmister im Laufe des Parcours gemerkt, dass er sich irgendwie anders anfühlt als sonst und hat aufgegeben. Bei Richi ist der Cloudio in einer Wendung von eins auf zwei einmal vorbei. Danach hat er versucht, zu retten, was zu retten ist und hat eine richtig schnelle Runde geritten und kriegte auch am letzten Sprung einen Fehler plus der Zeitfehler, so dass es am Ende nicht gereicht hat”, resümierte Bundestrainer Otto Becker gegenüber spring-reiter.de.
Wie am Schnürchen lief es dagegen für die Mannschaft der Schweiz. Steve Guerdat und seine nach einer Verletzung rechtzeitig wieder genesene EM-Sieger-Stute Dynamix de Belheme (v. Snaike de Blondel) lieferten gleich zwei Null-Runden ab. Das gleiche Kunststück gelang Jason Smith mit Picobello van’t Roosakker. Auch Gaetan Joliat und Just Special VK blieben fehlerfrei, so dass Schlussreiter Martin Fuchs mit Lorde in Runde eins gar nicht mehr antreten musste. Das war in Runde zwei dann anders. Nachdem Gaetan Joliats Special VK zweimal verweigerte, musste Fuchs ran und lieferte ebenso wie die restlichen seiner Kollegen eine Null-Runde im zweiten Umlauf ab.
Ähnlich gut waren die Belgier unterwegs mit Doppel-Null-Runden von Pieter Devos im Sattel von Primo DV und Thibeau Spits mit seinem Impress-K van’t Kattenheye Z. Nicola Philippaerts und Katanga v/h Dingeshof kassierten in Runde eins vier Strafpunkte, bei Abdel Said und Wathnan Quaker Brimbelles Z passierte der Fehler in Runde zwei – Streichergebnis.
Der Sieg musste also in einem Stechen entschieden werden – mit dem glücklicheren Ausgang für die Schweiz. Pieter Devos musste als erster vorlegen, ähnlich wie schon auf dem Abreiteplatz, lief es nicht so richtig – 13 Fehlerpunkte. Da musste Martin nur noch fehlerfrei ins Ziel kommen. Und er kam auch ohne Abwürfe über die Ziellinie, allerdings mit drei Zeitfehlern, die aber niemandem mehr weh taten. Und so durften sich die Schweizer über einen tollen Nationenpreis-Sieg freuen. Platz drei hinter den Belgiern ging an die Mannschaft der USA.
Das ganze Ergebnis: HIER
