Weltmeister Deutschland demonstriert seine Stärke mit dem zwölften Nationenpreis-Sieg in Spruce Meadows

Es war eine Demonstration der aktuellen Ausnahmeform: Schon nach dem dritten Starter der zweiten Runde stand fest, dass Team Deutschland zum zwölften Mal den Nationenpreis in Spruce Meadows gewonnen hat. Auf Platz zwei hatte sich Irland in Runde zwei nach vorne gekämpft vor Belgien, während die Briten nach einem Sturz von Schlussreiter Ben Maher am Deutschland-Oxer auf Rang vier rutschten.

 Jessica Mendoza hatte auf In The Air (v. Air Jordan) das Springen auf dem großen Grasplatz in Spruce Meadows mit einem Springfehler eröffnet und schon einmal gezeigt, wie schwierig es war, den 1,60m Parcours fehlerfrei zu bewältigen.

Für Team Deutschland hatte wieder einmal Bundestrainer Otto Becker sein Los-Glück bewiesen: Sein Team startete als letztes, als neuntes. Einer der drei Mannschafts-Weltmeister von Aachen legte vor, Daniel Deusser mit Pepita van T Meulenhof BR (v. El Torreo de Muze). Alle Klippen wurden wie an der Schnur gezogen absolviert, aber am Schlusssprung fiel nach einer leichten Berührung doch noch eine Stange.

Die zweite Weltmeisterin aus Team Deutschland, Sophie Hinners, lieferte als 18. Starterin dann die erste Nullrunde des Abends auf Iron Dames My Prins (v. Zilverstar T) ab. Nach ihr hatte auch Jörne Sprehe, die vor zwei Jahren mit dem deutschen Team schon für den letzten Sieg in Spruce Meadows mit gesorgt hatte, mit Toys (v. Toulon) an Sprung 5, einem Fahrrad, einen leichten Fehler. Machte nichts, wurde Streichergebnis. Denn der dritte Weltmeister, Richard Vogel, schnurrte mit Cloudio die nächste Nullrunde ab.

Nach dem ersten Umlauf bedeutete das erst einmal Platz zwei in der Zwischenwertung für Team Deutschland mit vier Fehlerpunkten. Die Britten, bis zu diesem Tag mit elf Siegen in Spruce Meadows gleichauf mit Deutschland insgesamt, lagen mit zwei Zeitfehlerpunkten von Jack Whitaker auf Jack JL (v. Quasimodo) auf Rang eins, weil Tim Gredley auf Medoc de Toxandria und Ben Maher auf Catelly beide  mit Null aus dem Parcours gekommen waren. Auf Rang drei folgten die Iren vor USA, Belgien und Frankreich. Nur diese sechs Besten kamen in die zweite Runde, Schweden, Niederland und Gastgeber Kanada waren von da an nur noch Zuschauer.

DOPPEL-NULL FÜR SOPHIE HINNERS

André Thieme war als Unterstützer im Team dabei, als Daniel Deusser den zweiten Umlauf mit der sicheren Null aus dem Parcours kam, Sophie Hinners folgte mit ihrer Doppel-Null und als dann auch Jörne Sprehe fehlerfrei alle Sprünge überwunden hatte, stand schon nach dieser dritten Reiterin fest: Team Deutschland hatte den Sieg in der Tasche, konnte nicht mehr von Platz eins verdrängt werden. Dass Richard Vogel, der gar nicht mehr starten musste, dann noch einen Springfehler am letzten Sprung mitbrachte, wurde zur Randnotiz.

DRAMA ZUM SCHLUSS

Aber dahinter wurde es dramatisch: Nachdem Conor Swail mit Clonterm Obolensky mit nur einem Zeitfehler ins Ziel gekommen war, rückten die Iren plötzlich auf Rang zwei vor. Mit einer Nullrunde schob Emilie Conter als belgische Schlussreiterin ihr Team noch auf Platz drei – denn der britische Schlussreiter Ben Maher stürzte mit Catelly an Sprung drei, dem Deutschland-Oxer, und ließ dadurch sein Team, das noch als führendes aus Runde eins gekommen war, vom Podium auf Rang vier rutschen. Zum Glück konnten Pferd und Reiter den Parcours auf ihren eigenen Füssen verlassen.

Klar, dass Bundestrainer Otoo Becker „sehr, sehr stolz auf sein Team“ war und zugleich nicht unerwähnt ließ, dass natürlich der „Super Victory“ bei der Mannschafts-Weltmeisterschaft in Aachen für den nötigen Rückenwind gesorgt hatte. “Aber es muss natürlich immer erst mal geritten werden.”

Das komplette Ergebnis hier