Pech im Stechen: André Thieme & DSP Chakaria werden Sechste, Richard Vogel & Abou-Chaker NRW Achte im 500.000 Dollar Grand Prix in Wellington – Sieg holen Darrahg Kenny & Eddy Blue

Sie waren das beste deutsche Paar und sie sind definitiv zurück auf der ganz großen 5*-Bühne: André Thieme und seine Europameisterin (2021) sowie CHIO Aachen-Siegerin (2024), DSP Chakaria (v. Chap), meldeten sich im mit 500.000 Dollar dotierten Grand Prix in Wellington über 1,60m mit Platz sechs eindrucksvoll zurück im ganz großen Sport. Im Stechen unterlief dem Paar noch ein leichter Fehler, aber die 16-jährige hat nach einer längeren Verletzungspause und langsamen Wiederaufbau nichts von ihrer Frische und ihrem enormen Vermögen verloren.

Der Sieg ging an diesem Abend an einen anderen: “Im Nachhinein könnte man meinen, die sportliche Pause von vier Monaten ist mir gut bekommen”, scherzte Darragh Kenny. Gerade hatte der Ire im Sattel des 14-jährigen Oldenburgers Eddy Blue (v. Eldorado vd Zeshoek) nach einer zweiten souveränen Nullrunde und einer Zeit von 41.77 Sekunden den Grand Prix in Wellington gewonnen. “Ich bin von eins auf zwei zur sieben Galoppsprünge geritten statt acht. Eddy Blue hat einen so großen Galopp, das hat am Ende wohl den Unterschied gemacht”, freute sich der stolze Sieger, der nach einer viermonatigen Sperre (wir berichteten) in Wellington derzeit von Erfolg zu Erfolg reitet.

Was am Anfang noch schwierig aussah: Immerhin neun Paare kamen am Ende ohne Fehler ins Ziel und lösten die schwere Aufgabe des Parcours-Bauers Alan Wade problemlos. André Thieme und DSP Chakaria (v. Chap) meisterten den Parcours im Umlauf als drittes Paar fehlerfrei und mit Bravour. In der dreifachen Kombination hielten die Zuschauer kurz den Atem an, weil die Stute leicht nach links zog, für ihren Reiter aber kämpfte und fehlerfrei über die Ziellinie galoppierte. Im Stechen verließ André Thieme und DSP Chakaria dann für einen Moment das Glück, als eine pinke Stange an einem Steilsprung aus den Auflagen rollte. Das war zwar schade, aber André Thieme hat immerhin die Gewissheit, dass seine Ausnahme-Stute wieder fit ist.

Auch Richard Vogel und der erst neunjährige Hengst Iron Dames Abou Chaker NRW (v. Alaba ), der auf diesem Niveau gerade erst Erfahrung sammelt, meisterten diesen technisch kniffligen Test im Umlauf ohne Fehler. Im Stechen fehlte dann noch etwas die Routine. An einem Oxer fußte Iron Dames Abou-Chaker NRW ein, danach fiel noch eine zweite Stange und so summierten sich im Endergebnis acht Strafpunkte und die beiden wurden Achte. Für den Hengst war es aber auch erst das zweite Springen über 1,60m.

Zum Schluss musste Darragh Kenny noch einmal zittern: Der letzte Starter, die Nummer 3 der aktuellen Weltrangliste, Ben Maher mit der Stute Dallas Vegas Batilly (v. Cap Kennedy) hätten im Stechen den Sack für sich zumachen können. Nach einem Missverständnis an einem Oxer mit Wassermatte und einem außerplanmäßigem Stopp war die Hoffnung auf den Sieg allerdings vorbei. Es wurde Platz neun für den Briten.

Platz zwei ging gleich an zwei Amazonen mit der exakt gleichen Zeit von 41.92 Sekunden: An die Australierin Thaisa Erwin mit Hialita B (v. Emerald) und die US-Amerikanerin Marilyn Little mit der Mecklenburger Stute La Contessa (v. License). Platz vier holten Laura Kraut und ihre Dublin-Siegerin Bisquetta (v. Bisquet Balou).

Nicht nach Plan lief es für Rene Dittmer und seinen Holsteiner Cody (v. Casall), die ungewöhnliche 12 Strafpunkte kassierten. Ähnlich erging es Rupert Carl Winkelmann und Imodo (v. Quasimodo Z).

Das ganze Ergebnis: HIER