“Als Richard im Stechen war, habe ich meine Augen geschlossen!”Kent Farrington & Greya triumphieren im 1 Million US-Dollar Rolex Grand Prix in Wellington – Richard Vogel & Gangster Montdesir Dritte!

Die begehrte Rolex-Trophäe war schon zum Greifen nahe: Die Zeit von 42.87Sekunden im Stechen hätte Richard Vogel und Gangster Montdesir für den Sieg gereicht. Im Sattel des erst zehnjährigen Kannan-Sohnes setzte der Europameister als letzter Starter im Stechen um den Sieg in dem mit 1 Million US-Dollar dotierten Rolex Grand Prix alles auf eine Karte, ließ Galoppsprünge aus und sprintete auf die Ziellinie zu. Doch am letzten Hindernis passierte es, eine Oxer-Stange purzelte aus den Auflagen und aus Platz eins wurde Platz drei für Richard Vogel an diesem Abend in Florida.

“Als Richard im Stechen war, habe ich meine Augen geschlossen. Ich konnte nicht hinsehen, so angespannt war ich. Erst als das Publikum nach dem Fehler am letzten Sprung aufschrie, wusste ich, dass ich gewonnen habe”, gab der Sieger des Rolex Grand Prix, Kent Farrington im Anschluss zu. Mit der Colestus-Tochter Greya hatte der US-Amerikaner eine Zeit von 42.99 Sekunden vorgelegt und damit den ersten Starter im Stechen, Ben Maher mit Enjeu de Grisien (v. Toulon), von der Pole-Position verdrängt. Der Brite, derzeit Nummer drei der Weltrangliste, sprang mit einer Doppel-Null-Runde auf Platz zwei auf dem Podium. Für den Weltranglistenzweiten, Kent Farrington, ist es nach dem Sieg im Rolex Grand Prix in Genf, der sage und schreibe zehnte gemeinsame Grand Prix Sieg mit der 12-jährigen Schimmel-Stute. Was für eine beeindruckende Bilanz.

Nur fünf Paare von 40 Startern hatten den Umlauf-Parcours fehlerfrei absolviert, denn der Parcours, der gleich mit einer Tripple-Barre und einer Mauer anfing, forderte den Top-Reitern alles an technischem Geschick ab. Die erste Null-Runde lieferten die Nummer drei der aktuellen FEI Weltrangliste, Ben Maher im Sattel von Enjeu de Grisien (v. Toulon). Ihnen folgten wenig später der Ire Jordan Coyle und Chaccolino (v. Chacco-Blue). Diese beiden waren bis zur Halbzeit die Einzigen, die den schweren Parcours bezwangen. Nach der Pause bewiesen auch Kent Farrington und Greya (v. Colestus) erneut ihre Extra-Klasse und lösten ihr Ticket für das Stechen. “Ich hätte zum Wasser noch etwas besser reiten können, aber Greya hat für mich wieder alles gegeben”, freute sich Kent Farrington nach dem Umlauf. Zu der elitären Runde im Stechen gesellten sich auch noch Darragh Kenny und der Oldenburger Eddie Blue (v. Eldorado vd Zeshoek), die in dieser Saison bereits einen Grand Prix für sich entscheiden konnten. Als Letzter sicherte sich Richard Vogel mit dem zehnjährigen Selle Francais Gangster Montdesir (v. Kannan) seine Teilnahme im Stechen. Er konnte den Rolex Grand Prix bereits 2023, damals mit Cepano Baloubet gewinnen. Diesmal wurde es Platz drei auf dem Podium mit dem noch auf diesem Niveau relativ unerfahrenen Gangster Montdesir mit dem Vogel auch beim Weltcup-Finale in Fort Worth an den Start gehen will.

Platz vier ging an Darragh Kenny mit einem Abwurf im Stechen vor Jordan Coyle und Chaccolino auf Platz fünf.

Die Träume der Titelverteidiger, Christian Kukuk und Checker (v. Comme il Faut), auf einen dritten Triumph in Wellington platzten schon am zweiten Hindernis: An der Rolex-Mauer kam es zu einem Missverständnis und Checker sprang nicht über, sondern durch die Mauer. Christian Kukuk beendete den Parcours vorzeitig.

Die Mauer wurde auch für Tom Wachman zum unüberwindbaren Hindernis. Mit Tabasco de Toxandria (v. Thunder van de Zuuthoeve) kam es zu einem außerplanmäßigen Stopp samt Sturz für den jungen Iren und sein Pferd. Zum Glück ist beiden außer einem Schrecken nichts weiter passiert.

Das ganze Ergebnis: HIER