Sie haben die Herzen des Hamburger Publikums im Sturm erobert: Simon Heineke und der 18-jährige Cordillo sprangen im Hamburger Derby auf Platz zwei, ließen den schwersten Parcours der Welt beinahe wie ein Stilspringen aussehen – und sorgten damit für einen der schönsten und emotionalsten Momente des Traditions-Turniers.
Im Interview mit spring-reiter.de spricht der 33-jährige Springreiter, der im niedersächsischen Varel geboren wurde und seit 2012 auf dem Moorhof der Familie Herz in Wedel seine berufliche Heimat gefunden hat, über seine Anfänge, große Träume, Rückschläge, seine Ausbildungs-Philosophie sowie mentale Stärke, und er verrät, wie er das Vertrauen seiner Pferde erobert, welche Rituale er pflegt und was noch auf seiner Bucket List steht.
Wann und wie hat Dich das Pferdevirus erwischt? War es Liebe auf den ersten Blick?
Simon Heineke lacht: Nein, überhaupt nicht. Ich habe anfänglich nur Fußball gespielt, von einer Profi-Karriere geträumt. Meine zwei Jahre ältere Schwester ist geritten und sie wollte mich immer mit in den Stall nehmen, aber ich fand das doof. Als ich ungefähr 12 Jahre alt war, veränderte sich das. Ich kam mal mit, auch weil da ein paar Mädels im Stall waren. Dann wollte ich doch anfangen zu reiten, aber nur unter der Bedingung, nicht putzen oder misten zu müssen.
Das hat meine Mutter natürlich nicht akzeptiert und gesagt, okay, dann kannst Du weiter Fußball spielen. Meine Schwester lenkte ein und versprach, mir das Pferd fertig zu machen. Später habe ich das natürlich auch selber gemacht, alles von der Pike auf gelernt, aber so fing das auf jeden Fall an.
Haben Deine Freunde in der Schule und die Fußball-Kumpels das neue Hobby akzeptiert?
Simon Heineke: Das war für mich ein Riesenthema, gerade in der Pubertät. Ich war damals im Fußballverein, da war ich Kapitän und hatte viele Freunde. Dann bin ich mit 13 Jahren mein erstes E-Springen geritten. Es regnete, meine Stute hatte keine Eisen, rutschte in einer Wendung auf dem nassen Rasen hinten weg und fiel hin. Im Nachhinein war das natürlich total amateurhaft. Bei diesem Sturz habe ich mir den Mittelfußknochen achtmal gebrochen. Damit war dann Fußball natürlich komplett vorbei. Aber Reiten ging.
Für mich begann damals eine schlimme Phase, ohne Fußball und die Freunde. Den Pferdesport haben die meisten nicht verstanden, viele meinten, es sei ein Mädchensport. Es gab Abende, da war ich richtig traurig beim Abendbrot. Dann habe ich zu meinen Eltern gesagt, warum mache ich das eigentlich? Ich hatte vorher alles, habe Fußball gespielt, hatte einen riesigen Freundeskreis, und jetzt reite ich und habe das nicht mehr. Zum Glück besserte sich die Situation, als ich 15 Jahre alt war, die ersten Partys los gingen. Ich kannte auf einmal viele hübsche, reitende Mädchen und einige Freunde fragten: Boah, wir finden das cool, können wir mal mit?
Du hast Dir am Anfang ein Pferd mit deiner Schwester geteilt?
Simon Heineke: Ja, genau. Meine Schwester ist auf einem Turnier zum Beispiel L-Dressur geritten und ich bin eine M-Prüfung gesprungen, an einem Tag. Wir konnten uns keine zwei Pferde leisten. Wir haben die Stute fünfjährig gekauft und sie hat es super gemacht.
Wann war es für Dich klar, dass Du den Springsport zu Deinem Beruf machen willst?
Simon Heineke: Mit 15 Jahren konnte ich mir schon nichts anderes mehr vorstellen. Auch, weil meine beste Freundin Greta Funke damals bereits eine Ausbildung zur Pferdewirtin machte. Meine Eltern waren natürlich erst mal nicht begeistert. Mein Vater ist Eisenbahner durch und durch. Für den war das erstmal ein Brett, aber er hat es geschluckt und jetzt ist er fein damit. Meine Eltern kommen beide nicht aus dem Reitsport, meine Mutter ist früher hobbymäßig geritten, aber mein Vater hatte gar keine Beziehung zum Sport.
Ich habe dann ein Praktikum bei Hergen Forkert in Bremen gemacht und anschließend eine dreijährige Lehre Zucht und Haltung bei Harm Thormählen absolviert. Danach habe ich noch ein Jahr Reiten auf dem Moorhof bei Carsten-Otto Nagel hinten drangehangen.
Was hast du vom Mannschafts-Welt- und -Europameister Carsten-Otto Nagel gelernt?
Simon Heineke: Ganz viel. Ich habe mir natürlich den Reit-Stil abgeguckt, diese Ruhe am Pferd. Ich habe Carsten-Otto Nagel auch viel zu verdanken. Bei ihm bin ich mein erstes S-Springen geritten, mein erstes 2-Sterne- und 3-Sterne-S. Ich habe auch immer wieder Pferde von ihm bekommen, die vielleicht für ihn nicht gut genug waren, aber für mich natürlich super zum Lernen.
Du hattest aber auch viele Rückschläge durch Verletzungen…
Simon Heineke: Ja, ich hatte über sechs Jahre Adduktorenprobleme, war bei vielen Ärzten, habe viel Schmerzmittel genommen, immer weiter gemacht. Bis es fast nicht mehr ging. Irgendwann bekam ich Kontakt zu einem Arzt in London. Die Operation war sehr teuer, das war für mich schon ein großer Brocken. Macht man das, macht man das nicht? Am Ende war es nur die Frage, mache ich diese OP oder höre ich auf zu reiten. Zum Glück haben mich meine Eltern sehr unterstützt. Und im Nachhinein war es für die Gesundheit auch genau richtig, weil ich jetzt keine Schmerzen mehr habe.
Du bist mit dem 18-jährigen Derby-Routinier Cordillo gerade Zweiter beim Hamburger Derby geworden und trainierst seit rund drei Jahren bei dem Reitmeister und zweifachen Derby-Sieger Achaz von Buchwaldt. Hat diese Zusammenarbeit Deiner Karriere noch mal einen Boost gegeben?
Simon Heineke: Ja, das würde ich schon sagen. Das ist jetzt noch ein ganz anderes Level. Also mit Achaz ist es nicht nur eine Trainer-Schüler-Beziehung. Wir haben beinahe eine Großvater-Enkel-Beziehung. Das passt unheimlich gut. Und diese Komponente der Psyche, dass er einfach sagt, okay, du musst an dich glauben, du bist stark genug, du schaffst das. Diesen Punkt musste ich erstmal lernen. Auch das Training hat viel mehr Zug nach vorne. Sonst war es immer so, jeder Galoppsprung muss kontrolliert sein, alles muss perfekt bis ins letzte Detail sein. Achaz hingegen sucht nicht das Haar in der Suppe, sondern bestärkt mich, sagt, dies und das war super, und wir blicken nach vorne. Diese positive Art und diese Bestärkung haben mir unheimlich viel Selbstbewusstsein und Lockerheit gegeben.
Würdest Du sagen, Du bist ein Perfektionist und haderst schnell mit Dir und Deiner Leistung?
Simon Heineke: Ja, total. Wenn ich z.B. nach einer Runde etwas geknickt bin, weil es nicht so lief, wie ich mir das vorgestellt habe, dann kommt Achaz gleich zu mir und sagt, komm, es geht weiter, wir sind super drauf. Früher habe ich dann schon länger an Kleinigkeiten geknabbert. Jetzt, durch Achaz, kann ich Situationen auch schon mal schneller abhaken. Davor war es vielleicht so, dass ich oft zu streng zu mir selber war. Heute, würde ich sagen, ist es eine gesunde Mischung.
In welche Pferde setzt Du aktuell die größte Hoffnung?
Simon Heineke: Diese Frage hätte ich letztes Jahr einfacher beantworten können, weil Early Bird da zum Beispiel noch fit war. Sie wurde operiert, ist jetzt wieder im Aufbau, aber das war schon klar mein bestes Pferd. (Mit der Holsteiner Schimmel-Stute hat Simon Heineke u.a. in Brüssel gewonnen und den großen Preis beim Pferdefestival auf Fehmarn 2025, Anmerkung der Redaktion). Auch Cascadella ist gerade ein bisschen raus, hat eine verletzungsbedingte Auszeit. Derzeit würde ich sagen, ist es der Holsteiner Caballero Grande. Er ist erst neun und hat einen großen Step gemacht. Obwohl er noch unheimlich grün ist, konnte er sich beim CSI4* in Hohen Wieschendorf gut platzieren und war in der 2. Qualifikation zum Hamburger Derby über 1,50m fehlerfrei und Achter. Dabei war er anfänglich etwas schwierig, bis er den ganzen Parcours auf die Kette bekommen hat. Nicht weil er es nicht wollte oder konnte, sondern weil irgendwas war, was ihn durcheinandergebracht hat. Dann kamen Fehler, die eigentlich untypisch waren. Er ist wirklich groß, aber er ist eigentlich noch ein totales Baby.
Jetzt durch mehr Erfahrung und die verletzungsbedingte Auszeit der anderen Pferde, steht er in meinem Pferderanking plötzlich an erster Stelle. Ich habe schon das Gefühl, dass das was mit einem Pferd macht und es das auch merkt.
Mein Schleifenpony ist Call Me Pretty. Sie gewinnt viel auf ihrem Level, hat eine Wahnsinns-Einstellung und ist einfach ein tolles Pferd.
Wie viele Pferde hast du im Stall und wie viele reitest du am Tag?
Simon Heineke: Ich habe derzeit zehn Pferde auf meiner Liste und ich probiere eigentlich, nicht mehr als acht Pferde am Tag zu reiten. Das gelingt mal so, mal so.
Und woher bekommst du Deine Pferde? Stammen sie immer aus der Zucht der Familie Herz?
Simon Heineke: Genau. Wir haben früher relativ viel gezüchtet, das haben wir jetzt deutlich dezimiert und dann werden auch mal junge Pferde dazu gekauft.
Wie sieht so ein Tag bei dir zu Hause aus, wenn du auf Moorhof bist?
Simon Heineke: Das praktische ist, dass ich eine Straße weiter wohne. Wenn das Wetter gut ist, fahre ich meistens mit dem Fahrrad oder laufe. Wenn ich beide Hunde habe, laufe ich, damit sie schon mal Auslauf haben. Ich fange meist so um 7.30 Uhr an. Dann hat meine Pflegerin Andrea das erste Pferd fertig gemacht. Ich reite dann so bis Mittag, und dann geht es am Nachmittag weiter. Jeden Dienstag haben wir Dressurunterricht. Das ist ein Pflichtprogramm und hilft auf jeden Fall.
Mit Achaz ist das Training immer sehr flexibel, meist trainieren wir einmal die Woche.
Wie bekommst Du diese Verbindung zu Deinen Pferden hin?
Simon Heineke: Ich würde schon sagen, dass ich viel Gefühl habe und ich merke auch ganz schnell, wenn etwas mit einem Pferd nicht stimmt oder irgendetwas komisch ist.
Ich habe schon eine super Verbindung zu all meinen Pferden. Ich beschäftige mich viel mit ihnen, mache auch ganz viel selber. Nicht, weil ich es anderen nicht zutraue. Ich mache auf jeden Fall die Trense selber drauf, den Sattel lege ich meistens selber nochmal auf. Auf Turnieren möchte ich die Pferde, wenn es geht, immer selber mal vorher joggen lassen. Sie laufen sehen, irgendwie auch mal mit denen grasen gehen oder sie führen, einfach so diese Verbindung aufbauen, das ist mir schon ziemlich wichtig. Ich reite auch viel in den Wald und wenn es passt, probiere ich auch mal an den Nordsee-Strand zu fahren. Die Pferde brauchen diese Abwechslung.
Gerade ein Pferd wie Cordillo, der sieht vielleicht alle zwei bis drei Wochen einmal den Sandplatz, sonst ist der nur auf der Rennbahn oder im Wald, weil er sich auch super schnell langweilt.
Wann reitet Ihr die Pferde an?
Simon Heineke: Meist im Winter zwischen 3- und 4-jährig. Grundsätzlich lassen wir uns ganz viel Zeit mit den jungen Pferden. Die gehen in der Regel auch erst Mitte fünfjährig ihre ersten Turniere. Man sieht bei unseren Pferden eben auch, dass sie lange im Sport gehen, und das ist ja auch eine Aussage. Cordillo zum Beispiel ist 18 Jahre alt, wurde gerade Zweiter beim Hamburger Derby, schon 2019 hat er mit Nisse Lüneburg das Derby gewonnen und war die letzten Jahre immer vorne platziert. Und er ist immer noch topfit.
(2023: Platz 6, 2024: Platz fünf, 2025: Platz sechs und 2026: Platz zwei, Anmerkung der Redaktion).
Würdest Du gerne mal Global Tour reiten – jedes Wochenende von einem 5-Sterne Turnier zum nächsten um die Welt reisen?
Simon Heineke: Das ist natürlich ein großer Traum und den hatte ich ganz doll und den habe auch ich immer noch… Vielleicht ein bisschen weniger als früher, weil ich gemerkt habe, dass, wenn die Ziele zu hochgesteckt sind, das eher frustrierend ist. Vor einiger Zeit habe ich mir auch immer gesagt: „Oh, Reiter in deinem Alter, die reiten schon dies oder das.“ Aber ich habe gemerkt, auch weil ich mit Sportpsychologen zusammengearbeitet habe, dass das nicht sinnvoll ist, sich die Ziele zu hochzustecken. Es ist besser, wenn man kleinere Schritte geht und dann guckt, wo man am Ende hinkommt. Natürlich ist das ein Traum, aber es ist halt auch nur machbar, wenn alles stimmt. So wie es jetzt aktuell ist, ist es nicht möglich, und so ehrlich muss man auch sein. Natürlich ist es ein Riesentraum, einmal in Aachen zu reiten. Ich glaube aber, ich bin fein damit und nicht super frustriert, wenn es in meinem Leben nicht klappt. Es war schon ein Kindheitstraum, überhaupt mal das Hamburger Derby zu reiten. Das hat vor vier Jahren das erste Mal geklappt. Mit dem Ergebnis in diesem Jahr auf Platz zwei habe ich nicht gerechnet.
Im nächsten Jahr bist Du wieder beim Hamburger Derby am Start?
Simon Heineke: Ja, das hoffe ich, aber nicht mit Cordillo sondern mit Caballero Grande, der das bei seiner Premiere in diesem Jahr super gemacht hat.
Wie schwer ist es für Dich, eine Startgenehmigungen für internationale Turniere zu bekommen?
Simon Heineke: Es ist allgemein schwer, für gute Turniere Startgenehmigungen zu bekommen, weil es auch einfach super viele Reiter gibt, die auf diesem Niveau stark sind. Eigentlich ist es dann die einzige Chance, irgendwo im Ausland, sei es Holland, Belgien oder in Polen auf den Arbeitsturnieren an den Start zu gehen, um sich zu beweisen. Das machen wir auch. Wir reiten aber auch viel national, weil ich finde, dass deutsche Turniere unterstützt werden müssen.
Letztes Jahr habe ich den Großen Preis von Fehmarn gewonnen, da gab es nur drei Nuller. Ich würde auf nicht sagen, dass das irgendwie leichter gewesen wäre als jetzt in Peelbergen oder so. Aber der Stellenwert ist ein anderer. Du kannst, glaube ich, heutzutage irgendwo national was gewinnen und es hat kaum noch einen Stellenwert.
Welches ist Dein Lieblingsturnier und warum?
Simon Heineke: Harte Frage. Direkt nach Hamburg kommt schon das Pferdefestival auf Fehmarn, weil mich mit Fehmarn viel verbindet. Ich bin super befreundet mit der Familie Köhlbrandt. Das ist eigentlich wie Urlaub mit Turnier und hat ganz viel Charme. Da habe ich meinen ersten 3-Sterne-Großen Preis gewonnen, hatte da immer gute Jahre.
Welches Pferd Deiner Kollegen würdest Du gerne mal reiten?
Simon Heineke lacht: Das sind zwei ganz klar: United Touch S und DSP Chakaria.
Hast Du ein bestimmtes Ritual vor einer Prüfung?
Simon Heineke schmunzelt: Ja, ich bin ziemlich abergläubisch. Ich habe immer eine bestimmte Reithose und ein bestimmtes Turnierhemd für die wichtigste Prüfung. Ich binde mir am Anfang des Turniers die Krawatte und wenn der Turniertag gut war, bleibt der Knoten drin, und wenn nicht, geht er raus. Und wenn das Pferd gut gegangen ist, lasse ich alles so, und wenn es nicht gut war, verändere ich irgendwas. Zum Beispiel ein Loch im Martingal, länger oder kürzer, eine andere Trense. Kleinigkeiten, die man eigentlich nicht merkt, aber irgendwie für meinen Kopf sein müssen. Und wenn es mal schlecht war, dann ziehe ich mir vielleicht erst den linken Sporen an und dann den rechten und am nächsten Tag vielleicht andersrum.
Kann man Dich nach einer nicht so guten Runde ansprechen oder ist das schwierig?
Simon Heineke: Früher war es super schwierig, da brauchte ich wirklich lange und wurde auch schon mal emotional und habe auch Dinge gesagt, die einem hinterher leidtun. Heute habe ich gelernt, mit meinen Emotionen umzugehen, auch dank Achaz. Ich nehme mich dann zurück, reite eine Runde Schritt, setze mich in den Stall, mache das mit mir selber aus,
Am Ende ist es ähnlich wie bei einem Fußballer, der 90 Minuten in den Knochen hat, vom Spielfeld kommt und sofort etwas zur Leistung in die Kamera sagen soll…. Da ist natürlich auch oft Enttäuschung und Frust dabei, weil man ja selber weiß, dass man es jetzt gerade nicht hinbekommen hat.
Drei Dinge, die noch auf Deiner Bucket List stehen?
Simon Heineke, der bisher einmal im Nationenpreis in Drammen starten durfte: Ich möchte gerne in Aachen reiten, das Hamburger Derby gewinnen und nochmal einen Nationenpreis für Deutschland reiten.
Was sagst Du Kritikern, die sagen, dass Pferdesport Tierquälerei ist?
Simon Heineke: Ich glaube, ganz wichtig ist es, dass man Kritikern zeigen muss, wie man mit seinen Pferden umgeht, was man alles für die Pferde macht. Cordillo ging jetzt mit 18 Jahren noch mal erfolgreich im Derby. Und es gab in der Vergangenheit wirklich viele Pferde, die im hohen Alter noch erfolgreich beim Derby waren oder sogar gewonnen haben, wie z.B. der 19-jährige Hello Max, der 2013 mit Gilbert Tillmann gewann, oder der 18-jährige Lausbub, der 1996 mit Achaz von Buchwaldt triumphierte. Das alles ist nur möglich, wenn man gut mit den Pferden umgeht und sie auch gesunderhaltend trainiert, damit sie sich wohlfühlen, auch im Kopf. Wenn ein Pferd diesen Sport nicht möchte oder auch vom Kopf nicht mehr mitmacht, dann funktioniert es nicht. Und das spricht für sich. Daher glaube ich, dass wir transparenter werden müssen und mehr zeigen sollten.
Wie siehst Du die Entwicklung im Reitsport – wird der Sport immer elitärer?
Simon Heineke: Klar ist: Die Schere geht immer weiter auseinander. Früher war Pferdesport ja eher ein ländlicher Sport. Es war, zum Beispiel, einem Vater, der Handwerker ist, möglich, der Tochter oder dem Sohn, die reiten wollten, ein Pferd zu finanzieren. Diese Sparte bricht immer mehr weg, was natürlich auch schlecht für die Züchter ist. Der Sport ist einfach sehr teuer geworden, wenn man die Boxenpreise sieht, die hohen Tierarztkosten – diese Entwicklung ist ganz ungesund.
Das Interview führte Corinna Philipps für spring-reiter.de














