Als der neunte und damit letzte Starter im Stechen von Monaco, Kevin Staut auf Vida Loca Z (v. Vigo d’Arsouilles), mit Bestzeit, aber einem Abwurf ins Ziel kam, wich auf dem Abreiteplatz die Anspannung aus dem Gesicht des Brasilianers Stephan de Freitas Barcha einem Strahlen. Er sprang aus dem Sattel seines Dinozo Imperio Egipcio (v. Diamant de Semilly), lief zu seinem Groom und nahm ihn ganz fest in den Arm. „Das ist mein allererster Fünf-Sterne-Grand Prix-Sieg überhaupt“, sprudelte es aus dem 37-Jährigen heraus. Mit seinen fehlerfreien 35,40 Sekunden hatte er gerade den Longines Global Champions Tour Grand Prix in Monaco gewonnen – samt 198.000 Euro Preisgeld und der Qualifikation für den nächsten Goldtopf, den LGCT Super Grand Prix im November in Riad.
Geführt hatte lange der erste Starter im Stechen, Piergiorgio Bucci auf Pallieter vd N.Ranch (v. Cornet Orbolensky), der am Ende Zweiter wurde vor Christian Ahlmann. Dessen zehnjähriger Untouched LB folgte an diesem Tag einmal mehr den großen Hufspuren seines Vaters United Touch S, ließ mit Doppelnull seinem vierten Platz in Paris jetzt den dritten Platz und damit den Sprung aufs Podium für seinen Reiter folgen.
Der zweite deutsche Reiter im Stechen, Philipp Weishaupt, mischte auf seinem Chaquitos PS (v. Chacco-Blue) in den Zwischenzeiten ganz vorne mit, aber dann passte eine Wendung nicht richtig und der Zwangsstopp beendete die Reise, was Rang neun bedeutete – aber mit einem Trostpflaster von 12.000 Euro versehen.
Der Platz am Port Hercule hatte Parcourschef Uliano Vezzani wieder einmal vor besondere Herausforderungen gestellt, denn die Größe des Platzes entspricht eher einer langgestreckten Halle als einem großen Freiluftplatz. Entsprechend schnell kamen im Umlauf nach kurzen Wendungen die Hindernisse auf die Reiter zu. Bis zum letzten Sprung sah es trotzdem so aus, als ob auch der Team-Sieger des Vortags, Marco Kutscher, mit Pikeur Lemar NRW (v. Los Angeles) alle Klippen geschafft hatte und sich fürs Stechen qualifizierte. Aber dann fiel die letzte Stange. Weil das Paar schnell unterwegs war, bekam es als Zwölfte mit 6.000 Euro immer noch ein bisschen vom Preisgeld-Kuchen ab.
In der Gesamtwertung der Global Tour führt nach dieser achten Etappe Abdel Said vor Max Kühner, der in Monaco mit EIC Up Too Jacco Blue (v. Chacco-Blue) mit vier Fehlerpunkten als 13. zwar nichts mehr abbekam vom Preisgeld, aber noch 24 Punkte für seine Gesamtwertung dazu erhielt. Auf Platz 3 im Ranking liegt Edwina Tops-Alexander, der an diesem Abend zum sichtbaren Ärger ihres Mannes Jan Tops mit Caetlin vd Heffinck Z (v. Chacco-Blue) am letzten Sprung das gleiche Missgeschick ereilte wie unmittelbar nach ihr Marco Kutscher.
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