Es war sein bisher größter Erfolg: Auf Congress Blue PS (v. Congress) war Tom Schewe im Stechen um den Sieg auf der Weltcup-Etappe in Bordeaux vor zwei Monaten mit Doppelnull Dritter hinter Jessica Burke und Daniel Deusser geworden. Aber jetzt ist alles weg – Platzierung, Weltcup-Punkte und Preisgeld. Denn bei der anschließenden Kontrolle wurde in seinem Pferd “3-hydroxydetomidine” nachgewiesen. Detomidin wird in der Veterinärmedizin als Beruhigungsmittel für Pferde eingesetzt.
In einem Fast-Track-Verfahren hat die FEI diese Entscheidung getroffen. Das Fast-Track-Verfahren ist ein Verwaltungsverfahren, das nur für Verstöße im Zusammenhang mit kontrollierten Medikamenten möglich ist. Wenn die Probe eines Pferdes positiv auf eine kontrollierte Substanz getestet wird und es sich um den ersten Verstoß sowohl für die verantwortliche Person als auch für das Pferd handelt, wird der verantwortlichen Person die Möglichkeit geboten, das Verwaltungsverfahren (auch als „Fast Track” bezeichnet) in Anspruch zu nehmen. Das bedeutet, dass sie sich bereit erklären kann, eine Geldstrafe in Höhe von 1.500 CHF und Kosten in Höhe von 1.000 CHF zu zahlen (die Kosten können auf 2.000 CHF erhöht werden, wenn eine B-Probenanalyse beantragt wird) und gleichzeitig auf ihr Recht auf eine abschließende Anhörung vor dem FEI-Tribunal zu verzichten.
Sowohl die verantwortliche Person als auch das Pferd werden von der gesamten Veranstaltung, bei der die Probe entnommen wurde, disqualifiziert, was den Verlust von Preisgeldern oder Medaillen beinhaltet, jedoch wird keine Sperre (d. h. Suspendierung) verhängt. Das Verwaltungsverfahren wird als Vorteil für erstmalige geringfügige Verstöße angeboten.
Tom Schewe ist immer noch geschockt und erklärte gegenüber spring-reiter.de: “Wir können uns das positive Ergebnis nicht erklären. Ich war tief erschüttert, da wir immer genauestens nach unseren Pferden gucken. Wir haben dem Pferd nichts verabreicht. Wir haben auch eine B-Probe veranlasst, das macht man ja nicht, wenn man kein reines Gewissen hat. Diese war in dem französischen Labor leider auch positiv. Wir haben auch schon versucht, mit Anwälten dagegen vorzugehen. Aber da hat man bei der FEI eh keine Chancen.”
