Eine blütenweiße Weste hatte am Ende der zwei Umläufe beim Semifinale des 3* EEF Nations Cup in Samorin keine der elf Mannschaften. Aber der Sieger hatte einen Flecken weniger drauf als der Zweit- und der Drittplatzierte: Pius Schwizer auf Global de Riverland (v. Vagabond de la Pomme), Bryan Balsiger auf C-Mistral (v. C-Mocca D’Or), Anthony Bourquard auf Fontaineblau Manciais (v. Ogrio des Champs) und Adrian Schmid auf Chicharito (v. Casalito) haben in der Slowakei zeitgleich mit ihren Team-Kollegen in Falsterbo für die Schweiz mit insgesamt 8 zählenden Fehlerpunkten den Sieg geholt vor Österreich und Italien, die beide mit 12 Fehlerpunkten herauskamen, die Österreicher etwas schneller und deshalb auf Rang zwei.
Für das starke Team Deutschland war es einer dieser Tage, an denen scheint das Pech an Hufen und Stiefeln zu kleben. Genauso ging es jedenfalls in der ersten Runde los. Bei Startreiterin Paula de Boer-Schwarz und My Miss Marpel OLD (v. Mylord Carthago) fiel eine Stange am Liverpool Nummer acht. Beim Zweiten endete die Runde schon an Sprung vier: Hannes Ahlmann und Madness (v. Kannan) gerieten beim Landen am offenen Wasser ins Straucheln. Zum Glück konnten Pferd und Reiter, wenn auch getrennt, nicht nur den Parcours unverletzt verlassen, sondern zeigten sich in Runde 2 davon auch völlig unbeeindruckt. Die Pechsträhne ging dann bei Laura Klaphake weiter: Mit VDL Quizano van’t Merelsnest (v. Diamant de Semilly) rutschte an der Mauer ein Klötzchen runter, dann sprangen sie nicht über, sondern durch Sprung neun – und am Ende kam noch ein Zeitfehler hinzu. Bei Schlussreiter Maxi Lill, eigentlich ein Null-Garant, und Casallco’s Goerge PS (v. Casallco) fiel eine Stange am Aussprung der Dreifachen, nachdem die Planke an Sprung 5 trotz Wackler noch liegengeblieben war, gefolgt vom Folgefehler an Sprung acht. 21 Fehlerpunkte hatten sich so vor der zweiten Runde angesammelt.
Im zweiten Umlauf ging es dann endlich so, wie man es gleich erwartet hatte: Mit einer Null von Paula de Boer Schwarz und My Miss Marpel OLD eröffnete Team Deutschland. Auch bei Hannes Ahlmann lief es plötzlich wie gewohnt: Weder das Wasser noch sonst irgendein Sprung machte Madness Mühe, die Null stand. Es folgte Laura Klaphake zum zweiten Mal mit VDL Quizano van’t Merlsnest mit – ja, auch mit einer fehlerfreien Runde. Genauso wie nach ihr Maximilian Lill auf Casallco’s George PS. Nach der Pechsträhne in Runde 1 wurde es doch noch ein versöhnlicher Abschluss.
Das Endergebnis lag nun nicht mehr in der Hand von Team Deutschland, jetzt konnte man nur noch warten, ob die davor rangierenden Mannschaften Fehler machten. Diese machten zwar, aber der Abstand war zu groß gewesen, so dass es bei Platz acht auch in der Endabrechnung blieb.
Teamchef Ralf Runge fasste es gegenüber spring-reiter.de so zusammen: “In der ersten Runde war kein Reiter mit seinen Leistungen zufrieden. In der zweiten Runde haben sie es dann gezeigt, dass es nur ein Ausrutscher war, alle deutschen Reiter blieben fehlerfrei und haben abgeliefert. Leider kommen nur die besten fünf Teams ins Finale in Avenches. Ich befürchte, das Finale ist für uns jetzt futsch.”
Das komplette Ergebnis hier


