Beinahe wäre es ein umjubelter irischer Heimsieg zum hundertjährigen Jubiläum beim Nations Cup in Dublin geworden. Beinahe – und an Mangel an Jubel des begeistert mitgehenden Publikums lag es nicht. Aber die letzten beiden irischen Starter schwächelten, und so konnte das Team der USA noch vorbeiziehen. Deren beide Doppelnuller Karl Cook auf Caracole de la Roque (v. Zandor) und Paris Sellon auf Chad Blue PS (v. Chacco-Blue) sowie Natalie Dean auf Mr Boombastic (v. Vigo Cece) mit 0/4 Punkten und Laura Kraut auf Baloutinue (v. Balou du Rouet) mit 4/0 Punkten holten für die USA den Sieg.
Für die am Ende zweitplatzierten Iren hatten die Brüder Daniel Coyle auf Farrel (v. Cardento) und Jordan Coyle auf Chaccolino (v. Chacco-Blue) ebenfalls mit Doppelnull vorgelegt. Shane Sweetnam ließ auf Coriaan van Klapscheut (v. Comme il Faut) in der ersten Runde die nächste Null folgen, sodass Cian O’Connor mit Kentucky TN (v. Verdi TN) erst einmal aussetzen konnte. Aber nachdem Shane Sweetnam in Runde zwei unter dem Aufstöhnen der Fans einen Springfehler gemacht hatte, musste er dann ran – und ließ auch eine Stange auf den Rasen rollen.
Am Ende des ersten Umlaufs sah es nach einem sicheren dritten Platz für die Briten aus, doch dann sorgte vor allem der Entschluss von Startreiter Robert Whitakers Equine America Vermento (v. Argento), den goldfarbenen Sprung „100 Jahre Nations Cup“ nicht im ersten Anlauf zu überspringen, mit am Ende 13 Fehlerpunkten für den Einbruch. Am Ende war es Rang fünf und die Schweizer konnten sich mit Platz drei noch aufs Podium schieben.
Für Team Deutschland hatte der Nachmittag alles andere als optimal begonnen. André Thieme machte mit Paule S (v. Perigueux) gleich am zweiten Sprung einen Fehler, dem ein zweiter später folgte. Macht nichts, konnte man hoffen, nachdem anschließend Rene Dittmer auf Cody (v. Casall) und Jörne Sprehe mit Toys (v. Toulon) fehlerfrei ins Ziel gekommen waren. Es gab ja schließlich die Chance zum Streichergebnis. Aber auch Schlussreiter Daniel Deusser hatte früh, am dritten Sprung, mit Pepita van de Meulenhof BR (v. El Torreo de Muze) einen Fehler, dem ebenfalls später ein zweiter folgte. Auf Platz fünf beendete Team Deutschland die erste Runde. In der zweiten lief es dann so, wie von Anfang an erhofft: André Thieme mit Null, Rene Dittmer und Jörne Sprehe jeweils mit ihrer zweiten Null – da konnte dann Daniel Deusser nichts mehr verbessern und sattelte ab. Jetzt half nur noch das Warten auf eventuelle Fehler der Konkurrenten. Am Ende schob sich Team Deutschland noch auf Platz vier.
Bundestrainer Otto Becker kommentierte das Ergebnis gegenüber spring-reiter.de so: „Das war ein unglaublicher Tag heute hier mit dem 100-jährigen Jubiläum vor ausverkauftem Haus. Das war eine unglaubliche Atmosphäre, hat richtig Spaß gemacht und war Werbung für den Sport. Für uns war es natürlich schade mit dem vierten Platz. Wir haben fünf Nullrunden gehabt. Daniel brauchte gar nicht mehr zu reiten, weil wir im zweiten Umlauf schon drei Nuller hatten. Es ist natürlich schade, dass uns im ersten Umlauf ein besseres Ergebnis gefehlt hat, aber so ist der Sport. Insgesamt bin ich mit der Teamleistung zufrieden. Mal sehen, was Sonntag im Großen Preis passiert.“
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