Es ist ein Springreiter-Leben auf der Überholspur – und am kommenden Sonntag ab 13 Uhr Ortszeit könnte Richard Vogel schon wieder Geschichte schreiben, beim Rolex Grand Prix von Spruce Meadows, wo beim „CPKC International“ ein Gesamt-Preisgeld von 5 Millionen $ wartet. Sein unverzichtbarer Partner auf dieser rasanten Erfolgsreise, der 14jährige United Touch S (v. Untouched), ist schon mit einer gecharterten Boeing 747 am Calgary International Airport mit Pflegerin Felicia Wallin gelandet und wartet auf ihn. „Ohne United Touch S wäre all dies nicht möglich. Er ist so ein schlaues und sensibles Pferd. Er weiß ganz genau, worum es geht“, rückt Richard Vogel ihn ins rechte Licht.
Es ist erst fünf Jahre her, da freute sich Richard Vogel noch darüber, dass er zum dritten Mal mit ihm in Aachen das Finale von Deutschlands U25 Springpokal gewonnen hatte. Aber dann nahm das Paar richtig Fahrt auf, galoppierte an der staunenden Konkurrenz in atemberaubendem Tempo vorbei.
- 2022 erster Weltcup-Sieg mit United Touch S in Stuttgart
- Zum Weltcup-Finale in Omaha 2023 noch als Nachrücker, der am Ende als bester Deutscher Achter wurde
- Dez. 2023 Sieg im Rolex Grand Prix in Genf
- 2024 als Seriensieger beim CHIO Aachen, wo nur Pech am letzten Sprung dafür sorgte, dass es im Großen Preis trotz der schnellsten Zeit im Stechen „nur“ Platz drei wurde;
- im selben Jahr Mannschafts-Fünfter mit Christian Kukuk und Philipp Weishaupt bei Olympia in Paris;
- 2024 erneuter Weltcup-Sieg mit United Touch S in Stuttgart
- 2025 Europameister mit fünf Nullrunden in A Coruña + eine Mannschafts-Bronze Medaille
- Mai 2026 Sieg im Rolex Grand Prix in Aachen
- 2026 Mannschafts-Weltmeister in Aachen im Team mit Marcus Ehning, Sophie Hinners und Daniel Deusser.
Der nächste Höhepunkt folgte vor ein paar Tagen, als Richard Vogel als erste Deutscher nach fünf Jahren die Nummer 1 der Weltrangliste wurde. „Es fühlt sich sehr unwirklich an, zu hören, dass ich die Nummer 1 der Welt bin. Als Reiter bin ich sicherlich weit davon entfernt, der Beste der Welt zu sein, aber ich glaube, dieser Titel ist ein ziemlich guter Beweis dafür, dass ich das allerbeste Team um mich herumhabe.” Daniel Deusser war 2021 der letzte Deutsche auf diesem Thron gewesen, der fünfte nach Marcus Ehning, Ludger Beerbaum, Meredith Michaels-Beerbaum und Christian Ahlmann.
Und jetzt in Spruce Meadows der nächste Vogel-Gipfel? „Ich will die Chance nutzen“, hat er selbstbewusst erklärt. „Scott Brash hat ja gezeigt, dass es möglich ist.“
Es geht in Kanada sozusagen um die nächste Krone im Springsport, die erreichbar ist, um den dritten Sieg in Folge bei den Rolex Majors. Es geht um den Rolex Grand Slam und damit für ihn um einen Extra-Bonus – zusätzlich zum üppigen Preisgeld – von 1 Million Euro. Nach zwei Siegen in Folge bei den Dutch Masters und in Aachen ist Richard nur noch einen Sieg davon entfernt, den Rolex Grand Slam of Show Jumping zu vollenden. Bislang hat nur ein Reiter dieses Kunststück vollbracht: Scott Brash (GBR) schloss den Grand Slam 2015 genau hier ab, in Spruce Meadows.
Dieser Scott Brash, aktuell die Nummer 6 der Weltrangliste, wartet mit Hello Jefferson als einer der schärfsten Konkurrenten, außerdem natürlich Weltmeisterschafts-Teampartner Daniel Deusser, Achter der Weltrangliste. Außerdem kämpfen um den Goldtopf in Spruce Meadows unter anderem Weltmeister Steve Guerdat, Nummer 4 der Weltrangliste, Olympiasieger Christian Kukuk, Ben Maher, Nummer 7 der Weltrangliste, Piergiorgio Bucci, Nummer 8, McLain Ward, Nummer 9.
Aus Deutschland treten aber in Spruce Meadows außer Richard Vogel, Daniel Deusser und Christian Kukuk noch drei weitere Reiter an: Sophie Hinners, André Thieme und Jörne Sprehe. Auf vier von ihnen wartet am Samstag ab 11 Uhr Ortszeit der CSIO5* Nationenpreis über 1,60m. Wie Bundestrainer Otto Becker spring-reiter.de verriet, wird Jörne Jörne Sprehe das Team mit den drei Mannschafts-Weltmeistern Richard Vogel, Sophie Hinners und Daniel Deusser komplettieren.
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