“Wenn dein Leben oder dein Glück nur davon abhängen, ob du einen Fehler hast oder nicht, das ist doch Wahnsinn.” Interview mit Maxi Lill

Maximilian Lill ist ein Mann mit vielen Talenten. Der bayerische Springreiter, der in diesem Jahr die Bronze-Medaille bei den Deutschen Meisterschaften in Balve gewann, ist nicht nur ein erfolgreicher Nationenpreisreiter, sondern auch als international gefragter Trainer, Auktions-Veranstalter und Leiter eines Sport- und Ausbildungsstalls aktiv. spring-reiter.de hat mit dem 32-Jährigen, der schon mit 14 Jahren das Goldene Reitabzeichen verliehen bekam, über seine Erfahrungen in den verschiedenen Rollen im Springsport gesprochen. Maxi Lill, der kürzlich Siebter im Großem Preis von Münster wurde, hat erzählt, warum es manchmal hilft, zu den Basics zurück zu kehren, damit Pferd und Reiter den Kopf frei bekommen und warum „nur gut zu reiten“, heute nicht mehr reicht, um erfolgreich zu sein.

Welche Rolle, die des Reiters, des Trainers oder Händlers, macht Dir am meisten Spaß?

Maxi Lill: Die Frage habe ich mir tatsächlich selber auch schon oft gestellt. Klar, wenn man auf der Deutschen Meisterschaft steht und eine Medaille hochhält, ist das Gefühl natürlich unbeschreiblich. Für diese Momente hat man mit dem Reiten angefangen und nicht, weil man Pferde verkaufen will. Wenn es für uns Sportler gut läuft, macht das schon am meisten Spaß, aber es ist natürlich auch genauso deprimierend, wenn es nicht läuft. Es ist ein „Rollercoaster of Emotions“, es geht halt so schnell auf und ab. Heute bist du der Sieger, morgen bist du wieder der Depp. Der Sport ist schon hart.

Für mich ist es daher auch sehr befriedigend, wenn ich einen super Deal eingefädelt habe. Da fällt ein großer Druck von den Schultern ab, weil man weiß, die nächsten Monate sind wieder finanziert. Da greift ein Zahnrad ins andere und das ist es auch, was mir so viel Spaß macht. Nur zu reiten, das würde mich, glaube ich, nicht befriedigen. Wenn dein Leben oder dein Glück nur davon abhängen, ob du einen Fehler hast oder nicht, das ist doch Wahnsinn. Es gibt ja genug Kollegen da draußen, die das so betreiben und das bewundere ich auch, aber ich möchte mein Glück nicht von einem Fehler abhängig machen. Ich bin genauso glücklich, wenn ich am Montag ein gutes Pferd verkaufe. Mein Erfolg ruht auf mehreren Säulen. Wenn ich einen Kollegen bei der WM trainiere und unterstützte und der ist dann erfolgreich, bin ich genauso zufrieden. Ich habe auch noch ein anderes Business zu Hause, was mich mit der Zeit deutlich selbstbewusster gemacht hat. Da ist meine eigene Anlage mit Sport- und Ausbildungsstall im niedersächsischen Löningen, die mir gehört, die ich bezahlt habe, das macht mich auch stolz.

Und natürlich bin ich glücklich, wenn ich meinen Sohn Louke in den Arm nehmen kann.

Würdest Du sagen, die Bronzemedaille bei der DM ist Dein bisher größter Erfolg?

Maxi Lill: Ja, ich denke schon. Beim CSI5* in Abu Dhabi war ich Anfang Januar mit Viverter PS auch schon mal Dritter im Großen Preis und im Februar habe ich zusammen mit Sophie Hinners, Christian Ahlmann und David Will den Nationenpreis in Sharjah gewonnen – aber so eine Medaille bei der Deutschen Meisterschaft war bis jetzt schon das coolste Gefühl. Wenn du einen Großen Preis reitest oder ein Springen gewinnst, ist es so ein Einmalerlebnis. Anders ist es bei der DM, wenn Du diese Spannung über vier Tage aufbaust. Da ist so ein Druck, Du willst abliefern, dafür hast Du schon Wochen vorher hart gearbeitet.  Da fällt eine zentnerschwere Last von Dir ab, wenn es dann gut läuft.

Reicht es heute noch “nur gut zu reiten”, oder muss man auch ein Multi-Tasking-Talent, ein Netzwerker und ein Verkäufer sein?

Maxi Lill: Sicherlich – reiten können viele. Der eine reitet vielleicht 2% besser, der andere 5% schlechter. Am Ende kommt es auf so viele zusätzliche Faktoren an. Ist man mental stark genug? Kann man sich Pferde organisieren? Du musst auch in der Lage sein, Dir Deine Chancen zu kreieren, Du musst Dir Dein Glück erarbeiten. Nur weil jemand gut reiten kann, stellt ihm niemand ein 5*-Grand-Prix-Pferd vor die Tür.

Erzähle bitte mal, wie Du zum Pferdesport gekommen bist?

Maxi Lill: Ich habe schon als Kind immer im Stall meines Opas geholfen. Mein Opa war Arzt und die Pferde waren sein Hobby. Er hatte einen Stall südlich vom Starnberger See. Er liebte die Pferde. Morgens um 5 Uhr hat er die Pferde gefüttert, danach ist er nach München in die Praxis gefahren. Nebenbei hat er sich einen Pensions- und Reitschulbetrieb aufgebaut. Mein Vater ist dort auch bis 3-Sterne geritten und war quasi angestellt bei meinem Opa. Wir Kinder waren natürlich immer mit dabei. Mein heute bestes Pferd, der neunjährige Holsteiner Kommandant, den hat mein Opa noch als Fohlen gekauft. Mein Vater hat den Hof bis zuletzt geleitet. Mittlerweile ist der Stall aber verkauft, mein Vater ist auch in den Norden gezogen und hilft in meinem Stall ein bisschen mit.

Wann fiel bei Dir die Entscheidung, den Springsport beruflich zu betreiben?

Maxi Lill: Nach dem Abitur studierte ich erst mal drei Jahre Business Management in Innsbruck. Aber ähnlich wie schon in der Schule, glänzte ich auch an der Uni mit viel Abwesenheit. Während der Bachelorarbeit habe ich dann mein erstes etwas teureres Pferd verkauft. Da ist mir klar geworden: Ich muss einen verdammt guten Job kriegen, um so viel Geld zu verdienen. Pferde und der Springsport waren immer schon meine Leidenschaft und so wusste ich plötzlich, welchen beruflichen Weg ich gehen wollte. Das Studium hatte sich damit natürlich erledigt.

Seit zwei Jahren hast Du eine eigene Anlage in Löningen…

Maxi Lill: Ja, genau. Wir haben noch einen Stall dazu gebaut und einen neuen Sandplatz. Alles ist sehr schön geworden und wir sind ganz happy da. Dennis Heyer hilft mir mit der Anlage mit, er hat auch noch sein eigenes Business, aber wir arbeiten Hand in Hand. Neuerdings ist auch noch Ferenc Szentirmai dabei, der hat auch seine Pferde bei uns, wir trainieren zusammen. Ich habe noch 2 Bereiter, alles ist ziemlich groß geworden. Ich habe mittlerweile an die 75 Pferde, die mir gehören. Das Rad, das man dreht, wird gefühlt immer größer.

Bei der Weltmeisterschaft in Aachen warst Du als Trainer dabei?

Maxi Lill: Genau, ja. Ferenc und ich waren unter anderem für den ungarischen Springreiter Peter Szuhai in Aachen dabei. Er war ja auch ziemlich gut, hatte immer Null und einen Fehler. Er trainiert aber hauptsächlich bei Ferenc. Und dann haben wir noch die Slowakin Dominika Gaalova unterstützt. Ihre Leistung war auch absolut zufriedenstellend.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Aloga Auction?

Maxi Lill: Das ergab sich einfach über die jahrelange Freundschaft zur Familie von Bertram Allen. Wir haben schon immer ein paar Pferde zusammen gehabt und dann kamen wir auf die Idee, eine Auktion zu machen. Wir kamen auf den Namen Aloga, das heißt Pferd auf Griechisch. Das war ein bisschen die Idee, viele gute Auktionen haben griechische Namen.

Du hast auch viele Pferde mit und bei der Familie Allen in Irland, erzähle mal, warum?

Maxi Lill: Wenn wir zum Beispiel zusammen 3- oder 4-jährige Pferde kaufen, schicken wir die erstmal nach Irland. Die Allens haben dort eine Anlage mit weitläufigen Wiesen und rund 150 Pferden. Ich war da vor einem Monat. Es ist unglaublich, wie da die Pferde aufwachsen, auf den riesigen Weideflächen. Dann gehen die Pferde an den Strand und galoppieren im Wasser, dann gehen die die Sanddünen hoch und können noch einfach richtig Pferd sein. Das ist schon super dort. Auch die ersten Turniere können sie noch in Ruhe absolvieren und es ist egal, ob sie mal einen Fehler machen, mal vorbeisausen, das interessiert da erstmal keinen. Hier in Deutschland bist Du mit ClipMyHorse natürlich immer unter Beobachtung. Es darf bloß nichts schief gehen, sonst rauscht der Marktwert von dem Pferd in den Keller. In Irland hingegen können die Pferde erst mal in aller Ruhe Erfahrungen sammeln.

Was ist Deine Philosophie mit den Pferden?

Maxi Lill: Auch da habe ich ganz viel von der Familie Allen gelernt. Es geht darum, die Pferde Pferd sein zu lassen. Die Pferde kommen ganz, ganz viel raus auf große Wiesen bei uns, auf Rasenpaddocks und wir gehen ganz viel ausreiten. Ich finde es einfach wichtig, die Pferde bei Laune zu halten. Ich glaube, das sieht man auch bei meinen Kollegen, da hat sich im Vergleich zu früher doch viel verändert. Klar, man muss auch arbeiten, trainieren, Kondition aufbauen. Aber neben den ganzen Turnieren und den Fahrten dorthin ist es auch wichtig, dass die Pferde den Ausgleich bekommen, den sie brauchen, dass sie auch mal etwas anderes machen, den Kopf frei bekommen und nicht nur den ganzen Tag eineinhalb Stunden im Viereck oder im Parcours ihre Runden drehen.

Wie schwer ist es für Dich, Startgenehmigungen für gute Turniere zu bekommen?

Maxi Lill: Dadurch, dass ich in Balve bei der Deutschen Meisterschaft ganz gut war, habe ich von Ralf Runge und Otto Becker super viele Chancen bekommen. Das hat wirklich geholfen, das fand ich auch super. Am Ende muss man schon sagen, wenn man ein gutes Pferd hat und sich dann seine Chancen ein bisschen erarbeitet, dann kriegt man die Chancen auch, also es hat in meinem Fall echt ganz gut geklappt. Und dann will man auch wirklich abliefern.

Klar, in Deutschland gibt es so viele gute Reiter, da ist es natürlich schwierig, allen gerecht zu werden.

Wie erarbeitest Du Dir die Verbindung zum Pferd?

Maxi Lill: Gut, da ist zum einen die tägliche Arbeit zu Hause mit dem Pferd. Ich finde es auch wichtig, einfach mal eine Turnierpause zu machen und einfach mal wieder nur an der Basisarbeit zu arbeiten. Nicht nur einfach springen und dann zum Turnier fahren, sondern einfach mal wieder sagen, ich mache mal Stangenarbeit, arbeite mal wieder an meiner Dressur, ich gehe jetzt mal einen Monat nicht aufs Turnier. Vielleicht möchte man ja auch mal etwas umstellen, an Kleinigkeiten arbeiten, ein bisschen Gymnastik machen. Diese Herangehensweise hat mir bisher immer sehr geholfen.

Du kennst als Springreiter, Trainer, als Auktionator und Pferdebesitzer alle Facetten des Sports. Wie siehst Du die Entwicklung im Sport und auch im Hinblick auf die neue PJL-Serie?

Maxi Lill: Gute Pferde sind immer schwieriger zu kriegen. Das sieht man ja auch an den hohen Preisen. Das Niveau ist ja auch verdammt hoch. Die Springen werden immer schneller, die Parcours immer schwieriger. Wenn du schon einen Diamanten hast, der schon ein bisschen geschliffen wurde, dann ist es deutlich einfacher, aber natürlich musst Du auch deutlich mehr für so ein Pferd bezahlen. Ich habe immer versucht, wenn ich mir schon ein bisschen sicherer war, ein wenig mehr zu investieren. Aber natürlich auch wissend, dass ich auf die passenden Turniere komme, das Pferd so ausbilden kann, dass ich am Ende auch mehr Gewinn für das Pferd erziele.

Im Hinblick auf die Turnierlandschaft wird es wohl für die schönen traditionellen Turniere immer schwieriger. Wenn die besten Reiter nur noch auf die Touren ins Ausland fahren und die Zuschauer hier nicht mehr die Besten zu sehen bekommen, ist das natürlich schade. Trotzdem denke ich, ein bisschen Konkurrenz belebt das Geschäft. Wenn was Neues kommt, geben sich andere auch wieder mehr Mühe, hoffe ich.

Unser Hauptproblem im Sport derzeit sind die hohen Kosten im Monat, die hohen Tierarzt-Kosten, die gestiegenen Energie-Kosten. Wenn ich manchmal erzähle, was mein Stall im Monat kostet mit den acht Angestellten, dann kippt man schon fast rückwärts mit dem Stuhl um.

Da trage ich schon eine große Verantwortung. Alle wollen jeden Monat ihren Lohn haben, egal ob es läuft auf dem Turnier oder beim Verkauf. Und auch die Pferde wollen trotzdem fressen.

Was sagst Du den Kritikern, die den Sport abschaffen wollen?

Maxi Lill: Wenn man die Stimmung bei der Weltmeisterschaft in Aachen gesehen hat, wo 500.000 Besucher die Pferde und Reiter gefeiert und bejubelt haben, das war einfach eine absolute Werbung für unseren Sport. Egal, ob du bei der Dressur zugeschaut hast, bei der Vielseitigkeit, beim Voltigieren oder beim Springreiten – das war Gänsehaut, das hat einfach Spaß gemacht.

Konstruktive Kritik finde ich gut, und ich finde es auch richtig, dass man sich selber immer wieder hinterfragt, habe ich das richtig gemacht. Ich würde aber schon sagen, dass sich die Reiter dahingehend auch deutlich verbessert haben, weil sie einfach unheimlich darauf achten, dem Pferd gerecht zu werden. Klar gibt’s immer schwarze Schafe, aber die gibt’s in jedem Bereich.

Auf destruktive Kritik dagegen muss man eigentlich gar nicht so viel hören, denke ich.

Reitet Dein vierjähriger Sohn Louke auch schon?

Maxi Lill: Ja, wir haben jetzt die ersten Sprünge mit unserem Pony gemacht. Andreas Kreuzer hat uns das Pony geschenkt. Das macht schon jetzt super viel Spaß. Wenn mein Sohn bei mir ist, macht mich das einfach glücklich.

Wenn er irgendwann auch beruflich reiten möchte, würdest Du das unterstützen?

Maxi Lill: Auf jeden Fall. Und ich schätze mal, wenn er das Talent von seiner Mutter Zascha Nygaard mitkriegt, dann hat er gute Karten.

Würdest Du denken, dass es jemand ohne Pferde-Background heute noch in den Sport schaffen kann?

Maxi Lill: Auf jeden Fall. Das ist ja das Schlimme, ich vermisse bei vielen jungen Leuten oft den nötigen Fleiß und Ehrgeiz. Und wenn man dann die Stories der älteren Generation hört, was die unternommen haben, die sind erstmal ohne Geld mitgefahren und waren froh, wenn sie nur mal ein Pferd reiten durften. Und jetzt erwartet jeder gleich, dass da fünf Grand-Prix-Pferde stehen. Die meisten haben gar nicht mehr die Muße. Deswegen würde ich schon sagen, wenn einer die Geduld mitbringt, den Ehrgeiz, und klar, das Talent, dann klappt es auch heute noch. Ich würde so jemandem 10-mal eher die Chance geben, als jemandem mit Geld oder Talent, der aber nicht fleißig ist und sich nicht reinhängt. Jemand, der sich eine Chance erarbeitet, der wird immer wieder in unserem Sport eine Chance kriegen. Das sieht man ja auch bei Paul Schockemöhle. Da muss man sich auch hocharbeiten. Selbst wenn Du schon das ein oder andere gewonnen hast, fängst Du unten an und musst erst mal Boxen ausmisten. Das ging Andreas Kreuzer so, das ging auch Zascha Nygaard so. Aber das machen eben die wenigsten. Deswegen möchte ich auch, dass mein Sohn reitet, dieser Sport erdet.

Was steht noch auf Deiner Bucketlist?

Maxi Lill: Ich bin, ehrlich gesagt, ziemlich zufrieden gerade, wie es alles läuft. Klar, man möchte sich natürlich immer weiter Step by Step nach oben arbeiten. Damit man auch mal ein Pferd länger halten kann, um dann vielleicht wirklich noch mal höher reiten zu dürfen, zum Beispiel bei einem 5-Sterne-Nationenpreis. Das würde ich auf jeden Fall gerne schaffen. Mit meinem besten Pferd Kommandant darf ich demnächst in Marokko im deutschen Team den CSI4*-Nationenpreis reiten. Darauf freue ich mich.

Ein weiteres Ziel ist auch wieder die Deutsche Meisterschaft im nächsten Jahr.

Hast Du ein besonderes Ritual vor jeder Prüfung?

Maxi Lill: Ja, früher habe ich mich von anderen Leuten beim Parcours-Abgehen immer sehr beeinflussen lassen. Da hat man jeden gefragt: Was meinst du? Und auf einmal hat man seinen eigenen Plan total umgeschmissen. Am Ende muss man einen Plan für sich selber machen und nicht für die anderen. Jetzt gehe ich vielleicht lieber mal weg, mach mir Airpods rein und höre etwas Musik. Änderst du deinen Plan zehnmal, geht es eh schon in die Hose.

Wenn Du nicht springen würdest, welcher Sport wäre noch was für Dich?

Maxi Lill: Fußball. Ich habe lange Fußball gespielt, war aber leider nicht das größte Talent. Trotzdem bin ich bis heute total Fußball begeistert und ein großer Bayern München Fan.

Was war Dein peinlichster Moment im Sattel?

Maxi Lill: Peinlichste Moment hatte ich bestimmt schon einige. Eigentlich ist es immer peinlich, wenn man irgendwie versagt im Parcours. Irgendwann war ich mal in Neustadt beim Turnier im Stechen. Da wusste ich überhaupt nichts mehr, da standen nur 8 Sprünge in der Bahn und ich hatte einen totalen Blackout. An dem Tag war alles durcheinander. Und da habe ich mir so einen Druck gemacht, dass ich gar nicht mehr wusste, wo ich anfangen soll. Das war schon ziemlich peinlich.

Welchen Tag in Deinem Leben würdest Du gerne noch mal erleben?

Maxi Lill: Auf jeden Fall den Sonntag bei der diesjährigen Deutsche Meisterschaft, am besten noch 2 Plätze weiter vorne.

Womit kann man Dich so richtig auf die Palme bringen? Was nervt Dich?

Maxi Lill: Ich bin immer lange ruhig, guck mir Sachen lange an, auch gerade im Stall oder mit Angestellten. Ich spreche auch als Chef manchmal leider Sachen zu lange nicht an. Ich gucke mir das dann an, denke mir meinen Teil, bis das Fass dann überläuft. Wenn jemand nicht fürs Team arbeitet, wenn man einfach nicht das große Ganze sieht, wenn einer im Stall nur für sich selber die Dinge macht, oder eine Ego-Tour abzieht und sich nicht um die Sachen kümmert, die man teuer angeschafft hat, das kann mich schon richtig aufregen.

Grundsätzlich bin ich aber eher der, der Problemen gerne so ein bisschen aus dem Weg geht. Ich bin eigentlich immer gut gelaunt, mag es harmonisch. Das ist ganz wichtig für mich.

Hast Du ein Lebensmotto?

Maxi Lill: Don’t quit, do it.

Das Interview führte Corinna Philipps für spring-reiter.de