Am 13. Mai vor drei Jahren feierte der frühere Vielseitigkeits- und Springreiter Ludwig „Lutz“ Goessing aus Steinhagen seinen 85. Geburtstag. Jetzt ist die deutsche Reiterlegende gestorben, wie uns Christine Meyer zu Hartum als traurige Nachricht übermittelt hat.
In Dortmund geboren und in Schleswig-Holstein aufgewachsen startete Lutz Goessing seine Karriere im Vielseitigkeitssattel, war zwei Mal Deutscher Meister (1966 und 1967) und gewann bei den Olympischen Spielen 1972 in München zusammen mit Harry Klugmann, Karl Schultz und Horst Karsten die Bronzemedaille. Ab 1973 verschrieb sich Goessing ganz dem Springsport und der Pferdezucht, bestritt unter anderem 13 Nationenpreise für Deutschland und machte sich als Züchter der zweimaligen Bundeschampionesse Rosella G (v. Ramiro) einen Namen.
Gemeinsam mit seiner 2011 verstorbenen Ehefrau Christa Goessing betätigte er sich viele Jahre lang als Mäzen und Förderer des Pferdesports. So begleitete er Ende der 1980er Jahre zahlreiche Mannschaften in den Altersklassen Junioren und Junge Reiter zu den jeweiligen Europameisterschaften und unterstützte Reiter wie Heinrich-Hermann Johannsmann, Susanne Behring und vor allem Mylene Diederichsmeier, die in Steinhagen nicht nur ihre Ausbildung absolvierte, sondern mehrere Jahre die Pferde des Stalls auf Turnieren vorstellte. Im April 2010 übernahm Tim Rieskamp-Goedeking die Reitanlage der Familie Goessing.
Für seine Verdienste wurde Lutz Goessing mit dem Friedensreiterpreis des Westfälischen Reitervereins und 2008 mit dem Deutschen Reiterkreuz in Silber der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ausgezeichnet. Jetzt trauert die deutsche Reitgemeinde um einen Großen aus ihrer Mitte.
